Donnerstag, 23. Juli 2009

Polnische Restaurants im Ruhrgebiet, Teil II


Mein gestriger Ausflug ins linksrheinische Duisburg-Friemersheim endete mit einer Überraschung. Angelockt von einer sehr professionellen Internet-Präsentation des Hotel-Restaurants „Belweder“ mit schönen Bildern und einer einladenden Speisekarte, landete ich an einem Ort, an dem die Location-Scouts für einen Schimanski-Film ihre Freude gehabt hätten. Das schöne, aber etwas blättrige Jugendstileckhaus liegt am Ende eine Sackgasse fast unter der Unterführung einer vierspurigen Straße, über die die Lastwagen in den „Logport“ donnern. An der Tür flatterte ein Zettel im Wind: „Das Restaurant ist zur Zeit geschlossen. Wir warten auf einen neuen Koch.“


Doch noch war Polen nicht verloren. Auf der Rückreise nach Bochum kehrte ich kurzerhand im „Gurski“ ein. Es liegt im gepflegten, verkehrsberuhigten und mit Edel-Boutiquen durchsetzten Mülheimer „Dorf Saarn“ fast an der Ruhr, im hinteren Teil eines idyllischen Fachwerkhauses. Im Biergarten stehen wuchtige Blockhaus-Bänke, innen ist es ebenfalls sehr rustikal im Stil eines beskidischen Karczma (Wirtshaus) eingerichtet. Die Speisekarte ist zweisprachig, polnisch wird mit den Gästen genauso gesprochen wie deutsch. Darauf, dass alle Gerichte hausgemacht sind, ist man sichtlich stolz. „Wir schneiden die Rote Bete selbst, wir schälen die Kartoffeln für die Klöße selbst“, erklärte mir die Chefin Beate Gurski. „Nur die Frischware Gemüse und Fleisch kaufen wir ein.“ Und das merkte man der Rinderroulade auch an, die ich mir trotz hochsommerlicher Temperaturen mit Genuss einverleibte. Sie war mit grob zurecht geschnitzten Zwiebeln und Möhren, Gewürzgurke, Speck und Senf gefüllt und schwamm gemeinsam mit den plattgedrückten Klößen in einem Meer von Sauce. Als Beilage gab es einen ausgehöhlten Apfel, der mit Rotkohl gefüllt war (12,50 Euro). Auf Polnisch heißt das schlesische Nationalgericht „Rolada wolowa z kapusta czerwonq i kluskami“. Zuvor hatte ich mir noch eine Gurkensuppe („Ogórkowa“) gegönnt. Die bestand aus groben Raspeln von eingelegten Gurken, Julienne und milden Knoblauchzehen in einer mit saurer Sahne verfeinerten Brühe (4,50 Euro).

Das Restaurant hat seit dem 25.4.2010 geschlossen.


Polnische Restaurants im Ruhrgebiet, Teil I
Polnische Restaurants im Ruhrgebiet, Teil III

2 Kommentare: