Donnerstag, 20. August 2009

Rösta vs. röst.art




Wie schon berichtet, macht die europaweite Discounterkette „Norma“ der kleinen Bochumer Kaffeerösterei „röst.art“ den Namen streitig. Seit Mai 2007 betreiben Claudia Schiwek und Richard Miklas das Café im Schatten der Pauluskirche und des Kortum-Hauses und erfreuen die Bochumer Kaffee-Junkies mit hochwertigen, selbst gerösteten Kaffee-Spezialitäten. Auf den Namen „röst.art“ für ihren handwerklichen Betrieb kamen die beiden Betreiber, weil sie gern die WDR-Kultursendung „Westart“ sehen und will ihnen das Wortspielerei so gut gefiel. Um keine Probleme zu bekommen, meldeten sie die Rechte für Wort samt Logo beim Deutschen Patent- und Markenamt an, was auch anstandslos gelang.

Richard Miklas und Claudia Schiwek

Doch der Ärger kam trotzdem. Die Discounter „Norma“ beantragte, „röst.art“ wieder zu streichen, denn er sieht sich in seinen älteren Rechten beschränkt. „Norma“ vertreibt nämlich unter dem Namen „Rösta“ seine Billigkaffees. Richard Miklas ist erschüttert, denn er sieht nicht, wie sein kleiner Laden der großen Kette Konkurrenz machen könnte. „Seit fast einem Jahr ist alles in der Schwebe“, erklärte er dem Genießer, „und hat bislang nur Geld gekostet, das wir mühsam erwirtschaften müssen.“ Gern würde die Internetseite des Ladens neu gestalten oder auch neue Werbemittel und neue Aufkleber für seine Kaffeetüten drucken lassen. „Doch das tun wir nicht, weil die Möglichkeit besteht, dass wir alles wieder einstampfen müssen, weil wir den Namen nicht mehr führen dürften.“
Klein beigeben wollen Richard Miklas und Claudia Schiwek aber nicht. „Dafür liegt uns unser Laden zu sehr am Herzen.“ Und sie hoffen darauf, dass das Patent- und Markenamt die Argumente von „Norma“ genauso lächerlich findet wie sie selbst.

Kaffeerösterei „röst.art“: Goliath gegen David

1 Kommentar:

  1. So, dank Deines Kommentars in der soeben erschienenen Slow Food-Zeitschrift sind nun nicht nur alle Mitglieder in ganz Deutschland über diesen Irrwitz informiert. Hätte ich einen Norma-Laden in meiner Nähe, ich hätte denen schon längst meine Meinung dazu geschrieben mit dem Hinweis, zukünftig einen Bogen darum zu machen.
    Ich fänd es gut, wenn Du zu dem Fortgang des Verfahrens in Deinem Blog informieren würdest. Vielleicht ist das ja auch in der SF-Zeitung möglich.

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