Sonntag, 26. September 2010

Gestern bei Mama: Heringsstipp



Gestern habe ich für Mama Heringsstipp gemacht. Auf die Idee bin ich neulich durch den Matjessalat von Mme. Mardermann gekommen, aber diese rheinische Art der Heringszubereitung war schon immer ein Traditionsgericht in unserer Familie. „Das war eine Spezialität von Oma“, meinte Mama spontan, und auch ich erinnerte mich wieder daran, dass Oma Heringsstipp immer zu Geburtstagen machte. Ein beliebter Spitzname für männliche Babys in der Verwandtschaft war „Stippken“.

Ich servierte den Heringsstipp mit Pellkartoffeln und etwas Kopfsalat, den ich mit Mamas Salatsauce angemacht hatte. „Das ist nicht richtig“, meinte Mama. „Heringsstipp isst man ohne Salat.“ Auch hätte sie den Stipp saurer gemacht. „Aber das verträgst du doch nicht“, meinte ich. Darauf Mama heroisch: „Da nimmt man bei solchen Sachen keine Rücksicht drauf.“
Trotzdem: Mama (93) verputzte zwei Portionen samt Kartoffeln und Salat und meinte schließlich in komischer Verzweiflung: „Bin ich jetzt voll!“ Auf den Einwand, warum sie denn so viel gegessen habe, meinte sie nur: „Es war so lecker!“

Rezept: Heringsstipp  (inspiriert durch Mme. Mardermann)
5 – 6 Portionen

6 Matjes-Doppelfilets vom Markt
1 großer säuerlicher Apfel
1 rote Paprikaschote
2 rote Zwiebeln
einige Cornichons
1 Glas Miracel Whip (250 ml)
1 – 2 EL Joghurt
Pfeffer, Salz, Zucker, Gurkenwasser, Apfelsaft zum Abschmecken

Matjesfilets in schmale Streifen schneiden. Apfel und Paprika (für Mama habe ich beides geschält) klein würfeln. Zwiebel in feine Streifen schneiden. Alles mit Miracel Whip vermischen. Mit Pfeffer und Salz abschmecken und mit Gurkenwasser (ev. Essig), Apfelsaft und Zucker auf die gewünschte Säure bringen.

Kommentare:

  1. Oh, sogar mit Matjes! Das mache ich auch manchmal, wenn ich mich beherrschen kann und den Matjes nicht gleich pur verputze. Heringsstipp schmeckt mir aber auch mit sauer eingelegtem Hering.

    Deine "Gestern bei Mama" Serie gefällt mir übrigens von Mal zu Mal besser.

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  2. Das mag ich auch.
    Und Deine Mutter hat Dich sogar gelobt, geht doch.

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  3. Ach Mädels, Ihr seid immer so schnell!!!

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  4. schon speziell, diese gerontologischen kulinarikerfahrungen, gelle!?
    die nutzniesserin meines salates hat auch deutlich mehr auf einmal gegessen, als es die vernunft geboten hätte. zumal sie minuten zuvor noch über apppetitlosigkeit geklagt hatte, ähem!

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  5. Ich werde auch zunehmend ein großer Fan Deiner "Kochen bei/für Mama"-Rubrik. Diese Hausmannskost sagt mir sehr zu, obwohl ich ja eigentlich aus einem ganz anderen Eckchen Deutschlands komme.

    Ich hoffe, Du kannst noch oft für Deine Mutter kochen.

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