Montag, 31. Mai 2010

Veranstaltungen im Juni



Weitere Veranstaltungen finden Sie in der Info-Spalte rechts.

1.6.2010
Slow Food Dortmund
Besuch der Käsedeele Rafflenbeul
Hagen, Auf dem Killing 4, ab 18 Uhr
Anmeldung unter welkoborsky.dorstfeld@gmx.de














2.6. - 6.6.2010
Kulinarischer Altstadtmarkt
Hattingen

2.6. - 6.6.2010
20 Jahre
Castrop kocht über
Castrop-Rauxel, Altstadtmarkt

2.6.2010
Beratungstag
Dortmund, Deutsches Kochbuchmuseum

2.6.2010
Krimidinner
Ein Leichenschmaus
Essen, Stadtgarten Steele

6.6.2010
Führung
Dortmund, Deutsches Kochbuchmuseum

6.6.2010
Sneak Preview
5-Gang-Überraschungsmenü mit Bewertungsmöglichkeit
Dortmund, Florians
Anmeldung hier

7.6.2010
Slow Food
Informationsveranstaltung zur Gründung des CV Essen
Achtung! Neuer Ort:
Cafeteria des DRK-Seniorenzentrum Rüttenscheid
45131 Essen, Henri-Dunant-Str. 86
(direkt hinter der ehemaligen Pädagogischen Hochschule)


13.6.2010
Märchendinner
Essen, Stadtgarten Steele

















16.-20.6.2010
Essen...verwöhnt
Gourmetmeile
Essen, Innenstadt

17.6.2010
Der Pott kocht
Koch-Event
Bochum, Riff
Essen, Temple Bar














19.6.2010
Kulturhauptstadt 2010 - Ruhrgebiet
Das Landhaus Höppeler widmet ein 6-Gänge-Menü mit Produkten aus der Region dem Kulturhauptstadtjahr 2010.
Mülheim, Landhaus Höppeler

26.6.2010
Wildkräuter im Mäckingerbach-Tal
Ein kulinarischer Spaziergang
Hagen, LWL-Freilichtmuseuem, 10 Uhr

26.6.2010
Deutsch-österreichische Weinmesse
Essen, Weinzeche













26.6.2010
RUHR.2010 - Kulinarische Museumszugfahrt durchs Ruhrgebiet
Die Overkamp Gastronomie, Dortmund, und das Hotel-Restaurant zum Neuling, Bochum, präsentieren in den historischen Rheingold-Wagen ein 4-Gang-Menü.
Start und Ziel: Eisenbahnmuseum Bochum Dahlhausen
Infos hier

26.6.2010
Köchegruppe "ReVier"
Heimat und Genuss im Sommer I
Das regionale Julius-Sommermenü
Herne, Weinrestaurant Julius
Anmeldung hier

26.6.2010
Anweisungen aus der Vergangenheit
Vortrag mit Speisefolge von Arpad Dobriban
Ergebnisse des künstlerischen Rechercheprojektes “Essen an der Ruhr” präsentiert im Rahmen des Projektes “B1-A40 die Schönheit der großen Strasse”
Mülheim, Rhein-Ruhr-Zentrum auf dem Parkplatz
Humboldtring 13
Unkostenbeitrag für das mehrgängige Menu € 40,-
Anmeldung bis zum 18.06.2010 unter: kochen@arpad-dobriban.de

Weitere Termine finden Sie in der Info-Leiste rechts.

Sonntag, 30. Mai 2010

Gestern bei Mama: Tagliatelle mit Genießers Tomatensauce und rotem Kopfsalat mit Roastbeef



Gestern musste es schnell gehen und ich habe für Mama etwas gemacht, was eigentlich auf den Balkon gehört: Tagliatelle mit der legendären Tomatensauce, die mit Ananasmarmelade veredelt wird. Dabei waren die Zutaten schon edel genug: als Saucen-Basis San-Marzano-Tomaten aus der Dose und frische Marinda-Tomaten aus Sizilien, die Tagliatelle in Bronze gezogen von „Tarall’Oro“ aus Bari, alles gekauft bei Real in Wattenscheid, der längst zu meinem Lieblingssupermarkt geworden ist – was abgepackte italienische Basics angeht.
Dazu gab es einen roten Bio-Kopfsalat, garniert mit Carpaccio-dünnen Bio-Roastbeef-Scheiben von Metzger Gläser aus dem Biokauf an der Wittener Straße in Bochum. Der Salat war mit Mamas klassischer Salatsauce mit Kondensmilch gemacht und natürlich nicht richtig. Diesmal war zu wenig Essig dran.

Samstag, 29. Mai 2010

Dortmund-Bodelschwingh: Hürster’s Kochwerkstatt




Kalbstafelspitz in "Hürster's Kochwerkstatt"

Nachdem die Mitglieder von Slow Food auf den Höfen Dingebauer und Drumann erfahren hatten, mit wieviel Sorgfalt das Fleisch der Erzeugergemeinschaft „Neuland“ produziert wird, wollten sie auch wissen, wie es schmeckt. Stefan Hürster von „Hürster’s Kochwerkstatt“ im nahen Dortmund-Bodelschwingh hatte deshalb extra für sie ein „Slow Food Dinner“ (29,90 Euro) zusammen gestellt.

Stefan Hürster

Seit 2006 betreiben Sylke und Stefan Hürster das Restaurant in dem schmucken Fachwerkhaus mit dem idyllischen Biergarten in der Nachbarschaft von Schloss Bodelschwingh. Stefan Hürster bereitet die Speisen und Gerichte ganz im Sinne der Bezeichnung „Kochwerkstatt“ in handwerklicher Tradition zu. „Firlefanz“ so sagt er, ist dabei nicht unsere Sache.“ Und das Konzept geht auf. Beim „Westfälischen Gastronomie Preis“ hat er beste Bewertungen bekommen: 2008 die Note 1,37 und 2009 die Note 1,48. Natürlich ist die „Kochwerkstatt“ nicht ohne „Koch-Lehrlinge“. Stefan Hürsters Kochkurse sind sehr beliebt und immer schnell ausgebucht, so dass es Wartelisten gibt.

Blattspinat-Apfel-Salat mit Lammstreifen

Als ersten Gang gab es einen Blattspinat-Apfel-Salat mit Cremechampignons, Basilikum Dressing und Streifen vom Lammfilet, als Hauptgang wahlweise rückwärts gebratenen Kalbstafelspitz auf buntem Gemüse-Antipasti mit Sauce Bearnaise und Rosmarinkartoffeln oder Schweinefilet am Stück rosa gebraten auf Kohlrabi a la creme, dazu Rote Beete Kartoffeln, und als Nachspeise eine Rhabarber-Tarte mit Eis.

Rhabarber-Tarte mit Eis

So schmackhaft die das Menü zubereitet war, so unterhaltsam und informativ waren die Erläuterungen, die Stefan Hürster dazu gab. Allerdings wurde einmal mehr dabei klar, dass der Kunde sich bei einer Qaulitatiäts-Fleischproduktion wie „Neuland“ auf die Gegebenheiten der Natur einlassen muss. Das Kalbfleisch für den tafelspitz musste „Neuland“ anderweitig besorgen, und hat das auch in Bio-Qualität getan. Doch Koch und Slowfoodies waren sich einig: Das Schweinefilet von „Neuland“ kam besser an.

"Hürster's Kochwerkstatt" (Foto: Kaltenborn)

Freitag, 28. Mai 2010

Neuland-Fleisch: Hof Dingebauer in Castrop-Rauxel



Am Mittwoch besuchte der Genießer zusammen mit den Freunden von Slow Food im Ruhrgebiet die Höfe von Ulrich Dingebauer und Wilhelm Drumann in Castrop-Rauxel. Ulrich Dingebauer ist Schweine- und neuerdings auch Geflügelmäster, Wilhelm Drumann betreibt die Bullenmast. Beide haben sich als Mitglied der Erzeugergemeinschaft "Neuland - Verein für tiergerechte und umweltschonende Nutztierhaltung e.V." der artgerechten Aufzucht seines Viehs verschrieben. Als Referent konnte auch Christian Luther begrüßt werden, der für die Vermarktung des Fleisches bei „Neuland“ verantwortlich ist.

Christian Luther von "Neuland" mit Slowfoodies

„Gegründet wurde ‚Neuland‘ nicht als Öko-Programm, sondern als ein neues Konzept, bei dem sich für eine besonders artgerechte Tierhaltung eingesetzt wird“, erklärte Luther den Slowfoodies. „Unser Ziel ist es, eine regionale, soziale, qualitätsorientierte, tiergerechte und umweltschonende Tierhaltung mit hoher Glaubwürdigkeit und Transparenz auf bäuerlichen Betrieben zu praktizieren.“

Schweine auf Hof Dingebauer

Das Konzept des Verbundes, der u.a. vom „Deutschen Tierschutzbund" (DTschB), dem "Bund für Umwelt und Naturschutz" (BUND) und die "Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft" (AbL) gegründet wurde, fanden Ulrich Dingebauer und Wilhelm Drumann überzeugend. Die Tiere werden zu einem angemessenen Preis, der die Existenz der angeschlossenen Erzeugerbetriebe sichert, aufgekauft. Nach der Schlachtung werden sie wiederum an ‚Neuland‘ angeschlossene Fleischerfachgeschäfte, Großküchen und Gastronomie weiterverkauft.

Junge Bullen auf Hof Drumann

Die Richtlinien zur Fleischerzeugung sind streng. So werden alle Tiere werden auf Einstreu aus Stroh gehalten, wobei ökologisch wertvoller Festmist entsteht, und es steht allen Tieren ganzjährig ein Auslauf ins Freie zur Verfügung. Die Anbindung oder anderweitig dauerhafte Fixierung ist nicht erlaubt. Gefüttert werden die Tiere nur mit heimischen Futtermitteln. Damit wird der Import von Futtermitteln etwa aus gentechnisch verändertem Soja ausgeschlossen. Tierische Futtermittel wie Fisch- oder Tiermehl, die zu der Rinderwahnsinns-Seuche in den 1990er Jahren geführt haben, sind bei ‚Neuland‘ schon seit der Gründung verboten. Ebenso sind Antibiotika oder andere Leistungsförderer in der Fütterung untersagt. Gentechnik darf weder in der Züchtung noch in der Fütterung eingesetzt werden.
Zudem hat sich ‚Neuland‘ den Erhalt bäuerlicher Betriebe zum Ziel gesetzt und sorgt mit Bestands- und Flächenobergrenzen dafür, dass Großbetriebe nicht die Vermarktung und Preise dominieren.

Hühner auf Hof Dingebauer

Kaufen kann der Endverbraucher die Neuland-Produkte in Fleischer-Fachgeschäften besonders im nordöstlichen Ruhrgebiet. Eine Übersicht erhalten Sie hier.
Oder Sie fahren direkt zum Erzeuger. Der Hofladen auf Hof Dingebauer, Ostr.141, Castrop-Rauxel hat freitags und samstagmorgens geöffnet, in den Wintermonaten auch donnerstags. Sinnvoll ist es, vorher nachzufragen, was im Angebot ist. Tel. 02305/31216 oder E-Mail hof-dingebauer@gmx.de

Die Neuland-Richtlinien werden streng überwacht.

Donnerstag, 27. Mai 2010

Gourmetmeile: „Essen verwöhnt“ wirft seine Schatten voraus



Einen Vorbericht zu "Essen verwöhnt 2011" finden Sie hier.


Klaus Gummersbach und Rainer Bierwirth
(Essen genießen e.V.) mit Pressevertretern

Zu einem Presse-Menü hatte gestern der Verein „Essen genießen e.V.“ ins „Gummersbach“ nach Essen-Borbeck eingeladen. Der Vorsitzende Rainer Bierwirth erläuterte Konzept und Highlights der Gourmetmeile „Essen verwöhnt 2010“, die vom 16. bis zum 20. Juni in der Essener City stattfindet. Und Klaus Gummersbach und seine Frau servierten einen kleinen Streifzug durch die ihre Küche – allerdings nicht die Gerichte, die es an ihrem Stand auf der Gourmetmeile geben wird.

Doch was die Pressevertreter kosten durften, gab ein Beispiel dafür, welch hohe Qualität auf der Essener Gourmetmeile zu erwarten ist und ihr den Ruf eingebracht hat, eine der besten kulinarischen Veranstaltungen dieser Art in ganz Deutschland zu sein. Als Vorspeise gab es einen Spargel-Hummersalat in einer Orangenvinaigrette, als Hauptgang Rehschäuferl mit Pfifferlingen, Banyuls-Sauce und Schalottenpüree und zum Dessert Tarte Tatin mit einer Calvados-Chantilly.

Die Gerichte, die letztendlich auf der Gourmetmeile angeboten werden, liegen weit entfernt vom Currywurst-Einerlei, das es andernorts bei solch volkstümlichen Veranstaltungen gibt. Obwohl: eine Currywurst hat „Gummersbach“ auch in seinem Gourmetmeilen-Programm. Allerdings eine aus Lammfleisch, die samt Sauce nach einem Rezept von Küchenchef Holger „Nickel“ Nickelmmann ganz hausgemacht ist. Denn im Kulturhauptstadtjahr ist ein Highlight im Programm von „Essen verwöhnt“, dass an jedem Stand ein sog. „Ruhrpott-Gericht“ angeboten wird, das aus jenen Zutaten besteht, die für die Aktion „Ruhr Menü Karussell 2010 – Hier kocht das Herz Europas“ als typisch für die Ruhrgebietsküche definiert worden waren.

Klaus Gummersbach, seine Frau und Rainer Bierwirth präsentieren die 23 Restaurants der Gourmetmeile "Essen verwöhnt"

Von Anfang an hat „Essen verwöhnt“ ausgezeichnet, dass sich auf der Gourmetmeile die besten Restaurants der Stadt treffen. Dieses Mal sind es 23 an der Zahl, darunter die Sterne-Häuser „Résidence“ und „Nero“ (Schloss Hugenpoet) und als Neulinge „Mumm“ (Mintrop’s Landhotel), „Schnitzlers“ und die seit letztem Jahr unter der Verantwortung von Nelson Müller stehende „Schote“. Bei dem hochklassigen Angebot bleiben die Preise von 2,50 Euro bis 9 Euro sozial. Lediglich die extravaganten „Ruhrpott-Gerichte“ dürfen teurer sein.

Promi-Köche haben sich ebenfalls für die Gourmet-Meile angesagt. Zur Eröffnung am 16. Juni wird Johann Lafer erwartet, und am 17. Juni ist Alfons Schuhbeck zu Gast, der auch Mitglied der Jury des Kochwettbewerbs „Ruhrgebietskönig“ ist.
Abgerundet wird das kulinarische Programm von zahlreichen musikalischen Auftritten.

Das komplette Programm von „Essen verwöhnt“ finden Sie hier. (Ist ein bisschen kompliziert: Erst auf das Logo klicken, auf der dann erscheinenden Seite auf den Button „Events“, dann auf „Essen verwöhnt“…)

Topfgucker: Entdeckungen im Netz 24



Nahrungssuche an der Uni: Kopfüber in die Mülltonne
Nahrungssuche in der Schule: Essen lernen mit Tim Mälzer
Ernährung: Die schlimmsten Drinks in Amerika
Lebensmittel-Business I: Eckes-Chantré übernimmt Eckes-Granini
Lebensmittel-Business II: "Vom Fass AG" ist Franchise-Geber des Jahres
Förderwettbewerb: Innovationen für die Ernährungsbranche
Wissenschaft I: Bio-Patente verhindern Züchtungsfortschritt
Wissenschaft II: Wundersüßmittel Stevia
Wissenschaft III: Kompetenzzentrum für Welternährung
Natur I: Bärlauch-Saison geht zu Ende
Natur II: Erdbeeren bekommen Sonnenbrand
Genuss-Handwerker: Aegidius Krauses Bäckerei in Gelsenkirchen
Restaurants I: Offener Brief ans Service-Personal
Restaurants II: PR-Debakel beim Sterne-Koch Joachim Wissler
Restaurant-Kritiker I: Ein schweres Erbe
Restaurantkritiker II: Saltimboca von Jürgen Dollase
Essen und Kunst: Goldene Geburtstagstorte nach Joseph Beuys

Mittwoch, 26. Mai 2010

Auf dem Balkon: Spaghetti alla carbonara




Zur Zeche hat der Bergmanns-Enkel der post-montanen Kreativwirtschafts-Ära im Ruhrgebiet bekanntlich nur ein helium-gefülltes Luftballon-Vehältnis (und das auch nur sehr gebrochen, wie die Reaktionen auf die „Schachtzeichen“-Aktion der Kulturhauptstadt zeigen). Und zur Kohle hat er nur noch ein Verhältnis wie der der Wiener zur „Marie“. Steinkohle, das klassische Produkt unserer schönen Heimat, kennt er gar nicht mehr, nur noch Holzkohle für den Grill. (Vom Koks schweigen wir lieber).
Holzkohle wird bekanntlich von Köhlern gemacht, und das war auch der Grund für den Genießer, am vierten Abend der „Schachtzeichen“ endlich einmal den italienischen Pasta-Klassiker „Spaghetti alla carbonara“ (sprich: Spaghetti nach Köhler-Art) zu machen, um ihn jetzt, wo es wettertechnisch endlich ging, auf dem Balkon zu verzehren. Dabei fiel ihm auf, dass dieses Nudel-Gericht aus Ei, Speck und Kohlehydraten von veredeltem Getreide eigentlich die italienische Variante des Strammen Max ist und somit zum Ruhrgebiet passt wie die Faust aufs Auge. Dass auch noch Knoblauch, Parmesan und Pecorino hineinkommen, macht es nur noch raffinierter, ja geradezu himmlisch.

Auf die Idee, einen 2000er Marques de Riscal Reserva dazu zu trinken (Silvester 2004 zum Schnäppchenpreis von 10 Euro erstanden), brachte ihn der Weindeuter, der bereits zu Pfingsten einen reifen Spanier im Drahtnetz getrunken hatte. Ein weicher, eleganter und leicht vanilliger Rioja schien dem Genießer genau der richtige Wein zu sein, um mit der halbrohen, speckig-aromatischen Eierpampe der Nudeln am Gaumen eine harmonische Vermählung einzugehen. Und tatsächlich: Es war eine innige Vollendung in Geschmack und Textur.

Rezept: Spaghetti alla carbonara
Für vier Portionen(nach Rotraut Degners Kochbuch „Pasta! Pasta! Pasta!“)

400 g Spaghetti, 40 g Salz fürs Nudelwasser
150 g geräucherte Schweinebacke (der Genießer nahm durchwachsenen Speck)
1 EL Olivenöl, 1 Knoblauchzehe
4 Eier, 3 EL geriebener Parmesan, 3 El geriebener Pecorino
Pfeffer, Salz

Spaghetti in 4 l Wassser al dente kochen.
Öl mit der Knoblauchzehe in einer Pfanne erhitzen, den gewürfelten Speck dazu tun und hellbraun braten. Knoblauch entfernen.
In einer Schüssel den geriebenen Käse mit den Eiern verrühren und mit Pfeffer und Salz würzen.
Vor dem Abgießen der Nudeln etwas Kochwasser in einer Tasse zurückhalten. Nudeln abgießen und in die Pfanne mit dem Speck geben und auf kleiner Flamme gut verrühren. Pfanne von der Kochstelle nehmen und die Eier-Käse-Masse unter die heißen Nudeln heben. Eventuell mit dem zurückbehaltenen Kochwasser geschmeidig machen. Auf vorgewärmten Tellern anrichten.

Dienstag, 25. Mai 2010

Gelungener Sommeranfang: Spargel-Gourmetfestival auf Hof Umberg



Das Spargel-Gourmetfestival 2012 findet vom 26.-28.Mai 2012 statt. Weitere Infos hier.




War das ein Start in den Sommer. Strahlender Sonnenschein, 25 Grad und mit Pfingsten zwei Feiertage hintereinander – besser konnte es für das Spargel-Gourmetfestival auf Hof Umberg in Bottrop-Kirchellen gar nicht sein. Die Essener Restaurants „Trattoria Trüffel“, „Kiepenkerl“ und „Casino Zollverein“ hatten zusammen mit dem Kirchhellener „La Botte“ hatten auf dem beeindruckenden Anwesen an der A 31 ihre Zelte aufgebaut und nahmen ein wenig die Essener Gourmet-Meile „Essen verwöhnt“ (16.-20. Juni) in ländlicher Atmosphäre vorweg. Das Publikum strömte in Scharen. Angeboten wurden zur Spargelsaison passende Gerichte. Der Genießer konnte die gelackte Ente an gebratenem, karamellisierten Orangenspargel vom „Kiepenkerl“ und Tortelloni mit Spargel und Sahnesauce von der „Trattoria Trüffel“ probieren – köstlich.


Montag, 24. Mai 2010

Schachtzeichen im Dortmunder Turmrestaurant: Bergmann-Menü im „Florians“



Dortmunder Krüstchen "2010"

Zugegeben: Die spektakuläre Aktion „Schachtzeichen“ der RUHR.2010, bei der 311 ehemalige Zechen im Ruhrgebiet mit einem gelben Ballon markiert werden, bot sich gestern Abend von der über 100 Meter hohen Aussichtsplattform des Fernmeldeturm im Dortmunder Westfalenpark eher als eine Art Hängen im Schacht.

Hier war eine Zeche: Schachtzeichen über Dortmund

Nur hie und da war ein stecknadelkopfgroßer gelber Punkt über der Stadt zu sehen, und um 20 Uhr wurden die Ballons sowieso zur Nachtruhe eingeholt, gerade als die untergehende Sonne begann, den Himmel über dem westfälischen Ruhrgebiet in eine ganz besondere Atmosphäre zu tauchen. Gab es wirklich so wenige Zechen in Dortmund? Vielleicht hätte man besser alle untergegangenen Brauereien in der Do-City markieren sollen, dann hätte es einen Ballonzauber gegeben, der dem neuen immerhin leuchtenden „U“ kräftig Konkurrenz gemacht hätte.

Küchenchef Dennis Rother, Bergmann-Brauer Thomas Raphael und Restaurantleiter Dominik Schön präsentieren das Bergmann-Menü

Entschädigt für die mangelnden Ballons werden die Besucher des Turmrestaurants „Florians“ jedoch durch das Menü, mit dem Küchenchef Dennis Rother der Bergmann-Brauerei ein Denkmal setzt. Aus Anlass der „Schachtzeichen“ hat Dennis passend zu den verschiedenen Gebräuen des Hopfen-&-Malz-Newcomers mit Heimat-Appeal eine 4-gängige Folge von Ruhrgebietsgerichten plus Amuse Gueulle (69 Euro) kreiert, die den Genießer überzeugte: exklusiv die Zutaten, bodenständig die Rezepturen, kreativ die Präsentation auf dem Teller. Ein wenig ist Dennis die Quadratur des Kreises gelungen. An Zunge und Gaumen hatte der Genießer das Gefühl, bei Muttern zu sein, vom Teller-Erlebnis her jedoch in einem Gourmet-Tempel.

Als Gruß aus der Küche kam passend zum „Bergmann Starkbier mit Waldmeister“ gebackene Blutwurst mit Kompott vom Boskop-Apfel, ene raffinierte Variante von Himmel und Erde, bei der die Kartoffeln mit Pumpernickel ersetzt wurde.

Klassenbewusste Proleten hätten sich vielleicht an den Zutaten gestört, aus dem dann der erste Gang bestand. Das Dortmunder Krüstchen „2010“, das zum „Bergmann Spezial II“ gereicht wurde, stammte nämlich vom Iberico-Schwein, dazu gab‘s Pfifferlinge, Butterbrioche statt Toast, ein pochiertes Wachtelei statt Spiegelei vom Huhn und Trüffeln in Scheiben und als Schaum, alles kunstsinnig aufgetürmt. Sicher, ein Buntes Bentheimer Schwein wäre stilechter gewesen, aber die Gesamt-Komposition zeigte, wie fein und exklusiv bodenständige Küche sein kann.

Zum klassischen „Bergmann Export“ gab’s die Variation eines klassischen Fisch-in-Senfsauce-Gerichtes: zart gegarter Kabeljau mit Senfkruste an Limetten-Spitzkohl mit Kartoffelkrapfen. Da bedauerte der Genießer fast, dass das nur ein Gang von vielen im Menü war. Eine ordentliche Teller-Portion hätte ihm noch besser geschmeckt.

Aber dann hätte er auf das Kutschersteak à la „Florians“ verzichten müssen – was zu viel gewesen wäre, wäre zu viel gewesen. So ging das zarte Filet vom Jung-bullen mit Zwiebelmarmelade, knusprigen Grenaille-Kartoffeln, Biersauce und Spargel mit Sauce Hollandaise noch prima hinein. Angerichtet war der deftige Hauptgang wie eine feine japanische Sushi-Platte.

Ein gelungenes Experiment war dann der Nachtisch. Spargel zusammen mit Erdbeeren als süßes Dessert. Und das in drei Variationen: Klassisch die Erdbeeren mit grünem Pfeffer, über- raschend die karamellisierten Spargel- scheiben mit einfachem Eis und raffiniert die geschichteten Schäum- chen aus Erdbeeren und Spargel. Dazu passte die Bowle aus Bergmann Schwarzbier mit Erdbeeren.

Wer dieses Ruhrgebiets-Menü noch genießen möchte, sollte sich beeilen. Es wird nur bis zum 30. Mai serviert, solange die Aktion „Schachtzeichen“ noch läuft. Und an vielen Tagen ist das „Florians“ schon ausgebucht.
Anmeldung hier.

Sonntag, 23. Mai 2010

Gestern bei Mama: Kohlrabi mit Schnitzel



Gestern habe ich für Mama einen Mama-Klassiker gemacht: Kohlrabi mit Schnitzel. D.h., viel gemacht habe ich nicht. Kohlrabi wurden in bewährter Manier in Brühe gekocht und mit Sahne verfeinert (Rezept hier), dazu gab ein es ein fertig gebratenes Schnitzel von Bio-Metzger Gläser (Selbst gemachte schmecken besser). Zu den Salzkartoffeln wünschte Mama sich noch eine Sauce, die ich in traditioneller Hausfrauen-Manier aus der Tüte herstellte (sic!). Der Grund für diese Improvisation: Der Genießer musste gestern morgen in die VHS Herne, um sich in die neue Spülmaschine in der Lehrküche einweisen zu lassen. Damit im Herbst die Teilnehmer seiner Kochkurse länger kochen können und weniger spülen müssen…

Freitag, 21. Mai 2010

Talk im Museum Folkwang: Wie gastfreundlich ist die Kulturhauptstadt?




Gastgeber Wulf Mämpel begrüßt das Publikum

Bereits am Dienstag fand im Essener Museum Folkwang eine Talk-Runde mit dem knackigen Titel „Hummer statt Frikadelle? Die neue Ess-Klasse in der Metropole Ruhr oder – Wie gastfreundlich ist die Kulturhauptstadt?“ statt.

Christiane Behnke

Eingeladen hatte das Restaurant im Museum Folkwang „Vincent & Paul“, und Gastgeber Wulf Mämpel konnte eine illustre Schar Essener Gastronomie-Größen auf dem Podium um sich scharen:
Christiane Behnke, Kenipenwirtin aus Essen-Kray (ihr wisst schon, die Heimat von Atze Schröder) und Vorsitzende des Essener Hotel- und Gaststättenverbandes, Franco Giantti, Betreiber mehrerer Ristorante in Essen (u.a. „Bistecca“), Michael Lübbert von Schloss Hugenpoet, der kurzfristig für seine Küchenchefin Erika Bergheim eingesprungen war, Frank Heppner, Patron von „Vincent & Paul“ und last but not least, Nelson Müller von der „Schote“, der beliebteste (TV-)Koch im Ruhrgebiet.

Franco Gianetti

Im Allgemeinen sei man mit der Kulturhauptstadt ganz zufrieden, war der Tenor der Äußerungen. Michael Lübbert bemerkte, die Anzahl der Städte- und Kultur-Reisenden sei gegenüber den Ein-Nachts-Geschäftskunden in seinem Hotel angestiegen. Christiane Behnke verwies auf das Internet-Portal „Gut essen in der Nähe“, das die RUHR.2010 gebracht habe. Lediglich Franco Gianetti quengelte herum, nichts von der Kulturhauptstadt zu bemerken, seine Läden seien auch ohne sie gut besucht. Frank Heppner und Nelson Müller sangen ein allgemein gehaltenes hohes Lied auf die Essener Gastro-Szene. Heppner meinte, er sei aus Überzeugung aus München nach Essen gekommen, und Müller verglich die Vielseitigkeit Rüttenscheids mit der von Berlin.

Michael Lübbert

Richtig in Fahrt kam die Diskussion erst, als RUHR.2010-Geschäfstführer Oliver Scheytt, der im Publikum saß, in die Disskussion eingriff und mit der behäbigen Essener Hotellerie abrechnete. Die würde sich kaum für die Kulturhauptstadt interessieren, das Rezeptionspersonal könne Gästen keine Auskunft darüber geben, was liefe, niemand hätte ein Interesse, in der Gegend um Zollverein in ein Hotel zu investieren.

Frank Heppner

Bei dem Sammelsurium an Themen, das angesprochen würde, wurde ein Dilemma der Kulturhauptstadt deutlich, das den Genießer besonders enttäuscht. Die RUHR.2010 GmbH hat es von Anfang an versäumt, die Kulinarik als Kultur zu begreifen. Stattdessen ging es nur um die Versorgung der Gäste – ein Aspekt, der zweifellos wichtig ist und viel ehrenwerte Arbeit macht, und auch irgendwie typisch ist für diese Region. Hauptsache der Teller ist voll und alle werden satt. Das Ruhrgebiet als kulinarische Region zu profilieren und den Gedanken zu fördern, Gourtmets könnten wegen Spitzenköchen wie Bach, Bühler und Bergheim, Rosin und Freitag, Müller und Heppner und wie sie alle heißen, oder auch wegen der Ruhrgebietsküche in die Kulturhauptstadt kommen und dann, wenn sie schon mal zum Essen da sind, auch die Museen besuchen, auf die Idee ist keiner gekommen. Man dachte nur umgekehrt. Wer Museen besucht, wird schnell hungrig.

Nelson Müller

Bis auf ein paar kleinere Aktionen, über die dieser Blog immer wieder gern berichtet, sind bislang nur wenige Events zur Ruhrgebietsküche im Rahmen der Kulturhauptstadt zustande gekommen. Herausragend ist da das „Ruhr Menü Karussell 2010 – Hier kocht das Herz Europas“ des Vereins „Essen genießen & friends“ zu nennen. Doch dessen Initiator Rainer Bierwirth war nur im Publikum vertreten, und nicht auf dem Podium.

Binge Eating um Mitternacht: Spaghetti alla puttanesca mit einer Flasche Domaine de Jonquières 2001



Fantastisch: Domaine de Jonquières 2001

Manchmal bekommt man Nachrichten, denen kann man nur mit einem wunderbaren, leckeren, emotional befriedigenden Essen beikommen. Zumal, wenn man Hunger hat, weil man sich eigentlich vorgenommen hat, einen Fastentag einzulegen, denn das Food-Bloggen fordert schließlich seinen Tribut an Hüftengold.

Sugo alla puttanesca nach Genießer-Art: mit Ölsardinen

E-Mails aus der Verlagswelt nimmt man ja schon lange nicht mehr Ernst, aber unterschwellig bekommt man doch Appetit, wenn sie so frustrierend sind wie heute. Da hilft nur eins: kochen und essen. Also machte sich der Genießer gegen 22.30 Uhr daran, Spaghetti und eine Pfanne Sugo alla puttanesca nach seiner Art zuzubereiten: Knoblauch und Chilischote samt einer Dose schöner Ölsardinen in Olivenöl anbraten, dann halbierte zuckersüße Cocktail-Tomaten dazu (nein – sie waren nicht in praller Sonne voll gereift, sondern die Hexenküche der Zuchtabteilung irgendeines Lebensmittelkonzerns hat diese süße Sorte hervorgebracht – schließlich lag die Packung seit zwei Wochen beim Genießer herum, ohne zu faulen), dann die letzten Exemplare der Nyons-Oliven vom Französischen Gourmetmarkt und die wunderbaren, von einem Slow-Food-Presidio sanktionierten, gesalzenen Kapern von den Liparischen Inseln und etwas Petersilie dazu – fertig. Dazu al dente gekochte Spaghetti, und alles auf dem Teller gewürzt mit Pfeffer aus der Mühle und einem Schuss gutem Olivenöl – einfach herrlich, süß, herb und von betörender Südlichkeit.

Ohne Wein geht das natürlich nicht. Doch statt auf seinen geliebten Salice Salentino griff der Genießer auf eine Flasche 2001 Domaine de Jonquières zurück, die ihm Karl Richter von der Weinzeche im Jahre 2003 (!) einmal angedreht hatte, zum Preis von 9,50 Euro. Mann, war dieser Wein nach sieben Jahren ein Gedicht. Frisch, kühl und elegant ging er über die Lippen, körnig-samtig-süß rann er über die Zunge, und von einer erwachsenen melancholischen Bitterkeit war der Abgang. Alle bitter-süßen Aromen des Sugo waren darin enthalten, und darüber hinaus der Tiefgang eines guten, gereiften Weines. Was für eine Empfehlung, Herr Richter! Flasche leer, Teller leer, die Zukunft kann nur rosenrot sein, allen Unken-Nachrichten zum Trotz!

Mittwoch, 19. Mai 2010

Dortmund: Deppert in der „Depothek“



Hähnchen ohne Huhn: Gai Phad mit gebratenem Tofu "an Reis"

Neulich hatte der Genießer in Dortmund zu tun und nutzte die Gelegenheit, in der „Depothek“ zu essen. Das ist ein Laden, in den der Mahlzeitvogel gelegentlich geht, wenn er sich nicht exklusiv von Oma oder von Chefkoch Jan verköstigen lässt, aber auch nicht inne Dönerbude will.

Die „Depothek“ ist das Kneipen-Restaurant des „Depots“, einem Kulturzentrum, das in den alten Gemäuern eines ehemaligen Straßenbahndepots untergebracht ist und eine schöne Industriekultur-Atmosphäre hat. Die Speisekarte gibt sich, an Zweck und Lage im Dortmunder Norden orientiert, szenig, sozial und multikulturell. Folglich sind alle Gerichte asiatisch oder mediterran geprägt. Einzig ein Graupen-Spargel-Risotto auf der Sondertafel gab sich regional, alles andere könnte man auch im Rest der Welt essen.

Der Genießer bestellte als Vorspeise eine türkische Linsensuppe (3,50 Euro), die im Prinzip lecker war, aber eine bessere Brühe als Basis verdient hätte. So dominierte das Salz den Geschmack, ohne dass sie versalzen gewesen wäre. Als Hauptgang bestellte der Genießer das Thai-Chicken-Gericht Gai Phad, das es in verschiedenen Variationen gab. Der Genießer wählte die vegetarische Variante (9,50 Euro) ohne Geflügel, sondern mit gebratenem Tofu, Lauch, Zwiebeln, Chili und Knoblauch „an Reis“. Das kam mit jedem Chinamann mit und machte gut satt.

Putzig war die Weinkarte: Da gab es bei den Rotweinen „Australier“, „Italiener“,
„Franzose“, „Spanier“, „Sangiovese“ (wo liegt eigentlich Sangiovesien?), „Kleiner Wein“ und „Weinschorle“, alles zwischen 2,50 und 4,50 Euro. Soll das etwa die punkig-subversive Unterwanderung der gängigen Weinkonventionen sein? Ich glaube, an sowas hätte nicht mal der Weindeuter seine Freude. Hoffentlich verirrt sich kein RUHR.2010-Tourist in den Dortmunder Norden. Ich schätze, wer eine Kulturreise ins Ruhrgebiet macht, vermutet selbst in einem Szene-Lokal mehr Weinverstand.
Übrigens: Die Apfelschorle des Genießers war lecker.