Mittwoch, 25. Mai 2011

Aus der Gichtküche: Spaghetti mit Limetten-Minz-Pesto




Was hier aussieht, als gehöre es in die Kategorie „Auf dem Balkon“, ist in Wirklichkeit ein Gericht aus dem „Großen Gichtkochbuch“ von Sven David-Müller und Christiane Weißenberger. Der Genießer hatte nämlich letzte Woche zu sehr dem Spargel-Genuss gefrönt, und die Strafe folgte im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Fuße. Das dicke Zehengelenk wuchs sich zu einem akuten Anfall aus. Spargelgerichte sind nämlich sehr reich an Purin, besonders wenn auch Meeresfrüchte, Lachs oder Flusskrebse dazugehören. Also hieß es: zurück zur purinarmen Kost, wie es dieses wunderbare Pesto ist.

Zutaten: Petersilie, Olivenöl, Pfeffer,
 Minze, Zitrone, Limetten,
Knoblauch, Parmesan und Cashewnüsse

Dazu röstete der Genießer zwei Esslöffel Cashewkerne an, tat ordentlich Blätter von der englischen Minze, die bereits im vierten Jahr immer wieder auf dem Balkon wuchert, und Petersilie dran und mixte das Ganze mit einer zerdrückten Knoblauchzehe, der abgeriebenen Schale und dem Saft von drei kleinen, leicht verschrumpelten Limetten aus dem Bioladen und etwas Zitronensaft, zwei gehäuften Esslöffeln geraspeltem Parmesan und einem guten Schuss Olivenöl auf. Dann schmeckte er das Pesto mit wenig Salz und noch weniger von dem schweinescharfen Tellicherry-Pfeffer ab, den es für wenig Geld bei EDEKA gibt. Laut Aufschrift wächst er an der indischen Malabar-Küste, ist aber ein südafrikanisches Produkt ist. Hm. Zudem muss man in Kauf nehmen, dass das Bild von Jamie Oliver auf die Einwegpfeffermühle geklebt wurde.

In der Zwischenzeit kochte der Genießer ein paar Spaghetti al dente, machte das Pesto mit etwas Kochwasser geschmeidig und mischte es dann unter die fertigen Nudeln. Weil das Auge bekanntlich mit isst, garnierte er den Teller mit dünnen Streifen von gerösteten Antipasti-Paprika.

Aus gegebenem Anlass verzichtete der Genießer auf Alkohol und trank dazu einen sortenrein aus der Sorte "Topaz" gekelterten Apfelsaft von Van Nahmen aus dem Jahrgang 2009, ein wunderbar sämig-süßer Balsam mit erfrischender Säure.

Kommentare:

  1. Ich glaube, das schmeckt auch ohne Gicht sehr gut. ;)
    (Und ist vielleicht auch ein besserer Begleiter zum Fisch als Spargel. ;))

    AntwortenLöschen
  2. dann muss ich wohl auch noch Minze pflanzen, und zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.
    Einmal Dein Rezept nachkochen und evtl. noch Minzsirup!?

    AntwortenLöschen
  3. ha, minze wächst bei uns sogar auffem parkplatz!

    AntwortenLöschen
  4. was gibt es an Jamie Oliver auszusetzen? Ich gebrauche ebenfalls eine dieser Mühlen und bin begeistert. J. Oliver ist ein Trendsetter. Ohne ihn gäbe es die Kochbegeisterung in Deutschland nicht. Er hat es geschafft, dass sich junge Menschen an den Herd trauen und das ist doch gut. Mir gefällt sein Kochstil.

    AntwortenLöschen
  5. @michael: Ganz leicht erklärt: Jamie Oliver und sein Kochstil stehen für modern, schnell, gut, gesund und erfolgreich. Also für all das, was Deutsche nicht gerne sehen. In Deutschland definiert sich Qualität ausschließlich über den Preis, gute Ideen wie "Slow Food" werden mit typisch deutscher Vereinsbürokratie ins Lächerliche gezogen und das Auto bekommt besseres Öl in den Motor als der Deutsche in seinen Magen. Und außerdem darf nach deutscher Meinung jemand, der noch nicht einmal 40 ist, keinerlei Erfolg haben.
    PS: Bin selbst JO-Fan, daher mit den einschlägigen Vorurteilen bestens vertraut.

    AntwortenLöschen