Montag, 19. September 2011

(Spät-)Sommerfreuden VIII



Was ist das schönere Spätsommerbild?
Sakrale Dramatik...

Sonntag, 17:50 Uhr, auf dem Balkon. Das Licht ist spätsommerlich. Der Genießer knipst. Auf dem Teller liegen zwei Kalbsbratwürste vom Jersey-Rind. Das Jersey-Rind stammt ursprünglich von der gleichnamigen britischen Insel vor der französischen Normandie. Es ist die kleinste Hausrinderrasse und wird gerade einmal einen Meter zwanzig hoch. Als alte, „unverzüchtete“ Rasse liefert es eine besonders gehaltvolle Milch mit hohem Karotingehalt und einer Proteinzusammensetzung, so dass sie sich bestens zum Käsemachen eignet. Metzger Gläser hatte Fleisch vom Jersey-Rind und -Kalb im Angebot, und da musste der Genießer zugreifen.

Zur Jersey-Kalbsbratwurst gab es klassisches Wirsinggemüse und in Rapsöl und Sherryessig marinierte Scheiben von der Ochsenherz-Tomate. Für den Wirsing schwitzte der Genießer Zwiebelwürfel in Wildschweinschmalz, von dem er noch einen Rest von Weihnachten hatte, an und gab dann den fein geschnittenen Wirsing dazu. Dann goss er die würzige Gemüsebrühe an, die vom Suppe-Kochen gestern für Mama übrig geblieben war, und ließ den Wirsing knapp zehn Minuten gar schmoren. Gewürzt wurde mit einem großen Teelöffel Meerettich und etwas Pfeffer, zur Bindung ein paar gestampfte gekochte Kartoffeln untergehoben. Schließlich wurde der Wirsing mit einem Esslöffel Ziegenfrischkäse und einem Schuss Walnussöl abgeschmeckt und mit einer Handvoll gerösteter Kürbiskerne und anderer Körner bestreut.
Weinbegleitung war eine halbe Flasche Spätburgunder 2009 vom badischen Weingut Blankenhorn aus der Edition Metropole Ruhr, der sehr angenehm zu trinken war und mit seinen elegant-rauchigen Pinot-Noir-Tönen schön zur sanft gebratenen Wurst passte.

...oder mediterrane Idylle?

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen