Samstag, 30. April 2011

Kulinarische Veranstaltungen im Mai 2011



Weitere Termine in der Info-Spalte rechts

1.5.2011
Sonntagsführung
Dortmund, Brauerei-Museum, 15 Uhr

3.5.2011
Slow Food Dortmund
Spargelessen
Dortmund, Biotopia
Anmeldung und Infos: info@restaurant-biotopia.de

4.5.2011
Beratungstag
Dortmund, Deutsches Kochbuchmuseum, 10-14 Uhr

6.5.2011
Weinhandlung Rolf Kaspar
Weinseminar: Blockbuster und "Brot und Butter"
Essen, Essener Hof, Info und Anmeldung hier

6.5.2011
L'Eglise Clinet
Önologisch-kulinarische Entdeckunsgreise in Zusammenarbeit mit der Weinhandlung Bürgerheim Essen-Kettwig, Schloss Hugenpoet, Infos hier

7.5.2011
Slow Food Essen
Delikatessen am Wegesrand
Wildkräuter sammeln und verarbeiten. Ein kulinarischer Spaziergang
Schermbeck-Donnerwald, Appelbongert, 14 Uhr
Anmeldung und Info hier

8.5.2011
Sonntagsführung
Dortmund, Brauerei-Museum, 15 Uhr

9.5.2011
Slow Food Essen
Slow Wein - unser Weinclub lädt ein:
The Next Generation: Johannes Thörle, Saulheim
Essen, Weinhandlung Steil Lage
Anmeldung und Info hier

10.5.2011
Kulturkochtopf - Talente des Ruhrgebiets
Kleinkunst und Kulinarik
Kai Magnus Sting & Jeannette Schnitzler vom Schnitzler's
Essen, Stadtgarten Steele Infos und Anmeldung hier

11.5.2011
Beratungstag
Dortmund, Deutsches Kochbuchmuseum, 10-14 Uhr

12.5. - 14.5.2011
Französischer Gourmetmarkt
Duisburg

15.5.2011
Internationaler Museumstag
Nachwuchsimker stellen sich vor
Hagen, LWL Freilichtmuseum, Haus Haspe, ab 10 Uhr

15.5.2011
Sonntagsführung
Dortmund, Brauerei-Museum, 15 Uhr

17.5.2011
Slow Food Dortmund
Terra Madre - was ist das?
Dortmund, Plaza Café und Bar, Vinckeplatz
Anmeldung und Info: hedibelhadj@aol.com

18.5.2011
Beratungstag
Dortmund, Deutsches Kochbuchmuseum, 10-14 Uhr

20.5.2011
Thementag: Deutsche Winzer
Dortmund, Mövenpick Weinkeller

20.5.2011
Kaffeekränzchen
Ein informatives Stündchen mit Verkostung
Hagen, LWL Freilichtmuseum, Kaffeerösterei Bommers, 15 Uhr

21.5.2011
Weinprobe: Weinfreuden aus Italien
Essen, Weinzeche

21.5.2011
Wir ernten!
Gemüse und Früchte aus dem Arbeitergarten.
Salat und Radieschen ernten, kosten, ausprobieren.
Dortmund, Zeche Zollern, Arbeitergarten

22.5.2011
Sonntagsführung
Dortmund, Brauerei-Museum, 15 Uhr

25.5.2011
Beratungstag
Dortmund, Deutsches Kochbuchmuseum, 10-14 Uhr










27.5. - 29.5.2011
Essen genießen
Spargel-Gourmetfestival
Bottrop-Kirchhellen, Hof Umberg Infos hier

28.5.2011
Slow Food Mittleres Ruhrgebiet
Auerochsen in freier Natur
Besuch einer Auerochsenzucht Hattingen-Winz-Baak, Schultenhof
Begrenzte Teilnehmerzahl Anmeldung hier

29.5.2011
Kornkaffee rösten
Mitmachangebot
Hagen, LWL Freilichtmuseum, Kaffeerösterei Bommers, 14-17 Uhr

29.5.2011
Sonntagsführung
Dortmund, Brauerei-Museum, 15 Uhr

Weitere Termine in der Info-Spalte rechts

Freitag, 29. April 2011

Osternachlese: Spiegelei von der Gans



Das kommt davon, wenn man zu Ostern Eier sucht. Man findet Gänseeier. Zumindest sprangen die dicken Dinger den Genießer am Ostersamstag auf dem Bochumer Wochenmarkt an, und so griff er zu. Doch wie das bei Spontankäufen so ist. Über die Feiertage kamen sie nicht zum Einsatz, und so gönnte ich mir heute Mittag einen richtigen Männersnack: ein Spiegelei von der Gans. Zum Größenvergleich wurde ein Hühnerei gleich mit in die Pfanne gehauen. Geschmacklich gab es übrigens keinen nennenswerten Unterschied.

Mittwoch, 27. April 2011

Umfrage: Wie sollen die EU-Agrarsubventionen angelegt werden?



Noch bis Ende April läuft eine Umfrage "Meine Landwirtschaft - meine Wahl". Die EU- und damit auch deutschen Steuerzahler zahlen im Schnitt alle mit ihren Steuern etwa 100 Euro im Jahr für die EU-Agrarsubventionen. Wie die ab 2013 aussehen werden, wird in diesem Jahr von den Regierungen und dem Europaparlament in Brüssel neu entschieden.

Die Umfrage "Meine Landwirtschaft - meine Wahl" bietet die Gelegenheit, die eigenen 100 Euro so zu verteilen, wie man das für richtig hält: Bio oder Gentechnik? Agrarfabriken oder Bauern? Fair oder mehr? Gesund oder billig?

Nach der Auswertung wird versucht, das Ergebnis der Umfrage auch durchzusetzen.

"Meine Landwirtschaft - meine Wahl" wird von Organisationen und Initiativen aus vielen gesellschaftlichen Bereichen getragen, die sich mit Landwirtschaft, Ernährung, Umwelt, Naturschutz, Tierschutz, Verbraucherschutz, Gesundheit, regionaler und internationaler Entwicklung befassen. Die zwanzig Initiatoren wollen die öffentliche Debatte anregen und daraus Forderungen entwickeln, die sie gemeinsam durchsetzen. Sie hoffen, viele weitere Organisationen, vor allem auch regionale und lokale Initiativen und Gruppen, Unternehmen und Einzelpersonen für diese Kampagne zu gewinnen. Ein Trägerkreis hat erste Mittel zusammengelegt und das Kampagnenbüro eingerichtet und freut sich über neue Mitglieder, aktive Mitarbeit, finanzielle Unterstützung und neue Ideen.

Zum Umfragebogen geht es hier.

Dienstag, 26. April 2011

Auf dem Balkon: Spaghetti mit Ligurischer Tapenade, Salsiccia-Schnecke und Tomaten Caprese




Nach einem wunderschönen S(tra)paziergang durch die idyllischen Schluchten des Muttentals in Witten war gestern bei dem hochsommerlichen Osterwetter ein mediterraner Imbiss auf dem sonnenüberfluteten Balkon angesagt. Für die Spaghetti machte der Genießer einfach die ligurische Variante der südfranzösischen Tapenade, die er im Kochbuch „Aus Italiens Küchen“ von Marianne Kaltenbach und Virginia Cerabolini gefunden hatte. Dazu gab es Tomaten mit Basilikum und würzigem Büffelmozzarella und eine Salsiccia-Schnecke von der hausgemachten, mit Fenchel gewürzten Bratwurst von Metzger Gläser.

Der Rosé, der im Glas funkelt, war gar keiner, sondern Rhabarbernektar aus den Sorten The Sutton und Frambozen von Saftkelterei Van Nahmen, eine wunderbare süßsaure Erfrischung.

Rezept: Spaghetti con salsa di olio e panna (Ligurische Tapenade)
Rezept für 4 Personen:

250 g schwarze Oliven
3 EL Olivenöl
1 ½ dl Rahm
Schwarzer Pfeffer, grob gemahlen
1 Tropfen durchgepresster Knoblauch
ev. Salz, Zucker und Zitronensaft
500 g Spaghetti

Die Oliven entkerne, in Stücke schneiden und ganz fein hacken. In eine Schüssel geben. Unter ständigem Rühren wie für eine Mayonnaise nach und nach erst das Öl und dann den Rahm darunter ziehen. Es muss eine nicht zu dicke Crème entstehen. Ein wenig Pfeffer und 1 Tropfen durchgepressten Knoblauchsaft beifügen. (Der Genießer schmeckte noch mit je einer kleinen Prise Salz und Zucker und etwas Zitronensaft ab.) Die „al dente“ gekochten Spaghetti mit der Sauce vermischen.




Das Muttental in Witten

Der Muttenbach

Wittener Urwald

Burgruine Hardenstein

Feuerwehr Vormholz

Eidechse auf der Trockenmauer

Weide

Einfach idyllisch

Sonntag, 24. April 2011

Gestern bei Mama: Lauwarmer Salat von bunten Kartoffeln mit Schnitzel und Gurkensalat



Gestern habe ich für Mama lauwarmen Salat von bunten Kartoffeln gemacht. Wenn es keine bunten Eier zu Ostern gibt, dann sind die Blauen Elisen und Roten Vitoletten von Bauer Maasackers eine prima Alternative. Auch konnte die Warmhaltetasche, in der ich immer die Gerichte dieser Rubrik nach Mama transportiere, ihre Qualität als formidable Kochkiste unter Beweis stellen. Besser als auf dem Transport konnten die lauwarmen Pellkartoffelscheiben mit der Marinade aus ausgelassenem Frühstücksspeck von Metzger Gläser, Apfelessig und Fleischbrühe nicht durchziehen. Den Salat garnierte ich mit in Rapsöl gebratenen Stücken aus den Resten des weißen Spargelbruchs und des grünen Bio-Spargels von Karfreitag, die ich mit etwas Salz, Zucker und Zitronensaft abschmeckte. Als Beilage gab es dazu schön panierte Schweineschnitzel und Gurkensalat in einem Dressing aus Joghurt, Rapsöl, Apfelessig, Minze und Dill. „Blaue Kartoffeln habe ich mal als Kind gesehen“, meinte Mama.

Blaue Elise und Rote Vitolette nach dem Pellen

Rezept: Lauwarmer Salat aus bunten Kartoffeln

je 250 g Blaue Elise und Rote Vitolette
3 EL Apfelessig
100 ml heiße Fleischbrühe
1 Bund Lauchzwiebeln
125 g Frühstücksspeck
Pfeffer, Salz, ev. etwas Zucker

Kartoffeln waschen. In einem Topf mit Wasser bedeckt garkochen. Abgießen, unter kaltem Wasser abschrecken und abziehen. Noch warm in Scheiben schneiden und warm stellen. Mit Essig und Fleischbrühe begießen.
Lauchzwiebeln in feine Stücke schneiden. Speck würfeln. Speck in einer Pfanne auslassen, Lauchzwiebeln darin anbraten. Mit Salz, Pfeffer und ev. Zucker würzen. Die heiße Specksauce über die Kartoffeln geben. Vorsichtig mischen.
Den Salat dann im Backofen bei 50 Grad ca. 20 Minuten durchziehen lassen.
Mit gebratenen Spargelstücken garnieren.

Grüner Bio-Spargel und weißer Spargelbruch

Samstag, 23. April 2011

Auf dem Balkon: Spargelrisotto mit lauwarmem Lachs und gebratenen Garnelen




Gestern war es endlich Zeit, die Balkonsaison mit einem frugalen Karfreitagsmahl einzuläuten. Auf dem Bochumer Rathausmarkt hatte der Kartoffelhändler Maasackers vom Niederrhein astreinen Spargelbruch mit massig Spargelspitzen für 2,50 Euro das Kilo im Angebot. Daraus machte sich der Genießer ein Spargelrisotto, dem er aus optischen Gründen noch ein paar Stangen grünen Bio-Spargel hinzufügte. Den Spargel schälte er und schnitt ihn in mundgerechte Stücke. Spargelschalen und –abschnitte kochte er in einem Liter Wasser auf, bis die Brühe schön nach Spargel duftete und schmeckte sie mit gekörnter Gemüsebrühe ab. Fürs Risotto dünstete der Genießer eine feingeschnittene rote Zwiebel in Butter an, tat eine Tasse Risotto-Reis dazu, goss ein Glas Weißwein darüber und ließ ihn verdampfen. Dann tat er die Spargestücke dazu und kochte alles gar, indem er kellenweise die heiße Spargelbrühe dazu goss. Zum Schluss rundetet er alles mit einem Stück Butter, drei Esslöffeln geriebenen Parmesan, Salz und Pfeffer ab und garnierte es mit den Spargelspitzen, die er zusammen mit zwei Garnelen in einer Pfanne angebraten hatte. Den Lachs hatte er mit einer Curry-Bier-Balsamico-Sahne-Sauce mariniert und dann kurz bei 170 Grad im Ofen glasig gegart (Rezept hier). Es schmeckte herrlich.

Lachs vor dem Marinieren

Zum cremigen Risotto gab es keinen spritzigen Spargelwein, sondern einen gereiften rheinhessischen Riesling „S“ vom Liebenauer Hof aus dem Jahrhundertjahrgang 2003. Die Sonderabfüllung mit dem Konterfei des Winnetou-Erfinders und Namensvetters des Winzers Karl May war leicht ölig oxidiert und changierte zwischen bitterer Grapefruit-Säure und süßem Weinbergpfirsich, was schön mit dem Spargel und der Lachssauce harmonierte.

 Spargelspitzen und Garnelen

Freitag, 22. April 2011

Bergmann Brauerei: Tag des Deutschen Bieres



Morgen, am 23. April, wird der Tag des Deutschen Bieres gefeiert. Seit 1994 wird von den deutschen Bierbrauern so der Erlass des bayerischen Reinheitsgebots im Jahr 1516 begangen. Die Bergmann Brauerei in Dortmund tut das einzig Richtige, was man an so einem Tag machen kann. Sie lädt zum Tag der offenen Tür in ihre Braustätte im Dortmunder Hafen. Infos hier.

Mittwoch, 20. April 2011

Neues Kartoffelangebot in Bochum



Kartoffelspezialitäten: Blaue Elise und Rote Vitolette

Wie Slow Food Mittleres Ruhrgebiet meldet, gibt es auf dem Bochumer Rathausmarkt einen neuen Kartoffelstand, der die seltenen Sorten La Ratte, Bamberger Hörnchen, Blaue Vitelotte, Blauen Elise oder Rote Emalie führt: Jungbauer Jan Maasackers baut sie in seinem seit 1934 existierenden Familienbetrieb in Kamp-Lintfort am Niederrhein an. Natürlich hat er auch die gängigen Sorten Laura, Belana und Melody von anderen Bauern aus seiner Nachbarschaft im Angebot, sowie je nach Jahreszeit Spargel, Erdbeeren und Äpfel.

Der Rathausmarkt findet dienstgas und freitags von 8 bis 14 Uhr auf dem Rathausvorplatz statt.

Kartoffelbauer Jan Maasacker
Fotos: Manfred Vorbrugg

Dienstag, 19. April 2011

Exklusiv: Hülsmann Bier aus Wanne-Eickel




Nach Schlegel in Bochum und Bergmann in Dortmund ist Hülsmann in Wanne-Eickel die dritte Traditions-Biermarke im Ruhrgebiet, die von Bier-Enthusiasten ins Leben zurück gerufen wurde. Bis in die 1970er und 80er Jahre hinein hatten die Kumpels in jeder Stadt des Reviers ihr eigenes Bier, häufig gab es sogar mehr als eine Brauerei, die jede Stadt versorgte. In Wanne-Eickel war das die Brauerei Hülsmann, die im Rahmen der Konzentration auf dem Biermarkt und im Wandel der Konsumwohnheiten der Kumpels 1989 ihre Tätigkeit einstellte. Inspiriert von der Wiedereinführung des Bergmann-Bieres in Dortmund, haben sich die Wanne-Eickeler Bier-Freunde Thorsten Möhring, Bernd Habel und Thomas Degner im letzten Jahr die Markenrechte gesichert und erstmals im Herbst ein neues Hülsmann Bier brauen lassen – natürlich ein Export, und zwar in einer Mini-Auflage von 900 Flaschen. Wo gebraut wird, verraten die Freunde nicht. Der Braukessel, so war in der Presse zu lesen, stehe jedenfalls nicht in Wanne-Eickel oder Herne.

Passend zu Ostern gibt es nun eine neue Auflage des Festtagsbiers, ein „dunkles und malzaromatisches Bier von höchster Braukunst“. Verkauft wird es in 0,33-L-Flaschen als Neuner-Gebinde in einem handwerklich gefertigten Holzrahmen in ausgewählten Wanner-Eickeler Verkaufsstellen: dem Weinhaus Wanne, der Alten Drogerie in Crange und demWein & Spezialitätenladen von Martina Vössing in der Behrensstraße in Herne. Aber Beeilung ist angesagt: Die Auflage ist wieder klein, und vielleicht ist das exklusive Gebräu jetzt schon wieder ausverkauft!

Infos übers Hülsmann Bier gibt es hier.

Sonntag, 17. April 2011

Gestern bei Mama: Leipziger Allerlei nach Henriette Davidis, mit Flusskrebsen klassisch verfeinert



Gestern habe ich für Mama Leipziger Allerlei gemacht. Das ist zwar kein traditionelles Gericht in unserer Familie, aber immerhin ein Klassiker der deutschen Küche. Also suchte ich bei Henriette Davidis, der Urmutter der deutschen Hausfrau (und auch der Ruhrgebietsküche, schließlich wurde sie in Wetter an der Ruhr geboren, und wurde in einem Reprint ihres „Praktischen Kochbuches“, der von Gertrude Wiemann überarbeiteten sog. „Berliner Ausgabe“ auch fündig. „Man bereitet dieses Mischgericht am besten im Frühjahr, wenn alle Gemüse noch jung sind, oder man stellt es aus Konserven her“, konnte ich da lesen, und beherzte beides.

Ein paar Karotten, eine Kohlrabi, einen halben Blumenkohl und ein paar Stangen Spargel 2. Wahl kaufte ich frisch. Tiefkühl-Erbsen, ein Döschen grüne Bohnen und getrocknete Morcheln hatte ich noch im Haus. Die als Beilage empfohlenen kleinen Semmelköße gab es auch aus der Packung. Also schnitt ich das frische Gemüse in kleine Stücke und blanchierte es nacheinander bissfest in immer demselben Salzwasser. Zum Schluss tat ich das mit den Tiefkühlerbesen ebenso. Die getrockneten Morcheln weichte ein Stündchen in Wasser ein und kochte sie dann 15 Minuten nach Vorschrift in etwas Salzwasser. Bei Wikipedia hatte ich gelesen, dass zum klassischen Leipziger Allerlei auch Flusskrebse gehören. Als briet ich eine Handvoll vorgekochtes Flusskrebsfleisch in Butter an; zwei Jakobsmuscheln fand ich auch noch im Tiefkühler, die ich halbierte und ebenfalls kurz mitbriet. Auf die im Rezept empfohlenen Mehlschwitze verzichtete ich, sondern schwenkte alle Gemüse nur noch einmal in Butter.

Originalrezept Leipziger Allerelei aus dem Henriette-Davidis-Kochbuch. Zum Lesen auf das Bild klicken.

Das Gemüse- und Morchel-Kochwasser gab eine Eins-A-Gemüsebrühe, die ich für die Sauce weiter verwendete. Denn in der Erstausgabe des Henriette-Davidis-Kochbuchs fand ich ein Rezept für eine „Krebs-Sauce à L‘Anglaise“, die sie für Blumenkohl empfiehlt und die mir zum Leipziger Allerlei recht gut zu passen schien. Also rührte ich Eigelbe, Krebsbutter, Gemüsebrühe und etwas Mehl vorsichtig im Wasserbad an, bis alles schön sämig war. Das Malheur passierte dann beim Transport des Gerichts auf dem Weg nach Mama. Die Sauce wurde in der Warmhaltetasche so heiß, dass sie gerann. Das so entstandene flüssige Rührei schmeckte dennoch großartig, so dass ich es kurzer Hand trotzdem als Sauce servierte. Mama störte sich nicht daran, aß alles mit Genuss. „Die Krebsbutter wäre aber nicht nötig gewesen“, sagte sie. „Die ist doch bestimmt sehr teuer.“ Und in Erinnerung an die Garnelen in Knoblauchöl, die sie aus Spanienurlauben kannte, meinte sie: „Die Flusskrebse schmecken ja nach nichts.“ Das stimmte aber ganz und gar nicht, sie ergänzten wunderbar die süßlichen Wurzelgemüse.

Original-Rezept Krebs-Sauce à l'Anglaise. Zum Lesen auf das Bild klicken.

Samstag, 16. April 2011

Livingroom & Friends: Björn Freitag präsentiert seine erste App



Björn Freitag

Es sind zwar noch ein paar Wochen hin, aber trotzdem sei es jetzt schon vermeldet: Ende Mai beginnt im Bochumer Livingroom einen neue Veranstaltungsreihe mit dem Namen „Livingroom & friends“, in der drei bis vier Mal im Jahr Küchenchef Ralph Curanz besternte Gastköche die Gäste verwöhnen werden. Als erster „friend“ kommt ein Koch ganz aus der Nähe. Am 22. Mai präsentiert Björn Freitag vom "Goldenen Anker" in Dorsten, der „Vorkoster“ aus dem WDR Fernsehen, Rezepte aus seiner erste App für iPhone und iPad. Infos hier.
Das Düsseldorfer Entwickler-Unternhemen „Bad Monkees“ hat das Kochbuch „Björn Freitag Sterne-Snacks – Kleine Zaubereien aus der Sterneküche“ für das Edelhandy aufbereitet. Die „digitale Alternative zum Kochbuch“ bietet gleich 20 kleine Filmchen und Fotos mit Tipps und Tricks für die Zubereitung der Rezepte sowie viele weitere interaktive „Leckerchen“. Rezepte können z. B. als Favoriten und mit Anmerkungen gespeichert werden. Und nach Eingabe der gewünschten Personenzahl errechnet die App den passenden virtuellen Einkaufszettel, wo sich jede besorgte Zutat abhaken lässt. Eine praktische Menüauswahl ermöglicht es, z. B. vegetarische oder Gluten- und laktosefreie Rezepte herauszusuchen. Die Applikation begleitet den User Schritt für Schritt zum fertigen Essen. Eine Multi-Eieruhr behält dabei die aktuellen Vorgänge im Auge und gibt Alarm wenn es einer Handlung bedarf.

Freitag, 15. April 2011

Wein: Probieren geht über Studieren




Auch wenn von der eigenen Geschmacksfähigkeit überzeugte Weinkenner jetzt Widerspruch einlegen werden. Eine Erfahrung, die der Genießer auf verschiedensten Weinproben gemacht hat, ist die, dass der Wein, der ihm am besten schmeckte, meist der teurere Wein war. Das soll nicht heißen, dass nicht ein Wein für 6,50 Euro gegenüber einem zu 9,50 Euro die Nase vorn haben kann. Sondern in der Regel ist es so, dass je aufwendiger ein Wein produziert wird, er ein wesentlich differenzierteres Geschmacksbild abgibt, aber diese Produktion eben auch teurer ist und so der Wein in einer anderen Preisklasse landet. Es ist es meist so, dass ein handwerklich hergestellter Wein in der der 7,50-Euro-Klasse gegenüber einem Massenwein um die 3 Euro unschlagbar ist, die Auslese aus reiferen Trauben oder von einer speziellen Lage um die 15 Euro wiederum neue Dimensionen eröffnet, während dann die Super-Cuvée um die 25 Euro das alles noch einmal toppt. Um das zu entdecken ist natürlich Voraussetzung, dass man hat als Konsument überhaupt die nötige Lust hat, sich überhaupt mit den geschmacklichen Verästelungen eines Weines auseinanderzusetzen.

Axel Biesler im Gespräch mit dem Weindeuter

Das nötige Wissen dazu vermittelte das Weinseminar „Baukasten für die Sinne“, das der Weinjournalist Axel Biesler am letzten Freitag mit der Weinhandlung Rolf Kaspar in Essen veranstaltete. Der Weindeuter hat hier sehr schön darüber geschrieben. Die Faustformel des Genießers wurde dabei kräftig in Frage gestellt, denn bei drei blind verkosteten Weißweinen kam ausgerechnet der teuerste bei den Probenteilnehmern am wenigstens an. „Der Calvus Mons Riesling 2008 von Sven Leiner / Pfalz, ein biodynamisch angebauter und spontanvergorener Wein für 16€ landete auf dem letzten Platz. Der befand sich allerdings auch in einer eigenartigen Verfassung: Hochfarben, in der Nase Ananas mit Honig, überreif wirkend, im Mund dann doch recht bitter, im Ganzen eher unausgewogen. Dagegen fand ein ganz einfacher Massenriesling für 2,50 € aus Rheinhessen (Weinkellerei St. Michael / Pfalz) viel Zuspruch ("sehr trinkbar"," lecker"), ebenso der Einstiegsriesling No. 9 von Tina Pfaffmann für 6 €“, schreibt der Weindeuter.

Von seiner Faustformel wird der Genießer dennoch nicht abgehen, zeigte des Test doch nur, dass für des Erschmecken der Qualität eines Weines vielerlei Voraussetzungen gelten, nicht nur allein der Preis. Allein der Umkehrschluss, dass, wenn ich nur einen teuren Wein kaufe, ich auch einen guten bzw. leckeren bekomme, stimmt noch lange nicht. Ohne Probieren kommt man eben nicht aus.

Übrigens: Eine gute Gelegenheit, seine Geschmacksnerven zu schulen, bietet sich Weinfreunden im Ruhrgebiet von heute bis Sonntag, den 17. April. Da findet nämlich in der einmaligen Atmosphäre der Jahrhunderthalle in Bochum die Weinmesse Rheinland-Pfalz statt. Hier trifft man Weinproduzenten jenseits der Glamourwelt der bekannten Spitzenwinzer, die zu wesentlich solideren Preisen nicht weniger hervorragende Weine anbieten. Bei über 300 ausgeschenkten Weinen kommt hier jeder auf seinen Geschmack. Einen Bericht von der letzten Weinmesse finden Sie hier.

Läuft bis zum 17. April: Weinmesse Rheinland-Pfalz in der Jahrhunderthalle Bochum

Mittwoch, 13. April 2011

Spargelsaison in NRW offiziell eröffnet



Spargelkönigin Farina I

Gestern eröffnete die nordrhein-westfälische Spargelkönigin Farina I. die Spargelsaison 2011 auf dem Spargelhof Tacke in Heiden bei Borken. "So früh wie seit Jahren nicht mehr, können in diesem Jahr die Spargelgenießer das königliche Gemüse auf den zahlreichen Spargelanbaubetrieben in NRW erstehen", sagte Landwirtschaftskammerpräsident Johannes Frizen zur Feier des Tages. Nach einem langen Winter und einer dadurch ausgedehnten Ruhephase für die Pflanzen hat die Märzsonne die Wuchsfreudigkeit geradezu explodieren lassen.
Dementsprechend früh ist auch das Interesse an der "Spargelstrasse-NRW" mit seinen 147 angeschlossenen Betrieben. Auf der Internetseite http://www.spargelstrasse-nrw/ .de gibt es eine Liste aller "Spargelstrassen-Betriebe".

Nordrhein-Westfalen ist in den vergangenen Jahren zu einem der Hauptanbaugebiete in Deutschland herangewachsen. Im Westen vom Niederrhein bis hinunter in das Vorgebirge zwischen Köln und Bonn, über Westfalen-Lippe bis ins östliche Münsterland - überall, wo es Klima und Boden zulassen, wird zwischen Rhein und Weser die Spargelkultur gepflegt. Angebaut wird sowohl in Einzellagen, als auch in geschlossenen Anbaugebieten. Die durchschnittlich 16.500 Tonnen Spargel, die 449 nordrhein-westfälische Spargelanbauer jährlich ernten, werden heute zu 70 Prozent direkt vermarktet - absolute Frische vom Feld direkt zum Kunden. Die Spargelsaison endet traditionell am 24. Juni (Spargelsilvester).

Dienstag, 12. April 2011

Fernsehtipp: „Der Vorkoster“ mit Björn Freitag im WDR-Fernsehen



Björn Freitag klärt über Lebensmittel auf.
Foto: WDR/Fußwinkel

Gestern lief die erste Folge der neuen Staffel von „Der Vorkoster“, und der Genießer hat sie verpasst. Schade, denn die WDR-Serie mit dem Sternekoch Björn Freitag aus Dorsten, die im letzten Sommer mit drei Folgen gestartet wurde, ist in der Flut der Köche-Sendungen eine der informativsten. Nach dem Erfolg der ersten Staffel war es nur eine logische Konsequenz, dass das die Serie fortgeführt wird. Björn Freitag geht Fragen zu Qualität, Herstellung und Inhaltsstoffen von Lebensmitteln nach und scheut dabei auch die Konfrontation mit der Lebensmittelindustrie nicht scheut. Gestern ging es Tomaten. Die Sendung kann man sich im Internet noch hier ansehen.
„Der Vorkoster“ läuft jeden Montag um 20.15 Im WDR Fernsehen.
Die weiteren Folgen:
18. April 2011, Folge 2: Geflügel
2. Mai 2011, Folge 3: Kartoffeln
9. Mai 2011, Folge 4: Wurst
16. Mai 2011, Folge 5: Milch
23. Mai 2011, Folge 6: Schokolade

Montag, 11. April 2011

Auf dem Balkon: Auch andere haben Hunger



Eigentlich hätte gestern bei dem schönen Wetter die Balkon-Saison eingeläutet werden können, aber der Genießer kam mit dem Kochen nicht in die Pötte. Deshalb hier Fotos von ein paar Gesellen, die ihr auf ihre Art Picknick auf meinem Balkon halten.





Sonntag, 10. April 2011

Gestern bei Mama: Spargelomelette mit Kalbsfrikadelle und italienischem Bratwürstchen



Gestern habe ich für Mama Spargelomelette gemacht. Nicht als Traditionsgericht, sondern als Tribut an den Frühling – und weil es schnell gehen musste. Im Biomarkt lag ein Bündel grüner Spargel aus Griechenland, der war fast so dünn, dass er als wilder umbrischer Spargel durchgehen konnte. Das passte prima für eine schöne Frittata di asparagina. Dazu machte ich hübsche kleine, mit Fenchel gewürzte italienische Bratwürstchen und kleine Frikadellen aus Kalbsbratwurst-Brät, beides vom bewährten Metzger Gläser. Mama fand’s lecker. „Ich habe fast nie Spargel gemacht“, meinte sie. „Es hatte mir nie jemand gezeigt, was ich damit tun sollte.“

Rezept: Spargelomelette

500 g grüner Spargel
2 große Kartoffeln, gekocht und in Scheiben geschnitten
5 Eier
3 EL geriebener Parmesan
Salz, Pfeffer, Muskatnuss
70 g Bio-Garnelen, angebraten
Olivenöl

Den Spargel putzen, in Salzwasser blanchieren, abtropfen lassen und in Stücke schneiden. Eier mit dem geriebenen Parmesan verquirlen und mit Salz, Pfeffer und frisch geriebener Muskatnuss würzen.
Olivenöl in einer großen Pfanne erhitzen und die Kartoffelscheiben darin leicht anbraten. Die verquirlten Eier und etwas später die Spargelstücke dazugeben. Nach kurzer Zeit die gebratenen Garnelen in der Pfanne verteilen. Bei mäßiger Hitze das Ei stocken lassen, bis es auch oben fest ist und unten schön hellbraun.
Das Omelette auf ein Brett gleiten lassen, in schöne Stücke schneiden und mit Frikadellen, Bratwürstchen und eventuell etwas Sauce Hollandaise sofort servieren.