Dienstag, 31. Mai 2011

Aus der Gichtküche: Ratatouillekuchen mit Tomatensauce




Und noch ein Rezept aus dem „Großen Gichtbuch“ von Sven-David Müller und Christiane Weißenberger. Der Ratatouillekuchen, eine Art Gemüseomelette, ist leicht und lecker. Die nicht ganz geschmolzenen, eingebackenen Käsestückchen geben ihm sogar etwas Biss. Aber irgendwie hat man das Gefühl, dass er nur die Beilage zu etwas ist, was ein Zipperlein-Geplagter nicht essen sollte: Lammkoteletts zum Beispiel. Ein frischer Salat wäre auch nicht übel, aber da sollte man vielleicht erst einmal diese EHEC-Geschichte abwarten.

Käse in der Eier-Milch-Mischung gibt etwas Biss.

Der Genießer hatte das Gefühl, dass im Originalrezept etwas zaghaft gewürzt wurde. Deshalb tat er noch ein paar frische Kräuter vom Balkon an die Ratatouille und vor allem sein berühmtes Zaubermittel an die Tomatensauce: Ananasmarmelade.

Rezept: Ratatouillekuchen mit Tomatensauce
Für 2 Personen

Ca. 200 g Zucchini
1 rote Paprika
1 gelbe Paprika
2 Tomaten
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 EL Olivenöl
Salz Pfeffer
2 Scheiben Gruyère
2 EL Milch, 2 Eier
Thymian, Rosmarin

Sauce:
1 TL Olivenöl
1 kl. Dose San-Marzano-Tomaten
1 Schuss Balsamico-Essig
1 TL Ananasmarmelade
Oregano, Thymian, Rosmarin, Salbei, Basilikum nach Belieben
Pfeffer, Salz

Zwiebeln und Knoblauch in kleine Würfelschneiden. Gemüse gut waschen und würfeln. (Wer will, kann die Tomaten und Paprika schälen, nicht nur wegen EHEC, sondern auch wegen der besseren Verdaulichkeit.)
Olivenöl erhitzen und darin zwei Drittel von Zwiebeln und Knoblauch andünsten. Paprika- und Zucchiniwürfel dazugeben, mit dünsten lassen. Dann die Tomatenwürfel dazugeben und alles ein paar Minuten köcheln lassen. Mit Salz, Pfeffer und einem Teil der gehackten Kräuter würzen.
Käse in kleine Stücke oder Streifen schneiden und mit den Eiern, der Milch und den restlichen Kräutern verrühren. Mit Salz und Pfeffer würzen.
Gemüse in eine Auflaufform geben und mit der Eierkäsemilch übergießen. Form auf ein tiefes Backblech stellen, rundum mit heißem Wasser aufgießen und für 30 Minuten in auf 200 Grad vorgeheizten den Backofen stellen.
Unterdessen in einem Topf etwas Olivenöl erhitzen, restliche Zwiebeln und Knoblauch darin andünsten. San-Marzano-Tomaten und Ananasmarmelade dazugeben, einkochen lassen, mit Salz und Aceto Balsamico abschmecken, Kräuter dazu geben und noch weiter einköcheln lassen.

Sonntag, 29. Mai 2011

Slow Food: Auf Auerochsen-Safari in Hattingen



Bisons in Kanada? Wisente in Polen? Chianina-Rinder in der Maremma? Wasserbüffel in Kampanien? Wer glaubt, seltene Rinderrassen in natürlicher Umgebung nur in der großen weiten Welt entdecken zu können, irrt. Dass es solche Paradiese auch vor der Haustür gibt, konnten gestern 12 Slowfoodies vom Convivium Mittleres Ruhrgebiet erleben. Sie gingen in Hattingen Baak-Winz auf Auerochsen-Safari. Hier, in einer großen Ruhrschleife, ist das das Flusstal besonders romantisch, und die Idylle wird von den Einwohnern besonders energisch verteidigt. „Tal der Gesetzlosen“ ist auf einem verblassten Schild zu lesen, das an den gewonnenen Kampf der wutbürgerlichen Eingeborenen gegen den Autobahnbau der sog. „DüBoDo“ vor gut 25 Jahren erinnert.

Bauer Schulte-Stade

Gut dreiviertel Stunde ging es in Schleichfahrt in Jeep und Pick-Up über die für Radfahrer und Spaziergänger gesperrten Ruhrwiesen des Schultenhofs, auf denen Bauer Schulte-Stade die Wildrinder züchtet. Eigentlich wurde der Auerochse vor fast vierhundert Jahren ausgerottet, doch begannen die Brüder Heck in 1920-er Jahren mit der sog. Rückzüchtung, so dass die heutigen Heckrinder dem alten Auerochsen sehr nahe kommen. Klappen konnte die Dedomestikation, weil die meisten Hausrindrassen vom Auerochsen abstammen.

Los ging es mit Pick-Up...

... und Jeep.

Da kamen die Auerochsen in Sicht.

Die großen, unterschiedlich gezeichneten Ur-Viecher mit ihren hübschen, wolligen Kälbern leben das ganze Jahr über ungestört auf der Weide. Sie können auf dem Areal umherwandern wie das Wild in der Serengeti und sich die jeweils besten Futterplätze suchen. Die Kühe gebären ihre Kälber ganz ohne menschliche Hilfe. Nur bei extremem Hochwasser der Ruhr werden sie eingefangen und in Sicherheit gebracht. Im Herbst gibt es das Fleisch der Auerochsen auch zu kaufen. Allerdings werden sie nicht wie die Hausrinder geschlachtet, sondern mit dem Jagdgewehr erlegt.

Als sich die kleine Auto-Karawane der Herde näherte, taten die Auerochsen das, was halbwilde Tiere so tun. Erst guckten sie neugierig, was da kommt, und dann trollten sie sich schleunigst von dannen.





Deftiger Imbiss nach dem Abenteuer.

Nach dem Ausflug gab es im zur Zeit leeren Kuhstall des Schultenhofs einen deftigen Imbiss. Leider gibt es momentan kein Auerochsenfleisch, doch das Rindfleisch, das Bauer Schulte-Stade als Roastbeef und Gulasch auftischen ließ, entschädigte vollauf. Obwohl erst seit wenigen Jahren Bioland-zertifiziert, betreibt er die Bio-Viehzucht seit eh und je. Neben den Auerochsen hält er auch noch normale Fleischrinder, und in einem Eichenwald mästet er regelmäßig Bunte Bentheimer Schweine für einen aromatischen Schinken. Neben dem Schultenhof in Hattingen bewirtschaftet Schulte-Stade noch einen zweiten Hof in Witten. Seine Rinder verarbeitet er in einem eigenen Schlachthaus und verkauft das Fleisch in einem Hofladen. Auch als Caterer hat er einen guten Namen. Er versorgt u.a. den Landtag in Düsseldorf und die Messe Essen, wo er in Kürze ein Bio-Restaurant eröffnen wird.

Weitere Infos über den Schultenhof finden Sie hier.

Samstag, 28. Mai 2011

Spargel Gourmetfestival: Kühler Start für ein heißes Fest



Farina I. strahlt für den Genießer.
Sie hat sich trotz des kühlen Wetters extra die
Jacke ausgezogen: "Damit man sieht, wer ich bin."

Das Spargel-Gourmetfestival 2012 findet vom 25-28.Mai 2012 statt. Weitere Infos hier.

Etwas kühl war es gestern Nachmittag schon, als das „Spargel Gourmetfestival“ in Bottrop-Kirchellen eröffnet wurde. Als aber so gegen halb acht die Sonne noch einmal richtig schön rauskam, strahlte Hof Umberg wie ein verwunschener Zauberwald der Kulinarik. Und eine Königin war auch da. Spargelkönigin Farina I. war extra zu kommen, um den Spargelfreunden huldvoll beim Essen zuzugucken.

Zauberhafte Stimmung auf Hof Umberg

Fünf Gastronomen haben noch bis Sonntag ihre Zelte auf dem Bauernhof an der A31 aufgeschlagen: „Trattoria Trüffel“, „Kiepenkerl“, „Zum Brenner“ und „Landhaus im Grugapark“ aus Essen sowie „La Botte“ aus Kirchellen. Und die Speisen, die sie anbieten, sind die Verlockung selbst: z.B. Bandnudeln mit zweierlei Spargel und Flusskrebsen in Orangensauce und Parmesanraspel (8 Euro, La Botte), Rehrückensteak aus heimischen Wäldern, Steinpilzsauce, Rahmwirsing und Kartoffelklößchen (8,50 Euro, Landhaus im Grugapark), Wildlachs aus der Orangenbeize mit Spargelsalat, Reibeplätzchen und Kräuterschmand (8,50 Euro, Zum Brenner), Gelackte Ente vom Grill mit gebratenem, karamellisiertem Orangenspargel (1/4 Ente 5,50 Euro, 1/2 Ente 9 Euro, Kiepenkerl) oder Agnello in Umido alle Verdure, geschmortes Lamm in einer würzigen Tomatensoße mit Frühlingsgemüse (9 Euro, Trüffel).

Spargelbauer Jörg Umberg gibt dem WDR ein Interview.

Leider ist der Genießer kaum zum Essen gekommen. Einmal, weil ihn mal wieder das Zipperlein plagte, und da sind Spargel, Fleisch und Fisch leider nicht sehr zuträglich. Andrerseits hatt er eine höhere Mission zu erfüllen. Das WDR Fernsehen war nämlich da, um eine Live-Übertragung vom „Spargel Gourmetfestival“ in der „Lokalzeit Essen“ zu machen. Und neben so kompetenten Interviewpartnern wie Spargelbauer Jörg Umberg oder Spargelkönigin Farina I. durfte auch der Genießer seinen Senf, pardon, seine Sauce hollandaise zum Spargel geben. Wer sich den Beitrag ansehen will, sollte hier klicken und auf die Sendung vom 27.5.2011 gehen.

Auch Farina I. gibt ihr Bestes.

Das „Spargel Gourmetfestival“ geht noch bis Sonntag – und das Wetter wird immer besser.

Spargel Gourmetfestival. 27. – 29. Mai 2011. Hof Umberg. Overhagener Feld 10, 46244 Bottrop-Kirchhellen. A31 Ausfahrt Kirchhellen. Infos hier.


Freitag, 27. Mai 2011

Rosin: Das beste Restaurant Westfalens liegt im Ruhrgebiet



Ein Michelin-Stern, 18 Punkte im Gault Millau, Höchstwertungen im Feinschmecker Guide und im Aral-Schlemmeratlas: Kein anderes westfälisches Restaurant wurde zuletzt von den Gastro-Kritikern besser bewertet als das "Rosin" von Fernsehkoch Frank Rosin in Dorsten. Das ist das Ergebnis einer Auswertung des Magazins „Westfalium“, die auf einem Ranking der Fachzeitschrift „Gastrotel“ beruht. Überhaupt ist der Kreis Recklinghausen, ein wesentlicher Bestandteil des Ruhrgebiets, ein heißes Pflaster für gute Restaurants. Neben dem erstplatzierten Rosin schafften es mit dem ebenfalls in Dorsten beheimateten „Goldenen Anker“ (Björn Freitag) und dem „Gasthaus Stromberg“ (Stefan Manier) in Waltrop gleich drei Häuser in die westfälischen Top-10.
Foto: Kabel 1

Mittwoch, 25. Mai 2011

Aus der Gichtküche: Spaghetti mit Limetten-Minz-Pesto




Was hier aussieht, als gehöre es in die Kategorie „Auf dem Balkon“, ist in Wirklichkeit ein Gericht aus dem „Großen Gichtkochbuch“ von Sven David-Müller und Christiane Weißenberger. Der Genießer hatte nämlich letzte Woche zu sehr dem Spargel-Genuss gefrönt, und die Strafe folgte im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Fuße. Das dicke Zehengelenk wuchs sich zu einem akuten Anfall aus. Spargelgerichte sind nämlich sehr reich an Purin, besonders wenn auch Meeresfrüchte, Lachs oder Flusskrebse dazugehören. Also hieß es: zurück zur purinarmen Kost, wie es dieses wunderbare Pesto ist.

Zutaten: Petersilie, Olivenöl, Pfeffer,
 Minze, Zitrone, Limetten,
Knoblauch, Parmesan und Cashewnüsse

Dazu röstete der Genießer zwei Esslöffel Cashewkerne an, tat ordentlich Blätter von der englischen Minze, die bereits im vierten Jahr immer wieder auf dem Balkon wuchert, und Petersilie dran und mixte das Ganze mit einer zerdrückten Knoblauchzehe, der abgeriebenen Schale und dem Saft von drei kleinen, leicht verschrumpelten Limetten aus dem Bioladen und etwas Zitronensaft, zwei gehäuften Esslöffeln geraspeltem Parmesan und einem guten Schuss Olivenöl auf. Dann schmeckte er das Pesto mit wenig Salz und noch weniger von dem schweinescharfen Tellicherry-Pfeffer ab, den es für wenig Geld bei EDEKA gibt. Laut Aufschrift wächst er an der indischen Malabar-Küste, ist aber ein südafrikanisches Produkt ist. Hm. Zudem muss man in Kauf nehmen, dass das Bild von Jamie Oliver auf die Einwegpfeffermühle geklebt wurde.

In der Zwischenzeit kochte der Genießer ein paar Spaghetti al dente, machte das Pesto mit etwas Kochwasser geschmeidig und mischte es dann unter die fertigen Nudeln. Weil das Auge bekanntlich mit isst, garnierte er den Teller mit dünnen Streifen von gerösteten Antipasti-Paprika.

Aus gegebenem Anlass verzichtete der Genießer auf Alkohol und trank dazu einen sortenrein aus der Sorte "Topaz" gekelterten Apfelsaft von Van Nahmen aus dem Jahrgang 2009, ein wunderbar sämig-süßer Balsam mit erfrischender Säure.

Dienstag, 24. Mai 2011

Tribute to Manfred Meimberg



Heute fand die Trauerfeier für Manfred Meimberg statt. Der Gründer von Slow Food Mittleres Ruhrgebiet, Hobbykoch, Maler, Bonsai-Pfleger und Herner Unternehmer starb am 17.5.2011 im Alter von 78 Jahren. Der schwer Herzkranke hatte verfügt, dass die Lebenserhaltenden Maßnahmen nicht weiter fortgesetzt werden sollten.
Für Slow Food im Ruhrgebiet war er - wie bei vielem anderem – die treibende Kraft und Seele vom Ganzen. Nicht nur für das Convivium Mittleres Ruhrgebiet setzte er sich ein, auch die anderen Convivien in Essen, Dortmund und Duisburg unterstützte er aus ganzem Herzen. Der Genießer hat viele Aktionen mit ihm geplant und durchgeführt.
Für diesen Blog war Manfred ein entscheidender Inspirator. Er schrieb unter seinem Internet-Pseudonym Julius_3 zahlreiche Kommentare. Er war der Prototyp des Lesers, den ich mir beim Verfassen der Blog-Beiträge vorstellte.
Ich werde ihn vermissen.

Montag, 23. Mai 2011

Livingroom and Friends: Björn Freitag kochte in Bochum



Björn Freitag in der Küche des "Livingroom"

Gestern fand die erste Veranstaltung im Rahmen einer neuen Eventreihe im Bochumer "Livingroom" statt. Gastkoch war der Dorstener Sternekoch Björn Freitag.

Ralph Curanz vom "Livingroom"

Zusammen mit Ralph Curanz, dem Küchenchef des kultigen Restaurants mit Metropolen-Flair, und weiteren Mitarbeitern zauberte er eine zwang- und formlose Küchenparty hin, die Freunden von Gourmet-Küche und All-you-can-eat-Büffets gleichermaßen Spaß machen konnte. An verschiedenen Stationen konnten sich die Gäste die sternewürdigen Kreationen abholen und dann an ihren Tischen verzehren. Das hielt einen ganz schön auf Trab, denn so lange man in den Schlangen an den Stationen warten musste, so schnell hatte man die Probierportionen auch schon aufgegessen und musste sich erneut in die Häppchenjagd stürzen.

Wer Björn Freitag aus seiner TV-Serie „Der Vorkoster“ in Erinnerung hat, war überrascht, wie schlank der telegene Ruhrgebietskoch geworden ist. Doch das das heißt nicht, dass auf der Party Schmalhans Küchenmeister war. Hier die Liste der Köstlichkeiten, die live und in Farbe vor den Augen der Gäste zubereitet wurden:

Ballotine vom Thunfisch mit Wasabi (Sushi trifft Sterneküche)

Beignets von Blut- und Leberwurst mit Apfel-Birnen-Chutney (schön regional)

Ragout vom Maibock mit Mispeln-Speck-Krokant und Kartoffelklößchen (sehr lecker, hätte aber saftiger sein können)

Ossobuco-Ravioli mit Schmorfond und Gremolata (mehr wäre mehr gewesen)

Spanferkelbäckchen (einfach klasse)

Livingroom Flammkuchen (unkomplizierte Zwischenmahlzeit)

Auf die Austern „Sylter Roval“, die sautierten Jacobsmuschel mit Kashmir-Curry und das warme Lachs-Sashimi musste der Genießer gesundheitstechnisch leider verzichten.

Zum Nachtisch gab es Erdbeer-Tiramisu (Bild), Crêpes Suzette, und Livingroom Crème Brûlèe.

Zum Sattwerden konnte man sich Scheiben vom frischgebackenen Brot der Bochumer Bio-Bäckerei Wickenburg abschneiden.

Gegen den Durst hatte die Bochumer Brauerei Moritz Fiege ihre Biere bereitgestellt, während Weinfreunde an der Weinbar des „Franzosen“ auf ihre Kosten kamen. 10 Weine waren im Ausschank, darunter die Wehlener Sonnenuhr Riesling Spätlese 2007 von Selbach-Oster, der Roero Arneis 2010 von Giacomo Vico und der Ronan by Clinet 2009, ein reinsortiger Merlot vom Château Clinet aus dem Pomerol.

Übrigens: Wer Björn Freitag im Fernsehen sehen will, sollte heute um 20.15 Uhr WDR Fernsehen anschalten. Dann läuft die sechste Folge von „Der Vorkoster“: „Welche Schokolade ist wirklich gut für uns?

Sonntag, 22. Mai 2011

Aus der Gichtküche: Kartoffel-Kräuter-Salat




Zur Zeit ist Spargel angesagt, doch das königliche Gemüse ist etwas, das Gichtkranke eigentlich meiden sollten. Denn Spargel enthält – wie Fisch, Meeresfrüchte, Krustentiere, Fleisch und Hülsenfrüchte – viel Purin, das zu Harnsäure umgewandelt wird. Und die kann sich als Kristalle im Wurzelgelenk des dicken Zehs ablagern und zu schmerzhaften Entzündungen führen.
Hier ein Rezept aus dem „Großen Gicht-Kochbuch“ von Sven-David Müller und Christiane Weißenberger, für das der Genießer alle Zutaten im Haus und auf dem Balkon hatte.

Rezept: Kartoffel-Kräuter-Salat
Zutaten für 2 Personen

300 g kleine festkochende Kartoffeln
Salz
1 Tasse Gemüsebrühe
150 g TK-Erbsen (Trotz des relativ hohen Harnsäuregehaltes sind Erbsen bei Gicht geeignet, wenn nicht zusätzlich Fleisch bzw. Wurstwaren gegessen werden.)
1 EL Rapsöl
1 EL Essig
1 TL Senf
Pfeffer
1 kleines Bund Petersilie
1 kleines Bund Schnittlauch
½ Karton Kresse

Kartoffeln in Schale kochen und anschließend pellen. Erbsen in der Gemüsebrühe weich kochen. Das Kochwasser nicht weggießen.
Aus Essig, Öl, Senf, Pfeffer, Salz und 2 EL von dem Kochwasser zu einer Salatsauce verrühren.
Petersilie fein hacken, Kresse vom Beet schneiden, Schnittlauch in Röllchen schneiden.
Kartoffeln in Scheiben schneiden, Salatsauce, Erbsen mit dem Kochwasser und Kräuter darüber geben und alles vermischen.
Etwas ziehen lassen.

Freitag, 20. Mai 2011

Hygiene-Ampel für Gaststätten



Wie viele Medien berichten (z.B. hier und hier), haben gestern die Verbraucherminister der Länder beschlossen, dass ab 2012 eine Ampelkennzeichnung auf die hygienischen Zustände in Gaststätten hinweisen soll. Ein Problem ist allerdings, dass es zur Zeit noch zu wenig Kapazitäten für die Kontrollen gibt.

Wie die grafische Umsetzung, die die gastronomischen Betriebe an gut sichtbarer Stelle aushängen müssen, aussehen wird, steht noch nicht fest. Im Prinzip soll die Sache so funktionieren, wie das Bundes-Verbraucherministerium mitteilt: „Aus den Ergebnissen der Einzelprüfungen (der entsprechenden Behörden) ergeben sich Punkte, die zu einem Gesamtergebnis addiert werden sollen. Je nach Höhe der Punktzahl hat ein Betrieb die Anforderungen „erfüllt“, „teilweise erfüllt“ oder „unzureichend erfüllt“. Die Feststellung von Mängeln zieht je nach Schwere der Verstöße Maßnahmen der zuständigen Behörde bis hin zur Betriebsschließung nach sich. Das Kontrollbarometer sagt dabei nichts über Art und Umfang der behördlichen Maßnahmen aus.“

Eigentlich eine prima Sache. Aber wenn man es mit der Kontrolle wirklich ernst meinen würde, dürfte es nach Meinung des Genießers nur zwei Möglichkeiten geben. Wenn es in einem Restaurant sauber zugeht, hat es geöffnet. Wenn nicht, ist es geschlossen. Und wenn ein Prüfer Beanstandungen findet, die eine Schließung nicht rechtfertigen, dann hat er dafür zu sorgen, dass sie in kürzester Zeit abgestellt werden. Und nicht, sie zu kennzeichnen. Damit wird die Durchsetzung von Hygienevorschriften nur auf den Kunden abgewälzt.

Mittwoch, 18. Mai 2011

Spargel-Gourmetfestival 2011 von „Essen genießen“ in Bottrop-Kirchhellen




Das Spargel-Gourmetfestival 2012 findet vom 25-28.Mai 2012 statt. Weitere Infos hier.

Es war eine Idee für die Kulturhauptstadt, als die beiden Mitglieder des Vereins „Essen genießen“  „Kiepenkerl“ und „Trattoria Trüffel“ u.a. im letzten Jahr aufs Land zogen, um zusammen mit dem Kirchhellener Restaurant „La Botte“ das erste „Spargel Gourmetfestival“ auf Hof Umberg zu feiern. Die Aktion war ein Riesenerfolg. Bei schönstem Sommerwetter stürmten die Gäste über die beiden Pfingstfeiertage den schmucken Bauernhof an der A31, um sich an Spargel, Erdbeeren und anderen Leckereien gütlich zu tun. Kein Wunder, dass die erfolgreiche Aktion jetzt fortgesetzt wird.

Jörg Umberg und Rainer Bierwirth (hinten) geben Auskunft

Dieses Jahr, so versprachen gestern auf einer Pressekonferenz „Essen genießen“-Geschäftsführer Rainer Bierwirth und Bauer Jörg Umberg, wird alles noch schöner. Und noch größer. Nicht nur zwei, sondern drei Tage lang wird das zweite „Spargel-Gourmetfestival“ vom 27. bis zum 29. Mai in diesem Jahr dauern, und zu den Restaurants vom letzten Jahr gesellen sich diesmal noch "Zum Brenner" und das „Landhaus im Grugapark“. Jeden Tag spielt eine andere Band auf, und am 28. Mai gibt sich sogar die nordrhein-westfälische Spargelkönigin Farina I. die Ehre.

Simone Schneider (vorne) von "La Botte"und die anderen Teilnehmer präsentieren den Fotografen die Gerichte des Festivals.

Aber hauptsächlich geht es natürlich ums gute Essen. Der Spargel, den die Köche vor Ort verarbeiten, stammt direkt von den Feldern von Hof Umberg, kann also nicht frischer sein. Zwischen 3 und 9 Euro kosten die Gerichte, die angeboten werden. Natürlich gibt es auch Speisen ohne Spargel und Kindergerichte.

Wenn jetzt Petrus wieder so glänzend mitspielt wie im letzten Jahr, wird das fröhliche Frühlingsfest garantiert wieder ein wunderbarer Erfolg. Bauer Umberg ist da optimistisch. Er hat schon genügend Parkplätze an seinem Hof abgesteckt.

Spargel Gourmetfestival. 27. – 29. Mai. Hof Umberg. Overhagener Feld 10, 46244 Bottrop-Kirchhellen. A31 Ausfahrt Kirchhellen. Infos hier.

Dienstag, 17. Mai 2011

Bottrop: Enopolio Weinbar und Weinhandel


"Enopolio" ist Anfang 2014 in die Blumenstraße 6a, 46236 Bottrop, umgezogen. Klick hier.

Ignazio Amante im "Enopolio"

„Geschäftsführer“ steht auf der Visitenkarte von Ignazio Amante, und ein Wort, das man da weniger vermutet: „Weinthusiast“. Als solchen hatte der Genießer den gelernten Sommelier bereits vor einigen Jahren kennengelernt, als er Jury-Mitglied bei einer Weinprobe des legendären Ruhrgebietsmagazins MARABO war. Damals arbeitete Ignazio als Weinfachverkäufer bei der Essener Weinhandlung „Rolf Kaspar“, wollte sich aber schon selbstständig machen. Das hat er vor drei Jahren schließlich getan und betreibt seitdem „Enopolio“ in Bottrop.

Exklusive Lokalität:
Die Luggesmühle in Bottrop

Selten hat der Genießer einen eleganteren Laden gesehen. „Enopolio“ ist in einer ehemaligen Bottroper Windmühle untergebracht. Umgeben von schicken Eigentumswohnhäusern, scheint die Luggesmühle von 1874, die mit viel Aufwand und Geschmack restauriert und umgebaut worden ist, ein idealer Standort für so einen ambitionierten Weinladen zu sein. „Unserer Passion und Spezialität“, erklärt Ignazio, „sind Winzerweine als eigenständiges Naturprodukt mit individuellem Herkunftscharakter.“

Blättert man in der Weinkarte, so findet man viele einschlägige Namen: Beurer aus Württemberg, Ziereisen aus Baden, Saint Cosme von der Rhône, Renato Ratti aus dem Piemont, Jim Clendenen aus Kalifornien oder Château Musar aus dem Libanon. Damit sich der Kunde in dem Angebot zurecht finden kann, hat Ignazio ein besonderes Farbsystem entwickelt, das die Weine in insgesamt sieben Kategorien von „leicht & verspielt“ über „leuchtend & intensiv“ bis „gehaltvoll & seidig“ einteilt.

Hier wird der Wein nicht nur verkauft, sondern auch getrunken.

Doch „Enopolio“ ist mehr als Weinhandel, es ist vor allem auch eine Weinbar, in der alle vorhandene Weine mit einem Korkgeld von 10 Euro pro Flasche auch vor Ort zu genießen sind. Und das nehmen die Bottroper aus der Nachbarschaft nur allzu gern an, denn Ignazio Amante hat es geschafft, sein Geschäft mit einer einzigartigen familiären Atmosphäre zu erfüllen. Hinter seinem malerischen Namen steckt ein echtes Ruhrgebietskind, der Vater ist Sizilianer, die Mutter Griechin, geboren ist er in Solingen. Mutter und Vater bestreiten die Küche, in der immer frisch die sog. „Weinkost“ zubereitet wird, mediterrane Küche à la Mamma.

Feine "Weinkost": Riojanischer Eintopf

Der Genießer konnte einen wunderbaren spanischen Gemüseeintopf mit Chorizo probieren, den Ignazio bei einem Aufenthalt auf dem Weingut Remelluri in der Rioja Alte entdeckt hat und den seine Mutter nun perfekt nachkocht. Als Wein empfahl er dazu eine Besonderheit aus Monsant, einer anderen spanischen Weinregion, den Costers de Gravet von Capçanes. Beides mit Blick auf den – für deutsche Verhältnisse – riesigen Olivenbaum im Garten der Luggesmühle zu genießen, war ein einzigartiges Erlebnis.

Im Garten zu sehen: der Olivenbaum

Sonntag, 15. Mai 2011

Ausflug: Im Rheingau bei Peter Jakob Kühn



Kompetente Information: Angela Kühn

Der alljährliche Frühjahrsausflug an den Rhein verschlug den Genießer gestern zuerst nach Linz, wo auf dem großen Flohmarkt unter den Arkaden der Rheintal-Bahnstrecke eine schöne kupferne Auflaufform erstanden wurde. Dann ging es weiter vorbei an Loreley, Niederwalddenkmal und Rüdesheim in den Rheingau nach Oestrich-Winkel ins Weingut Peter Jakob Kühn, wo uns der erste Frühjahrsschauer in diesem Jahr überraschte. Was aber nichts machte, denn Angela Kühn präsentierte uns die schon fertigen Weine des Jahrgangs 2010 und einige fruchtsüße Preziosen, die das kleine Frühjahrsstürmchen draußen schnell vergessen machten. Hausherr und Winzerindividualist Peter Jakob war damit beschäftigt, ein angemeldetes Grüppchen von Weininteressierten mit Informationen zu versorgen und erschien immer wieder gutgelaunt am Kühlschrank, um neue Flaschen für die Gäste zu besorgen.

Winzer-Individualist: Peter Jakob Kühn

Aber was wäre ein Familienbetrieb, wenn die eine (im „Innendienst“) nicht ganz genau wüsste, was der andere (in Weinberg und Keller) tut. Angela Kühn hatte auf jede Frage eine kompetente Antwort, Information übers Produkt ist bei solch individuellen Erzeugnissen die halbe Miete. Nach wie vor sind die Kühn’schen Weine im Rheingau einzigartig. Nicht nur, das Peter Jakob Kühn mit der Spontanvergärung ganz andere Wege als die auf Effizienz getrimmten Mehrheitsweine der unübersehbar großen Nachbarschaft, er arbeitet auch konsequent auf ökologische Art. „Das war nur eine logische Folge unseres Qualitätssdenkens“, sagt Angela Kühn. Das neue Biosiegel der EU sucht man bei Peter Jakob Kühn allerdings vergebens, dafür die Arbeitsweise auf dem Weingut zu gut. „Bei den Richtlinien für das Siegel hat man sich nicht auf die für die Arbeit im Keller einigen können“, erklärt Angela Kühn. Deshalb signalisiert bei Kühn das alte, wabenförmigen Signet weiterhin Bio im Weinberg, während der Demeter-Schriftzug für die komplett hohen Qualitätsansprüche beim gesamten Weinmachen auch im Keller steht.

Direkt am Oestricher Lenchen: Weingut Peter Jakob Kühn

Doch das entscheidende ist natürlich die Qualität im Glas, und die zu entdecken ist bei Peter Jakob Kühn immer ein Abenteuer. Zu Probe kamen Jacobus (9,20 Euro), Rheinschiefer (12,70 Euro), Quarzit (14,70 Euro) und Hallgarten Hendelberg (16,40 Euro), alle Jg.2010, die in der Regel trocken-mineralische Noten zum Ausdruck brachten, die sich in nächster Zeit zu großer Tiefe und Vielschichtigkeit harmonisieren werden. Geradezu begeistert war der Genießer von den fruchtsüßen Weinen aus der Lage Oestricher Lenchen direkt vor der Gutstür: Lenchen Kabinett (11,30 Euro), Spätlese (18,30 Euro), Auslese (25,30 Euro 375 ml) und Beerenauslese (65,30 Euro 375 ml). Wies schon der Kabinett eine wunderbar animierendes Süß-Säure-Spiel auf, gipfelte das bei der Beerenauslese in einer balsamischen Tiefgründigkeit. Auf einen Eiswein wird übrigens verzichtet, weil die Bio-Richtlinien den Einsatz von Pestiziden verbieten, die die überreifen Trauben bis zur Lese in der Frostzeit vor Verderben schützen würden. Da bliebe der Ertrag zu gering.

Panorama-Wintergarten: Gutsschänke von Schloss Johannisberg

Den Abschluss fand der Rheingau-Ausflug in einer ganz anderen Umgebung, in der Gutsschänke von Schloss Johannisberg, das alljährlich als glanzvolle Kulisse für das Rheingau-Festival fungiert. Leider war im modernen gläsernen Panorama-Wintergarten klein Platz mehr, der einen weite Aussicht über den Rhein bis nach Ingelheim gewährt, wo nicht nur Arthurs Tochter kocht, sondern einst auch Karl der Große mit sicherem Blick die Qualitäten des Johannisberges als Weinbergslage erspähte.

Dennoch gab’s zur Labung kaltes Apfelsüppchen mit Lachstatar (6,50 Euro) und ein herzhaftes Wiener Schnitzel mit exotisch wirkenden Preiselbeeren, Salat und Bratkartoffeln (21,50 Euro). Der Riesling Rotlack des Hauses (11,20 Euro 0,2l) rann dabei mühelos und ohne Irritation durch die Kehle, ein bequemes Gegenstück zu den Herausforderungen bei Peter Jakob Kühn.