Sonntag, 23. Februar 2014

(Vor-)Frühlingslust: Menuekarussell-Menü im Bottroper Maschinenhaus im Bernepark



Schweinefilet mit Rauke und Schinken im Brickblatt, dazu ein Kartoffel-Schalottenrösti und Pommerysenfsauce - der Hauptgang des Menuekarussell-Menüs im Maschinenhaus in Bottrop.

Das Maschinenhaus im Bernepark ist eines der witzigsten und charmantesten Restaurants in einem Industriedenkmal. Einst war hier, am Ufer von Berne und Emscher, das modernste Klärwerk Europas. Jetzt mutet das Teil wie ein kleines Barockschlösschen an, und die Klärbecken wie Pflanzenbeete und Gartenteiche. Hier kocht seit letztem Jahr Johannes Lensing, vielen noch aus der Orangerie in Bochum und aus der Loemühle in Marl bekannt.

Gruß aus der Küche:
Getrüffeltes Kartoffelsüppchen 

 Mausohrsalat in einem Dressing von Kürbiskernöl
und Sherryessig, dazu Walnussweingummi
und gebratene Wachtelbrust

 Süppchen von roten Linsen
mit Crevetten und Lauch

Törtchen von Feigen, Mohn und Schokolade
mit Erdnuss-Crumble-Eis


Dienstag, 11. Februar 2014

Neu in Bochum: Trattoria Da Maria


Das Restaurant gibt es leider nicht mehr.

Wunderbar gebraten: der Wolfsbarsch

Mächtig ins Zeug gelegt hat sich der Bochumer Tennisclub TG Friederika und seine Vereinsgastronomie zu einer chicen Trattoria umgebaut. Mit Aussicht auf die Tennisplätze lässt sich in der Trattoria Da Maria jetzt eine pfiffige italienische Küche genießen, mit der besonders mittags Anwohner und Beschäftigte an der Universitäts- und Wasserstraße angelockt werden sollen. Und man setzt auf die Zukunft. Die Felder rundum sollen bald bebaut werden, und wer weiß, vielleicht siedeln sich auch Firmen auf dem Gelände „Seven Stones" an der Unistraße gegenüber an.

Maria Darwiche (Mitte) und ihre Schwestern
Susanna und Jasmin schmeißen den Laden.

Auf einem kleinen Pressetermin konnte sich der Genießer von der Qualität der Gerichte überzeugen. Bandnudeln mit Kalbfleisch und vor allem der schön gebratene Wolfsbarsch waren nicht übel, pfiffig die Pellkartoffeln mit Dip als Starter. .

Schönes Nudelgericht mit Kalbfleisch

Pellkartoffeln mit Dip als Starter

Trattoria Da Maria im TG Friederika. Paulstraße 43. 44803 Bochum. Tel. 0234/387100. Öffnungszeiten: tägl. 12.00 - 22.00 Uhr. Zur Website hier klicken.


Sonntag, 9. Februar 2014

Gestern bei Mama: Gulasch vom Bentheimer Weideschwein



Gestern habe ich für Mama Gulasch vom Bentheimer Weideschwein gemacht. Das Fleisch hatte ich bei Bauer Schulte-Stade in Hattingen-Winz-Baak gekauft, der auch für seine Auerochsen-Zucht bekannt ist. Die Bentheimer Schweine von Bauer Schulte-Stade kann man im Sommer in der idyllischen Winz-Baaker Ruhrschleife sehen, wie sie sich auf den Weiden tummeln und auch die Eicheln der umstehenden Eichen fressen. Das Fleisch war wunderbar zart und gar nicht so fettig, wie ich es bei dieser traditionellen Rasse eigentlich erwartet hätte.

Bentheimer Schweine auf der Weide in Hattingen-Winz-Baak

Kakaobutter-Pellets als Bratfett

 Je älter Mama wird, desto weniger darf man eigentlich von eingefahrenen Gleisen bei der Zubereitung abweichen. Diesmal leistete ich mir aber einige Experimente. Ich briet das Fleisch in Kakaobutter, die es in kleinen, prima zu dosierenden Pellets im Biomarkt zu kaufen gibt. Um der Sauce Fruchtigkeit zu verleihen, kochte ich die Schale einer ungespritzten Bio-Orange mit. Und für zusätzliche Würze sorgte ein Teelöffel Colatura, die süditalienische Fischsauce, die aus der Abtropfflüssigkeit der in Salz eingelegten Sardellen besteht.
Mir schmeckte der Gulasch, das ich mit Creste di Gallo, einer italienischen Nudelspezialität im Form von „Hahnenkämmen“, und Feldsalat und Roter Bete servierte, fantastisch. Und auch Mama aß ihren Teller leer. Nur über die seltsam geformten Creste di Gallo wunderte sie sich. „Haben die Zähne?“, fragte sie.

Nudelsorte Creste di Gallo, "Hahnenkämme"

Rezept: Gulasch vom Bentheimer Weideschwein

800 g Gulasch vom Bentheimer Schwein
1 Gemüsezwiebel
1 EL Tomatenmark
Kakaobutter
3 Paprikaschoten rot und gelb
1 Knoblauchzehe
1 TL Rosenpaprika edelsüß
1 TL Rosenpaprika scharf
1 TL weißer Pfeffer, gemahlen
1 TL gemahlene Koriander Koriandersaat
dünn abgeschnittene Schale einer Orange
1 TL Colatura
120 ml Sahne, süß
150 ml Rotwein herb
Pfeffer, Salz, Zucker

Paprikaschoten grob würfeln. Den frisch gepressten Knoblauch, eine Prise Salz und Zucker zugeben und ziehen lassen. Die Zwiebel würfeln.
Die Kakaobutter in einem Bratentopf schmelzen. Das Fleisch in Teilmengen rundherum nicht zu dunkel anbraten und herausheben. Die Zwiebeln in das Bratfett geben und etwas Farbe nehmen lassen. Nun das Tomatenmark zugeben und leicht mitbraten.
Mit dem Rotwein ablöschen, das angebratene Fleisch, die Gewürze zugeben und mit Wasser auffüllen. Durchmischen und kurz aufkochen. Bei wenig Temperatur mit Deckel köcheln lassen. Gelegentlich umrühren. Die Orange dünn schälen. Nach 1 Stunde die gewürfelten Paprika, die Orangenschale und 1 TL Colatura dazugeben und weitere 30 Minuten weiterköcheln lassen.
Gulasch vom Herd nehmen, Orangenschale herausfischen. Die Sahne einrühren und mit Salz und Pfeffer aus der Mühle abschmecken.

Dazu schmecken Nudeln und Feldsalat mit Roter Bete.

Ruhrgebietsidyll Hattingen-Winz-Baak


Sonntag, 2. Februar 2014

Vinophiler Glanz im Schlosshotel Hugenpoet: Hugenpoet-Event von Vino Grande 2014



Vorhang auf für Vino Grande auf Schloss Hugenpoet

Die Meldungen Anfang Dezember um den kurzfristigen Schlupf des Schlosshotels Hugenpoet unter den Insolvenz-Schutzschirm hatten auch bei Thomas Kierdorf und seiner Weinhandlung Vino Grande Verwirrung ausgelöst, doch die erwies sich, wie das gesamte Sensatiönchen, als ein Sturm im Wasser-, oder besser gesagt, im Weinglas. Selbstverständlich war der Betrieb des luxuriösen Hotels im Kettwiger Ruhrtal zu keinem Zeitpunkt gefährdet, genauso wenig wie die zwölfte große Hausmesse von Vino Grande, die gestern im gewohnten Glanz des schmucken Barockschlosses über die Bühne ging.

Das Probenglas des Genießers mit Geschirr,
damit er es sich umhängen konnte
und die Hände frei hatte...

Der Hugenpoet-Event von Vino Grande ist und bleibt, auch wegen der illustren Auswahl der Aussteller, die eleganteste Weinveranstaltung im Ruhrgebiet. 37 Betriebe präsentierten ihre Weine in allen öffentlichen Sälen des Schlosses – für die Kondition des Genießers fast schon zu viel. Er konzentrierte sich auf die deutschen Vertreter, darunter die wie gewohnt betörenden Hochkaräter wie Hermann Dönnhof (Nahe), Van Volxem (Saar), Heymann-Löwenstein (Mosel) und Von Winning (Pfalz) im Untergeschoss.

Lichtgestalt von der Saar:
Roman Niewodniczanski vom Weingut Van Volxem schenkt aus.

Generationswechsel: Sarah Löwenstein
vertritt das Weingut Heymann-Löwenstein

Weinmacher aus Leidenschaft:
Geschäftsführer Stephan Attmann
von Von Winning in der Pfalz

Als persönliche Entdeckung empfand er die Rieslinge vom Weingut Johann Baptist Schäfer an der Nahe. Schon die Fruchtigkeit des Gutsrieslings überzeugte ihn, während die Dorsheimer Ortsweine und besonders die Lagen Pittermännchen und Goldloch durch ihre Wildheit und durchaus animalischen Noten überzeugten. Winzer Sebastian Schäfer entscheidet nach „Absprache mit dem Traubenmost“, wie er ihn vergären lässt und schafft so ganz individuelle Weine. Wie mag es wohl aussehen, wenn er mit dem Most spricht?

Schöne Entdeckung: Sebastian Schäfer vom 
Weingut Johann Baptist Schäfer an der Nahe
 
Im Obergeschoss machte der Genießer, trotz zwischenzeitlicher Stärkung an den sechs Gängen, die die Küche des Hugenpöttchens bereit hielt, schlapp. Darauf, die Weine von Celler de Capçanes (Monsant, Spanien), Triebaumer, Kollwentz oder Knoll (alle Österreich) oder die Portweine von Niepoort zu probieren, verzichtete er schweren Herzens, nahm sich aber vor, die Verkostung auf den wöchentlich Weinproben, die Vino Grande im Ladenlokal in Essen-Rüttenscheid regelmäßig veranstaltet, nachzuholen. Stattdessen erfrischte er sich am Stand der Obstkelterei Van Nahmen aus Hamminkeln, wo Peter van Nahmen u.a. seinen neuen Riesling-Traubensaft und andere hochwertige Säfte ausschenkte.

Erfrischend alkoholfrei:
Peter van Nahmen schenkt seine
reinsortigen Obst- und Traubensäfte aus.

Und das gab's zu essen:

Waldpilzsüppchen mit gerösteten Cashewkernen

 Quiche Lorraine mit Rapunzelsalat und Trüffeldressing 

Gebratener Zander auf Champagnerkraut an Rieslingsauce

Perlhuhnsatay mit Bulgur

Geschmorte Rinderbäckchen mit Kartoffel-Sellerie Püree