Freitag, 20. Mai 2016

Genießers Kochkurs: Die mediterranen Wurzeln der Ruhrgebietsküche



 Kurs-Teilnehmer mit Pizza-Plunder

Ich glaube nicht, dass es am Stichwort Ruhrgebietsküche lag, dass der Kochkurs an der VHS Herne am letzten Mittwoch schon kurz nach Ankündigung ausverkauft war. Vielmehr war es wohl das Stichwort mediterran, das dafür sorgte, dass so schnell die Farbe Rot in der Internet-Ankündigung aufblinkte. Das bedeutete, dass es 16 Teilnehmer gab; tatsächlich kamen dann 14, was aber auch schon reichte. Denn das Arthrose-geplagte Knie zwickte den Genießer sehr, so dass er den Kurs von einem Schmerzmittel leicht sediert über die Runden bringen musste. Zum Glück bedurften die Damen und Herren Teilnehmer nur wenig der kochpädagogischen Zuwendung, da sie allesamt ausgezeichnete Küchenhandwerker waren. Also konnte sich der Genießer ruhig einmal hinsetzen und das lädierte Bein ein wenig hochlegen, während die Teilnehmer in Windeseile die Unmengen an Zutaten von immerhin elf Gerichten verarbeiteten.

Frohes Schaffen in der VHS-Küche 

Höhepunkt: Krake oder Pulpo oder Oktopus

Der gekochte Tintenfisch wird in Stücke gechnitten...

...und hat eine tolle Konsistenz.

Höhepunkt 2: Saltimbocca alla Romana.

Der Gedanke hinter dem Kursthema war, dass die Küche im Ruhrgebiet noch mehr von den Arbeitsimmigranten der letzten 50 Jahre verändert wurde als im Rest von Deutschland. Seit den 1950er Jahren kamen erst die Italiener und dann die Türken, um als Gastarbeiter auf den Zechen und in den Stahlwerken zu arbeiten, und nach ein paar Jahren prägte ihre schmackhafte Küche auch die Essgewohnheiten der indigenen Ruhrgebietler. (Vergl. Manifest zur Ruhrgebietsküche). Deshalb hatte der Genießer ein italienisch-türkisches Büfett zusammengestellt, ergänzt durch einige griechische Gerichte. Zwei autochthone Blüten der Ruhrgebietsküche waren auch dabei, die ihre Basis im Mediterranen nicht verleugneten: Pulpo auf Gemüsenudeln des Essener Kochs Patrick Jabs und die legendäre Tomatensauce mit Ananasmarmelade des Genießers, die bei den Pizza-Plätzchen zum Einsatz kam.

Der Abend endete jedenfalls in einem prächtigen Gelage, das allen schmeckte.

Folgende Gerichte wurden zubereitet:

Caponata Siciliana, ein süßsaurer Salat aus angebratenen
Paprika, Zucchini und Auberginen. Rezept hier.

Pizza-Plätzchen auf Blätterteig. Rezept hier.

Saltimbocca alla Romana. Rezept hier

Pulpo (Krake) mit Gemüsenudeln nach Patrick Jabs. Rezept hier.

Griechische Zitronen-Knoblauch-Kartoffeln. Rezept hier.

Tazatziki. Rezept hier.

Zucchinipuffer mit griechischer Tomatensauce. Rezept hier.

Hummus – türkisches Kichererbsenpüree. Rezept hier.

Sigar, mit Schafskäse gefüllte Yufka-Teig-Röllchen. Rezept hier.

Türkische Linsensuppe mit Milch. Rezept hier

Zum Dessert gab es Tiramisu. Rezept hier.


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