Donnerstag, 31. März 2016

Oster-Rückschau: Torta Pasqualina oder Ligurische Ostertorte



Da freut sich die Naschkatze.

Zu Ostern hat der Genießer wieder einmal eine Torta Pasqualina gemacht, eine Pastete aus Mangold, Eiern und Ricotta, wie man sie in Ligurien isst - und auf die auch Naschkatzen in aller Welt stehen. Das Rezept habe ich schon einmal dokumentiert, also bitte hier klicken. Aber die neuen Fotos sind so schön geworden, dass ich sie den Genussbereit-Lesern nicht vorenthalten möchte.

Zutaten: Blätterteig, Eier, Mangold, Ricotta,
Parmesan, Oregano (und Muskat).

 Rohe Eier werden eingebacken.







Mittwoch, 30. März 2016

Karfreitag im Haus Stemberg



Hier die Bilder des Mittagessens, dass der Genießer am Karfreitag im Haus Stemberg in Velbert-Neviges zu sich nahm. Was Sascha Stemberg und seine Küchencrew auf den Tisch zauberten, war einfach wunderbar. Es handelte sich um das Regional Menü, das der Genießer etwas abwandelte. Statt der Königsberger Klopse bestellte er ein Kotelett vom Thüringischen Landschwein.

Gruß aus der Küche 1: Tatar von der Fjord-Forelle 

Gruß aus der Küche 2: Bulgursalat mit Minze

Gruß aus der Küche 3: Linsenschaum mit Sesam

"Forelle aus dem Spessart“ mild geräuchert /
Radieschen / Pflücksalate / Sauerteigbrot /
Waldorfvinaigrette

"Frankfurter Grüne Kräuter“ Cremesüppchen /
Zitronenessig / 
mariniertes Eisbein vom Thüringer Landschwein

"Grüner Rhabarber“ Granitée / Verjus geliert /
milder Ziegenquark aus der Eifel
Im Glas: Roter Johannisbeer-Saft

Kotelett vom Thüringer Landschwein /
Grüner Spargel / Zwiebeln / Bamberger Hörnchen

Vordessert: Mango-Sorbet /
Apfelgelee / Litschi-Mausespeck

„Der erste Rhabarber“ / Weizengras /
Buchweizen / Quark
Im Glas: Rhabarber-Nektar


Dienstag, 22. März 2016

Mittagessen Mythique: Ziemlich provenzalisches Osterlamm



Weil der Genießer an den Osterfeiertagen nicht zu Hause is(s)t, gibt es das Osterlamm in diesem Jahr schon jetzt. Und zwar in Form von ziemlich rustikal zubereiteten Haxen, die irgendwie an die Provence erinnern. Dabei werden die Haxen auf einem Gitter über einem Gemüse-Kartoffel-Gratin im Ofen gebacken. Fleischsaft und Fett können so ins Gemüse tropfen, und das gibt ein wundervolles Aroma.

Beim Fotografieren der Zutaten hat der
Genießer doch glatt die Tomaten vergessen.

Genaue Mengenangaben kann ich bei diesem Gericht nicht machen. Es kommt drauf an, wieviel Leute satt werden sollen. Eigentlich ist es auch egal, man kann sowieso nichts falsch machen. Lammhaxen ergeben schöne Portionen. Man kann das Gericht auch mit einer Lammkeule machen, die muss dann aber zerteilt werden.

Allein das eingeschichtete Gratin ist ein Gedicht. 

Die Haxen kommen auf einem Gitter über das Gratin.

Gewürzt habe ich das Gericht nicht mit Salz, sondern mit Colatura, dem würzigen Saft, der beim Einsalzen von Sardellen entsteht. Man kann aber auch thailändische Fischsauce nehmen, die ähnlich ist. Dabei geht es nicht darum, dass das Gericht nach Fisch schmeckt, sondern die Colatura dient als natürlicher Geschmacksverstärker.

Rezept: Ziemlich provenzalisches Osterlamm

Pro Person mindestens 1 Lammhaxe
Italienische Colatura oder Thailändische Fischsauce
Pfeffer
mehlig kochende Kartoffeln
Kümmel, Fenchelsamen
grüne Bohnen
Bohnenkraut
Salz
Tomaten
rote Zwiebeln
Schwarze Oliven
Knoblauch
Thymian bzw. Kräuter der Provence
trockener Weißwein

Lammhaxen vom überschüssigen Fett befreien. Dabei aufpassen, dass genügend Häutchen zurückbleiben, die das Fleisch am Knochen halten. Lammhaxen gut mit Colatura und Pfeffer einreiben und eine halbe Stunde marinieren lassen.
Mehlig kochende Kartoffeln schälen, in dickere Scheiben schneiden und in Salzwasser mit Kümmel und Fenchelsamen 8 Minuten blanchieren. Sie dürfen nicht zerfallen.
Grüne Bohnen putzen und in Salzwasser mit Bohnenkraut 10 Minuten blanchieren, so dass sie noch guten Biss haben.
Tomaten in dickere, Zwiebeln in dünnere Scheiben schneiden.
Eine Auflaufform mit einer halben Knoblauchzehe ausreiben. Mit einer Lage Kartoffelscheiben auslegen. Diese mit einer Lage Tomaten und einer Lage Zwiebelscheiben belegen. Ein bis zwei (oder mehr) halbierte Knoblauchzehen und die Hälfte der grünen Bohnen darauf verteilen. Mit Pfeffer und Thymian bzw. Kräutern der Provence würzen. Das Ganze noch einmal wiederholen.
Die geschichteten Gemüse mit ein bis zwei Teelöffeln Colatura beträufeln und mit Weißwein zur Hälfte aufgießen. Ein Gitter auf die Auflaufforme legen und die Lammhaxen darauf legen. Im vorgeheizten Ofen bei 160 Grad etwa eineinhalb Stunden backen, bis das Fleisch innen weich und außen knusprig ist.


Dazu schmeckt natürlich prima ein Chateauneuf du Pape. Oder besser noch The Station, eine Grenache-Syrah-Assemblage, die der Düsseldorfer Winemaker Björn Steinemann zusammen mit der englischen Winzerin Katie Jones im Languedoc aus alten Reben kreiert hat. Ein superbes Stöffchen.

Sonntag, 20. März 2016

Neu in Essen/Mülheim: Bauernstube auf dem Buchholz-Hof



Spezialität mit Ausblick in die Reithalle:
Blutwurst auf Endivien mit Kartoffelstroh

Faktisch liegt die Adresse Am Buchholzhof 12 in Mülheim, gefühlt an der Meisenburgstraße in Essen. Die lange Verbindungsachse zwischen den Essener Stadtteilen Bredeney und Kettwig ist für zweihundert Meter die Grenze zwischen den beiden Ruhrgebietsstädten und führt durch ein agrarisches Zauberland mit Spargel- und Erdbeerfeldern, Straußenfarm und Schafszucht. Von der Straße aus lockt die große Kaufhalle des Buchholz-Hof zum bäuerlichen Einkauf, fährt man ein paar Schritte durch die Einfahrt weiter, so kommt man zum eigentlichen Gehöft mit den Ausmaßen eines kleinen Dorfes. Hier befindet sich u.a. eine große Reithalle, und zu der gehört seit neustem eine schmucke Restauration, die Bauernstube.

André Becker, Alexander Röder und die Damen vom Service

Leser dieses Blogs erinnern sich noch an André Becker, den Küchenchef des extravaganten Steakhauses Victor’s auf der Viktoriastraße in Bochum, das nach kurzer Zeit aber dank der ebenso extravaganten Geschäftsführung der Betreiber ein unrühmliches Ende nahm. Das lag allerdings in keinster Weise an der Arbeit von André Becker. Jetzt hat sich der leidenschaftliche Koch, der sein Handwerk in Spitzenadressen wie Brogsitters an der Ahr oder Traube Tonbach in Baiersbronn gelernt und verfeinert und dann im Essener Bistecca das Steak-Braten perfektioniert hat, mit seinem Partner Alexander Röder selbständig gemacht, und zwar in ganz anderen gastronomischen Gefilden.

Gekocht wird mit den
Produkten des Buchholz-Hofes. 

 Am Wochenende gibt's Torten und Kuchen.

Die Bauernstube ist volkstümlich im besten Sinne des Wortes. Hier gibt es gutbürgerliche Hausmannskost fast zu Kantinenpreisen, die den Reitern und den Ausflüglern, die auf den Rad- und Wanderwegen vorbeikommen schmeckt und das Portemonnaie nicht belastet. Neben einer knapp gehaltenen Karte, auf der z.B. neben dem Wiener Schnitzel aus Kalbfleisch auch ein preiswertes Schnitzel Wiener Art aus Schweinefleisch stehen, gibt es zwei täglich wechselnde Menüs für 13,50 für zwei Gänge und 17,50 Euro für drei Gänge, jeweils ein Glas Wein inklusive. Und alles ist selbstverständlich hausgemacht und frisch gekocht, mit Gemüse, Kartoffeln, Salaten und Eiern vom Buchholz-Hof. Und das schmeckt man: Die Linsensuppe, die der Genießer probieren durfte, war deftig, der Kartoffelsalat und die Remouladensauce zum Fisch angenehm mild, die Rote Grütze mit Vanillesauce fruchtig. Spezialität des Hauses ist die Blutwurst auf Endivie.

 Beim Essen kann man...

...den Reitern zuschauen.

 Freundlicher Empfang


Torte in der Bauernstube.

Und immer wieder gibt es Sonderaktionen. Zu Weihnachten, als die Bauernstube noch gar nicht geöffnet war, gab es ein Gänsemenü für zuhause, dass die Kunden nur noch im Backofen erhitzen mussten. Wenn jetzt die Spargelsaison eröffnet, ist ein Stand am Buchholz-Hofladen geplant, wo das königliche Gemüse à la minute zubereitet wird. Und für den Osterbrunch für 25,90 Euro sind noch Plätze frei.

Bauernstube, Am Buchholz 12, (Buchholz-Hof), 45470 Mülheim an der Ruhr, Tel. 0 20 54 - 12 46 82., Di,. Do., Fr., Sa. & So. 11-18 Uhr Mi 11-21 Uhr, Mo Ruhetag. www.bauernstube-mh.de

Montag, 14. März 2016

Qual der Wahl? Weinmesse Rheinland-Pfalz in Bochum



Die Weißweine von Huff-Doll
sind von erstaunlicher Klarheit.

Die Wahl zwischen den dem Super-Wein-Samstag und dem Super-Wahl-Sonntag entschied der Genießer ganz pragmatisch. Statt die überwältigenden Angebote der Weinhändler im entfernteren Ruhrgebiet am Vorabend der ProWein wahrzunehmen, besuchte er am gestrigen Sonntag kurzer Hand den in fußläufiger Entfernung stattfindenden letzten Tag der Weinmesse Rheinland-Pfalz. In Anbetracht der Landtagswahlergebnisse am Super-Wahl-Sonntag noch ein kleineres Übel, in Anbetracht des Weingenusses aber eine beglückende Erfahrung.

Der Sonnenschein tauchte den Lehrstand
zum Weinbau in ein magisches Licht.

Die Frühlingssonne, die durch das Oberlicht schien, versetzte die Jahrhunderthalle in ein angenehmes Licht, und die riesigen Foto-Prospekte von den herrlichen Weinlandschaften Rheinland-Pfalz‘ taten ein Übriges, um eine Atmosphäre von freier Natur zu bereiten. So war die Wahl, welche der 400 Weine der über 50 anwesenden Winzer man probieren sollte, keine Qual, sondern eine äußerst angenehme Angelegenheit. Sicher, manches, an dem der Genießer nippte, war durchaus provinziell, anderes hingegen hatte richtig Klasse und war weit mehr als nur ein Geheimtipp. Hier sind drei Aussteller, die den Genießer überzeugten. War es Zufall oder lag es an der diesjährigen Winzerauswahl, alle drei kamen aus Rheinhessen.


Bettina und Ulrich Doll vom Weingut Huff-Doll in Horrweiler überzeugten mit ihren fast klaren Weißweinen. Die helle Farbe des Mostes bleibt erhalten, weil die Trauben durch modernste Keltermethoden so aufbereitet werden, dass sie kaum oxidieren. Die sorgfältige Auslese fauler Trauben und der einzigartige Mineralität der Böden tun ein Übriges dazu. So entstehen optisch überraschend witzige, aromatisch jedoch sehr vielschichtige Weine. Besonders klasse: der Riesling trocken 2014 mit seiner Fruchtigkeit von Pfirsich und Apfel und vor allem der Independent 2014, eine trocken ausgebaute Scheurebe mit exotischen Fruchtaromen. Infos hier.


Auch die Weißweine, die Doris Stauffer vom gleichnamigen Weingut in Flomborn anbot, überzeugten, etwa der Riesling 2014 aus der Lage Feuerberg. Bei den Chardonnays zog der Genießer sogar den ‚normalen‘ 2014er Felsen dem höherklassigen Felsen ‚S‘ vor. Und selbstverständlich hat ein Weingut mit dem Namen Stauffer auch einen Weißwein aus der Rebsorte Staufer im Angebot, eine noch recht junge Züchtung aus Bacchus x Villard Blanc. Aber auch würde der Genießer den Riesling oder den Chardonnay vorziehen.
Mit dem 2014 Frühburgunder wurde der Genießer aber vollends zum Fan von Stauffer. Schon vor zwei Jahren deckte er sich mit ein paar Flaschen des damaligen Jahrgangs ein, die er heute noch mit Genuss trinkt, doch der 2014er überzeugte ihn noch mehr. Die wunderbar würzige Kräuternote wurde durch einen Hauch Vanille ergänzt. Als Solist großartig, als Begleitung für einen Burgunderbraten einsame Spitze. Infos hier



Die Rotweine waren es auch, die am Stand von Klaus Gallé beeindruckten. Der Winzer aus Flonheim bot mit dem 2012 Furioso eine Cuvée aus Cabernet Sauvignon und einigen anderen Sorten einen Wein an, der es mit Fruchtigkeit, Fülle und Mineralität mühelos mit internationalen Roten aufnehmen kann. Geradezu mächtig kamen der 2010 Spätburgunder Uffhofener La Roche und der 2010 Portugieser Flonheimer Rotenpfad daher. Schon angenehm gereift, kleideten die Tannine trotz aller Weichheit die Mundhöhle samtig aus. Infos hier

Dienstag, 8. März 2016

Kult(ur)-Weinmesse 2016 im Stadtgarten Steele in Essen



Künstler Christian Nienhaus und Weinhändler Thilo Marquaß mit individuell gestalteten Weinflaschen.

Der Super-Wein-Samstag im Ruhrgebiet wirft seine Schatten voraus. Heute lud Thilo Marquaß von der Weinhandlung Rolf Kaspar zu einer kleinen Pressekonferenz in sein Ladenlokal auf der Ruhrallee in Essen, um gemeinsam mit dem Gelsenkirchener Künstler Christian Nienhaus die 6. Kult(ur)-Weinmesse am 12. März 2016 vorzustellen. Nach dem Kulturhausptstadtjahr hat Thilo Marquaß die alljährliche Hausmesse seiner Weinhandlung zu diesem Wein-Kulturevent umfunktioniert und damit die größte Weinveranstaltung am Vorabend der Düsseldorfer ProWein im Ruhrgebiet ins Leben gerufen. Über dreißig Winzer präsentieren ihre Weine von 17 bis 21 Uhr im gediegenen Ambiente des Stadtgarten Steele. Dass bei allem Genuss die Kultur nicht zu kurz kommt, dafür sorgt Christian Nienhaus. Er hat Flaschen mit Weinen des Pfälzer Winzers Christian Nett zu individuellen Kunstwerken umgestaltet, die zu Gunsten der Manuel Neuer Kids Foundation verkauft werden.

Zu allen Infos über die Kult(ur)-Weinmesse hier klicken.

Montag, 7. März 2016

Mittagessen Mythique: Spaghetti alla puttanesca │ Ölsardinen



Im Rahmen der bekannten griechisch-römischen Ausgrabungen auf dem Balkon des in Foodblogger-Kreisen unter dem Namen „Genießer“ bekannten Einwohners der Ruhrgebietsstadt B. kam den Archäologen kürzlich eine sensationelle Grabbeigabe hoch: ein vollständige erhaltenes Mittagessen, wahrscheinlich gedacht als Stärkung für eine Reise ins mythische Nirgendwo. Überrascht waren die Forscher von dem tadellosen Erhaltungszustand des Tellers und der anscheinend mit routinierter Raffinesse zubereiteten Lebensmittel. Eine sensorisch-olfaktorische Analyse des Fundes lässt vermuten, dass es sich bei dem Gericht um Spaghetti alla puttanesca mit Ölsardinen nach einem Rezept aus dem frühen dritten Jahrtausend nach Chr. handelt. Hier der Link zu einer eher apokryphen Textfassung der Kochanweisung klick.

Gastrotel-Bestenliste 2016 erschienen



Die 30. Bestenliste des Fachmagazins für Gastronomie und Hotellerie Gastrotel ist erschienen. Dafür wurden die Gastroführer Feinschmecker, Gusto, Michelin, Schlemmeratlas und Varta ausgewertet und nach einem eigens entwickelten Schlüssel zusammengefürt.

Hier geht es zur gesamten Bestenliste.

Insgesamt tauchen 29 Restaurants aus dem Ruhrgebiet in der 901 Positionen umfassende Liste auf. An erster Stelle steht die Résidence in Essen-Kettwig, im Gesamt-Ranking auf Rang 13.

1. (Rang 13) Residence, Essen
2. (Rang 15) Rosin, Dorsten
3. (Rang 21) Haus Stemberg, Velbert
4. (Rang 24) Schote, Essen
5. (Rang 25) Goldener Anker, Dorsten
                      Palmgarden, Dorsten
6. (Rang 29) Am Kamin, Mülheim
7. (Rang 30) Akazienhof, Duisburg
                     Hannaappel, Essen
8. (Rang 33) kikillus Restaurant, Dortmund
9. (Rang 37) Hugenpöttchen, Essen
                      La Grappa
10.(Rang 39) Parkhaus Hügel, Essen
                       Henschel, Dorsten
                       Wielandsuben, Hamm
                       Kurlbaum, Moers
                       Möllecken’s Altes Zollhaus
11.(Rang 41) Im Eichwäldchen, Duisburg
                       Eggers, Sprockhövel
12.(Rang 42) Casino Zollverein, Essen
                       Gasthaus Stromberg, Waltrop
13.(Rang 44) Venus im Schloss Nordkirchen, Nordkirchen
14.(Rang 45) La cuisine Mario Kallweit, Dortmund
15.(Rang 46) Cielo, Dortmund
                       Rödels Kochlokal, Dortmund
16.(Rang 47) Oase Due, Essen
                       Achterraths Restaurant, Neukirchen-Vluyn
                       Hackbarth’s, Oberhausen
                       ART, Wesel

Freitag, 4. März 2016

Mittagessen Mythique: Perlhuhn │ Pancetta │ Rotwein-Sauerkraut │ Bandnudeln



Unter den Fernsehköchen ist mir Léa Linster eine der liebsten. Nicht nur weil ich vor zwei Jahren einmal ihr Bistro Pavillon Madeleine im luxemburgischen Kayl besucht habe, sondern weil ich sie unter den telegenen Schlawinern für eine der solidesten halte.

Léa Linsters Pavillon Madeleine im luxemburgischen Kayl

Für meine Perlhuhnbrust auf Sauerkraut ließ ich mich also von einem Léa-Linster-Rezept inspirieren, das ursprünglich wohl aus der Brigitte stammt. Der größte Unterschied liegt darin, dass ich das Sauerkraut – bei mir war es ein Rest Filderkraut – nicht in Weißwein, sondern in Rotwein schmorte. Geschmacklich war das top, farblich vielleicht etwas strange, und so rührte ich noch ein wenig Ricotta unter. Anstelle des durchwachsenen Specks nahm ich einen italienschen Pancetta, der durch seine pikante Kräuterwürze dem ganzen noch eine besondere Note gab.


Perlhuhnbrust von Bontrup

Die Perlhuhnbrust war einfach grandios, zart und würzig. Sie stammte von Bontrup auf dem Bochumer Wochenmarkt, und ich frage mich, warum ich dieses wunderbare Geflügel nicht schon öfters gemacht habe.

Fürs Foto stellte ich dann den Teller wähernd einer Regenpause auf meinen Balkontisch. Wenn ich mir das geadezu mythisch anmutende Bild ansehe, frage ich mich, ob die ich die während der Wintermonate ziemlich verwitterte Marmorplatte wirklich für die kommende Frühlingssaison wieder abschrubben soll.


Rezept: Perlhuhn │ Pancetta │ Rotwein-Sauerkraut │ Bandnudeln
2 Portionen

2 Perlhuhnbrüste mit Schlegel
Einige dünne Scheiben Pancetta
1 dicke Scheibe Pancetta
1 Zweig Thymian oder Rosmarin
Butter
Pfeffer, Salz
150 g Sauerkraut, frisch oder küchenfertig
1 kleine Zwiebel
3 Wacholderbeeren
1 Lorbeerblatt
2 Schuss Rotwein
¼ l Hühnerbrühe
2 EL Ricotta
Zucker, Schmalz

Zwiebel in dünne Scheiben schneiden und in einem schweren Topf in Schmalz bräunen. Etwas Zucker dazugeben und karamellisieren lassen. Sauerkraut ausdrücken und mit der dicken Scheibe Pancetta, Gewürzen und einem Schuss Rotwein dazugeben und alles 10 bis 20 Minuten schmoren lassen.
Perlhuhnbrüste pfeffern und salzen. EtwasButter in Pfanne erhitzen und die Perlhuhnbrüste zusammen mit den dünnen Scheiben Pancetta und den Kräuterzweigen goldbraun braten. Eventuell Pancetta vorher wieder aus der Pfanne nehmen.
Gebratene Perlhuhnbrüste auf das Sauerkraut legen, die gebratenen Pancettascheiben daruflegen und alles mit der Hühnerbrühe und etwas Rotwein aufgießen. Aufpassen, dass es nicht zu viel Flüssigkeit wird.
Mit Deckel im Ofen bei 170 Grad 30 bis 40 Minuten schmoren, bis ein schöner Bratenduft bemerkbar ist.
Bandnudeln nach Packungsvorschrift kochen.
Wenn die Perlhuhnbrüste fertig sind, aus dem Schmortopf nehmen. Eventuell etwas Ricotta unter das Sauerkraut rühren, bis es die gewünschte Farbe hat.
Zum Anrichten Bandnudeln auf einen vorgewärmten Teller geben, Sauerkraut darauf verteilen und die Perlhuhnbrüste mit den Pancettascheiben daraufsetzen.



Mittwoch, 2. März 2016

12. März 2016: Super-Wein-Samstag im Ruhrgebiet




Was den Amerikanern der Super Tuesday, ist den Wein-Trinkern im Ruhrgebiet der Samstag vor der Prowein. Am Tag, Bevor die weltgrößte Weinmesse am 13. März 2016 in Dusseldorf beginnt, ist das Große Schlotzen im Ruhrgebiet angesagt. Eine Reihe renommierte Weinhändler nutzt die Gelegenheit, die in der Region weilenden Winzer zu ihren Haussmessen einzuladen.

Trinkfeste Weinliebhaber beginnen um 11 Uhr in der Weinzeche in Essen-Kray oder um 14 Uhr ins BODA Weinhaus nach Wuppertal. Schließt man dort die Pforten, haben sie die Qual der Wahl. Entweder sie begeben sich in den Stadtgarten Essen-Steele, wo die Kult(ur)-Weinmesse der Weinhandlung Rolf Kaspar stattfindet, oder nach Herne zu Julius Meimberg.

Wem das alles zu international und weltläufig ist, kann aber auch die deutsche Weinprovinz entdecken und fahrt ganz einfach in die Jahrhunderthalle Bochum. Dort findet nämlich die Weinmesse Rheinland-Pfalz statt.

11.3.2016 - 13.3.2016
Weinmesse Rheinland-Pfalz
Bochum, Jahrhunderthalle
Infos hier

12.3.2016
Große Internationale Hausmesse
Essen, Weinzeche
11-16 Uhr
Infos hier

12.3.2016
Winzer zum Anfassen
Wuppertal, BODA Weinhaus
14-18 Uhr
Infos hier

12.3.2016
Kult(ur)-Weinmesse
Hausmesse der Weinhandlung Rolf Kaspar
Essen, Stadtgarten Steele
17-21 Uhr
Infos hier

12.3.2016
Große Internationale Weinprobe
Herne, Weinhandlung Julius Meimberg
17-20 Uhr
Infos hier

Dienstag, 1. März 2016

Geheimtipp in Duisburg: Antico Cantuccio



 Duo culinario: Giuseppe e Giuseppe

Bei einem Restaurant, dessen Standort seit über 30 Jahren als Gastronomie-Adresse bekannt ist, von einem Geheimtipp zu sprechen, mag seltsam klingen. Aber es ist so. Seit Giuseppe I (Nachname Menga) und Giuseppe II (Nachname Guastello) in der Gutenbergstr. 6 unweit der Duisburger City ihr Wesen treiben, ist der Laden unter dem Namen Antico Cantuccio ein Place to Be für alle Freunde der italienischen Küche im niederrheinischen Ruhrgebiet – auch wenn es die vielleicht noch gar nicht wissen!

Wobei Giuseppe II für die Tradition des Hauses zuständig ist. Als Oberkellner hat der Veteran bereits in fast allen Vorläufern des Antico Cantuccio gedient und ist auch weiterhin die Gute Seele des Hauses. Herz und Hirn ist jedoch Giuseppe I, der als Küchenchef die Location erst einmal gründlich entrümpelt hat, sowohl konzeptionell als auch einrichtungstechnisch. War der Laden früher verwinkelt zugebaut, wirkt er nun in levantinischem Weiß gehalten luftig und geräumig. Spielraum für weitere Renovierungen und Umbauten gibt es allerdings noch reichlich, das weiß auch Giuseppe.

Die hausgemachten Nudeln trocknen
an einem besonderen Ständer. 

Keine Trockenpflaumen, keine Trüffeln, keine Eierkohlen:
schwarze Gnocchi mit Lachsfüllung

 Der Stolz des Nudelmachers:
mit Zigenfrischkäse und Spargelspitzen gefüllte Ravioli

So wünscht er sich aus der nun für den Gast offen einsehbaren Küche eine Tür in den Hof, in dem er sich in einer Garage ein Kochlabor einrichten möchte, um seiner Leidenschaft fürs experimentelle Kochen ungestört frönen kann. Seit 30 Jahren arbeitet er als Koch, in Deutschland und auch in Italien, bei Düsseldorfer Nobelitalienern und in eigenen Hotels, und ist jetzt mit einem eigenen Ristorante in Duisburg sesshaft geworden. Schalkhaft sprudeln die Ideen nur aus ihm heraus, wenn er erzählt, dass alles, was er auf der Karte hat, hausgemacht ist, von den Nudeln bis zu den Fonds und Saucen. Ein wenig erinnert er dabei an den italienischen Komiker Roberto Benigni.

Und in der Tat: die Menüfolge, die er bei einem kleinen Pressemenü dem Genießer und zwei Kollegen kredenzte, war ein kreativer, witziger und vor allem delikater Streifzug durch die Klassiker der italienischen Küche. Bei jedem servierten Gang wurde klar: Hier will einer tatsächlich kochen. Und kann es auch.

Übrigens: Antico Cantuccio ist ein Wortspiel, und bezeichnet entweder den „Gemütlichen Winkel“ oder den toskanischen Mandelkeks.

Antico Cantuccio, Gutenbergstr. 6, Duisburg. 0203/393 44 7 44. 11.30-15 Uhr und 17.30-23 Uhr

 Gruß aus der Küche vorweg

Ganz klassisch: Vitello Tonnato

 Schwarze Gnocchi mit Lachsfüllung 
an Taleggio- und Pistaziensuace

 Ravioli gefüllt mit Ziegenfrischkäse
und Spargelspitzen

 Sorbet als Zwischengang

 Skrei im Schinkenmantel
mit Kartoffeln nach Art des Hauses

Erfrischung zwischendurch:
Blaubeeren mit Minze und Orangenschale

Rinderfilet mit Mangold,
Lauchstroh und Cassissauce

 Crème brulée
 
Mandel-Semifreddo

Ende gut, alles gut