Freitag, 31. März 2017

Neu an der A40: Toby’s BBQ Authentic American Smokehouse



Endlich ordentliches Essen an der A40: Pulled Pork Slider von Toby's

Man mag es kaum für möglich halten: An der A40, der Verkehrsschlagader des Ruhrgebiets, gibt es für den hungrigen Revier-Cruiser zwischen Dortmund und Moers (und sogar weiter bis Venlo) nur an zwei Stellen so etwas wie Nahrung: an der Abfahrt Dückerweg in Wattenscheid mit ihrem Doppelpack McDonald’s und Burger King und seit drei jahren zwischen Bochum und Dortmund die Raststätte Beverbach, erkennbar an dem an ein Klettergerüst erinnernden Förderturm, der nicht weiß, ob er den Doppelbock von Zollverein oder den des Bochumer Bergbaumuseums imitieren soll.


Das ist seit heute anders. An der Star-Tankstelle am Autobahnkreuz Bochum West hat eine Burger-Gastronomie eröffnet, die die meisten hochdekorierten Läden dieser Art in der Umgebung in die Schranken weisen wird: Toby’s BBQ Authentic American Smokehouse. Eher klein und unprätentiös kommt der Laden daher, ohne aufgesetzte Ami-Folklore und dennoch von authentischer Diner-Atmosphäre. Hier dreht sich alles um die Produkte: Pulled Pork, Spare Ribs und Brisketts aus dem Smoker. Natürlich gibt es auch Cole Slaw und Baked Beans, French Fries und die im Ruhrgebiet unausweichliche Currywurst samt exquisten Saucen.

Tobias "Toby" Dannappel (rechts) mit Oliver von BBQ Wiesel

Dass das alles wirklich authentisch daherkommt, dafür hat Toby gesorgt. Toby, das ist Tobias Dannappel, der bereits mit der Grillakademie in Wattenscheid-Höntrop seine BBQ-Kompetenz unter Beweis gestellt hat. Gemeinsam mit anderen Grillfreunden wie den Deutschen Vize-Grillmeistern von BBQ Wiesel hat er den Laden konzipiert.Es wird bestimmt bald Ableger geben.

Die fantastische XL-Combo

Zur Eröffnung gab’s die XL-Combo mit Pulled Pork Slider (Burger), Spare Ribs, Brisket (Rinderbrust), French fries (Pommes), Coleslaw (Krautsalat) und Redneck Beans (Gebackene Bohnen). Während der Genießer von der Zartheit der Rinderbrust schier begeistert war, imponierte dem mitprobierenden Grillfachmann Tom besonders der breite rote Rand des Brisket, der von 24 Stunden im Smoker zeugte. Auch das Fleisch der wohlgewürzten Spareribs war phänomenal. Mann musste an ihnen nicht herumnagen wie Roger Rabbit an einem Maiskolben, sondern konnte sie vom Knochen lutschen wie ein Eis vom Stiel. Und dabei behielten sie die Konsistenz. Der Pulled Pork Slider enthielt schöne Stücke Schweinefleisch, und die Beilagen waren klasse.

Cool in the kitchen

Ich bin gespannt, wann der nette kleine Laden seine eigene Autobahnausfahrt bekommt. Die bisherige, die Jahrzehntelang zur Tankstelle führte, ist bei der Neugestaltung des Autobahnkreuzes Bochum West wegrationalisiert worden. Deshalb muss man im Kreuz die A40 verlassen, Richtung Wattenscheid fahren und dann sofort rechts in die Darpestraße Richtung Zeche Carolinenglück einbiegen. Dann kommt Toby’s BBQ nach 300 Metern.

Toby’s BBQ Authentic American Smokehouse. Bochum, Darpestr. 41. Tgl. geöffnet 11-22 Uhr, Fr-Sa 23 Uhr. www.tobys. de

 Nighthawks am Nachmittag

Love Bug Burger


Donnerstag, 30. März 2017

Erster Feierabendmarkt in Essen auf dem Weberplatz eröffnet



Eher Umsonst-und-draußen-Vergnügen als Markt zum Einkaufen.

In verschiedener Hinsicht gleicht der der Webermarkt in Essen dem Springerplatz in Bochum, der seit 2013 mit dem Moltke Markt die überaus erfolgreiche Blaupause für die Feierabendemärkte im Ruhrgebiet ist. Beide Platze gehörten einst zu den größten Märkten der jeweiligen Stadt, beide Plätze liegen in innenstadtnahen oder innerstädtischen Wohngebieten, die nach den Zerstörungen des zweiten Weltkrieges mit rascher Hand wiederaufgebaut wurden. Die gigantischen Industriebetriebe, zu denen sie einst gehörten, sind so gut wie nicht mehr vorhanden. Doch während die Umgebung des Moltke Marktes in Bochum heute eher ruhig und kleinstädtisch wirkt, irritiert in Essen die direkte Reibung von City-Business und Wohnbebauung. Dennoch ist der Weberplatz ein hübscher Campo zu Füßen der mächtigen Kreuzeskirche, und der in einer Art Neo-Renaissance gehaltene Kolonadenbau des „Hauses der Begegnungen“ verbreitet sogar mediterranes Flair.

Softeis zu Füßen der Kreuzeskirche

Dass Essen die „Grüne Stadt Europas 2017“ ist, machte es möglich, dass die städtische EVV Verwertungs und Betriebs GmbH (EVB), die in Essen die Wochenmärkte betreibt, den Plan eines Feierabendmarktes auf dem Weberplatz realisieren konnte. „Genießen-Treffen-Verweilen“ lautet das Motto, und das ließ sich der Genießer nicht zweimal sagen und fuhr heute um 16 Uhr zur Eröffnung.

Immerhin: Fleisch, Fisch, Oliven, Blumen

Lichtblick I: Claudia vom Klosterberghof

 Lichtblick II: Brot von Welpino

Ums kurz zu machen: mit dem Genießen war es nicht weit her. Die wenigen Fressstände hatten Kirmes-Niveau, und an echten Marktständen gab es ganze sechs Stück: einen Fischstand, einen Fleischer, ein Olivenstand, einen Blumenstand. Imponieren konnten dem Genießer nur der Bäckerei-Stand von Welpino mit seinen italienischen Brot- und Käsespezialitäten und vor allem der Gemüsestand von Claudia El Bouamri, die regionale Produkte des Klosterberghofs der Franz-Sales-Werkstätten in der Bonnekamphöhe in der Nähe von Zollverein verkauft. Von den 20 Ständen, die die EVB in einem Zeitungsartikel vor einiger Zeit avisierte, ist das jedoch weit entfernt.

Essens OB Kufen eröffnet den Feierabendmarkt

Den Anspruch eines Feierabendmarktes, Berufstätigen den Einkauf von guten Lebensmitteln in angenehmer Marktatmosphäre zu ermöglichen, erfüllt das alles kaum. Die Eröffnung hatte eher den Charakter einer Umsonst-und-draußen-Veranstaltung für Müßiggänger und Feierabendfreunde aller Art. Aber wie der Name schon sagt, das ist das, was einen „Markt“ genau nicht ausmacht. Da muss es Waren geben, die umgeschlagen werden.


Genuss wie auf der Kirmes

Gegen Feierabend füllte sich der Platz

Feierabendmarkt auf dem Weberplatz. Jeden Do 16-20 Uhr, Essen Innenstadt Nord.
Zur Übersicht aller Wochen- und Abendmärkten im Ruhrgebiet klick hier.


Mittwoch, 29. März 2017

Gourmetmeilen in Schermbeck und Kirchhellen abgesagt



Aus für den sommerlichen Genuss vorm Schermbecker Rathaus

Seit der Genießer sich im Kulturhauptstadtjahr 2010 das erste Mal systematisch um die Gourmetmeilen im Ruhrgebiet gekümmert hat, war die Anzahl der dieser kulinarischen Veranstaltungen im Ruhrgebiet ständig gestiegen. In immer mehr Städten schlossen sich die führenden Restaurants zusammen, um bei einem Straßenfest im Sommer die gastronomische Szene des jeweiligen Ortes darzustellen. Zum Teil haben diese Veranstaltungen eine jahrzehntelange Tradition wie z.B. „Dortmund à la carte“ oder „Bochum kulinarisch“, andere herausragende Gourmetmeilen wie „Metropole Ruhr“ auf Zollverein, „Rü Genuss pur“ in Essen-Rüttenscheid oder „GourmeDo“ in Dortmund sind erst im Nachklapp zur Kulturhauptstadt entstanden. Gemeinsam ist den Gourmetmeilen, dass jenseits von billigen Kirmes- und Food-Truck-Seligkeiten auf hohem Niveau frisch vor Ort gekocht wird. Vorbildcharakter hat dabei die Meile „Essen verwöhnt“, bei der in besten Zeiten drei Sterne-Restaurants auf der Kettwiger Straße in der Essener City präsent waren.

Schermbeck genießen: goldene Zeit mit dem Goldenen Anker

Aufgegeben haben in letzter Zeit nur wenige, eher kleinere Gourmetmeilen, wie etwa „Herten isst auf Ewald“ vor der fantastischen Kulisse der Halde Hoheward mit ihrem Förderturm-Museum oder das allerliebste Gourmetfest „Schönebeck isst lecker“ in dem gleichnamigen Essener Stadtteil. Auch die Meile in Essen-Kettwig kommt in letzter Zeit nicht richtig in die Gänge.

Steht jetzt allein im Regen: Brezelbruder in Kirchhellen

Dass die Gourmetmeilen bislang erstaunlich gut funktionieren liegt u.a. daran, dass sie engagierte Veranstalter haben, die die unterschiedlichen Bedürfnisse der nicht weniger engagierten Gastronomen professionell koordinieren. Im nordwestlichen Ruhrgebiet war das die Agentur WirtzDesign in Schermbeck, die die „Kirchhellener kulinarische Landpartie“ und „Schermbeck genießen“ und bis 2012 auch „Bottrop echt lecker“ organisierte. Dazu hatte sie eine kleine Zahl regionaler Gastronomen gewonnen, die alle Veranstaltungen nacheinander bespielten. Höhepunkt war 2013 die Teilnahme des TV-bekannten Sternekochs Björn Freitag und seines Restaurants „Zum Goldenen Anker“.

Kurzes Vergnügen: Gourmetmeile in Bottrop 2012

Jetzt verkündete WirtzDesign auch das Ende von „Schermbeck genießen“ und der „Kirchhhellener kulinarischen Landpartie“. Den Gastronomen war die Teilnahme schlicht zu teuer geworden. Sponsorengelder blieben aus, und trotz großem Besucherandrangs blieben die Umsätze zu niedrig, um den Aufwand bezahlen zu können.

Hier die offizielle Presseerklärung von WirtzDesign:

Leider ist es uns trotz intensiver Bemühungen nicht gelungen die nötige Teilnehmerzahl für die Fortführung der Feste zu gewinnen. Dies führt dazu, dass einerseits die Finanzierung nicht gegeben ist und andererseits keine ausreichende, konzeptbedingte Anzahl an Speisen angeboten werden kann.
Erklärung:
Nach den wetterbedingten Umsatzausfällen im letzten Jahr, hat ein Teil der Gastronomen ihre Teilnahme für 2017 abgesagt. Ein weiterer Grund liegt in dem erheblichen Aufwand, der durch Personalkosten und Leihgebühren für das Küchen-Equipment anfällt.
Die Finanzierung der Feste wird durch Sponsoren, den Teilnehmergebühren, dem Getränkeumsatz und den Anzeigen in den Programmheften gesichert. Allein das Anzeigenaufkommen ist gegenüber 2016 um 60 % gesunken. Viele Preissteigerungen hat WirtzDesign in den 14 bzw. 10 Jahren aufgefangen und nicht weitergeben können. Das wirtschaftliche Risiko lag in den vielen Jahren allein auf unseren Schultern. Dies können wir bei allem Engagement nicht mehr tragen, weshalb wir schweren Herzens diese Entscheidung treffen mussten.
Wir möchten uns bei unseren Sponsoren, den Teilnehmern, den Freunden und Genießern der Feste, allen Mitarbeitern und Lieferanten für die langjährige Treue bedanken.


Hier geht es zur Termin-Übersicht der Gourmetmeilen im Ruhrgebiet 2017. Klick hier

Montag, 27. März 2017

Urbane Landhausküche: Spaghetti Palladio (mit geräucherter Schweinebacke an Radicchio Variegato di Castelfranco)



Heute war Venedig zu Gast auf dem urbanen Landhausbalkon des Genießers. Und zwar in Gestalt des Radicchio Variegato di Castelfranco. Dieser gelbe Radicchio stammt wie auch ursprünglich der rote aus Treviso in Venetien und wurde bereits um 1800 durch eine Kreuzung aus rotem Radicchio und Endivie gezüchtet. Er sieht mit seinen violetten Sprenkeln auf gelben Grund äußerst dekorativ aus und ist geschmacklich von einer vornehm-dekadenten bitteren Süße. Kein Wunder, dass ich nicht widerstehen konnte, als er mir im Gemüsekühlraum des FrischeParadies‘ in Essen entgegenleuchtete.


Beim Zubereiten ging ich dann auf Nummer Sicher und kombinierte ihn mit Spaghetti alla cabonara. Die bereitete ich nach meinem Standardrezept zu (klick hier), gab aber einige zerzupfte Radicchio-Blatter mit zum Speck und briet sie an, bis sie gar waren. Einige schöne große Außenblätter, die mich an Jakobsmuschelschalen erinnerten, behielt ich zurück und verwendete sie zur Garnitur. Heraus kam dieser wunderbare Teller, den ich Spaghetti Palladio nannte, nach dem legendären Landhaus-Architekten in Venetien.

Zum Grundrezept Spaghetti alla carbonara klick hier.
Zu weiteren Carbonara-Rezepten klick hier.

Gelber Radicchio: Bitter-süße Dekadenz


Sonntag, 26. März 2017

Urbane Landhausküche: Räucherforelle mit Pesto-Spaghetti und geschmorten Oliven-Kapern-Tomaten




Hier noch eine weitere wunderbare Verwertung für die einmal hergestellten Vorräte an Bärlauch-Minz-Limetten-Pesto, die provençalische und ligurische Einflüsse miteinander verbindet. Die Idee, Räucherforelle mit Pesto oder besser Pistou zu kombinieren, stammt aus einem französischen Bistro-Kochbuch. Wer dann noch Oliven aus Nyons oder Taggiasca-Oliven verwendet und statt Spaghetti die ovalen ligurischen Trenette nimmt – umso besser!

Rezept: Räucherforelle mit Pesto-Spaghetti und geschmorten Oliven-Kapern-Tomaten

Spaghetti
Pesto
geräucherte Forellenfilets
Kirschtomaten
1-2 Sardellenfilets
ein paar Oliven
ein paar Kapern
Olivenöl
Kräuter der Provence
Pfeffer, Salz

Sardellen in etwas Olivenöl anbraten, bis sie zerfallen. Kirschtomaten dazugeben und mitbraten, bis sie platzen. Oliven und Kapern dazugeben (in Salz eingelegte Kapern vorher gründlich abspülen), mit Pfeffer und Kräutern der Provence würzen und kurz mitschmoren. Evt. mit Salz abschmecken.

Spaghetti nach Vorschrift al dente kochen. Eine Tasse Kochwasser vor dem Abschütten zurückhalten. Pesto zu den Spaghetti geben, ev. mit Kochwasser geschmeidig machen.

Geräucherte Forellenfilets, geschmorte Tomaten, Spaghetti und Pesto auf Tellern anrichten.

Zum Rezept für Bärlauch-Limetten-Minz-Pesto hier klicken.

Samstag, 25. März 2017

Frühlingslust: Immer wieder Carbonara. Diesmal mit Thaispargel und Bärlauch-Minzpesto




Ich hoffe, ich langweile nicht, wenn ich schon wieder ein Carbonara-Gericht poste. Aber diese klassische römische Nudelzubereitung ist ein Lieblingsgericht des Genießers. Einfach durchwachsenen Speck mit Knoblauch auslassen, darin als dente gekochte Nudeln schwenken, etwas abkühlen lassen und mit mit Parmesan verquirlten und mit Muskat gewürzten Eiern übergießen. Mit Pfeffer und Salz abschmecken und mit Petersilie bestreuen, fertig.

Zum Rezept für die klassischen Spaghetti alla carbonara bitte hier klicken.

Ganz besonders gut werden die Nudeln alla carbonara natürlich, wenn man besonders gute Zutaten hat, z. B. die römische Speck-Spezialität Guanciale, d.i. geräucherte Schweinebacke (gibt’s beim italienischen Lebensmittelhandel), Eier von freilaufenden Hühnern (gibt’s auf dem Biohof vor der Stadt) oder als Käse auch Pecorino romano. Der Genießer nimmt anstelle von Spaghetti gern dickere Nudeln, z.B. Casarecce oder Strozzapreti. Und er würzt das Eier-Käsegemisch zusätzlich noch mit weißem Pfeffer und zerstoßenen Koriandersamen.

Carbonara mit Pfifferlingen

Die Nudeln alla carbonara eigenen sich großartig zur Veredlung mit der Zugabe weiterer Zutaten. Salate wie Chicoree, Radicchio oder Endivie kann man einfach in Streifen geschnitten über die warmen Nudeln streuen. Kohlsorten wie Wirsing, Weißkohl oder Spitzkohl sollte man blanchieren oder zumindest mit den Speck anbraten, genauso blättrig geschnitten Champignons oder andere Pilze ebenfalls. Wer‘s luxuriös mag, gibt Trüffel darüber, oder wenigstens ein paar Tropfen Trüffelöl. Walnüsse, Pinienkerne oder Pistazien sind ebenfalls eine großartige Ergänzung.

Hier eine Auswahl an Carbonara-Rezepten, die der Genießer gepostet hat:

Mit Radicchio Trevisano Tardivo: klick hier
Mit Radicchio Variegato di Castelfranco: klick hier.
Mit Lardo und Chicoree: klick hier
Mit Pfifferlingen: klick hier
Mit Pfifferlingen, Wirsing und Pistazien: klick hier
Vegetarisch: klick hier

Frühling auf dem Balkon

Jetzt, zum Frühlingsanfang, kam der Spargel dran. Gern hätte ich den dünnen wilden Spargel (eigentlich eine Hopfen-Art) gehabt, den ich aber nicht bekommen habe. Ich weiß auch nicht, ob die Saison schon begonnen hat. Deshalb nahm ich mit dem Thaispargel vorlieb, der ebenfalls streichholzdünn ist.

Der, den ich erwischt hatte, hatte ein intensives Nussaroma, das wunderbar mit der genauso nussig schmeckenden Guanciale harmonierte. Den Ratschlag von Eric Werner, dem ehemaligen Koch aus der dem ehemaligen Zwei-Sterne-Tempel Résidence im Ohr, die Carbonara noch mit zitrone abzurunden, interpretier ich dahingeghend, dass ich das Ganze noch mit einem fruchtigen Bärlauch-Minze-Limetten-Pesto garnierte.

Rezept: Strozzapreti alla carbonara mit Thaispargel und Bärlauch-Minze-Limetten-Pesto

250 g Strozzapreti
2 Eier
50 g geriebener Parmesan
Muskat, weißer Pfeffer, zerstoßene Korianderkörner
125 g Guanciale und einige dünne Streifen
1-2 Knoblauchzehen
200 g Thaispargel
Pfeffer, Salz, Rapsöl
1-2 EL Bärlauch-Minze-Limetten-Pesto

Thaispargel kurz in Salzwasser blanchieren. Blanchierwasser auffangen und darin die Nudeln nach Vorschrift al dente kochen. Ein Tasse Nudelkochwasser zurück halten.
Eier mit geriebenem Parmesan und Gewürzen verquirlen.
Guanciale in Würfel schneiden. Mit den Knoblauchzehen auslassen in etwas Rapsöl auslassen. Knoblauchzehen entfernen. Gar gekochte Nudeln darin schwenken, bis sie Geschmack angenommen haben.
In eine Zweiten Pfanne einige dünne Streifen Guanciale knusprig braten. Blanchierten Thaispargel darin etwas anbraten.
Verquirlte Ei-Käse-Mischung über die nicht mehr ganz heißen Nudeln geben, mit etwas Nudelkochwasser geschmeidig machen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Auf einen vorgewärmten Teller geben. Strozzapreti all carbonara mit dem Thaispargel, gebratenen Guanciale-Streifen, Parmesan-Spänen und Bärlauch-Minze-Limetten-Pesto garnieren.

Rezept: Bärlauch-Minze-Limetten-Pesto
klick hier

Machte das Gericht zur urbanen Landhausküche:
Weißburgunder Metropole Ruhr 2014 vom Pfälzer Weingut Messmer.


Donnerstag, 23. März 2017

Ruhrgebiet: Feierabendmarkt-Saison 2017 beginnt



Moltke Markt in Bochum

Der Moltke Markt auf dem Springerplatz in Bochum hat in der Wochenmarkt-Szene des Ruhrgebiets eine Revolution ausgelöst, als er sich vor vier Jahren freitagnachmittags als Feierabendmarkt mit gastronomischem Angebot etablierte. Zahlreiche Städte zogen in den nächsten Jahren nach, mit mehr oder weniger Erfolg. Die Kunden gewöhnten sich schnell an die unorthodoxen Öffnungszeiten am Nachmittag, kommen sie doch ihren Bedürfnissen entgegen. Markthändler, die ihre Arbeitszeit aber an den traditionellen Wochenmärkten am Vormittag ausrichten müssen, kommen jedoch an die Grenzen der Belastbarkeit.

Einige Feierabendmärkte wie der Moltke Markt finden auch den Winter über statt. Für die meisten jedoch beginnt jetzt im Frühling die Saison. In diesem Jahr gibt es zwei Neuzugänge. Ab 30. März 2017 findet auf dem Weberplatz in der Essener Innenstadt jeweils freitags ein Feierbandmarkt statt. Ab 20. April 2017 wird die Öffnungszeit des traditionellen Bauernmarktes auf dem König-Heinrich-Platz bis 20 Uhr ausgeweitet und von 15 bis 21 Uhr gibt es ein gastronomisches Angebot.

Um auf die große Genussbereit-Übersicht über die Feierabend- und Wochenmärkte im Ruhrgebiet zu kommen, bitte hier klicken.

Dienstag, 21. März 2017

Neu: Grill Store in Dortmund-Wickede. Von wegen größte Pommesbude Deutschlands.



 Halbes Hähnchen im Grill Store

Da fällt doch der Genießer auf einen alten Jahrmarkts-Reklame-Trick à la „Der größte Zwerg der Welt“ rein und fährt über dreißig Kilometer weit, um eine Pommesbude zu besuchen. Mit dem Spruch „Die größte Pommesbude Deutschlands“ haben Torsten Gralla und Kay Fräder nämlich geschafft, die Eröffnung ihres zweiten Grill Store in Dortmund-Wickede zu einem Medienereignis hochzusterilisieren, wie es auf Fußballdeutsch heißt. Kampagne gelungen, kann man sagen. Sicherlich, so ganz klein ist der coole Laden nicht, aber groß?

Aber es gab auch noch einen anderen Grund, weshalb ich die Strapaze der Fahrt an den nordöstlichen Rand des Ruhrgebiets-Universums auf mich nahm. Als ich noch als kleiner Junge in Essen-Frohnhausen wohnte, so Anfang der 60-er Jahre des letzten Jahrhunderts, passierte dort etwas Sensationelles. Es machte die erste Imbissbude weit und breit auf. Sowas kannte man vorher nicht, es wurde zuhause gegessen, was bei Muttern auf den Tisch kam. Höchstens gab es beim Weihnachtseinkauf auf der Kettwiger Straße mal eine Bratwurst, aber das hielt man eigentlich auch für rausgeschmissenes Geld.

Im Angebot hatte die Bude halbe Hähnchen, dazu gab es Kartoffelstäbchen mit einem Namen, den keiner aussprechen konnte – nur meine großen Schwestern, die schon Französisch in der Schule hatten. Damit wollte man den Erfolg des Wienerwald imitieren, der ersten Systemgastronomiekette, die sich in Deutschland langsam etablierte. Erst später kam die Curry- bzw. Bratwurst dazu, als man merkte, dass man auch eine kleinere Verpflegungseinheit als das halbe Hähnchen in Angebot haben musste. Das Wort Hamburger sollte noch fünfzehn Jahre lang die Bezeichnung für Einwohner einer norddeutschen Hafenstadt bleiben.

Was ist schon groß? Halbes Hähnchen

Daran musste ich denken, als ich jetzt den ruhrgebietstypischen Spruch von der „größten Pommesbude Deutschlands“ hörte. Ganz nostalgisch gestimmt, ließ ich im Grill Store das Burger-Angebot links liegen und bestellte in der etwas unorganiserten Hektik des Grand Openings ein halbes Hähnchen mit Krautsalat und lecker Malzbier. Das Hähnchen war gar nicht übel, schön zart und saftig (bis auf die Brust), die Haut scharf gegrillt und knusprig. Als Aromasignatur fand ich im halben Bauch des Huhns sogar einen echten Rosmarinzweig.

Aromasignatur: Rosmarin im Bauch

So sehr mir das Hähnchen mundete, nochmal fahre ich die dreißig Kilometer nicht wieder. Da nützt auch das Handy-Verbot, das der Laden proklamiert, nichts. Es haben sich viele nicht dran gehalten.


Grill Store. Wickeder Hellweg 93, Dortmund-Wickede. www.grillstore. info

 Restroom-Idyll: Bier- oder Seifenschaum?


Genussbereit auf Facebook 14



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Hier eine Übersicht der Beiträge anderer Web-Seiten, die in den letzten 4 Wochen nur dort verlinkt worden sind.


Hafenkneipe "Zum Anker" in Duisburg wieder da. Klick hier
Neues "Block House" in Essen. Klick hier
Interview zur Schließung der "Insel" in Essen. Klick hier
Rundgang über die Whisky'n'more in Hattingen. Klick hier
Dr. T Burger Labs in Essen. Klick hier
Feierabendmarkt in Duisburg ab Ostern. Klick hier
Neubau der Bergmann-Brauerei in Dortmund. Klick hier
Erster Feierabendmarkt in Essen. Klick hier
Lieferservice bei McDonald's. Klick hier
Gastro-Änderungen an der Kleppingstraße in Dortmund. Klick hier
Neuer Standort für den Dienstagsmarkt in der Hattinger Altstadt. Klick hier
Plan für Markthalle in Bochum. Klick hier
Bier namens "Mücke" aus Essen. Klick hier
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Größte Pommesbude Deutschlands in Dortmund. Klick hier

Montag, 20. März 2017

Urbane Landhausküche: Surf’n’Turf │ Pilzrisotto │ Sbrinz │ Zitronenchampignons │ Sauerampfer │ Möhrenchips



Ich glaube, ich habe keinen Sbrinz mehr gegessen, seit ich vor fast 12 Jahren in der seligen Résidence ein Seminar über Schweizer Käse mitmachte. Damals erfuhr ich, dass diese Hartkäsespezialität aus der Innerschweiz der „Vater des Parmesans“ sei, denn die die Käsemacher rund um die italienische Stadt Parma hätten das Rezept für ihren Parmiggiano Reggiano schon im Mittelalter von den Schweizern übernommen, um daraus ihre eigene Käselegende zu machen, die das Original zumindest außerhalb der Schweiz längst verdrängt hat.

Schweizer-Käse-Seminar in der Résidence vor zwölf Jahren.

Der geschmackliche Unterschied der beiden Sorten resultiert also nicht aus der Machart, sondern aus der unterschiedlichen Flora der Regionen. Und das im doppelten Sinn des Wortes. Die Gräser, Blümchen und Kräuter, die die Schweizer Kühe fressen, sind andere als die in der italienischen Emilia-Romagna, und auch die Bakterienflora, die die Käsereifung beeinflusst, ist in der Po-Ebene eine andere als im Hochgebirge. Gourmets gilt der Sbrinz selbstverständlich als die bessere Wahl.


Sbrinz: nur echt mit dem Prockelmesser.

Als jetzt beim Käse-Karsten im Bochumer Bio-Markt ein Stück Sbrinz in der Theke lag, konnte ich nicht widerstehen und kaufte es für einen Klassiker der Genießer-Küche: Rinderfilet mit Pilzrisotto.

Landhausküche urban

Doch diesmal variierte ich die Angelegenheit, ganz im Sinne meiner neuen Rezept-Kategorie „Urbane Landhausküche“. Das Bio-Rinderfilet, in das meinen halben Lebensmitteletat der kommenden Woche investierte, breit ich auf beiden Seiten 4 Minuten an und stellte es dann für 10 Minuten bei 100 Grad in den Ofen. Ich ergänzte es mit ein paar King-Prawn-Garnelen zu einem Sur’n’Turf. Die Garnelen briet ich mit ein paar Fenchelsamen als Aromat, bis sie rot waren und flambierte sie dann mit Cognac.

Fürs Risotto (Rezept hier), in das eingeweichte Steinpilze und frische Champignons kamen, nahm ich diesmal nur die Hälfte der Champignons. Die andere Hälfte schnitt ich blättrig und dünstete sie in Butter mit etwas Zitronensaft in einer Pfanne weich. Und statt Parmesan kam halt Sbrinz ins Risotto. Der zog übrigens, als das Reisgericht etwas abkühlte, Fäden wie der Fonduekäse bei Asterix. Das hatte ich mit Parmesan noch nie erlebt.

Noch ist der Sauerampfer zart:
Urbane Landwirtschaft in Balkonien

Anstelle des traditionellen Feldsalats marinierte ich ein paar junge Blätter Sauerampfer aus dem Blumentopf mit Balsamico und garnierte sie mit in der Pfanne gebratenen Chips von blauen und normalen roten Möhren.


Sonntag, 19. März 2017

Kult(ur)-Weinmesse 2017



Feierliche Wein-Atmosphäre im Steeler Stadtgarten.

Die Grand Tour durch die Hausmessen, die einige Weinhändler im Ruhrgebiet am Vorabend der ProWein jedes Jahr traditionell veranstalten, bleibt wohl ein Traum. Zu eng ist das Zeitfenster und zu groß sind die Entfernungen zwischen Herne, Wuppertal und Essen, die schon kaum mit dem Auto schnell genug zu bewältigen wären, geschweige denn mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Auch die Einrichtung eines Wein-Shuttles würde da nicht viel nutzen.

Möglich wäre es gestern gewesen, die schon am Vormittag beginnende Internationale Hausmesse in der Weinzeche in Essen-Kray und anschließend die Kult(ur)-Weinmesse von Rolf Kaspar im Stadtgarten von Essen-Steele zu besuchen. Doch wegen des deprimiernden Dauerregens konnte sich der Genießer erst am späten Nachmittag dazu aufraffen, das Haus zu verlassen. Also blieb es bei dem Besuch der Kult(ur)-Weinmesse.

Frank Spiegel vom Weingut Ellermann-Spiegel

Und die Laune stieg sofort, als ich die feierlichen Räumlichkeiten des Steeler Stadtgartens betrat. Nicht nur, dass ich alte Bekannte traf. Frank Spiegel vom Weingut Ellermann-Spiegel, Björn Steinemann von Pompaelo Wines und Katie Jones, die Engländerin mit der Domaine in Südfrankreich, begrüßten mich mit ihren neusten Jahrgängen, was schon eine Menge Spaß machte. Rolf-Kaspar-Chef Thilo Marquass empfahl mir auch, seine Apulien-Kollektion zu probieren.

Leser des Blogs „Genussbereit“ wissen vielleicht, dass mein Leidenschaft für Wein durch den Salice Salentino aus eben jener süditalienischen Weingegend geweckt wurde (klick hier). Seitdem hat sich der Weinbau im italienischen Stiefelbasatz aber enorm entwickelt, und die Primitivo-Traube hat mit wunderbaren Trinkweinen die Gastronomie in Deutschland erobert.

Süditalienische Lebensfreude: Die Vertreter von Cignomoro und A-Mano

Und so nahmen mich die Primitivo-Kreationen der Weingüter Cignomoro und A-Mano zur Brust, betörende, fruchtig-süße und würzige Gaumenschmeichler mit mächtiger Oberweite. Besonders der Vecchia Vigne 80 von Cignomoro, immerhin zum Preis von 26,50 Euro, war überwältigend, während der Primitivo von A-Mano durch sein hervorragendes Preis-Leistungsverhältnis bestach.

 Meine Entdeckung.

Meine große Entdeckung war jedoch der Graupert Grauburgunder trocken vom österreichischen Weingut Michlits-Meinklang im Burgenland an der ungarischen Grenze. Vorgestellt wurde der Wein mit viel Engagement von Iganzio Amante von der Weinhandlung Enopolio in Bottrop.

Die Demeter-Bauernfamilie Michlits gehört zu den Pionieren des ökologischen Weinbaus in Osterreich. Ihre Marke „Meinklang“ setzt sich zusammen aus dem ersten Buchstaben ihres Namens und dem Wort Einklang, das für Einklang mit der Natur steht. In ihrem Betrieb bauen sie nicht nur Wein an, sondern auch anderes Obst und Gemüse; zudem haben sie 80 Rinder.

Grauburgunder in Orange

Der Graupert Grauburgunder geht jedoch über die normale Vorstellung von ökologischer Arbeitsweise weit hinaus. Graupert bedeutet, dass der Weinberg nicht beschnitten wird, sondern die Rebstöcke sich selbst ans Terroir anpassen können. Zudem wird der Wein als Orange Wine ausgebaut, d.h. wie ein Rotwein mit den Schalen vergoren. So kommt das Paradoxon zustande, dass man tatsächlich einen Grauburgunder von orangener Farbe im Glas hat. Mich überzeugte die kräftige Grauburgunder-Nase mit ihrer üppigen floralen Aromenvielfalt sofort; im Mund war der Wein dann etwas verhaltener. Doch das machten die wunderbaren Bilder von einer intakten Natur, die die Geschichte des Weins bei mir auslösten, sofort wieder wett.

 Für die Kultur zuständig: das Bochumer Trio "Behind Blue Eyes".
Im Glas: Grenache von der Domaine Jones.

Alle Weine erhältlich bei: www.kaspar-spirituosen. de


Samstag, 18. März 2017

1. - 9. April 2017: 3. Tag der deutschen Spitzengastronomie




In der Woche vom 1. bis zum 9. April 2017 laden über 100 hochdekorierte Restaurants in ganz Deutschland ein. Ziel der Aktion mit besonderen Menü-Aktionen ist es, so die Initiatorin Uta Bühler vom Branchenblatt „Sternklasse“ in Essen, die Hemmschwelle für die gehobene Gastronomie zu überwinden.

Aus dem Ruhrgebiet nehmen vom Niederrhein bis ins westfalische Lünen 16 Lokale teil, darunter die Sterne-Restauranst Rosin, Goldener Anker und Schote.


Hier eine Liste aller Restaurants aus dem Ruhrgebiet.
Westermann’s, Lünen
Schreiner’s Essen & Trinken, Bochum
La Grappa, Essen
Schote, Essen
Parkhaus Hügel, Essen
Da Omero, Essen
Gummersbach, Essen
Krans im Katzenstein, Hattingen
Heiner’s Gelsenkirchen
Hackbarth’s Restaurant Oberhausen
Gasthof Berger, Bottrop
Goldener Anker, Dorsten
Rosin, Dorsten
Op de Poort, Rees
Kurlbaum, Moers
Jedermann, Moers
Weitere Informationen bei „Sternklasse“. Klick hier.