Donnerstag, 31. Mai 2018

Kulinarischer Altstadtmarkt 2018: Fronleichnam in Hattingen



Eggers' Himbeerbowle vor der St.Georgs-Kirche

Seit dem mittlerweile in Vergessenheit geratenen Kulturhauptstadtjahr 2010 besucht der Genießer alljährlich die Gourmetmeilen, in den Sommermonaten die kulinarische Identität des Ruhrgebiets dokumentieren. Keine anderen kulinarischen Veranstaltungen können es mit ihrer Publikumsreichweite so mit anderen populären Events wie Fußballspielen oder Popkonzerten aufnehmen wie diese Straßenfeste, bei denen sich die Spitzenrestaurants der jeweiligen Stadt und Umgebung gemeinschaftlich präsentieren.

Um auch im achten Jahr immer noch hungrig genug zu sein, zum Essen in die weitläufigen Provinzen des Ruhrgebiets zu fahren, hat sich der Genießer einfach selbst überlistet. Für den heutigen Feiertag hatte er einfach nichts eingekauft, das er für einen illustren Schmaus auf dem heimischen Balkon hätte kochen können. Als ihn heute Mittag dan trotz de hochsommerlichen 30 Grad der Hunger zwackte, machte er sich auf den Weg – Nicht zum Matjesfest nach Duisburg, nicht nach nach „Castrop kocht über“, sondern zum „Kulinarischen Altstadtmarkt" nach Hattingen, aufgrund der herrlichen Fachwerkkulisse des St.Georg-Kirchplatzes sowieso eine seiner Lieblingsgourmetmeilen.

Bespielt wird der KAM von vier der wichtigsten Landhgasthöfen des Ennepe-Ruhr-Kreises – Diergardts, Eggers, Weiß, Haus Kemnade (sogar ein Wasserschloss!), An der Krüpe - und dem griechischen Restaurant Poseidon -, der das großartige kulinarische südliche Hinterland des Mittleren Ruhrgebiets bildet. Und so gab es an Fronleichnam ein großartiges Mittagessen in urlaubsreifer Atmosphäre für den Genießer.

Die Hattingia wacht über das
Hirschkalbscarpaccio von An de Krüpe

Gute Tradition ist es, den Rundgang über den KAM wie jedes Jahr mit dem Hirschkalbscarpaccio mit Spargelsalat und hausgebeiztem Hirschhschinken von An de Krüpe zu beginnen. Das hauchdünn aufgeschnittene Wildfleisch ist erfrischend un aroamtisch, der Sprgelsalat überüberzeugt diesmal mit einer sanften Senf-Vinaigrette.


Grün-rosa-weiße Symphonie bei Diergardts:
Label Rouge-Lachs auf grünem Gemüse mit Büffelmozzarelle

Bei Diergardts hatte ich es eigentlich auf die Bratwurst abgesehen, die aus dem Fleisch der Charolais-Rinder des langjährigen Küchenchefs des Hauses an der Bochum-Herner-Stadtgrenze gezüchtet werden bestehen und von der Rügener Landschlachterei mit geräuchertem Paprika veredelt wird.
Aber als sich sah, wie ein Label-Rouge-Lachsfilet unter einer grünen Kräuterkruste auf einem ebenfalls grünen Gemüsebett aus Spargel, dicken Bohnen, grüner Sauce, Pesto und weißem Büffelmozzarella zu einer grün-rosa-weißen Symphonie angerichtet wurde, musste ich umdisponieren. Und sollte es nicht bereuen. Das Gericht war großartig – obwohl der Lachs vielleicht ein wenig zu lange warmgehalten worden war, was bei seiner Qualität aber nicht viel ausmachte.

Ganz schön retro: Bratwurst mit Piccalilly

Auf die Bratwurst musste ich übrigens nicht verzichten. Friedel Diergardt spendierte mir eine Probierportion, nicht zuletzt um „Piccalilly“ vorzuführen, mit dem sie retromäßig serviert wird. Das ist eine Art Relish nach holländischem Vorbild aus eingelegten Gemüsen, Mayo, Kukurma und englischem Senfpulver, deren Rezept der Senior schon in seiner Lehre in den 1950-er Jahren kennen gelernt hatte.

Portion für Schwerstarbeiter:
Strudelsäckchen auf Perlhuhnbrust

So vorgesättigt ging’s dann weiter nach Eggers, ebenfalls ein Stand, wo der Genießer immer wieder gerne andockt. Die beiden gestapelten Schnitzel Wiener Art aus Jungschweinfilet, die ein Gast vorbei trug, waren doch etwas zu üppig, ebenfalls das Surf’n’Turf aus Bärlauchgarnelen und Kalbsfleischklößchen. Und so entschloss ich mich für das Strudelsäckchen auf Perlhuhnbrust mit buntem Salat und Ingwersauce. Aber auch das stellte sich als eine Portion für Schwerstarbeiter heraus. Auf der üppigen, kompakten Perlhuhnbrust thronte das Strudelsäckchen. Wenn man es öffnete, purzelten bunte gelbe Linsen und Senfsaat heraus wie einst die Goldmünzen aus den Geldsäcken der Kaufleute, die die schönen Häuser der Hansestadt Hattingen im Mittelalter erbaut hatten. Das war witzig, aber aufessen konnte ich das unmöglich. Und so blieb die Hälfte liegen.

Säckchen mit gehaltvoller Füllung

Aber zum Glück gab es ja noch Eggers‘ Himbeerbowle, mit der alles herrlich herunter gespült werden konnt5e.

Für die anderen Stände blieb leider keine Magenkapazität mehr übrig. Aber vielleicht kann man ja noch einmal auf dem Kulinarischem Altstadtmarkt einkehren. Er geht ja noch bis Sonntag.

Kulinarischer Altstadtmarkt Hattingen. St.Georgs-Kirchplatz. Noch bis 3.5.2018. Alle Infos hier.

Übersicht über alle Gourmetmeilen im Ruhrgebiet 2018 klick hier.

Wochenplan: Kulinarische Termine vom 1.6. - 7.6.2018



Dominiert wird das lange Fronleichnamswochenende von der Gourmetmeile "Castrop kocht über", dem "Kulinarischen Altstadtmarkt" in Hattingen und dem Matjesfest in Duisburg - diese Veranstaltungen bieten fröhliches kulinarisches Entertainment unter freiem Himmel. Und am Kiserbrunnen in Dortmund trifft sich die Nachbarschaft aus dem Kaiserstraßenviertel am Sonntag zum Schlemmen.
Aber auch die Freunde des gepflegten Menüs kommen auf ihre Kosten. Die Kochquintette im Dortmund, Duisburg und im Vest präsentieren ab Freitag ihre Monatsmenüs Juni, darunter das neue Sternerestaurant Ratssuben im Ratshotel Haltern.
An bewusste Konsumenten richtet sich der Politische Salon im Café Central im Essener Grillo Theater am Montag. Dort wird über die "Essbare Stadt" diskutiert.

bis 23.6.2018
Spargelsaison in NRW

bis 3.6.2018
Gourmetmeile
Castrop kocht über
Castrop-Rauxel, Am Markt

bis 3.6.2018
Gourmetmeile
Kulinarischer Altstadtmarkt
Hattingen, St.-Georgs-Kirchplatz

bis 3.6.2018
Matjesfest
Duisburg, Innenstadt

1.6. - 30.6.2018
Dein Kochquintett Dortmund
Monatsmenü Juni
Dortmund, Cielo

1.6. - 30.6.2018
Dein Kochquintett Duisburg
Monatsmenü Juni
Duisburg, Akazienhof

Daniel Georgiev von den Ratsstuben
1.6. - 30.6.2018
Dein Kochquintett Kreis Vest
Monatsmenü Juni
Haltern, Ratsstuben im Ratshotel

3.6.2018
Kaiserschmarrn
Picknick am Kaiserbrunnen
Dortmund, Kaiserbrunnen

4.6.2018
Politischer Salon
Essbares Essen
Essen, Café Central im Grillo Theater

6.6. - 10.6.2018
Gourmetmeile
Dortmund à la carte
Dortmund, Hansaplatz

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Gourmetmeilen im Ruhrgebiet 2018. Klick hier

Montag, 28. Mai 2018

Fronleichnams-Wochenende 2018: Gourmetmeilen in Castrop-Rauxel, Hattingen und Duisburg



Das lange Wochenende über den Fronleichnamstag ist das erste große Gourmetmeilen-Happening des Jahres 2018 im Ruhrgebiet. Das Große Freiluft-Fressen beginnt bereits am Mittwoch Abend. Am 30.5. startet mit „Castrop kocht über“ zum 28. Mal eine der traditionsreichsten Gourmetmeilen im Ruhrgebiet. Acht Gastronomen der aus der Region, darunter so klangvolle Namen wie das Castroper „Parkbad Süd“ und der legendäre Dortmunder Biergarten „Tante Amanda“, tischen auf dem Markt in der Castroper City auf. Für Ablenkung vom Teller sorgt ein umfangreiches Musikprogramm.

Am Fronleichnamstag startet dann der „Kulinarische Altstadtmarkt“ in Hattingen. Der Platz rund um die St-Georgs-Kirche mit seinen historischen Fachwerk- und Schieferhäuschen ist sicherlich die stimmungsvollste Kulisse für eine Gourmetmeile im Ruhrgebiet. Fünf der bekanntesten Landgasthäuser des EN-Kreises, Eggers, Diergardts, Weiß, An de Krüpe, und das griechische Restaurant Poseidon sorgen für bestes kulinarisches Entertainment.

Ob man das Matjesfest in Duisburg als Gourmetmeile bezeichnen kann, sei einmal dahin gestellt. Aber schon seit über zwanzig Jahren feiern die Duisburger ihre regionales Street-Food-Festival in holländisch anmutender Kirmes-Atmosphäre Über 100.000 Matjesfilets gehen dabei über die Theken der Stände – und das in ausgezeichneter Qualität.


Castrop kocht Über. Castrop-Rauxel, Markt. 30.5. ab 18 Uhr, 31.5. – 3.6.2018 jeweils ab 11 Uhr. Infos hier
Kulinarische Altstadtmarkt. Hattingen, St.Georgs-Kirchplatz. 31.5. – 3.6.2018 jeweils ab 12 Uhr, außer Fr ab 17 Uhr. Infos hier.
Matjesfest. Duisburg, Königstraße (Innenstadt). 31.5. -3.6.2018, Do und So ab 12 Uhr, Fr und Sa ab 10 Uhr. Infos hier

Sonntag, 27. Mai 2018

„Gastronomie Hufeisen“ auf der Rennbahn in Dortmund-Wambel: Ja wo laufen se denn?



Stilvoll ausgestattes Foyer im Hufeisen

Wenn etwas als Statussymbol für eine Stadt gelten kann, dann sind das seit eh und je die Sportstätten. In Dortmund ist das heutzutage der Signal Iduna Park, in früheren Zeit Westfalenstadion geheißen, mit 81.360 Zuschauerplätzen der größte Fußballplatz in Deutschland.

Empfangscocktail mit Aussicht 

So wie früher

Die Theke, postmodern

Zu Kaisers Zeiten war es die Galopprennbahn in Dortmund-Wambel, die die Kombi-Funktion aus Volksvergnügen und Strunzbau erfüllen musste. Noch heute beeindrucken die vor dem ersten Weltkrieg entstandenen imposanten, unter Denkmalschutz stehenden Bauten für den Pferdesport, die in den 1920-er Jahren noch um die Tribünen erweitert wurden. Doch der Pferderennsport lockt längst nicht mehr die Massen wie früher. Zwar finden immer noch Galopprennen statt, aber das Trainingsgelände wird abgewickelt und für den Wohnungsbau verkauft; die Tribünen sollen aber erhalten bleiben. Das Innenfeld wird als Golfplatz genutzt.




Auf der Rennbahn: Loriot feat. Wilhelm Bendow

Auf der Rennbahn: Matthias Hesse und Andrew Carruthers

Immerhin sind die Gebäude noch die Heimat von mehreren Gastronomien. Die am westlich gelegenste ist das „Hufeisen“, das vor Kurzem von Andrew Carruthers und Matthias Hesse übernommen wurden. Letzte Woche luden die beiden Hotelfachleute zu einem kleinen Presstermin, um ihr Schatzkästchen vorzuführen. Das Eingangsfoyer mit Garderobe und beeindruckenden Toilettenzugängen, der große Saal mit dem namensgebenden Hufeisen in Kanzelform, aus dem einst die Sieger ausgezeichnet wurden, und die einzigartige, zur Rennbahn liegende Terrasse atmen nach wie vor die Atmosphäre der guten alten Zeit. Man hat das Gefühl, jeden Moment auf den legendären Komiker Wilhelm Bendow zu stoßen, der im Jahr 1946 mit seinem legendären Radiosketch „Auf der Rennbahn“ die Frage „Ja wo laufen se denn?“ zu einem geflügelten Wort der deutschen Sprache gemacht hat. In den 1970er Jahren legte Loriot diesen Sketch seinen nicht wenig legendären Knollennasenmännchen als Großzitat in den Mund - und es entstand ein Kunstwerk der Postmoderne, wie es das „Hufeisen“ auf innenarchitektonischem Gebiet werden könnte.

Nicht nur zum Frühstück: frische Milch zum Kaffee

Bis es soweit ist, müssen die Gäste mit dem gelungenen Frühstücksangeboten vorlieb nehmen. Sonntags gibt es ein Schlemmerbüffet für 16,90 Euro, alles inklusive einschließlich der Getränke. Donnerstags, zum Trödelmarkt auf dem großen Parkplatz vorm Haus, und an jenen Sonntagen, wenn Floh- oder Antikmärkte sind, gibt es das Trödler-Frühstück für 6,90 Euro.

Restauranttester bei der Arbeit.
Hier die Kollegen vom neuen Blog frühstücksliebe.de
vor gebratenem Leberkäs (unter den Spiegeleiern) mit Bratkartoffeln.

Beim Pressetermin taten sich der Genießer und seine Kollegen jedoch an den bierbegleitenden Speisen gütlich, die wie aus der guten alten Zeit stammten. Zum Beispiel der Stramme Max, zwei Spiegeleier mit rohem Schinken auf Graubrot (4,20 Euro), Schnitzel Wiener Art oder Gebratener Leberkäs mit Bratkartoffeln (11,90 Euro) oder Hufeisen’s Burger (,9,90 Euro).

 Strammer Max vor historischer Trbüne

Schnitzel Wiener Art

Hufeisen's Burger

Farblich passend: englischer Cider

Im Nachhinein könnte sich der Genießer in Bauch beißen, warum er nicht den Toast Hawaii (4,20 Euro, Ananas mit Schinken überbacken mit Käse) bestellt hat. Vermutlich wären dann nicht nur Wilhelm Bendow und Loriot, sondern auch noch Clemens Wilmenrod, der erste deutsche Fernsehkoch und Erfinder dieses Klassikers der Deutschen Küche, zum postmodernen Presseschmaus aufgetaucht.

Gastronomie Hufeisen, Rennweg 70, 44143 Dortmund -Wambel . Tel 0231/13010026. Mo-Mi 16-21 Do 6-14 u. 16-21 Fr 16-21 Sa, So 10-21 Uhr. Infos auf Cityrestaurants. de und unter www. gastronomie-hufeisen.de



Samstag, 26. Mai 2018

Mülheim: Last Exit Pereira



José António Pereira begrüßt die Slowfoodies aus Bochum

Hoffentlich wird das nicht zur Gewohnheit. Kurz, nachdem der Genießer neulich das Restaurant „Himmel un Äd“ des ehemaligen Résidence-Küchenchefs Eric Werner in Köln besucht hatte (klick hier), kam heraus, dass es geschlossen wird. Die neuen Besitzer des Hotels im Wasserturm hatten entschieden, dass sie die sensationelle Location über den Dächern der Domstadt in Zukunft anders nutzen wollen als mit einem Sternerestaurant.

Und nun schon wieder. Nach Jahren hatte der Genießer die Freunde von Slow Food Bochum endlich überzeugen können, einen Ausflug in das portugiesische Restaurant „Pereira“ in Mülheim an der Ruhr zu machen. Doch als die muntere Truppe schließlich in dem schmucken Eckhaus an der Mellinghofer Straße eintrudelte, kam heraus, dass es der vorletzte Tag des Restaurants war. José António Pereira und sein Frau Liesel haben sich entschlossen, den Laden am 27.5.2018 nach zehn Jahren zu schließen.

Dabei war das letzte Menü, das wir serviert bekamen, einfach fantastisch: moderne portugiesische Küche nach allen anspruchsvollen Regeln des Fine Dining zubereitet, mit traditionellen landestypischen Zutaten wie Stockfisch, Migas und Bolacha Maria. Und alle Bestandteile hausgemacht, die Fonds selbst gezogen, das Gemüse selbst geschnippelt, der Stockfisch selbst gewässert. Das ist die unabdingbare Basis für das kulinarische Selbstverständnis von José António Pereira.

Aber genau das ist auch der Grund, warum er jetzt das Restaurant schließt. Er hat ganz einfach kein Personal gefunden, dass in der Lage war, ihn handwerklich und anspruchsmäßig in der Küche entlasten zu können. Und alles ganz allein zu machen, wurde auf die Dauer einfach zu viel.

Aber dennoch müssen die Feinschmecker in Mülheim und den Rest des Ruhrgebiets in Zukunft nicht auf Pereiras Kochkünste verzichten. Die Peireras eröffnen am 21. Juni 2018 in der Zeppelinstraße 1a ein Delikatessengeschäft, in dem die portugiesischen Produkte und viele Kreationen aus dem Restaurant als fertig zubereitete Gerichte für zu Hause gekauft werden können (klick hier).

Am gestrigen Freitag genossen die Slowfoodies aber noch einmal die „Henkersmahlzeit“ vor Ort im sonnigen Pereira – und waren einfach nur begeistert.

Das Menü

Aperitif
Weißer Port mit Tonic

Gruß aus der Küche
Gurkensüppchen mit Joghurt

Erfischend-fruchtige weiße Weingebegleitung

Duett von Pulpo und Thunfisch an bunten Blattsalaten

Gazpacho Alentejano
Eine wunderbar erfrischende kalte Gemüsesuppe

Bacalhau á lagareiro
Stockfisch mit Tomaten, Olivenöl, Knoblauch und Kräutern
So duftig kann Stockfisch zubereitet werden!

Geschmorte Bäckchen vom Ibericoschwein
mit mediterranem Gemüse und Migas
Migas ist eine traditionelle Beilage aus Brot, ähnlich dem deutschen Semmelknödel, aber erstaunlich leicht.

Bolacha Maria Creme
mit Ananas und hausgemachtem Vanilleeis
Bolacha Maria ist eine portugiesische Spezialität aus Kondensmilch, die hier mit Keksen zu einem feinen Dessert verarbeitet wurde.




Donnerstag, 24. Mai 2018

Feiertagsessen: Frühlingsgemüse mit Ragout vom Eifeler Urlamm zu Pfingsten




Ein Post aus dem Jahr 2011 taucht immer wieder im Frühjahr in der Liste der zehn meistbesuchten Rezepte auf: Lammragout mit Frühlingsgemüsen aus dem Kochbuch des französischen Kochs Roger Vergé, der vor einigen Jahren im provenzalischen Mougins eine Restaurant betrieb (klick hier). Dieses Rezept kam mir immer vor wie er Inbegriff einer klassischen bürgerlichen Küche. In der Herstellung recht einfach, bei den Zutaten wie den Gemüsen der Saison und der eher als unedel geltenden Lammschulter eigentlich unspektakulär, aber äußerst schmackhaft. 2011 trank ich einen Cru Bourgeois aus St.Estèphe dazu, eine Kombination, die ich ebenfalls sehr klassisch fand.

Schulter vom Eifeler Urlamm

So beschloss ich, das Gericht zu Pfingsten 2018 noch einmal zuzubereiten. Ich machte mir die Mühe, Lammschulter vom Eifeler Urlamm zu besorgen. Eifeler Urlamm ist ein Handelsname, unter dem das FrischeParadies in Essen das Lammfleisch der Züchterfamilie Lammers aus Euskirchen vermarktet. Familie Lammers setzt die Eifeler Tradition der Schafzucht fort und hat bei ihren sog. Einola-Lämmern Eigenschaften herausgearbeitet, wie sie bei den alten Lammrassen, die noch nicht für die Wollproduktion zurechtgezüchtet wurden, vorhanden waren. Die Einola-Lämmer sind robuste, selbständige und genügsame Tiere, die nicht geschoren werden müssen, ohne Antibiotika auskommen und sich bestens zur Landschaftspflege eignen. Entsprechend erstklassig ist das Fleisch, das relativ wenig Fett aufweist. Dennoch musste ich eine ganze Menge Fett wegschneiden, um die Fleischwürfel zum Schmoren vorzubereiten.

Wichtiger Bestandteil des Gerichtes sollten die Frühlingsgemüse sein. Das waren diesmal andere als 2011. Es gab noch keine Dicken Bohnen, so dass ich mit zwei großen Handvoll frischen Erbsenschoten auswich; die ausgepuhlten Erbsen blanchierte ich in Salzwasser.

Frühlingsgemüse: Erbsen, Mairübchen (Navetten), Spargel, Karotten

Leider war der sog. Wilde Spargel, unter welchem Namen die Blütenstände des Pyrenäenmilchsterns im FrischPeradies angeboten wurden, ziemlich schlapp; genauso wie die lilafarbenen Miniatur-Ur-Möhren, die gut zum Urlamm gepasst hätten. So ließ ich beides liegen und nahm ein Päckchen des immerhin knackigen, dünnen grünen sog. Thaispargels mit und ganz normale Karotten. Recht schön waren die lilafarbenen Navetten bzw. Mairübchen.

Die Navetten hobelte ich in dünne, Carpaccio-artige Scheiben, die Karotten schnitt ich in längliche Stücke. Alle Gemüse schmorte ich nicht wie im alten Rezept in der Fleischsauce fertig, sondern blanchierte sie nacheinander im Erbsenwasser, bis sie weich waren, aber noch Biss hatten. Vor dem Servieren verpasste ich ihnen in der Grillpfanne, gewürzt mit Salz, Zucker und hinterher etwas Pfeffer bzw. Piment d‘ espelette,, das hübsche Tigerentenmuster.

Die gesalzenen Fleischwürfel briet in einem Bratentopf rundum scharf an und nahm sie wieder heraus. Im verblieben Öl und Fett schmorte drei gewürfelte Zwiebeln, zwei Karotten, ein Mairübchen und eine Sardelle kräftig an, gab das Fleisch wiederhinzu, bestäubte alles mit einen Esslöffel Mehl und rührte um, bis da Mehl nicht mehr zu sehen war. Dann füllte ich den Topf mit der Gemüse-Blanchier-Brühe auf, bis das Fleisch knapp bedeckt war, gab drei geviertelte Tomaten, zwei zerquetschte Knoblauchzehen, einen Bund Thymianzweige und ein Lorbeerblatt hinzu und stellte ihn bei 110 Grad für etwa eineinviertel Stunde in den Ofen. Danach war das Fleisch tatsächlich schon weich, aber die Tomaten hatten noch ihre Form. ich erhöhte die Temperatur auf 160 Grad und ließ alles noch zwanzig Minuten im Ofen. Dann hatten sich die Tomaten aufgelöste und das Fleisch zerging saftig auf der Zunge.

Ich klaubte die Fleischstücke aus dem Topf, goss die Sauce durch ein Sieb und kochte sie um ein Drittel ein. Die ausgekochten Schmorgemüse, Tomatenschalen und Thymianzweige warf ich weg. Dann gab ich das Fleisch wieder in die Sauce und hielt das Ganze in der Restwärme des Backofens warm.

Angerichtet

Zum Servieren gab ich die gegrillten Gemüse auf eine Platte und tat etwas Fleisch dazu. Separat wurden das restliche Fleisch und die Sauce samt in der Schale gekochten, gepellte und in der Grillpfanne geröstete Drillinge dazu gereicht.


Die Weinbegleitung war diesmal kein Cru Bourgeois, aber auch eine Bordeaux. Ich fand im Keller noch einen 2000er Chateau de Chantegrive aus den Graves, der mit seinen fast 18 Jahren auf dem Höhepunkt seiner Reife war.

Hier geht es noch einmal zum Originalrezept. Klick hier.

Anfangs hatte ich als Gemüse ein Leipziger Allerlei nach Henriette Davidis im Sinn. Deshalb besorgte ich auch Flusskrebse, die dann aber nicht mehr zum Einsatz kamen.



Wochenplan: Kulinarische Termine vom 25.5. - 31.5.2018




bis 23.6.2018
Spargelsaison in NRW

bis 31.5.2018
Dein Kochquintett Dortmund
Monatsmenü Mai
Dortmund, Emil

bis 31.5.2018
Dein Kochquintett Duisburg
Monatsmenü Mai
Duisburg, Cocon am Rhein

bis 31.5.2018
Dein Kochquintett Kreis Vest
Monatsmenü Mai
Waltrop, Gasthaus Stromberg

bis 27.5.2018
Weine vor Freude
Bochum, Rotunde

25.5. - 27.5.2018
Street, Food and Music Festival
Datteln, Neumarkt

26.5.2018
Führung durch den Arbeitergarten mit Kostprobe
Stielmus
Dortmund, Zeche Zollern, 15 Uhr

26.5. - 27.5.2018
Asian Food Festival
Dortmund, Galopprennbahn

26.5. - 27.5.2018
Hopfen und Malz
Brauen in der Museumsbrauerei
Hagen, LWL-Freilichtmuseum

30.5. - 3.6.2018
Gourmetmeile
Castrop kocht über
Castrop-Rauxel, Am Markt

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Gourmetmeilen im Ruhrgebiet 2018. Klick hier


Mittwoch, 23. Mai 2018

Festival „Weine vor Freude 2018“ startet heute in Bochum



Zu sechsten Mal startet heute „Weine vor Freude Das urabne Weinfestival“ in Bochum. Seit letztem Jahr findet das Spektakel wieder in der Rotunde am Bermudadreieck statt, nachdem zuvor wegen Umbauarbeiten auf das Jahrhunderthaus ausgewichen werden musste.

Der heutige Opening Event bringt ein Novum. Gemeinsam mit den Gästen wird eine eigenständige Weincuvée zubereitet.

Morgen, Donnerstag, findet ein WineThursday in der der Bier(!)-Kneipe Trinkhalle am Kortländer statt, und am Freitag startet dann die große Weinmesse in der Rotunde mit 50 Winzern und Weinhändlern.

Weine vor Freude, 23.5. – 27.5.201, Bochum, Rotunde
Infos zur Opening Event 23.5.2018 auf Facebook. Klick hier
Infos zum WineThursday 24.5.2018 auf Facebook. Klick hier
Infos zur Weinmesse 25.5. - 27.5.2018. Klick hier

Montag, 21. Mai 2018

Genussbereit auf Facebook 28



Genussbereit ist auch auf Facebook vertreten. Klick hier
Hier eine Übersicht der Beiträge anderer Web-Seiten, die in den letzten 4 Wochen nur dort verlinkt worden sind.


Dortmunder Bier: Die Geschichte des Stößchens. Klick hier
Erster Regionalmarkt in Gelsenkirchen. Klick hier
Duisburg: Spargel aus Mündelheim. Klick hier
GE-Bräu: Bier aus Gelsenkirchen. Klick hier
Ruhrgebiet: Ausflugsziel Bauernhof. Klick hier
Bochum: Der Balkon des Genießers. Klick hier
Wien: Die Gräfin vom Naschmarkt. Klick hier
Jubiläum: Die Ravioli in der Dose. Klick hier
Wahl: Die schönsten Biergärten in Gelsenkirchen. Klick hier
Wahl: Die schönsten Biergärten in Bochum. Klick hier

Samstag, 19. Mai 2018

Das Spargel-Gourmet-Festival erstmals in der Essener Innenstadt gestartet



Der Spargel im Zeichen des Essener Doms.
Hier mit Schweinelendchen und Sauce Hollndaise vom Gladbecker Jammerkrug.

In den letzten Jahren ist der Pfingst-Ausflug nach Hof Umberg in Kirchhellen für den Genießer eine liebe Tradition geworden – bietet das Spargel-Gourmet-Festival neben zahlreichen Spargel- und Erdbeergerichten schließlich die schöne Gelegenheit, auch in idyllischer Umgebung eine kräftige Brise Landluft zu schnuppern.

Der Kaiser auf der Erdbeere.
Dessert von "La Turka".

Doch in diesem Jahr ist es anders. Um einem Verkehrschaos durch die Sperrung der A 31, über die zahlreiche Gäste nach Hof Umberg kommen, zu entgehen, entschlossen sich die fünf Gastronomen des Spargel-Gourmet-Festivals sowie Bauer Umberg, ihre Zelte diesmal in der Essener Innenstadt aufzuschlagen. Schließlich sind drei von ihnen Mitglieder im Verein „Essen genießen“, der auch die große Gourmetmeile „Essen verwöhnt“ bestreitet.

Bauer Umberg hat auf der Kettwiger Straße
einen ambulanten Hofladen aufgebaut.

Die Eröffnung des „Spargel-Gourmet-Festivals 2018“ fand bereits am gestrigen Freitagnachmittag statt. Und obwohl das Wetter gar nicht so übel war und sich an den Ständen sogar Schlangen gebildet hatten, war der Genießer doch ein wenig enttäuscht. Die imposante Kulisse von „Essen verwöhnt“ im Hinterkopf, machte das „Spargel-Gourmet-Festival“ doch einen etwas verlorenen Eindruck. Die drei Essener Restaurants „Trüffel da Diego“, „La Turka“ und „Kiepenkerl“ und boten Gerichte in bekannter Gourmetmeilen-Qualität – genauso wie die das Hotel-Restaurant „Jammertal“ aus Gladbeck und die Bio-Fleischerei Scharun aus Bottrop. Dennoch fehlten dem Genießer im Angebot jene Spitzen, die die Bezeichnung „Gourmet“ im Festival-Namen rechtfertigen.

Doch man muss sehen. Über Pfingsten soll es ja bombiges Wetter geben, und vielleicht machen die Gäste an den Feiertagen ihren kulinarischen Ausflug mit dem gleichen Enthusiasmus in die Essener City wie in den letzten Jahren aufs Land nach Kirchhellen.

Das Spargel-Gourmet-Festival findet noch bis Pfingstmontag, 21.5.2018, tägl. ab 12 Uhr in Essen auf der Kettwiger Straße zwischen Lichtburg und Dom statt. Infos hier.

Am Eröffnungstag
 



Frisch für zu Hause: Erdbeeren und Spargel


Donnerstag, 17. Mai 2018

Wochenplan: Kulinarische Termine vom 18.5. - 24.5.2018



Am Pfingstwochenende steht das Schlemmen im Ruhrgebiet im Zeichen des Spargels. Ab Freitag und über die Feiertage findet das Spargel-Gourmet-Festival von Hof Umberg und "Essen genießen e.V."  ausnahmsweise auf der Kettwiger Straße in Essen statt, und auch in der Duisburger Innenstadt wird am Samstag das 5. Spargelfest gefeiert. Pfingsturlauber, die den Kummer über das Ende der Ferien wegspülen wollen, können das ab nächsten Mittwoch in Bochum auf dem Festival "Weine vor Freude" tun.

bis 20.5.2018
Ausstellung
Pizza is God
Düsseldorf, NRW Forum

bis 23.6.2018
Spargelsaison in NRW

bis 31.5.2018
Dein Kochquintett Dortmund
Monatsmenü Mai
Dortmund, Emil

bis 31.5.2018
Dein Kochquintett Duisburg
Monatsmenü Mai
Duisburg, Cocon am Rhein

bis 31.5.2018
Dein Kochquintett Kreis Vest
Monatsmenü Mai
Waltrop, Gasthaus Stromberg

18.5. - 19.5.2018
Die größte Seafood-Theke im Ruhrgebiet
Essen, FrischeParadies

18.5. – 21.5.2017
Spargel Gourmet-Festival
Essen, Domplatz Kettwiger Straße
Das Fest muss ausnahmsweise von Bottrop nach Essen verlegt werden.
 
18.5. - 21.5.2018
Street, Food and Music Festival
Herne, Robert-Brauner-Platz

19.5.2018
5. Duisburger Spargelfest
Duisburg, Bauernmarkt Heinrich-König-Platz

23.5. - 27.5.2018
Weine vor Freude
Bochum, Rotunde

Wochen- und Feierabendmärkte im Ruhrgebiet. Klick hier
Gourmetmeilen im Ruhrgebiet 2018. Klick hier

Montag, 14. Mai 2018

Pfingsten 2018: Spargel-Gourmet-Festival in Essen



Rainer Bierwirth von "Essen genießen e.V."
und Spargelbauer Jörg Umberg

Seit im Jahr 2010 das Spargel-Gourmet-Festival erstmals stattfand, hat es sich als einer der großen kulinarischen Publikumsmagnete im Ruhregebiet erwiesen. Drei Essener Gastronomen vom Verein „Essen genießen e.V.“ zogen nach Bottrop-Kirchhellen auf den Spargelhof von Bauer Umberg, um gemeinsam mit zwei ortsansässigen Gastronomen den über die Pfingstfeiertage den Saisonprodukten Spargel und Erdbeere zu huldigen. Hof Umberg war dafür ideal, schließlich ist der große landwirtschaftliche Betrieb Lieferant für regionale Produkte von Edeka und damit in der Lage, den Ansturm der Gäste mengen- und organisationsmäßig zu bewältigen. 2018 stellt sich dabei jedoch ein Problem: Die Ausfahrt der A 31 Bottrop-Kirchhellen, die die Anfahrt nach Hof Umberg so einfach macht, ist in diesem Jahr wegen Bauarbeiten gesperrt. Um dem zu erwartenden Verkehrschaos zu entgehen, entschlossen sich die Veranstalter von „Essen genießen e.V.“, das „Spargel-Gourmet-Festival 2018“ nach Essen zu verlegen.

Also verwandelt sich am kommenden Pfingstwochenende die Kettwiger Straße am Burgplatz zwischen Lichtburg und Dom in einen innerstädtischen Spargelhof: Bauer Umberg baut einen ambulanten Hofladen mit Spargelschälmaschine auf, und die Essener Gastronomen La Turka, Trüffel da Diego und Kiepenkerl sowie die Biometzgerei Scharun aus Bottrop und das Hotel-Restaurant Jammerkrug aus Gladbeck verwöhnen die Gäste mit Gerichten rund um Spargel und Erdbeere in gewohnter Gourmetmeilen-Qualität.

Das „Spargel-Gourmet-Festival 2018“ auf der Kettwiger Straße in Essen beginnt in diesem Jahr bereits am Freitag, den 18. Mai um 16 Uhr und geht bis einschließlich Pfingstmontag, den 21. Mai, dann täglich ab 12 Uhr. Alle Infos und Speisekarten hier klicken

Hier geht's zum Bericht vom Eröffnungstag. Klick hier