Sonntag, 27. Mai 2018

„Gastronomie Hufeisen“ auf der Rennbahn in Dortmund-Wambel: Ja wo laufen se denn?



Stilvoll ausgestattes Foyer im Hufeisen

Wenn etwas als Statussymbol für eine Stadt gelten kann, dann sind das seit eh und je die Sportstätten. In Dortmund ist das heutzutage der Signal Iduna Park, in früheren Zeit Westfalenstadion geheißen, mit 81.360 Zuschauerplätzen der größte Fußballplatz in Deutschland.

Empfangscocktail mit Aussicht 

So wie früher

Die Theke, postmodern

Zu Kaisers Zeiten war es die Galopprennbahn in Dortmund-Wambel, die die Kombi-Funktion aus Volksvergnügen und Strunzbau erfüllen musste. Noch heute beeindrucken die vor dem ersten Weltkrieg entstandenen imposanten, unter Denkmalschutz stehenden Bauten für den Pferdesport, die in den 1920-er Jahren noch um die Tribünen erweitert wurden. Doch der Pferderennsport lockt längst nicht mehr die Massen wie früher. Zwar finden immer noch Galopprennen statt, aber das Trainingsgelände wird abgewickelt und für den Wohnungsbau verkauft; die Tribünen sollen aber erhalten bleiben. Das Innenfeld wird als Golfplatz genutzt.




Auf der Rennbahn: Loriot feat. Wilhelm Bendow

Auf der Rennbahn: Matthias Hesse und Andrew Carruthers

Immerhin sind die Gebäude noch die Heimat von mehreren Gastronomien. Die am westlich gelegenste ist das „Hufeisen“, das vor Kurzem von Andrew Carruthers und Matthias Hesse übernommen wurden. Letzte Woche luden die beiden Hotelfachleute zu einem kleinen Presstermin, um ihr Schatzkästchen vorzuführen. Das Eingangsfoyer mit Garderobe und beeindruckenden Toilettenzugängen, der große Saal mit dem namensgebenden Hufeisen in Kanzelform, aus dem einst die Sieger ausgezeichnet wurden, und die einzigartige, zur Rennbahn liegende Terrasse atmen nach wie vor die Atmosphäre der guten alten Zeit. Man hat das Gefühl, jeden Moment auf den legendären Komiker Wilhelm Bendow zu stoßen, der im Jahr 1946 mit seinem legendären Radiosketch „Auf der Rennbahn“ die Frage „Ja wo laufen se denn?“ zu einem geflügelten Wort der deutschen Sprache gemacht hat. In den 1970er Jahren legte Loriot diesen Sketch seinen nicht wenig legendären Knollennasenmännchen als Großzitat in den Mund - und es entstand ein Kunstwerk der Postmoderne, wie es das „Hufeisen“ auf innenarchitektonischem Gebiet werden könnte.

Nicht nur zum Frühstück: frische Milch zum Kaffee

Bis es soweit ist, müssen die Gäste mit dem gelungenen Frühstücksangeboten vorlieb nehmen. Sonntags gibt es ein Schlemmerbüffet für 16,90 Euro, alles inklusive einschließlich der Getränke. Donnerstags, zum Trödelmarkt auf dem großen Parkplatz vorm Haus, und an jenen Sonntagen, wenn Floh- oder Antikmärkte sind, gibt es das Trödler-Frühstück für 6,90 Euro.

Restauranttester bei der Arbeit.
Hier die Kollegen vom neuen Blog frühstücksliebe.de
vor gebratenem Leberkäs (unter den Spiegeleiern) mit Bratkartoffeln.

Beim Pressetermin taten sich der Genießer und seine Kollegen jedoch an den bierbegleitenden Speisen gütlich, die wie aus der guten alten Zeit stammten. Zum Beispiel der Stramme Max, zwei Spiegeleier mit rohem Schinken auf Graubrot (4,20 Euro), Schnitzel Wiener Art oder Gebratener Leberkäs mit Bratkartoffeln (11,90 Euro) oder Hufeisen’s Burger (,9,90 Euro).

 Strammer Max vor historischer Trbüne

Schnitzel Wiener Art

Hufeisen's Burger

Farblich passend: englischer Cider

Im Nachhinein könnte sich der Genießer in Bauch beißen, warum er nicht den Toast Hawaii (4,20 Euro, Ananas mit Schinken überbacken mit Käse) bestellt hat. Vermutlich wären dann nicht nur Wilhelm Bendow und Loriot, sondern auch noch Clemens Wilmenrod, der erste deutsche Fernsehkoch und Erfinder dieses Klassikers der Deutschen Küche, zum postmodernen Presseschmaus aufgetaucht.

Gastronomie Hufeisen, Rennweg 70, 44143 Dortmund -Wambel . Tel 0231/13010026. Mo-Mi 16-21 Do 6-14 u. 16-21 Fr 16-21 Sa, So 10-21 Uhr. Infos auf Cityrestaurants. de und unter www. gastronomie-hufeisen.de



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