Donnerstag, 15. November 2018

Neu im Dortmunder Kreuzviertel: Mai’s Kuchenbar



Miss Mai und Herr Dorsch

Miss Mai, die eigentlich Frau Chen heißt, und Herr Dorsch verwandeln schon seit einiger Zeit das Dortmunder Kreuzviertel mit ihrem kleinen chinesischen Restaurant auf der Lindemannstraße in das romantische Shanghai, wie es heutzutage in China längst nicht mehr existiert. Jetzt haben sie das klassische „Miss Mai“ um „Mai’s Kuchenbar“ mit gerade einmal 16 Sitzplätzen erweitert – anscheinend nicht zuletzt, weil offensichtlich ist, wie erfolgreich die Erweiterung des koreanische Restaurant „Namu“ auf der Olpe um ein Café ist.



Shanghai im Kreuzviertel

Auf den ersten Blick wirkt die ostasiatische Kuchenkultur für den mitteleuropäisch geprägten Kaffeehausbesucher ziemlich strange – lediglich die Briten mit ihrer kolonialen Vergangenheit haben bislang solcherlei exotische Aromen und Konsistenzen in ihre Naschtraditionen aufgenommen. Hierzulande ist so etwas erst durch die Street-Food-Bewegung der letzten Jahre in Mode gekommen.

So darf man sich nicht wundern, dass man in „Mai’s Kuchenbar“ Törtchen aus Karotten, Süßkartoffeln, schwarzem Klebreis und Azukibohnen findet. Aber keine Angst: Glücklich machen diese exotischen Kreationen genauso wie eine Buttercrèmetorte oder eine Nutellabrot.

Vor ein paar Tagen luden Miss Mai und Herr Dorsch zu einem spätnachmittäglichen Pressefrühstück ein und präsentierten dem staunenden Genießer und einigen Kollegen ihre wunderlichen wie wunderbaren Kreationen für Frühstück und Tea Time.

Frühstück 

Sojamilch aus eigener Herstellung
Tee von Datteln und Gojibeeren - schön nussig

Pfannkuchen mit Ei, Schinken, Sojapaste und Salat
Scones mit Yuzu-Honig und Schwarzer-Tee-Crème

Reis, Hackfleisch mit Sojacreme und Salat
 Eggs Benedict mit Sojacreme-Hollandaise und Scones

Sandwiches wahlweise mit schwarzem Klebreis,
Mascarponecreme und Mango
oder Banane, Erdnusscrème und Bacon


Tea Time oder Kaffeezeit

Törtchen mit Süßkartoffelcrème
Erfrischende Yuzu-Crème mit Perle

Matcha-Crème mit Früchten
Mürbeteig mit goldenr Pecan-Nuss

Mille-Feuille aus Pfannkuchen
Macchiato trifft Nuss


Mai’s Kuchenbar. Lindemannstr. 15, 44137 Dortmund. 0231/33992795. Tägl. 9-19 Uhr außer Mittwoch. Infos unter ww w.missmai.de und auf Cityrestaurants.

Kennzeichnung: Der Genießer bedankt sich für die Einladung zum Pressefrühstück.

Wochenplan: Kulinarische Termine vom 15.11. - 22.11.2018



Ob man Weihnachtsmärkte als kulinarische Veranstaltungen verbuchen sollte, sei einmal dahingestellt. Jedenfalls gibt es da jede Menge zu naschen und auch manch gutes Produkt. Am 14.11.2018 beginnt die  diesjährige Saison im Ruhrgebiet mit den Weihnachtsmärkten in Duisburg und Essen, und dann geht es munter weiter.
Rein kulinarisch geht es jedoch bei "NRW - Das Beste aus der Region" im Rahmen der Messe "Heim und Handwerk" in Essen zu. Hier präsentieren Handelsunternehmen, Regionalinitiativen, Werbegemeinschaften, Schutzgemeinschaften, Direktvermarktende Betriebe und Erzeuger aus NRW sich und ihre Produkte. 


Foto: Messe Essen
15.11. - 18.11.2018
Messe
NRW - Das Beste aus der Region 
Essen, Messe

15.11. - 30.12.2018
Weihnachtsmarkt
Duisburg, Innenstadt
Infos hier

16.11. - 23.12.2018
Internationaler Weihnachtsmarkt
Essen, Innenstadt

22.11. - 30.12.2018
Veganer Weihnachtsmarkt
Duisburg, Münzplatz

22.11. - 23.12.2018
Weihnachtsmarkt
Bochum, Innestadt

22.11. - 30.12.2018
Weihnachtsmarkt
Dortmund, Innenstadt

Mittwoch, 14. November 2018

Restaurantführer „Bochum geht aus 2019“ erschienen



Ruhrgebietsschicksal: Der Herner OB Frank Dudda
präsentiert "Bochum geht aus"

Man merkte dem Herner Oberbürgermeister Frank Dudda durchaus die (freudige) Irritation an, dass die Präsentation der 2019er Ausgabe von „Bochum geht aus“ ausgerechnet in seiner Heimatstadt stattfand. Die Überblick Medien hatten am Montag zur Präsentation des Restaurantführers ins Parkhotel Herne geladen, und der OB hielt eine Laudatio.

Routiniers bei der Arbeit: Chefredakteur Tom Thelen
und Projektleiter Marc Lorenz

Blättert man das 148 Seiten starke Heft im Zeitschriftenformat durch, so könnte man durchaus zu dem Schluss kommen, dass der Titel „Das Mittlere Ruhrgebiet geht aus“ weitaus treffender wäre. Unter den über 250 Restaurants und kulinarischen Adressen, die im Heft kommentiert werden, liegt der Schwerpunkt zwar auf Bochum, viele befinden sich aber in den umliegenden Städten. So stammen die Spitzenreiter aus der Nachbarstadt Hattingen: Die Top Ten „Gourmetrestaurants“ führt „Diergardt’s Kühler Grund“ an, die Top Ten „Gehoben“ das „Landhaus Wegermann“. Und das Titelbild ziert die „Gute Stube im Parkhotel Herne“.

Dabei ist Bochum doch eine gastronomisch brodelnde Stadt. Mit der Privatbrauerei Moritz Fiege, dem Niggemann Food Frische Markt und vor allem mit dem Bermudadreieck ist die Perle des Reviers schließlich die Heimat von einzigartigen „Leuchttürmen“ der Branche – und dennoch wirkt es so, als schmore man hier nur im eigenen Saft. Symptomatisch dafür scheinen die beiden Neueröffnungen zu sein, die in „Bochum geht aus 2019“ vorgestellt werden (obwohl sie bei Redaktionschluss den Betrieb noch gar nicht aufgenommen hatten). Der „Hopfengarten“ an der Hattinger Straße erlebt eine verjüngende Wiederbelebung – unter dem Schutzschirm von Fiege von dem alten Hasen Hans-Jörg Hausberg, der zuvor 17 Jahre lang das „Kolpinghaus“ in der Innenstadt bekocht hat. Und in den Räumlichkeiten des ehemaligen "Orlandos" wird „Der Grüne Gaul“ neu aufgezäumt. Einstmals war das Orlando Aushängeschild des Ehrenfelds als eine Art Gegen-Bermudadreieck– jetzt wird die Location dem Livingroom-Imperium einverleibt.

 Die Helden des Abends: Chefredakteur Tom Thelen, Serjar Barzani, Orazio und Adriana Di Vita, Somchai Seangsrichan, Marc Lorenz, Jörg Mucha (Beckmannshof), Thorsten Brodal (Parkhotel)

Dass die Fähigkeiten der Gastronomen im Einzugsgebiet weitaus vielschichtiger sind als die Salatschüsseln, die „Bochum geht aus 2019“ als große kulinarische Neuigkeit in der Region deklariert, zeigten die Gerichte, die auf der Vorstellungsparty gereicht wurden. Einen Schuss Innovation brachte die Idee, die Gänge von eigens darauf abgestimmten Cocktails von Pearlz by Barzani begleiten zulassen.

Garnelensuppe mit pürierten Shrimps, Sahne, Ananas und rotem Curry
Somchai Seangsrichan - Restaurant Sukhothai

Cocktail: Smash von Teese
Triple Sec, Ingwer, Minze, Zitrone, Vanille Sirup, Angostura Bitter, Muskatnuss

Filet von der Fjordforelle auf Basilikum-Kartoffelsalat mit confierte Kirschtomaten und Olivensalsa
Jörg Mucha - Hotel Beckmannshof

Cocktail: Gin Basil Smash
London Dry Gin, Basilikum, Zitronensaft, Zuckersirup

Cannelloni di Branzino mit Seebarsch gefüllt und mit Parmesan überbacken
Orazio und Adriana Di Vita - Pasta Di Vita

Cocktail Navarro Sour
Rum, PX Sherry, Kaffeelikör, Minze, Limettensaft, Zuckersirup, Eiweiß

Sanft gegarte Rinderschulter in Barolo-Pfeffersauce mit Grapefruit-Gremolata, jungem Lauch und Pastinake
Thorsten Brodal - Gute Stube im Parkhotel Herne
Kein Bild: Cocktail Bramble
London Dry Gin, Chambord, Brombeere, Zitrone, Vanillesirup



Dessertbuffet der beteiligten Köche 

Rausschmeißer: Die Echte Currywurst von Dönninghaus 
Begleitende Cocktails von Pearlz by Barzani


Auch im Heft: Ein Porträt des Wattenscheider Kult-Bäckers Bernd Armbrust vom Genießer mit Fotos von Daniel Sadrowski

Bochum geht aus 2019. 148 Seiten. Überblick Medien. Erhältlich im guten Zeitschriftenhandel und hier im Internet.


Sonntag, 11. November 2018

Gault&Millau 2019: Landhaus Köpp in Xanten und Haus Stemberg in Velbert die besten Restaurants im Ruhrgebiet



In diesen Tagen erscheint der der Restaurantführer Gault Millau für das Jahr 2019. In der neuen Ausgabe werden 1026 Adressen beschrieben und bewertet. Eine Übersicht des Bereiches von 16-19 Punkten finden Sie auf der Internetseite „Gourmetwelten“ (klick hier).

Demnach ist mit 19,5 von 20 Punkten Tim Raue (Berlin) das beste Restaurant in Deutschland. Ihm folgen mit 19 Punkten Hotel Bareiss im Schwarzwald (Baiersbronn), Restaurant Haerlin im Fairmont Hotel Vier Jahreszeiten (Hamburg), Falco (Leipzig) und Steinheuers Restaurant „Zur Alten Post“ (Bad Neuenahr-Ahrweiler).

Die bestplatzierten Restaurants im Ruhrgebiet sind mit 17 Punkten das Landhaus Köpp in Xanten. (Hier ein - allerdings nicht mehr ganz aktueller - Genussbereit-Bericht.) Und Haus Stemberg in Velbert (Genussbereit-Bericht hier).

Mit 16 Punkten wurden im Ruhrgebiet ausgezeichnet: Rosin (Dorsten) Palmgarden (Dortmund, Genussbereit-Bericht hier), Hannappel (Essen), La Grappa (Essen, Genussbereit-Bericht hier), Kurlbaum ( Moers) und Am Kamin (Mülheim an der Ruhr, Genussbereit-Bericht hier). Der ebenfalls mit 16 Punkten ausgezeichnete Akazienhof (Duisburg) musste seine Pforten schon wieder schließen.
(Angaben ohne Gewähr.)

Gault Millau 2019, 768 Seiten, ZS Verlag München, 39.99 Euro

Freitag, 9. November 2018

Essen: Erika Bergheim ist Köchin des Jahres 2019 im Schlemmer Atlas



Erika Bergheim wurde auf der Gala des Busche-Verlages in Berlin ausgezeichnet.
Foto: BrauerPhotos / G.Nitschke

Die Essener Spitzenköchin Erika Bergheim wurde vom Restaurantführer Schlemmer Atlas zur „Köchin des Jahres 2019 gewählt. “Seit 1997 arbeitet die 57-Jährige ununterbrochen im Schlosshotel Hugenpoet in Essen Kettwig. Als Küchenchefin erkochte sie 2009 für das damalige Hotelrestaurant NERO einen Michelinstern, und wiederholte das 2017 für das Nachfolgerestaurant Laurushaus.

Der Schlemmer Atlas begründet seine Wahl u.a. folgendermaßen: „Mit ihrer offenen, unaufgeregten Art versteht es Erika Bergheim auch, Menschen und Kontraste zu vereinen. Davon profitiert ihre Küche, ihr Team und die Atmosphäre im Restaurant. Dort werden edle Produkte aus aller Welt mit Regionaltypischem vereint - schließlich ist Erika Bergheim auch offizielle Genuss-Botschafterin des Ruhrgebiets.“

Genussbereit gratuliert!

Donnerstag, 8. November 2018

Novemberessen: Pizzoccheri nach Genießerart



Eigentlich werden die Pizzoccheri im südschweizerischen Puschlav-Tal mit Wirsing gegessen, doch als der Genießer in der Gemüseabteilung vom Biomarkt stand, lagen da nur Riesenköpfe, so dass er auf Rosenkohl umschwenkte. Den gab es lose, und so konnte ich mich genau mit der haushaltsüblichen Menge eindecken, die ich als genügsamer Esser (hört, hört!) auch tatsächlich verkrafte.

Zutaten: Rosenkohl, Kartoffeln, Nudelteig aus
Buchweizenmehl, Fontona-Käse

Das einfache Traditionsgericht ist sowieso eine recht nahrhafte Sache und eignet sich deshalb gut für kalte Herbst- oder Wintertage, wenn es sowas heutzutage überhaupt noch gibt. Die Abwesenheit von Speck, eigentlich ein Hauptbestandteil solch bergbäuerlicher Gerichte, zeigt, dass es seinen Ursprung in einer wirklichen Arme-Leute-Küche hat. Das teuerste war der Käse, den ich verwendete: Fontina, ein zartschmelzender Bergkäse aus dem norditalienischen Aostatal und etwas geriebenen Trentingrana, eine Parmesanvariante aus Südtirol.

Zutaten für den Teig: Buchweizenmehl, Dinkelmehl, Ei, Wasser, Salz 

Pizzoccheri sind Nudeln aus Buchweizenmehl, unter das zur besseren Bindung noch etwas Weißmehl, in diesem Fall aus Dinkel, gemischt wird. Die Pizzocheri werden gemeinsam mit Kartoffeln und Kohl gekocht, mit Salbei-Knoblauch-Zwiebel-Butter und dem Käse verfeinert. Eine urgesunde Sache: Die Nudeln aus dem Pseudogetreide Buchweizen und der alten Getreidesorte Dinkel sind leicht verdaulich und sorgen mit den Kartoffeln für die Kohlehydrate-Basis, der Kohl für die Vitamine und Käse und Butter für das nötige Fett, um alles bei der Verdauung aufzuschließen. Darüber hinaus schmeckte es ganz wunderbar und erinnerte mich an den Rosenkohlauflauf, der seit Studententagen zu meinen Klassikern gehört (klick hier).

Nudeln fertig zum Kochen

Dazu trank ich den letzten Rest des Barolo Sorano von Ascheri aus dem Jahr 2000 (klick hier). Der Flasche war mittlerweile seit vier Tagen offen. Der Wein hatte also eine Menge Luft bekommen, und die mittlerweile oxidativ-ätherischen Aromen verbreiteten eine ganz eigene, wunderbare Magie.

Rezept: Pizzoccheri nach Genießerart
4 Portionen 

100 g Buchweizenmehl
50 g Dinkelmehl
1 Ei
etwas Wasser
Salz
4 festkochende Kartoffeln, z.B. Laura
500 g Rosenkohl
1-2 Zwiebeln
2 Knoblauchzehen
10 Salbeiblätter
125 g Butter
2-3 EL Parmesan, z.B. Trentingrana (nach Belieben)
100 g Fontina

Aus Buchweizen- und Dinkelmehl, etwas Salz und dem Ei einen elastischen Teig kneten. Ggf. etwas Wasser dazu geben. In Frischhaltefolie wickeln und ruhen lassen.
Kartoffeln schälen und in 1 cm große Würfel schneiden. Rosenkohl putzen und die Röschen halbieren.
Den Teig 2 mm dick ausrollen und in 0,5 cm breite Bandnudeln schneiden.
In einem großen Topf 3 Liter gut gesalzenes Wasser zum Kochen bringen. Die Kartoffelwürfel hineingeben und 5 Minuten kochen lassen. Dann den Rosenkohl dazu geben und ebenfalls 5 Minuten kochen lassen. Schließlich die Pizzoccheri dazugeben und alles noch einmal 10 Minuten kochen lassen.
In der Zwischenzeit ein bis zwei Zwiebeln schälen und in dünne Ringe schneiden. Knoblauch ebenfalls schälen und in Scheiben schneiden.125 g Butter in einer großen Pfanne auslassen und Zwiebeln und Knoblauch darin goldgelb braten. Salbeiblätter vorsichtig frittieren, einige zum Garnieren frisch zurückbehalten. Die gebratenen Zwiebelringe aus der Butter fischen und auf Küchenkrepp abtropfen lassen.
Wenn, Kartoffeln, Nudeln und Rosenkohl gar sind, abgießen und in die Pfanne mit der Butter geben, mit geriebenem Parmesan bestreuen und bei milder Hitze etwas braten lassen. In dünne Streifen geschnittenen Fontina darüber streuen, Deckel auf legen und die den Käse schmelzen lassen. Auf vorgewärmte Teller geben, mit den gebratenen Zwiebeln und Rosmarinblättern garnieren.

 Portion ohne extra Zwiebeln


Sonntag, 4. November 2018

Novemberküche: Wenn die Morcheln Trauer tragen oder Maronengnocchi mit Herbsttrompeten, Steinpilzen und einem alten Barolo



Gnocchi aus Maronen und Kartoffeln mit exquisiter Pilzbeilage

Morilles de la mort, Morcheln des Todes, nennen die Franzosen die Herbsttrompeten, dabei gehören die schwarzen Pilze doch zur Familie der Pfifferlingsverwandten und werden auch Toten-Trichterling genannt - sagt zumindest Wikipedia.

Herbsttrompeten

Der Genießer findet ja, dass sie sich wunderbar als Feiertagsessen für die Trauertage im November eigenen (vergl. hier und hier). Denn trotz der schwarzen Farbe schmecken sie schließlich wunderbar. Und so milderte eine Art Geröstel aus Herbsttrompeten und frischen Steinpilzen die diesjährigen Besuche der Familiengräber in Mülheim-Heißen ab. Die Unterlage dazu lieferten Maronengnocchi, Klößchen halb und halb aus Kartoffeln, Kastanien und Dinkelmehl. Das Rezept dafür hatte ich in einer TV-Sendung entdeckt.

Voll in der Kraft und morbide zugleich.
Barolo Sorano von Ascheri aus dem Jahr 2000.

Zu dem novemberlichen, waldbodenartigen Geschmack des Ganzen passte natürlich ein Barolo. Im Keller lagerte noch ein Sorano von Ascheri aus dem Jahr 2000 als ein Überbleibsel der guten alten Zeit, und der war jetzt an der Reihe. Gekauft hatte ich ihn vor 15 Jahren in der Lebensmittelabteilung von Karstadt im Rhein-Ruhr-Zentrum, zu den damaligen Lebzeiten aller eine Lieblingseinkaufsquelle meiner Familie und später dann eine wunderbare Aufmunterung für mich im Anschluss an die Friedhofsbesuche. Fleisch- und Fischtheke waren exquisit, und die Weinabteilung mit ihren kostbaren Kreszenzen hatte es mir besonders angetan. Jetzt den Barolo zu öffnen war eine Trauerarbeit der besonderen Art. Nicht nur, dass die Lebensmittelabteilung im Rahmen des Niedergangs des Karstadt-Konzerns immer schlechter wurde – sie ist seit letztem Jahr ganz verschwunden. Heute ist an gleicher Stelle ausgerechnet ein Aldi – kein Grund mehr, das Rhein-Ruhr-Zentrum zu besuchen.


Rezept: Maronengnocchi mit Herbsttrompeten, Steinpilzen

Maronengnocchi:
400 g mehlig kochende Kartoffeln
200 g vorgegarte Maronen aus der Packung
100 ml Mandelmilch
50 g Hartweizengrieß
50 g Dinkelmehl, Typ 1050
½ TL Salz
geriebene Muskatnuss
weißer Pfeffer
gemahlenes Piment
gesalzenes Wasser zum Kochen


Die Kartoffeln schälen schälen und in Salzwasser gar kochen. weich dämpfen oder kochen. Maronen in Mandelmich ebenfalls weich kochen. Maronen pürieren und zu den Kartoffeln geben. Beides mit dem Stampfer zerstampfen, Grieß und Mehl dazugeben, eventuell noch etwas Mandelmich dazu eben. Mit gerieben Muskatnuss, weißem Pfeffer und gemahlenen Piment würzen. Alles zu einem festen Teig verkneten.
Auf einem bemehlten Backbrett aus dem Teig drei Zentimeter dicke Rollen formen und in ein Zentimeter dicke Scheiben schneiden. Zu kleinen eiförmigen Gnocchi formen und mit der Gabel Rillen hineindrücken.
Genügend Wasser zum Kochen bringen, salzen. Die Gnocchi hineingeben und garen lassen, bis sie an die Oberfläche aufsteigen. Mit einem Schaumlöffel herausheben und auf Küchenpapier abtropfen lassen. Warmhalten oder vor dem Servieren etwas anbraten.


Herbsttrompeten-Steinpilz-Beilage
200 g Herbsttrompeten
100 g Steinpilze
50 g Guanciale oder durchwachsenen Speck
Schweineschmalz
1 Zwiebel
1-2 Koblauchzehen
1-2 Zweige Estragon
100 ml Rotwein
1 Ei
geriebene Muskatnuss
weißer Pfeffer
gemahlener Koriandersamen
Fontina Käse, gerieben oder in kleine Stücke geschnitten

Pilze putzen und in mundgerechte Stücke schneiden. Speck und Zwiebel würfeln, Knoblauch schälen. Schmalz in einer Pfanne erhitzen, Knoblauchzehen, Speck- und Zwiebelwürfel dazugeben und anbraten. Pilze und Estragon dazugeben ebenfalls mitbraten. Mit Rotwein ablöschen, etwas salzen und bei geschlossener Pfanne 15 Minuten durchgaren.Knoblauchzehen entfernen.
Ei mit Pfeffer, Koriandersamen und Muskat verquirlen. Käsestückchen unterrühren.
Wenn die Pilze fertig sind, etwas abkühlen lassen. Eiermasse drüber geben und verrühren.


Servieren
Gnocchi auf einen angewärmten Teller geben und mit den Pilzen übergießen.

 Maronengnocchi vor dem Garen

Erholung...

...nach dem Friedhofsbesuch.