Sonntag, 1. November 2020

Spaghetti alle vongole


Die Packung Miesmuscheln, die im Supermarkt in der Kühlung lag, war mir mit anderthalb Kilo für meine Bedürfnisse doch ein wenig zu groß, wenn auch das meiste davon natürlich von den Schalen auf die Waage gebracht wurde. Und so kaufte ich sie nicht. Doch als ich dann an der Fischtheke eine hübsche kleine Schale mit 500 Gramm Venusmuscheln sah, konnte ich nicht wiederstehen und griff zu. Das war genau die richtige Menge, um „Spaghetti alle vongole“ zu machen, jenes betörende Nudelgericht, das ich das letzte Mal bei dem sagenhaften Pressemenü bei Bruno in Dortmund gegessen hatte (klick hier). (Dass diese Packung mit einem Drittel der Menge allerdings drei Mal so viel kostete wie die Miesmuscheln, kehre ich jetzt einfach mal kurz unter dem Teppich.)

 
Vongole oder Venusmuscheln

Das Schöne an Spaghetti all vongole ist, dass man sie kochen kann, auch wenn man gar nicht kochen kann. Das Schwierigste ist ist, die Spaghetti nicht zu weich zu kochen, weil sie im Muschelsud noch nachgaren und eventuell matschig werden können. Eigentlich muss man nur die richtigen Zutaten zur Hand haben, und das sind erstaunlich wenige. Neben den Muscheln braucht man eigentlich nur etwas Olivenöl, Knoblauch und Chili zum Aromatisieren, Petersilie und Pfeffer, vielleicht noch etwas Weißwein. Knoblauch und Chili werden im Öl angebraten, dann kommt etwas Weißwein hinzu. In dieser Mischung werden die Muscheln gekocht, bis sie sich öffnen. Dann kommen die gekochten Nudeln hinzu und werden mitgeschwenkt. Mit Petersilie und Pfeffer bestreut ist das allein schon herrliches Gericht.


Zutaten für die Sauce

Ich verfeinerte die ganze Sache noch mit ein paar weiteren Zutaten, die ich mehr oder weniger zufällig im Hause hatte. Ich schmorte einige Kirschtomaten mit, bis sie aufplatzten und der austretende Saft der Sauce noch ein besondere Note gab. Über die fertigen Teller rieb ich noch etwas Orangenschale wegen der Fruchtigkeit und etwas Battarga wegen des Meeresaromas, den wunderbaren getrockneten Rogen der Meeräsche (klick hier). Fertig war ein Gericht, das zusammen mit einem Glas sizilianischen Weißweins der Rebsorte Grillo die Allerheiligen-Trübseligkeit sofort vertrieb. 

 
Im Glas: Ein Grillo aus Sizilien

 


Rezept: Spaghetti alle vongole

2 Portionen

500 g Vongole
4 EL Olivenöl
2 Knoblauchzehen, in dünne Scheiben geschnitten
½ Chilischote ohne Kerne, in dünne Streifen geschnitten
8 Kirschtomaten
0,1 l Weißwein
2 EL gehackte Petersilie
etwas Orangenschal, abgerieben
etwas Bottarga, gerieben
Pfeffer aus der Mühle
250 g Nudeln
Salz

Vongole abbrausen und abbürsten. Beschädigte oder geöffnete Exemplare wegwerfen.

Spaghetti in gut gesalzenem Wasser zwei Minuten weniger kochen als auf der Packung angegeben.

In der Zwischenzeit das Öl in deiner großen Pfanne erhitzen. Knoblauchscheiben und Chilistreifen darin anbraten. Mit einem gehörigen Schuss Weißwein ablöschen und etwas einkochen lassen. Muscheln und Kirschtomaten hineingeben, Deckel auflegen und einige Minuten köcheln lassen, bis sich die Muscheln geöffnet haben und die Tomaten geplatzt sind. Noch geschlossene Muscheln entfernen und wegwerfen. Gekochte Nudeln hinzugeben, umrühren und etwas ziehen lassen.

Spaghetti alle vongole auf tiefe, vorgewärmte Teller verteilen, mit gehackter Petersilie, und Pfeffer aus der Mühle bestreuen. Orangenschale und Bottarga darüber reiben.

Tipp: Vorsichtige Köche garen die Muscheln mit etwas Öl in einem separaten Topf und seihen den dabei entstanden Sud durch ein feines Tuch, um zu vermeiden, dass Sandreste ins Gericht gelangen. Muscheln und Sud werden anschließend in die Pfanne mit dem Knoblauch-Chili-Öl gegeben.

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