Donnerstag, 9. Juli 2009

Aus dem Archiv: Jägerhof - Wehmut im Wohnzimmer

Der Text erschien erstmals in "Essen geht aus 2009/2010".
Das Hotel hat den Restaurantbetrieb eingestellt.


Warum wird es mir immer so ganz anders ums Herz, wenn ich den Jägerhof betrete? Schon damals, als ich in Essen arbeitete, fuhr ich manchmal mit einigen Kollegen den langen Weg nach Kettwig, um in dem kleinen Speiseraum oder auf der lauschigen, überdachten Terrasse Mittag zu essen. Die familiäre Atmosphäre, die Familie Loeven nach wie vor in ihrem kleinen, biedermeierlichen 12-Zimmer-Hotel verbreitet, ergänzte die nostalgisch anmutende, hervorragende Hausmannskost in fast wehmütiger Harmonie. Immer noch ist die Mittagskarte unübertroffen. 9 Euro kosten die zweigängigen, täglich wechselnden „Stammessen“, die zusätzlich um eine weitere Mittagskarte ergänzt werden, auf der z.T. noch preiswertere Tellergerichte zu finden sind.

Die ruhrgebietstypische Mischung aus Gerichten der traditionellen gutbürgerlichen und der populären, schmackhaften und gesunden Mittelmeer-Küche findet sich auch auf der großen Karte wieder, die abends gilt. Dann wird der große Restaurantraum geöffnet. Naja, groß ist relativ, hat er doch lediglich die Ausmaße eines geräumigen Wohnzimmers. Dem Alter des Hauses entsprechend stilecht renoviert, mit einer durchbrochenen und verglasten Fachwerkwand, einem schönen alten Kachelofen und einem weißen Klavier, bietet er etwa 20 Gästen an sorgfältig eingedeckten Tischen Platz. Die schneeweiße Tischwäsche und glänzenden Gläser stehen im lebhaften Kontrast zu der roten Polsterbank, die den Raum einfasst. Dekorativ drapierte Barolo-Flaschen zeugen von Weinverstand. Dazu säuselt Norah Jones aus den Lautsprechern - ach!

Das Heimweh nach der guten, alten Zeit bringt mich dazu, so fabelhafte Sachen wie zwei Riesengarnelen ‚Provencial‘ mit kaltgepresstem Olivenöl, Zucchini, Tomaten und Knoblauch (14,90 Euro) oder Steinpilzrisotto mit Rauke und frischem Parmesan (11,50 Euro) zu ignorieren; wird doch mein Verlangen nach Mediterranem bereits durchs Amuse bouche gestillt, einer hervorragenden, knofel-süßen hausgemachten Aioli plus Frischkäsecréme und Oliven zum ofenfrischen Baguette.

Als Vorspeise gönne ich mir erst einmal eine Steinpilzsuppe unter der Capuccinohaube (5 Euro), und in der Tat, der Sahneklecks ist tatsächlich leicht mit Kaffee aromatisiert. Doch wirklich abgesehen habe ich es auf die sauren Schweinenierchen ‚Großmutter Art‘ mit Kartoffelschnee und kleinem Salat, einer vorbildlich Balsamicocréme-freien Zone (14 Euro).

Innereien findet man viel zu selten auf den Speisekarten der Restaurants. Das liegt anscheinend an der Unwissenheit des Publikums, das auf Rinderfilet, Hähnchenbrust und Schweinschnitzel fixiert ist und die Vorzüge dieser preiswerten Dinge gar nicht kennt. Gerade einmal Leber scheint akzeptiert. Dabei sind die Nierchen im Jägerhof ein Paradebeispiel dafür, wie delikat Innereien sein können. Superzart zergehen sie mir auf der Zunge, und die sämige Sauce, die für meinen Geschmack eine Spur saurer hätte sein können, lässt sich wunderbar mit dem Kartoffelschnee zu einem seidigen Brei vermischen, der Glücksgefühle verursacht wie Mutters Milch bei einem Baby.

Diese sinnliche Regression lässt sich beim Nachtisch fast noch toppen. Ich gieße die heiße Schokoladensauce, die separat zum Vanilleeis (5 Euro) serviert wird, löffelweise über das Eis, und sofort bildet sich eine süße Emulsion von betörendem Schmelz.

-kopf

Essen-Kettwig, Hauptstr. 23

Mittwoch, 8. Juli 2009

Sonntagsessen: Coq au vin

Anmerkung 25.6.2019: Alle im Text genannten Bezugsquellen gibt es nicht mehr.


Vor ein paar Wochen gab‘s bei mir Coq au vin. Der coq war ein fleischiger Roter Hahn von Bauer Mann im Odenwald, den ich bei essengenuss erstanden hatte, der vin, in dem er geschmort wurde, war ein 2006er Spätburgunder von Fritz Waßmer, gekauft bei Karstadt im Rhein-Ruhr-Zentrum Mülheim. Als Beilage gab es geschmorten Radicchio. Getrunken wurde dazu ein 2003er Côtes-de-Brouilly von der Domaine de Laroche Saint-Martin aus Claude’s Weinhandel in Dortmund.


Rezept
Coq au vin à la bourguignonne

1 Masthähnchen
100 g magerer Speck
12 kleine Zwiebeln oder entsprechende Zwiebelstücke
125 weiße Champignons
50 g Butter, 1 EL Mehl, 2 Knoblauchzehen
½ l Burgunder Rotwein
1 Kräuterstrauß aus Petersilie, Thymian und Lorbeerblatt
½ l Fleischbrühe
3 EL Cognac
Pfeffer, Salz

Hähnchen in 6 Stücke teilen und pfeffern und salzen.
Speck in kleine Würfel schneiden und fünf Minuten aufkochen, trocken tupfen.
In einem Bratentopf Speck und Zwiebeln in Butter braun braten, herausnehmen. Im selben Fett die Champignons braten und auch herausnehmen.
Hähnchenteile mit Mehl bestäuben, und im selben Fett anbräunen. Zerdrückten Knoblauch zugeben, umrühren, mit Rotwein aufgießen. Zum Kochen bringen und das Mehl auflösen. Kräuterstrauß, Speck, Zwiebeln und Champignons zugeben, mit Brühe auffüllen, bis die die Höhe der Zutaten erreicht ist. Im mittelheißen Ofen 45 Minuten langsam garen.
Die Leber des Hähnchens in feine Würfel schneiden, mit Pfeffer und Salz würzen und in Butter rasch braten. Durch ein feines Sieb drücken und mit Cognac vermischen.
Fertig gegartes Hähnchen aus dem Ofen nehmen, samt Garnitur aus dem Topf heben und warmstellen. Sauce gegebenenfalls etwas einkochen. Etwas heiße Sauce zu der Leber geben, umrühren. Die Mischung in den Topf geben und zur Bindung vorsichtig unterrühren.
Hähnchen und Garnitur wieder in den Topf geben und ggf. wieder anwärmen.Frei nach Bocuse.

RUHR.2010: Gut essen in der Nähe

Damit die Kulturhauptstadt auch für die Gastronomie ein nachhaltiger Erfolg wird, entwickelte der Arbeitskreis Kulinarik der RUHR.2010 ein Internetportal, das die Restaurantlandschaft des Ruhrgebiets erschließt. Anfang Juli präsentierten Ralph Kindel (RUHR.2010 GmbH), Axel Biermann (Ruhr Tourismus GmbH RTG) und Herwig Niggemann (Niggemann Food Frischemarkt GmbH) das Projekt, das den vorläufigen Namen „ruhrmenue“ trägt, Vertretern des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes, der IHKs im Ruhrgebiet, der städtischen Marketinggesellschaften und verschiedenen Gastronomen, Köchen und anderen Interessierten. Die Idee des Geodaten-gestützten Internetportals ist einfach und einleuchtend. Im Kulturhauptstadtjahr kann über die Internetseite der RUHR.2010 einen Gastronomieseite angesteuert werden, die zeigt, welche Restaurants es im Umfeld der viel besuchten Veranstaltungsorte gibt. Die Seite gibt Basisauskünfte wie Name, Adresse, Art der Küche und Preiskategorie sowie die Möglichkeit, per Internet Plätze zu reservieren. Über einen Link werden die Besucher zur weiteren Information auf die Seite des Restaurants geleitet. Auch für die Nachhaltigkeit ist gesorgt. Nach 2010 wird die RTG für die Erreichbarkeit des Portals sorgen.
Für die Restaurants ist die Aufnahme gratis.
Infos, wie man sich anmelden kann, unter http://www.ruhrmenue.de/

Dienstag, 7. Juli 2009

Aus dem Archiv: Handelshof Restaurant - Felix Krull im Ruhrgebiet

Der Text erschien erstmals in "Essen geht aus 2009/2010".
Das Restaurant existiert in dieser Form nicht mehr. Das Hotel Handelshof gehört heute (2024) zu den Select Hotels der NOVUM Hospitality und bietet nur noch ein Frühstücksrestaurant.

Den wilhelminischen Bau des Mövenpick Hotels Essen, der den Bahnhofsvorplatz in der Essener City so prachtvoll dominiert, kann man getrost als das Adlon der Stadt bezeichnen. So stellt man sich ein Grand Hotel vor, wuchtig und gediegen, und unter dem Namen Handelshof hat das Haus Essener Gastronomiegeschichte geschrieben. Vor dem ersten Weltkrieg war hier der Vater des Volksschauspielers Heinz Rühmann Hoteldirektor, und dass der Bau den zweiten Weltkrieg überstanden hat, grenzt fast an ein Wunder. Heute gehört das Hotel zur Mövenpick-Kette, und nicht nur deren Herkunft aus der Schweiz, dem Mutterland aller Hotelannehmlichkeiten, garantiert jeden modernen Komfort.

Das Hotel-Restaurant firmiert noch heute unter dem traditionsreichen Namen Handelshof, und die Küche hält das, was die Erfahrung eines internationalen Gastro-Konzerns verspricht. Kein Gast verlässt das Haus, ohne das es ihm schmeckt, egal von woher er kommt und welches Essen er gewohnt ist. Stolz ist man auf die eidgenössische Herkunft, die diese Welt-Norm geprägt hat. Gerichte wie Nüsslisalat mit gebratenen Waldpilzen (7,75 Euro), Eglifilets in Butter gebraten (14,85) oder Zürcher Geschnetzeltes vom Kalb (12,50 Euro) sind auf der Speisekarte mit kleinen Schweizer Flaggen markiert.

Liegt es am segensreichen Einfluss der Kulturhauptstadt RUHR.2010 liegt oder am haustypischen Standard? Jedenfalls gibt es für ausländische Besucher auf der Karte eine englische Übersetzung der Gerichte und als Tribut an die Region ein Ruhrmenü (3 Gänge 31 Euro).

Was denn an dem Menü ruhrgebietstypisch sei, möchte ich vom Kellner wissen, der mich mit einer zum Haus passenden, an die charmante Geflissenheit der Thomas-Mann-Figur Felix Krull erinnernden Perfektion bedient. „Ein gute Frage“, meint er schlagfertig, „da werde ich in der Küche einmal nachfragen.“ Kurz darauf kommt er zurück und gibt eine kurze wie erschöpfende Auskunft: „Die Komponenten des Menüs sind von hier.“

Nun denn, am gebratenen Forellenfilet mit Feldsalat in Balsamico-Dressing als Vorspeise ist nichts auszusetzen und ich mutmaße gutwillig, dass der Fisch aus dem Sauerland stammt, was ich vom Balsamico allerdings nicht hoffen will. Der Salat ist superfrisch, der Fisch tadellos à point gebraten, nur das Dressing hat eine Schärfe, die mich an eine internationale Imbisskette erinnert. Der Hauptgang trifft dann mitten ins Herz - jedenfalls die Gemüsebeilage, sorgsam in Würfel geschnittene Karotten und Kohlrabi wie sonntags bei Muttern und zusammen mit der Bratensauce und den in einer Extraschale gereichten Bratkartoffeln auch genauso lecker. Darauf thronen zwei Medaillons vom Schweinefilet im Format von Regina Hallmichs rechter und linker Faust, innen saftig und außen hellbraun. Eine solch ordentliche Portion Schwein hätte es zu Hause auch gegeben, aber kein Filet, sondern Rollbraten, und den garantiert nicht rosa. Der Nachtisch, Grießpudding mit Erdbeersalat, füllt mich dann vollends ab. Besorgt hat Felix Krull vorgeschlagen, vor dem Servieren ein paar Minuten zu warten – zur Entspannung des Verdauungstraktes.

Als ich den letzten Rest meines empfohlenen südafrikanischen Sauvignon Blanc von Iona Wines (0,2l 7,70 Euro) austrinke, bin auch ich wie jeder internationale Gast glücklich. Und ich weiß, dass das Ruhrmenü, sollte es in dieser Form im Herbst 2010 noch angeboten werden, dann ganz genauso ausfallen wird.

-kopf

Essen-City, Am Hauptbahnhof 2

Aus dem Archiv: Dreiviertel Zehn im Alten Bahnhof - Servus Schnitzelbattle

Der Text erschien erstmals in "Essen geht aus 2009/2010".
Das Restaurant gibt es nicht mehr, Heute (2024) befindet sich im Alten Bahnhof Kettwig "Pino's Bar & Restaurant.


Ist das die Zukunft des Ruhrgebiets? Da betritt man als rüstiger Mittfünfziger ein Szenelokal im Essener Süden – und stellt fest, dass man der Jüngste ist! Jedenfalls ist es gegen halb sieben so, als das chice „Dreiviertel Zehn“ Treffpunkt für verschiedene Trüppchen von Oldies ist. Schließlich gehört es seit 2006 als Bestandteil des Alten Bahnhofs zu einem Bürgerzentrum und hat somit eine soziale Funktion zu erfüllen. Übrigens: Die Senioren in Kettwig sind ganz schön gut drauf, und die jüngeren Gäste kamen so gegen acht.

Die ehemalige Bahnhofshalle ist, wie anderswo auch, in ein modernes Bistro verwandelt worden. Überall schlägt einem Wiener Charme entgegen, nicht nur in den strahlenden Augen von Kellnerin Claudia, die allerdings eine echte Essenerin zu sein scheint. Als Mineralwasser bringt sie mir vor dem Essen „Vöslauer Prickelnd“, als Kaffee hinterher einen koffeinfreien Capuccino von Meinl. „Der Chef ist Österreicher“, klärt sie mich auf.

Der Blick auf die Karte bestätigt das. Das Hausgericht „Alter Bahnhof“ ist ein echtes Wiener Schnitzel vom Kalb mit Bratkartoffeln und Rucola in Balsamico (16 Euro) und entführt den Gast in die Zeit von Kaiser Franz Joseph II. Grazer Tafelspitz mit Meerettichcreme und Kürbiskernöl (9 Euro) gibt es auch. Die Tapas-Karte geht mit Serrano Schinken, Manchego Käse und luftgetrockneter Chorizo (je 3,90 Euro) sogar zurück zu Kaiser Karl V., denn der war auch König von Spanien.

Als Vorspeise bestelle ich mir aber etwas kleines Leichtes: gebratenen grünen Spargel mit Parmesan (4 Euro). Auch hier hat der Koch anscheinend mit viel Freude eine gehörige Portion Balsamicocréme, vermutlich aus einen Weichplastikflasche, draufgedrückt, und ich bin freudig überrascht, dass die süßsaure Würze so herzhaft zu dem knackigen Spargel und dem appetitanregenden Käse passt. Unter den „Kleinen Deftigkeiten“ regt die „Schnitzelbattle“ (12,50 Euro) meine Phantasie besonders an. Das „battling“ ist unter Ruhrgebietsköchen zur Zeit ja eine beliebte Beschäftigung, die dabei gemeinsam um die Wette kochen, aber wie kämpfen Schnitzel gegeneinander?

Ganz einfach, indem sie es nicht tun. Auf einer guten Portion Bratkartoffeln liegen ein nach Wiener Art mit Semmelbrösel, im „american style“ mit Cornflakes und auf Mailänder Art mit Parmesan panierte Schweineschnitzel, alle schön flach geklopft, wunderbar zart und entzückende Fleischbegleiter zu dem Glas Grünen Veltliner (0,2l 5 Euro) mit seinem hübschen „Pfefferl“. Leider ertrinkt der Beilagensalat ein wenig im – erraten - Balsamicodressing. Den Abschluss machen dann als eigenwillige Interpretation einer Wiener Spezialität die Sacherbrownies mit Walnusseis (5,50 Euro).

-kopf

Essen-Kettwig, Ruhrtalstr. 345

Montag, 6. Juli 2009

Geheimtipp für gute Tomatensauce: Ananasmarmelade


Die beste Tomatensauce kocht man natürlich mit San-Marzano-Tomaten. Die am Fuß des Vesuvs wachsenden Tomaten erhält man hier nur in ausgewiesenen Feinkostgeschäften. Während eine normale 400-Gramm-Dose Pelati (geschälte Tomaten) im Supermarkt um die 35 Cent kostet, bezahlt man für San-Marzano-Pelati meist mehr als 2 Euro. Aber mit einem kleinen Trick lassen sich normale Tomaten in eine super-fruchtige Sauce verwandeln: durch die Zugabe von Ananasmarmelade.

Hier mein Geheim-Rezept:
Genießers Spaghetti

Zutaten für 1 Person:
ca. 100-120 g Spaghetti
2 EL Olivenöl
1 Zehe Knoblauch
1 Piri-Piri-Schote a.d. Glas
1 Stück geröstete Paprika a.d. Glas
1 kl.Dose geschälte Tomaten (400 g)
½ TL gek. Gemüsebrühe
1 bis 2 TL Ananasmarmelade
getrockneter Thymian, frisches Basilikum, Pfeffer aus der Mühle
1 Schuss Olivenöl
frisch geriebener Parmesan

Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, in hauchdünne Scheiben geschnittenen Knoblauch und die in Stücke geschnittene Piri-Piri-Schote mit Kernen hinzufügen. Geröstete Paprika abtropfen lassen und hinzufügen. Kurz bevor der Knoblauch braun wird, die geschälten Tomaten mit Saft hinzufügen und mit dem Kochlöffel zerdrücken. Wenn sie zu kochen beginnen, mit Gemüsebrühe und Thymian würzen. Ananasmarmelade hinzufügen. Alles bei milder Hitze in der offenen Pfanne köcheln lassen.
In einem großen Topf Wasser zum Kochen bringen, salzen, und die Spaghetti nach Vorschrift nicht zu weich kochen, bis sie am Holzlöffel hängen bleiben. In der Zwischenzeit Parmesan reiben.Wenn die Spaghetti fertig sind, ist die Sauce ziemlich eingekocht. Sauce von der Herdplatte nehmen und mit frischem Basilikum würzen.
Spaghetti-Herdplatte abstellen, Spaghetti abgießen, in die Pfanne mit der Sauce tun und beides auf der sich abkühlenden Herdplatte miteinander vermischen. Das an den Spaghetti haftende Kochwasser, das die Sauce verdünnt hat und die Spaghetti ein wenig nachgart, kurz verkochen lassen. Von der Herdplatte nehmen. Mit Pfeffer und einem Schuss Olivenöl würzen und mit reichlich Parmesan servieren.

Artgerechte Tierhaltung

„Gibt es sie, die artgerechte Mastkaninchenhaltung in Deutschland?“ fragt die TV-Sendung „Tiere suchen Zuhause“. Vor zwei Jahren verschreckten schlimme Bilder aus Kaninchenmastbetrieben die Öffentlichkeit. Da verging so manchem Gourmet, der Kaninchenfleisch als gesunde Alternative schätzt, der Appetit. In der Folge nahmen einige Lebensmittelketten Kaninchenfleisch aus ihrer Angebotspalette. Das Bundeslandwirtschaftsministerium setzte sich bei der EU für eine Haltungsvorschrift ein, und die Lebensmittelhändler versprachen, fortan nur noch Kaninchen aus artgerechter Haltung zu verkaufen.
Auf der Suche nach der artgerechten Haltung kam der WDR auf den Arche-Hof Ibing in Wetter an der Ruhr. Dort züchtet Sonja Gehlen-Bremer seltene Haustierrassen, um sie vor dem Aussterben zu bewahren. Neben dem Bentheimer Hausschaf und dem Vorwerk-Huhn gehört auch das Belgische Bartkaninchen dazu.
Tiere suchen ein Zuhause, Sonntag, 12. Juli 2009, 18.15 - 19.10 Uhr, WDR

Magie der Kräuter




Am 24.Juni 2009 besuchten Mitglieder von Slow Food im Ruhrgebiet die Gärtnerei „Kräutermagie Keller“ in Datteln. Die Gärtnerei ist dem Verbund Bioland angeschlossen und existiert seit etwa 5 Jahren. Die Kräuterzucht hat sich ursprünglichen aus einem Hobby des Landschaftsbauers Gregor Keller entwickelt. Denn die Varianten der Kräuter vom Küchenkraut bis zur Heilpflanze übten eine immer größer werdende Faszination auf ihn aus. Heute zieht er über 300 verschiedene Kräuter. Diese Vielfalt überwältigte die Slow-Food-Besucher, denn es gab es viel zu riechen und zu schmecken. Alles konnte sofort bedenkenlos probiert werden, denn als Biobetrieb arbeitet die Kräuterei natürlich pestizidfrei.
Der Hofverkauf ist von April bis Oktober, mittwochs und freitags von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr und samstags von 9 Uhr bis 16 Uhr geöffnet.


Kräutermagie Keller
Markfelderstr. 32
45711 Datteln
Tel. 023 63 / 36 12 88
https://kraeutermagiekeller.de/

Auf dem Balkon: Kaninchen mit grünen Oliven

Enthält unbezahlte WERBUNG












Am Wochenende gabs bei mir geschmortes Kaninchen mit grünen Oliven, Nudeln und Tomaten Caprese. Dazu gab es einen 1998 Lamothe Bergeron. Das Kaninchen stammte von Karl-Heinz Bontrups Eier-Wild-Geflügel-Stand auf dem Wochenmarkt in Bochum (freitags. Altenbochum, samstags hinterm Hbf.). Die Tomaten stammten aus dem Bio-Supermarkt "Biokauf" an der Wittener Str.

Rezept:
4 Kaninchenläufe
3 Zwiebeln, 1/4 l Weißwein
4 Tomaten
eine Handvoll grüne Oliven
je ein Esslöffel frische Kräuter (Thymian, Rosmarin, Petersilie, Lorbeer)
1 Esslöffel Mehl
Pfeffer, Salz, Olivenöl
Kaninchen gut mit Pfeffer und Salz einreiben. In Olivenöl anbraten. Aus der Pfanne nehmen, grob gehackte Zwiebeln darin anbräunen. Mit Mehl abstäuben und umrühren. Geviertelte Tomaten, Weißwein, gehackte Kräuter, Lorbeer und Kaninchenteile dazugeben. 3/4 bis 1 Stunde auf kleiner Hitze schmoren.


Wieder ein Metzger bei Biokauf in Bochum

Metzger Gläser ist schon seit längerer Zeit nicht mehr im Biokauf. Aber es gibt eine andere Fleischtheke.

Nachdem die kleine Fleischtheke vom Wattenscheider Biometzger Hollack im Bio-Supermarkt „Biokauf“ an der Wittener Straße in Bochum vor längerer Zeit schließen musste, gibt es seit einiger Zeit endlich wieder Frischfleisch im Laden. Betrieben wird die neue große Fleischtheke von Metzger Gläser aus Willich in der Nähe von Düsseldorf. Metzger Gläser bezieht sein Fleisch von Bio-Bauern am Niederrhein und schlachtet selbst. Das Angebot überzeugt. Anfang Juni gab es Fleisch vom Galloway-Rind aus eigener Schlachtung (selten gelangen mir Rouladen so zart und saftig), selbstverständlich alles vom Schwein, darüber hinaus Milchkalb, Lamm samt Innereien und Zicklein. Wie mir Frau Gläser, die an der Theke in Bochum bedient, erklärte, waren die die Zicklein eigentlich für Ostern bestimmt. Doch die Jungtiere kamen recht spät und setzten zu langsam Fleisch an, so dass die Erzeuger sie er sehr spät frei gaben. Abgerundet wird das Angebot durch eine umfangreiche Wurst- und Schinkenauswahl.

Gläsers Fleischerei + Spezialitäten
bei
Biokauf
Wittener Str. 111, 44803 Bochum
http://www.metzger-glaeser.de/