Montag, 5. August 2013

Aus dem Archiv: Landhaus Sassenhof - Wie im Urlaub!

Der Text erschien erstmals in "Essen geht aus 2014".

Der noble Mülheimer Uhlenhorst wird bestimmt durch zahlreiche gepflegte Ein- und Mehrfamilienhäuser, und das Landhaus Sassenhof sieht aus wie eine der größten und stattlichsten dieser gutbürgerlichen Wohnstätten. Das villenähnliche Haupthaus und dazugehörige Gästehäuser beherbergen ein Hotel und Restaurant, das in dritter Generation von der Familie Sassenhof geführt wird. Gemütlichkeit und Familiarität sind hier angesagt, und auf der schönen Terrasse fühlte ich mich beim sommerlichen Testbesuch an die Österreich-Urlaube meiner Kindheit erinnert. Zwischen den aufgespannten Sonnenschirmen blinzelte die Sonne, an Nebentischen klapperte das Geschirr, und manchmal wehte der Wind ein wenig von dem Zigarrenrauch herüber, den ein Herr ein paar Tische weiter produzierte. Dass es das noch gibt, herrlich!

Und auch die Speisekarte spiegelt die solide Eleganz, die das Landhaus Sassenhof verbreitet. Natürlich findet man darauf das Mülheimer Heimatgericht wieder, den Kartoffel-Endivienstampf mit gebratener Blutwurst, hier ergänzt durch Röstzwiebeln und Rübenkraut (12,50 Euro). Mich entzücken, neben zahlreichen italienisch inspirierten Gerichten, das halbe Dutzend französischer Weinbergschnecken mit Knoblauch-Kräutersauce überbacken (6,50 Euro), ein Gericht, das bis in 80er Jahre hinein in deutschen Restaurants als Inbegriff der französischen Küche galt. Ich bestelle die Spezialität, und tatsächlich blubbern sechs Schnecken in den Ausbuchtungen von einem diesen typischen braunen Steingut-Pfännchen, die ich aus jener Zeit kenne, und dessen Glasur zahlreiche feine Risse hat, die auf jahrelangen Gebrauch schließen lassen. Es sind übrigens echte französische Schnecken, die ich da mit Genuss verzehre, und nicht jene afrikanischen Achatschnecken, die dieses Gericht bei Feinschmeckern in letzter Zeit in Misskredit brachten.

An Hauptgängen hält die Küche zahlreiche Fleischgerichte vom irischen Weide- oder argentinischen Angusrind bereit, das Schweinefleisch stammt vom Fläminger Landschwein. Ich entscheide mich heut aber für Fisch, Schollen haben schließlich im Frühsommer Saison. Ich bekomme den Plattfisch schön filetiert und tadellos in Butter gebraten, genauso wie die frischen Petersilienkartoffeln, die es dazu gibt. Zusammen mit dem bunten Salat ist das ein klassisches Gericht wie aus der guten alten Zeit. Den Abschluss des Menüs macht dann ein erfrischend fruchtiges Erdbeersorbet (3,20 Euro), das mir die Kellnerin empfohlen hat und das nicht auf der Karte steht.

-kopf


www.landhaus-sassenhof.de
45478 Mülheim-Speldorf
Schellhockerbruch 21
02 08. 99 91 80
Küchenzeiten Di-Sa ab 12-14 und 18-21 Uhr, So 12-20.30 Uhr
Ruhetag:Montag

Aus dem Archiv: La Turka - Weltküche auf Türkisch

Der Text erschien erstmals in "Essen geht aus 2014".
Das Restaurant ist nach Düsseldorf umgezogen.

Ob es im türkischen Heerlager vor Wien im Jahre 1683 so ausgesehen hat wie am Pagodenzelt des Restaurants „La Turka“ auf der Gourmetmeile „Rü…Genuss pur“ im Sommer 2013? Die Speisen, die der legendäre Heerführer Kara Mustafa damals zu sich nahm, waren bestimmt nicht besser als das, was hier aufgetischt wurde. Lange Schlangen von hungrigen Rüttenscheidern bildeten sich an dem Stand, um „Gambas à la Turka“ oder „Adana Kabab by Yavuz“ (Yavuz heißt der Koch) abzubekommen.


„The Modern Art of Turkish Restaurant“ heißt es im Untertitel des Ladens im Top-Kapi-Look auf der Rüttenscheider Straße. In der Tat ist „La Turka“ ein schöner Beweis für den Versuch, dass die türkische Küche in der Lage ist, die proletarische Imbiss-Kultur, die sie in Deutschland seit den 1970er Jahren revolutioniert hat, in Richtung Internationalität zu verlassen. Von welterfahrener Eleganz ist jedenfalls die Einrichtung des Lokals, in dem nur einige wenige folkloristische Elemente und Farbkombinationen auf den türkischen Ursprung verweisen, doch in den Bemühungen der Kellner erkennt man die osmanische Gastfreundlichkeit. Hier wird Rüttenscheid zur Weltstadt Istanbul. Die Speisekarte ist in Türkisch, Deutsch und Englisch gehalten, wie seit der Kulturhauptstadt RUHR 2010 in vielen Essener Restaurants üblich.

Die Gerichte brechen die stark konfektionierte türkische Küche auf in Richtung (ost-)mediterran kreativ auf, ohne dabei die traditionellen Wurzeln zu verwischen. Man findet Klassiker wie „Imam Bayildi“ (Der Imam fiel in Ohnmacht), Auberginen, die aber raffiniert vegetarisch gefüllt sind statt mit Hackfleisch (13,50 Euro) oder „Adana Kebap“, Hackfleischspießchen an Buttergemüse und Pilaw (14,90 Euro). Immer versucht man, die ursprünglichen Gerichte durch extravagante, aber landestypische Zutaten zu verfeinern. So bestehen die „Icli Köfte“ (7,90 Euro), eine Spezialität aus Südostanatolien, nicht nur aus Bulgur, sondern auch aus Walnüssen und sind mit Fleisch gefüllt.

Ganz wunderbar schmeckte die frisch zubereitete Rote Linsensuppe (5,50 Euro), der ein Hauch Kreuzkümmel eine ganz wunderbare Note gab. Zwei gegrillte Gambas am Spieß bildeten eine elegante Einlage. „Kuzu Sirti“ (18,90 Euro) ist eine Cordon-bleu-artige Lammrücken-Zubereitung, wobei das Fleisch mit Lor gefüllt war, einem Ricotta-ähnlichen türkischen Molkekäse, der allerdings etwas zäh auf der Zunge hing. Bestreut war das Fleisch mit gehackten Pistazien und ruhte auf einem Bett aus knackig angebratenen Gemüsen. Zum Dessert gab es, wie in türkischen Restaurant üblich, eine Auswahl der üblichen türkischen Süßigkeiten wie Baklava, Raffaelloeis auf Milchcrèmemouse u.a., die aber gar nicht so übertrieben süß waren wie erwartet. Aber das wechselt ständig.

-kopf

Aus dem Archiv: Kellermannshof - Den Nerv getroffen

Der Text erschien erstmalig in "Essen geht aus 2014".
Das Restaurant steht seit 2022 als "Fati's Wirtshaus" unter neuer Leitung.

Update Januar 2025: Das Restaurant ist geschlossen.


Mein Gott, ist der Laden rappelvoll! Liegt es am Freitagabend, dass sich ganz Mülheim in dem großen, aber verwinkelten und gemütlichen Fachwerkhaus an der Düsseldorfer Straße trifft? Eigentlich sei das immer so, brummt Betriebsleiter Rudi Hilberath stolz. Ich kann jedenfalls froh sein, dass ich noch einen Platz im Thekenraum bekommen habe, zumal ein sommerlicher Regenguss auch die Gäste aus dem kleinen Biergarten ins Haus getrieben hat.

Seit Frühjahr 2013 wird das ehemals als „Schneider Wibbel“ bekannte Lokal im schmucken Stadtteil Saarn wieder gastronomisch genutzt, und mit dem Konzept, im „Restaurant mit Schankbetrieb“ regionale und saisonale Küche anzubieten, hat man wohl den Nerv der Mülheimer getroffen. Deftige und unkomplizierte Kost bietet die Karte, von Heringsstipp Hausfrauenart mit Äpfeln, Zwiebeln und Salzkartoffeln (7,50 Euro) über die Schnitzelparade von Champignonrahm-, Pfefferrahm- oder Paprikarahmschnitzel mit Salat und entweder Bratkartoffeln oder Pommes (alle 12,50 Euro) bis hin zur „Kellermannshofpfanne“ mit Medaillons von Rind, Fleisch und Geflügel sowie Kraüterchampignons und Bratkartoffeln (15,50 Euro). Dass das schmeckt, steht außer Frage, zumal alles im Haus frisch zubereitet wird.

Meine Aufmerksamkeit erregte die „Leichte Sauerampfercrème mit Streifen von hausgebeiztem Lachs“ (4,80 Euro), die mir zum Haus passend und trotzdem exotisch vorkam. Das Süppchen war gut gesalzen und wie die Hauptzutat vermuten ließ, leicht säuerlich und mit viel Lachs als Einlage.

Für den Hauptgang stach mir die Mülheimer Spezialität „Endivien durcheinander“ (9,50 Euro) ins Auge, doch stand mir der Sinn nicht nach der dazu gehörigen gebratenen Blutwurst. Also forderte ich die Kreativität der Küche heraus, indem ich das „Original Wiener Schnitzel vom Kalb“ (15,50 Euro) bestellte, aber den vorgesehenen lauwarmen Kartoffelgurkensalat als Beilage durch die Endivien ersetzen wollte. Das ging sogar, hatte aber zur Folge, dass bei der Ausführung meiner Bestellung die Suppe vergessen wurde. Als man das bemerkte, ging das Schnitzel sofort wieder zurück, ich bekam die Suppe und anschließend ein neues, frisch gebratenes Schnitzel. Was für ein Service!

Übrigens: Die Endivien waren eine herbe Köstlichkeit, das Schnitzel schön zart, aber bei dem Durcheinander hatte wohl niemand die Muße gehabt, das Kalbfleisch ein Viertelstündchen lang papierdünn zu klopfen, wie es sich für ein „Original Wiener Schnitzel“ gehört. Trotzdem: Klasse!

Aus dem Archiv: Rotisserie du Sommelier - Heimat für Gourmet-Romantiker

Text aus "Essen geht aus 2014"
Bilder aus dem Genussbereit-Archiv

Update: Patron Thomas Friedrich hat die "Rotissrie du Sommelier" 2023 geschlossen und seit 10.10.2023 führt Hans Robert Lange Rodriguez an dieser Stelle das Nachfolge-Restaurant "Teko by Lange Rodriguez".

Das letzte Mal war ich in der Rôtisserie du Sommelier vor drei Jahren, als Thomas Friedrich das kritische Essener Slow Food Convivium mit einem Spezial-Menü mit dem Fleisch vom Bunten Bentheimer Schwein zufrieden gestellt hatte (klick hier). Warum bin ich eigentlich nicht öfters hier? Thomas Friedrich ist nämlich, ähnlich wie Knut Hannappel, eines der eher stillen Genies in der Essener Köche-Garde. Doch wo Hannappel mit eher akademischer Lust ans Kochen geht, sind Friedrich und sein Küchenchef Andreas Kauke Traditionalisten, die sich der französischen Küche verschreiben haben, ohne dabei ihren Standort im Ruhrgebiet zu vergessen. Ihre Karte wechselt so häufig, dass sie im Internet und im Schaukasten an der Tür nur ungefähre Beispiele ihrer Kochkunst anführen: Rührei mit frischem Vaucluse-Trüffel, „Königsberger Kalbsklopse auf Schmorgurke, Matjes-Tatar, Dillpüree, rotem Kaviar und Kapernschaum“, „Rücken vom Stauferico-Schwein, Blutwurst und Foie Gras, Semmelkloß und frische Pfifferlinge“ oder Coq au vin “tradition”. Es gehört schon eine gewisse Dickköpfigkeit dazu, dieses anspruchsvolle Konzept fast neun Jahre lang durchzuhalten.

Das kleine Restaurant ist einfach allerliebst. Innen sieht es aus wie französisches Bistro aus dem Bilderbuch, mit dunkler Holzvertäfelung und crèmefarbenen Wänden und Lederpolstern auf Stühlen und Bänken. Vor der Tür im verkehrsberuhigten Teil der Wegenerstraße gibt es im Sommer eine Straßenterrasse à la Montmartre. Und wenn Thomas Friedrich, der ausgebildete Sommelier, seine Gästen von der umfangreichen Weinkarte ein Flasche empfiehlt, ist das Gourmet-Romantik pur. Ich gestehe, ich war ein wenig neidisch, als das Pärchen am Nebentisch einen 1999er Fronsac kredenzt bekam, während ich mich – als Autofahrer mit längerer Anreise – an einem Gläschen Rosé festhalten musste. Aber das war immerhin ein prächtiger Syrah von den Costières de Nîmes (0,3l 7,50 Euro), der, wie mir die Restaurantleiterin Eva Wilmsen versichert hatte, tadellos zu meiner Menüfolge passte.

Als ich das kleine Täfelchen bekam, auf dem die aktuelle Tagekarte annonciert wurde, fiel mir die Wahl schwer, so verlockend war das Angebot. Doch zum Glück gab es als Entscheidungshilfe das dreigängige Tagesmenü (52 Euro), das aus Komponenten des Gesamtangebots war und meinen Geschmack genau traf. Beste Zutaten trafen da auf handwerklich gekonnte Zubereitung. Nach dem köstlichen Brot mit einem leichten Senf-Orangen-Dip zum Entree gab’s als Amuse bouche einen Käse-Pumpernickel-Strudel, der durch seine leichte Kreuzkümmel-Aromatik eine türkische Note bekam. Die Vorspeise war dann Südrankreich pur, eine „Brandade de Morue“. Das zarte Püree aus Stockfisch und Kartoffeln war von einer gerösteten Paprika gekrönt, die, sanft gepfeffert, einen wunderbaren Duft verströmte. Ein ähnlich intensives Dufterlebnis bot auch der Hauptgang, Nudeln mit frischen Trüffeln und Paillard vom Kalbsfilet. Die Eigelbe in den frisch gemachten Nudeln hatten eine ganz eigene olfaktorische Präsenz und waren damit eine wunderbare Basis für hauchdünn gehobelten Sommertrüffeln mit ihrem zarten Moschus-Duft. Der wurde perfekt unterstützt durch die Röstaromen der kleinen Kalbs-Paillards. Das Dessert war schließlich ein kleines Duett an erfrischender Säure. Zu einem Stückchen saftiger Zitronentarte gab es ein prickelndes Holundersorbet.

Besser konnte ein südfranzösischer Sommertag nicht zu Ende gehen als mit solch einem Menü – und das mitten im Ruhrgebiet.

-kopf

 www.rotisserie-ruettenscheid.de
45131 Essen
Wegenerstraße 3
02 01. 9 59 69 30
Di–Sa ab 17 Uhr
Ruhetag Sonntag & Montag

Käse-Pumpernickel-Strudel

Brandade de Morue

Nudeln mit frischen Trüffeln und Paillard vom Kalbsfilet
 
Zitronentarte und Holundersorbet


Gourmetmeilenreigen 2013: „Bochum kulinarisch“ startet am 7. August

Hier der Bericht vom Eröffnungstag: Klick hier

Zum letzten Mal auf "Bochum kulinarisch": 
Küchenchef Michael Hau und 
Betriebsleiterin Heike Sklors von der "Orangerie im Stadtpark".

Wer glaubt, mit dem vergangenen Fünf-Gourmetmeilen-Wochenende ginge den Feinschmeckern im Ruhrgebiet der Appetit aus, irrt. Diese Woche geht es munter weiter. Am Mittwoch, den 7. August 2013, startet „Bochum kulinarisch“. Die Gourmetmeile ist eine der ältesten im Ruhrgebiet und kann ihr 25-jähriges Jubiläum feiern. „Bochum kulinarisch“ wurde 1989 unter dem Namen „Kulinarischer Treffpunkt“ nach dem Vorbild der Wilhelmstraße in Wiesbaden gegründet.

Die Jubiläumsmeile findet vor dem Aderlass der Bochumer Spitzengastronomie statt. „Herr B. in der Gesellschaft“ hat bereits geschlossen und ist schon nicht mehr dabei. Die „Orangerie im Stadtpark“ schließt demnächst und es besteht jetzt die letzte Gelegenheit, bei Michael Hau zu essen. Neu dabei ist „Tapasia“ aus dem Bermudadreieck. Insgesamt sind 17 Gastronomien aus Bochum und Umgebung dabei. Und erstmals sind auch die Preise der Gerichte im Programmheft angegeben. Das hat sich der Genießer schon lange gewünscht!

Bochum kulinarisch. 7. – 11. August 2013. Innenstadt, Boulevard. Infos hier.

Der Gourmetmeilenreigen 2013 geht weiter. Am 9. August startet die „Kirchhellener kulinarische Landpartie“. Fortsetzung folgt.

Sonntag, 4. August 2013

„Schönebeck is(s)t gut 2013“. Die leckerste Versuchung, seit es Gourmetmeilen gibt!

Bajuwarissimo: Weiß-blauer Himmel über der Dorfwiese

Wenn das Ruhrgebiet mit den Gourmetmeilen „Rü Genuss pur“ und „GourmeDo“ an diesem Wochenende kulinarisch strunzen konnte wie schon lange nicht mehr, der einzig wahre „place to be“ war an diesem wunderschönen Sommer-Sonntag „Schönebeck is(s)t gut“ im gleichnamigen Essener Stadtteil. Es war für den Genießer eine Selbstverständlichkeit, die entzückende kleine Gourmetmeile auf der Dorfwiese neben dem traditionsreichen Lokal „Schönebecker Schweiz“ zu besuchen, die er im letzten Jahr kennen lernte (klick hier). Und diesmal zeigte sich der Wettergott von der spendabelsten Seite. Schöner konnte die Sonne gar nicht scheinen. Der Himmel zeigte sich in einem geradezu bajuwarischen Weiß-Blau, und die Atmosphäre war so heiter wie bei einem Feuerwehrball in der französischen Provinz.

  Sonnenschein und Genuss

 Die Dorfwiese lebt!

Unter anderem spielte die Booze Company rustikale Countrymusik

 Heute passiert noch was!

Das Essen, das die acht teilnehmenden Gastronomen anboten, konnte sich mit den Gerichten auf den Supermeilen getrost messen. Sven Nöthel vom Mülheimer Restaurant „Am Kamin“ bewies, dass er ohne Zweifel der Spitzenkoch der dortigen Region ist, aber auch die „Schönebecker Schweiz“, der Gast aus Rüttenscheid „Fata Morgana“, der „Bocholder Hof“ oder das „Ristorante l’Italiano“ zeigten, dass sie was drauf haben. Obwohl in lieber Begleitung zu viert unterwegs, konnte nicht alles probiert werden. Schade, dass das Fest nur einen Tag dauert!
Hier die fotografische Dokumentation des kulinarischen Nachmittags. Weil sich „Schönebck is(s)t gut“ den Luxus eines gedruckten Programmheftes nicht leisten kann, sind die Benennungen der Gerichte vielleicht nicht ganz korrekt, und auch die Herkunft konnte nicht immer rekonstruiert werden.

Ristorante l'Italiano: Scampi auf Linsensalat. Aufwendig und lecker.

Enoteca Margherita: Garnelen in Tomatensauce: Einfach, aber lecker.

 Am Kamin: Gebeizter Eismeersaibling auf Gurkensalat. Einfach eine Köstlichkeit

Am Kamin: Gelackte Ente mit Pfifferlingen und Auberginen?-Püree. Superzartes Fleisch, herzhafte Pfifferlinge.

Schönebecker Schweiz: Wolfsbarsch auf Fenchelsalat mit Orangen. Überzeugende Kombination.

Schönebecker Schweiz: Geschmortes Wildschwein mit Pfifferlingen, Aprikosen und Schupfnudeln. Weich und süß, was will man mehr.

Fata Morgana: Orientalische Dessert-Variation.

Im Glas: die Sonne

Freitag, 2. August 2013

GourmeDo 2013: Die Dortmunder Prinzessin der Gourmetmeilen ist einfach heiß

Einzigartig unter den Gourmetmeilen im Ruhrgebiet: der Magic Sky

So ist das mit den jungen Dingern: Sie werden von Jahr zu Jahr hübscher und lernen immer mehr dazu, mit ihrer Attraktivität zu kokettieren. Zum dritten Mal wurde gestern die Gourmetmeile „GourmeDo“ in Dortmund eröffnet, und sie ist zu voller Pracht erblüht.

Eleganz vorm Dortmunder Rathaus

Charmante Selbstbespiegelung der Gastroszene 
von Dortmund und Umgebung

Der Friedensplatz ist der schönste Platz der Stadt, der 700 qm große Magic Sky, der auch beim heißesten Sonnschein erquickenden Schatten spendet, von futuristischer Eleganz, das Karrée der weißen Pagodenzelte vor dieser Kulisse einfach bezaubernd. Die Bestecke, die ausgegeben werden, sind schwer wie echtes Tafelsilber, das Geschirr ist aus echtem Porzellan und wird sogar angewärmt, damit nichts kalt wird. Es hat sich gelohnt, dass die Veranstalter um Marcus Besler noch einmal gewaltig in die Organisation der „GourmeDo“ investiert hat.

Die Dortmunder Bürgermeisterin Birgit Jörder
und Veranstalter Marcus Besler eröffneten
gestern die Prinzessen der Gourmetmeilen.

Und auch das kulinarische Motto „Sterneküche trifft Szenegastronomie“ läuft in diesem Jahr zur Höchstform auf. Zwar verfügt Dortmund leider über kein eigenes Sternerestaurant, aber das machen auf der „GourmeDo“ Gäste wie Jens Bomke vom „Ringhotel Bomke“ in Wadersloh oder Björn Freitag, der auf eine kurze Stippvisite verbeischaut, wieder wett. Ansonsten ist die junge Garde Dortmunds mit Michael Dyllong vom Palmgarden“ und Dennis Rother vom „Vivre im l’Arrivée“ am Start, unterstützt von alten Hasen wie Stefan Manier vom „Gasthaus Stromber“ in Waltrop oder Manfred Kobinger von der „Rohrmeisterei“ in Schwerte. Den Großteil der insgesamt 17 Gastronomien machen jene jungen und jung gebliebenen Läden aus, die die Dortmunder Gastro-Szene so attraktiv machen. Drei Neuzugänge kann die „GourmeDo“ verzeichnen, „Castello Rodenberg“, „Pferdestall“ und „La Paz“. Die größte Überraschung ist die Anwesenheit von David Kukullis, der einst im „U“, seit diesem Jahr auf der Mutter alles Gourmeilen „Dortmund à la carte“ vertreten, und im „Vivre“ kochte und nun den ins Süddeutsche abgewanderten Markus Pape im „Fénix“ als Küchenchef beerbt hat.

Der Genießer ließ sich gestern von folgenden Gerichten bezaubern:

Fénix: Geschäumtes Edelfischsüppchen mit Garnelentatar und Apfel (6,50 Euro). Das elegant zelebrierte Süppchen von David Kukullis wurde vom salzigen Meeresgeschmack der Fische dominiert. Dazu passte stilecht eine französische Mandarinen-Limonade. (Kikillus hat auch, wie seine einstige Wirkungsstätte „U“ auf „Dortmund à la carte“, einen Wagyu-Burger im Programm, aber in einer schlankeren „GourmeDo“-Version.)

Rohrmeisterei: Tomaten-Karotten-Orangensuppe (4 Euro). Dier Präsentation in der Einwegschale fiel etwas aus dem eleganten Rahmen der „GourmeDo“. Dafür tänzelte Manfred Kobingers Suppenkreation schon fruchtig süß-sauer auf der Zunge.

Ringhotel Bomke: Warmes Brennessel-Ziegenquarktörtchen auf warmer Radieschenvinaigrette mit sommerlichen Pilzen (9 Euro). Regional-exotische Kreation von Sternekoch Jens Bomke, der sich immer mehr der vegetarischen Küche widmet. Die Brennesseln sind im Quark versteckt, obendrauf lockt Feldsalat. Die Pilze waren etwas sauer angemacht.

Castello Rodenberg: Salsiccia Abbruzese mit traditionellem Tomatensugo mit frischen Rosmarinkartoffeln (5 Euro). Ginge glatt als Currywurst durch, wenn’s denn nicht eine italienische Spezialität wäre. Ein schneller Sattmacher vom Neuzugang „Castello Rodenberg“.

Palmgarden: Forelle aus dem Königssee, Speck : Zwiebel : Erbse (9 Euro). Michael Dyllong, wie man in kennt: elegant, verspielt, handwerklich aufwendig und einfach köstlich. Sternverdächtig!

Gasthaus Stromberg: Kurz gebratenes Rinderfilet auf lauwarmem Gmüse-Salatmit blauen Kartoffeln und Kräuteröl (10 Euro). Das Fleisch zerging auf der Zunge  bei dieser Kreation von Stefan Manier, neben blauen Kartoffeln enthielt der kunterbundte Gemüsesalat auch Spuren von Erdnüssen – witzig und köstlich!

L’Arrivée Hotel und Spa: Zweierlei Tafelspitz gekocht und rosa gebraten, mit Meerettichschaum und Kartoffel-Möhrenstampf (9,80 Euro). Dennis Rother präsentiert mit seinem Gericht eine deftig-traditionellee Variante von Spitzenküche, wunderbar zartes Fleisch mit einfach leckerem Möhrengemüse und raffiniert-scharfer Sauce.

Goldbergh’s Eis-Meisterei: „Der Leichte“ Landjoghurt-Eis auf frischem Obstsalat auf naturjoghurt mit weißem Schokoladen-Parmesan (6 Euro). Eine wunderbar erfrischende Eis-Kreation vom besten Eis-macher im östlichen Ruhrgebiet.

 Im Glas: Cuvée  Rosé 2012 Villa Bürklin von Bürklin-Wolf

GourmeDo geht noch bis zum 4. August. Friedensplatz Dortmund. Infos hier.

Donnerstag, 1. August 2013

Gourmetmeile "Rü Genuss pur 2013": Gelungener Start in ein heißes Wochenende



Urlaubsstimmung wie im Seebad.
Im Glas: Rosé „Saigner“ von Markus Schneider.

Es ist immer wieder überraschend, was aus dem staubigen Messeparkplatz am Girardet Haus in Essen-Rüttenscheid werden kann, wenn erst einmal die weißen Pagodenzelte für die Gourmetmeile „Rü Genuss pur“ aufgebaut sind. Die Fassade der ehemaligen Großdruckerei wächst zu einem Wolkenkratzer, und es entsteht eine Urlaubsstimmung wie in einem traditionsreichen Seebad. Als gestern um 15 Uhr „Rü Genuss pur“ eröffnet wurde, war das Wetter zwar noch etwas durchwachsen, aber wenn heute und am Wochenende der Hochsommer wieder ausbricht, wird die Veranstaltung sicherlich vor Besuchern bersten.


Die glorreichen Fünf: Veranstalter Werner Rzepucha (am Mikro) und Katharina Basedow, Rolf Krane (IGRüttenscheid) , Bürgermeister Rudi Jelinek und Stefan Marschner vom ETB eröffnen die Gourmetmeile.

Es ist beeindruckend, was Werner Rzepucha vom „Gebrandenhof“ und seine Mitveranstalter in den letzten drei Jahren auf die Beine gestellt haben. Das Angebot ist gewaltig: 23 Gastronomen aus Rüttenscheid und anderen Essener Stadteilen zeigen Flagge, und wenn auch die bekannten Sternerestaurants nicht dabei sind, erreichen die Gerichte mit ihrer Qualität und Eleganz mühelos den Standard der Innenstadtmeile „Essen verwöhnt“. Es ist erstaunlich, was die Stadt Essen für eine überragende Gastronomieszene nicht nur im Ruhrgebiet aufweist.
Hier das Resultat des Bummels, den der Genießer gestrigen Nachmittag über „Rü Genuss pur“ machte, bis a) sein Bauch voll und b) der Akku seine Kamera leer war.

Tatort Essen: Hot Watermelon Gazpacho – geeistes pikantes Melonen-Gurkensüppchen mit Krokette vom Schwrzfederhun (4,50 Euro). Die süß-scharfe Variante der kalten Suppe aus Spanien ist ein erfrischender Einstieg für einen heißen Besuch auf „Rü Genuss pur“.

Fischhaus Kluge: 4 Pazifische Felsenaustern mit Zitrone, Pfeffer oder Tabasco (8 Euro). Mit dem geschmack des Meeres auf der Zunge wird die Illusion des luxuriösen Seebades in Rüttenscheid perfekt.

Bliss: Thunfisch-Sashimi mit Seealgen-Sprossen-Salatm und Teriyaki-Sauce (8 Euro). Chices japanisches California-Feeling auf dem Teller. Allerdings war der Thunfisch etwas faserig.

Bistecca Grillroom: Burrata (cremiger Mozzarella) mit Kirschtomaten, Olivenöl und altem Balsamico (6,50 Euro). Etwas Vegetarisches aus dem exklusivsten Steakhaus in Essen – warum nicht mal einen kulinarischen Kontrapunkt setzen. Die Burrata war wunderbar frisch, der Genießer tippt, dass sie aus der Käsemanufaktur „Saporita“ in Waltrop kommt.

Capobianco: Gegrillte toskanische Salsisccia auf Belugalinsensalat (8 Euro). Italienische Küche at it’s best. Die Würstchen klasse, die Linsen zum Reinlegen.

Maksim Restaurant: Geschmorte Bäckchen und Ochsenschwanz-Ragout an Spitzkohl (8 Euro). Der etwas üppige Teller ersetzte ein ganzes Mittagessen. Das Fleisch löffelweich, und der Spitzkohl ein Gedicht.

Gebrandenhof: Mousse von Pina Colada mit Melonen-Tartar (3 Euro). Das Dessert ging gerade noch rein. Die Mousse war lecker, hätte aber fluffiger sein können, und mit dem Melonen-Tartar schloss sich der Kreis. Die Melone ist rund und „Rü Genuss pur“ hat 23 Stände.

Die Ruhe vor dem Sturm


Mittwoch, 31. Juli 2013

Fünf-Gourmetmeilen-Wochenende 2013: „Schönebeck is(s)t gut“ am 4. August

Nur einen Tag dauert die Gourmetmeile „Schönebeck is(s)t gut“ auf der Dorfwiese im gleichnamigene Essener Stadtteil. Während sich in Rüttenscheid bei „Rü genuss pur“ und in Dortmund auf der „GourmeDo“ die Schickimickis der Metropole Ruhr treffen, ist in Schönebeck das wahre Leben zu finden: charmant wie ein französischer Feuerwehrball, lecker wie im Lokal an der Ecke. Acht Restaurants aus dem Essener Nordwesten und Mülheim nehmen teil, allen voran die Spitzenhäuser „Am Kamin“, „Schönebecker Schweiz“ und „Bocholder Hof“. Der Genießer weiß jedenfalls, wo er den Sonntag verbringt. Zum Bericht vom letzten Jahr geht’s hier.
Schönebeck is(s)t gut. 4.7.2013, ab 11 Uhr. Essen-Schönebeck, Dorfwiese Schönebecker Straße 30. Infos klick hier.

Dienstag, 30. Juli 2013

Fünf-Gourmetmeilen-Wochenende 2013: „Hamm kulinarisch“ startet am 2. August


Während in Essen-Rüttenscheid beim „Rü Genuss pur“, bei "Zu Gast in Recklinghausen" (klick hier) und in Dortmund auf der „GourmeDo“ schon geschlemmt wird, verfällt auch das östliche Ende  des Ruhrgebiets dem Gourmetmeilenfieber. Bereits zum zwölften Mal verwöhnen sechs Restaurants ihre Gäste bei „Hamm kulinarisch“ auf dem Marktplatz vor der Pauluskirche, darunter der mit dem Westfälischen Gastronomiepreis Platz 2“ ausgezeichnete Landgasthof Mausefalle. Vor Ort zubereitet werden u.a. sous-vide gegarte Jakobsmuscheln oder der Currywurst-Scampi-Spieß „Ruhrpott meets Sylt“. Die stimmungsvolle Palmenallee des Restaurantdorfes versetzt die Besucher in mediterrane Stimmung. Das musikalische Rahmenprogramm, präsentiert vom Jazzclub Hamm, bietet den passenden Rahmen für entspannten Genuss.

Hamm kulinarisch. 2.-4. August. Hamm, Marktplatz vor der Pauluskirche. Infos hier.

Weiter get’s mit „Schönebeck is(s)t gut“ im gleichnamigen Essener Stadtteil. Fortsetzung folgt.