Donnerstag, 13. September 2018

Wochenplan: Kulinarische Termin vom 14.9. - 20.9.2018


bis 30.9.2018
Dein Kochquintett Dortmund
Monatsmenü September
Dortmund, Rödels Kochlokal

bis 30.9.2018
Dein Kochquintett Duisburg
Monatsmenü September
Duisburg, Villa Patrizia

bis 30.9.2018
Dein Kochquintett Kreis Vest
Monatsmenü September
Dorsten, Püttmann

14.9. - 28.10.2018
Restaurant-Karussell Herbst
Essen u.a. Städte

16.9.2018
Hoffest
und Oldtimertraktoren-Treffen
Dortmund, Schultenhof

Wochen- und Feierabendmärkte im Ruhrgebiet. Klick hier

Dienstag, 11. September 2018

Dortmund: Menü rund um die Tomate (und das schottische Hochlandrind) bei Mario Kalweit


Es war wahrlich Tomatenwetter. Bei milden 23 Grad trudelten am späten Sonntagnachmittag fast vierzig Slowfoodies aus Bochum und Dortmund sowie einige andere Feinschmecker im Restaurant „La cuisine Mario Kalweit“ in der Dortmunder Gartenstadt ein, um sich bei einem exklusiv für Slow Food kreierten Menü der Tomate zu widmen. Patron Mario Kalweit ist leidenschaftlicher Tomatenzüchter, seit er vor einiger Zeit die Gärten der Loire besucht hat. In einem Gewächshaus auf und an geschützten Stellen rund um die elegante Terrasse seines Restaurants zieht er alljährlich über 70 verschiedene alte Tomatensorten. Die dokumentiert in der „Tomatenwelt“ des Blogs „Die Genussjäger“, den er mit seiner Frau und Restaurantchefin Susanne Thoenes betreibt (klick hier).

Patron Mario Kalweit und Tomatenspezialistin Rita Breker-Kremer begrüßen die Leiterin von Slow Food Bochum Wiebke Rieck.

Die Verkostung

Zu Einstimmung auf sein Menü hatte er die Tomatenspezialistin Rita Breker-Kremer eingeladen. Rita Breker-Kremer ist Leiterin des Werkhofs, einer gemeinnützigen Demeter-Gärtnerei, die sich mit dem Gemüseanbau auch der Ausbildung von schwervermittelbaren Arbeitslosen widmet und von der Mario Kalweit sein Gemüse bezieht. Im Hofladen des Werkhofs kann sie neben anderen Gemüsen auch bis zu 80 verschiedene alte Tomatensorten anbieten.

Mario Kalweit und Rita Breker-Kremer
begutachten die Tomaten

Für die Slowfoodies hatte sie an die 30 verschiedene Sorten mitgebracht, die wegen des heißen Wetters in den letzten Wochen voll ausgereift waren und beim rohen Verkosten ihre ganze Pracht entfalteten. Die Farben changierten von rot über gelb bis braun, violett und sogar meliert, die Formen von kleinen Kugeln bis hin zu riesigen, seltsamsten Gebilden. Noch überraschender war das Geschmacksspektrum. Es reicht von süßlich bis säuerlich, von fruchtig bis würzig, von saftig bis mehlig.


 Das Interesse an der Verkostung war groß

Der Patron zeigt sein Gewächshaus

Züchter Richard Löttert (neben dem Genießer, der die Veranstaltung moderierte) stellte seine schottischen Hochlandrinder vor.

Nach diesem die Sinne betörenden Einstieg begann das Menü. Zur Ergänzung zur Tomate verarbeitet Mario Kalweit Fleisch von Schottischen Hochlandrindern aus dem Münsterland. Züchter Richard Löttert war ebenfalls anwesend und plauderte amüsant und lehrreich über sein Hobby. Denn die 40 schottischen Hochlandrinder hält er nebenberuflich. Sie sind ganzjährig im Freien, beweiden hauptsächlich Landschaftsschutzgebiete und ergeben so erstklassiges Fleisch, das weit über die normale Bio-Qualität hinausgeht.

Das Menü rund um die Tomate (und das schottische Hochlandrind) bot dann fünf produktbezogene Gänge, die der der ehem. WDR-Fernsehkoch mit Sterneküchen-Vergangenheit sein ganzes Können legte, ohne sich dabei an vom Produkt ablenkende Anrichte-Vorgaben halten zu müssen.

Das Menü

Aperitif
Chardonnay Sekt Brut
Weingut Stachel, Pfalz
mit Tomaten-Rosmarinsirup

Fingerfood
Dreierlei gelierte Tomatensüppchen
auf Brotspezialitäten

Rosa Scheiben vom Hochlandrind, mit Tomatenpesto, kandierten Oliven und einem Tomaten-Ricottakrapfen

Zander unter der Tomatenkruste
mit Tomatensalat und Rucola-Fond

In Tomatensaft geschmorter Braten von der alten Hochlandkuh mit gefüllter Tomate und Aubergine

Tomatensorbet mit Mascarpone, Melone und Zitronenthymiansoße

Die Weinbegleitung
Chardonnay Und Weißburgunder 2017
Weingut Rings, Pfalz
Primitivo di Manduria SUD 2016
Cantine San Marzano, Apulien 

Werkhof-Gärtnerin Rita Breker-Kremer
und Moderator Peter Krauskopf

 Zufriedene Gastgeber.
Rita Breker-Kremer, Peter Krauskopf,
Richard Löttert und Mario Kalweit

 Vor dem Sturm

 Im Gewächshaus
 
Fotos: Peter Krauskopf (10), Katrin Manzke (8)

La cuisine Mario Kalweit, Dortmund. Infos  hier
Werkhof Projekt gGmbH, Dortmund und Unna. Infos hier
Schottische Hochlandrinder Richard Löttert, Velen. Vermarktung über Hof Keil, Reken hier
Slow Food Bochum. Infos hier

Sonntag, 9. September 2018

(Spät-)Sommerfreuden: Westfälisches Bresse-Hähnchen auf provençalische Art


Es ist immer eine kulinarische Sensation, wenn der Genießer ein Huhn aus der Zucht des Archehofs Ibing in Wetter ergattern kann. Die Tiere dort führen ein geradezu paradiesisches Leben, haben ausschließlich Freilauf und suchen sich Futter auf den Magerwiesen selbst (klick hier).

Bresse-Hähnchen mit Füllungs-Zutaten

Diesmal war es ein Brathähnchen im Format eins größeres Stubenkükens, das ich bekommen konnte, gerade recht für eine Person. Bei dem herrlichen Sommerwetter der letzten Tage nahm ich mir vor, es als Brathähnchen auf provençalische Art zuzubereiten: Gefüllt mit Zitronenschnitzen, Knoblauch  und Estragonzweigen.

Zu Vorbereitung würzte ich das Hähnchen allerdings nicht einfach mit Salz, sondern legt es über Nacht in eine Brine, ein Salzlake aus 20 g Salz pro Liter Wasser, wie es auch die luxemburgische Fernsehköchin Léa Linster empfiehlt. Am nächsten Tag tupfte ich das Hähnchen sorgfältig trocken, pfefferte es innen und füllte es mit einer in Stücke geschnitten halben Zitrone und einem Sträußchen aus Französischem Estragon. Diese Sorte wächst in einzelnen Stängeln und ist wesentlich aromatischer als der in großen Büscheln wuchernde normal Estragon. Man bekommt ihn in der Kräuterabteilung guter Gärtnereien. Dann rieb ich das Hähnchen mit einer Mischung aus Butter und Olivenöl ein und legte es in eine eingeölte kleine Bratreine. Daneben kam die in dünne Scheiben geschnittene andere Hälfte der Zitrone und ein paar Knoblauchzehen.

Hähnchen in der Brine

Zum Braten kam es in den auf 220 Grad vorgehetzten Backofen. Ein normal große Brathähnchen von 1,5 kg braucht ca 50 Minuten, um gar zu werden, dem kleinen Bresse-Hahn reichten aber 30 Minuten.

Bunte Beilagen: Gelbe Zitrone, rotschalige Kartoffeln,
violette Tropeazwiebeln und gemischte Tomaten

Als Beilgen schienen mit die griechischen Ofenkartoffeln mit Zitrone bestens zu eignen, die ich so liebe. Dazu schnitt ich zwei größere Kartoffeln der rotschaligen Laura in pommesähnliche Stifte, die im Backofen ebenfalls etwa 50 Minuten brauchen, um gar zu werden. Damit sie jedoch genauso schnell fertig wurden wie das kleine Hähnchen, blanchierte ich sie drei Minuten lang in leicht gesalzenem Wasser. Ich ließ sie ausdämpfen, tat sie ebenfalls in eine kleine Bartreine, beträufelte sie mit Olivenöl und Zitronensaft und bestreute sie mit grobem Meersalz, in feine Würfelchen geschnittenen Knoblauch und einigen Thymianzweigen. Sie kamen gemeinsam mit dem Hähnchen in auf 220 Grad vorgeheizten Ofen.

Bunter Tomatensalat mit Tropeazwiebeln

Bis Hähnchen und Kartoffeln fertig waren, bereitete ich einen wunderbaren Tomatensalat vor. Auf dem Markt hatte ich eine bunte Mischung von Freilandtomaten bekommen, die bei dem heißen Wetter voll ausgereift waren: rot, gelbe, braune und rot-grün marmorierte. Ich schnitt sie Scheiben, streute ein paar Ringe der milden, rosafarbenen Tropeazwiebel darüber und besprenkelte das ganze mit etwas gutem Olivenöl und Balsamico. Die Tomaten war so würzig und süß, dass eine weitere Würzung überflüssig war. Noch nicht einmal Salz war nötig.

Zitronenkartoffeln aus dem Ofen

Nach etwa 35 Minuten waren Hähnchen und Kartoffeln fertig. Das Haut des Hähnchens war knusprig, das Fleisch saftig, durch die Brine herrlich mild gesalzen und durch die Zitronen und den Estragon wunderbar würzig gesäuert. Dazu die fantastisch reifen Tomaten – es war ein perfektes Sommeressen.Ein paar geröstete Pinienkerne gaben noch einen zusätzlichen mediterranen Touch.

Herrliches Spätsommeressen

Resteessen am nächsten Tag

Und dennoch behielt ich etwas von dem Hähnchenfleisch für den nächsten Tag zurück, den Rücken und die halbe Brust. Zudem säuberte ich die Knochen auch vom letzten Fitzel Fleisch, so dass die blanke Karkasse übrig blieb.

Beides und das ausgetretene, durch Zitrone und Estragon gut gewürzte Bratfett wurde zur Grundlage eines Resteessens der Sonderklasse am nächsten Tag. Ich bereitet daraus ein Hähnchen-Risotto zu, das jedes Frikassee in den Schatten stellte.

Resteessen: Hähnchen-Risotto

Die Karkasse kochte ich in dreiviertel Liter Gemüsebrühe gemeinsam mit der Hälfte des Bratfettes noch einmal aus und seihte das ganze ab. Die andre Hälfte des Fettes gab ich in einen Topf und briet drin eine gewürfelte Knoblauchzehe an. Dann kam eine Tasse Risottoreis dazu, der ebenfalls kurz angeschwitzt und mit zwei Kellen kochender Brühe aufgefüllt wurde. Zwei in Stücke geschnitten breite grüne Bohnen kamen dazu, dann wurde es ganz 17 Minuten sanft geköchelt und immer wieder mit Brühe aufgefüllt. Zum Schluss kamen die Hähnchenfleischreste dazu und wurden mit aufgewärmt. Dann zog ich den Topf vom Herd und rührte etwas Butter und zwei Esslöffel gerieben Parmesan darunter. Zur Abrundung kam noch guter Schluck Sahne dazu. Bouffe.


Samstag, 8. September 2018

(Spät-)Sommerfreuden: Spaghetti mit Moscardini, Fenchel, Oliven und Kirschtomaten

Neulich sah ich der eisigen Auslage der Fischtheke im Supermarkt einige Moscardini liegen, wie man die kleinen, etwa 10 Zentimeter großen Exemplare der Moschuskraken in Italien nennt. Ausgewachsen werden sie 30 bis 40 Zentimeter groß und ergeben so passende, haushaltsübliche Portionen.

Ähnlich wie die kleinen Sepiolini genannten Sepia-Tintenfische landen die Mini-Pulpos gerne in Salaten, Pasta- und Risottogerichten. Allerdings sollte man nicht denken, dass die kleinen Dinger schneller zart würden als ausgewachsene Exemplare. (Deren Zubereitung kann man hier nachlesen.)

Kleine Moscardini

Nur kurz in der Pfanne gebraten fand ich die kleinen Dinger doch ziemlich zäh, und so kochte ich sie beim zweiten Versuch in eine Brühe vor. Nach einer halben Stunde waren sie noch ziemlich hart, erst nach 45 Minuten fand ich sie einigermaßen gut. Danach kamen sie noch einmal zum Aufknuspern in die Pfanne. Im Endeffekt hatte man immer noch gut zu kauen, doch weil sie so klein waren, fiel das  kaum ins Gewicht.

Dennoch: Die Spaghetti mit Moscardini und Fenchel waren ein wunderbares Gericht, um den Abschied vom Hochsommer zu feiern, denn sie brachten eine wunderbare mediterrane Atmosphäre auf den Südbalkon.


Rezept: Spaghetti mit Moscardini und Fenchel, Oliven und Kirschtomaten

Pro Portion
1 kleinen Moscardini
1 TL Fenchelsamen
1 Nelke
½ TL Pfefferkörner
½ TL Anis
Salz, Pfeffer

100 g Spaghetti
Olivenöl
1 Knoblauchzehe
½ Knolle Fenchel
5 schwarze Oliven
5 Kirschtomaten
1 Schuss Wermut oder Weißwein
Fenchelgrün
Zerstoßener Fenchelsamen
Chiliflocken
Pfeffer, Salz
Olivenöl


Moscardini putzen, d.h. den Kopf abschneiden und inne säubern und den Zahn zwischen den Teetakeln herausschneiden. Wasser mit Fenchelsamen, Nelke, Pfefferkörnern und Anis zum Kochen bringen und darin die Moscardini 45 Minuten sanft köcheln lassen, bis sie zart sind.

Spaghetti nach Packungsvorschrift al dente kochen.

Fenchel in dünne Streifen schneiden, Fenchelgrün zurückbehalten. Knoblauch in dünne Scheiben schneiden. Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Knoblauch und Fenchel hineingeben, kurz anbraten und mit Wermut oder Weißwein ablöschen und einkochen lassen. Halbierte Kirschtomaten und Oliven dazugeben, mit Pfeffer, Salz, Fenchelsamen und Chiliflocken würzen. Deckel auflegen und solange köcheln lassen, bis die Tomaten Saft abgeben.

Gar gekochte Moscardini in Olivenöl anbraten, dabei pfeffern und salzen.

Gar gekochte Spaghetti zu den Nudeln geben und etwas anbraten. Auf Teller geben, die Moscardini draufsetzen und mit Fenchelgrün garnieren. Mit gutem Olivenöl beträufeln.


Freitag, 7. September 2018

Wochenplan: Kulinarische Termine vom 7.9. - 14.9.2018


Klassische Menüveranstaltungen wie das Kochquintett und das Restaurant-Karussell sowie Veranstaltungen zu alternativen Lebensstilen wie die Fairtrade-Messe Dortmund und der Tag der guten Lebenmittel in Essen prägen dieses Wochenende und die kommende Woche. Und natürlich das große Winzerfest auf dem Bochumer Boulevard.

bis 30.9.2018
Dein Kochquintett Dortmund
Monatsmenü Septmber
Dortmund, Rödels Kochlokal

bis 30.9.2018
Dein Kochquintett Duisburg
Monatsmenü September
Duisburg, Villa Patrizia

bis 30.9.2018
Dein Kochquintett Kreis Vest
Monatsmenü September
Dorsten, Püttmann

bis 9.9.2018
Fair Friends 
Messe für nachhaltige Lebensstile, Fairen Handel und gesellschaftliche Verantwortung
Dortmund, Westfalenhalle

7.9. - 9.9.2018
Street, Food and Music Festival
Dortmund, Kampstr./Katharinenstr.

7.9. - 9.9.2018
Winzerfest
im Rahmen des Musiksommers
Bochum, Boulevard
Infos hier

8.9.2018
Slow-Food-Markttag
Tag der guten Lebensmittel
Essen, Weberplatz

14.9. - 28.10.2018
Restaurant-Karussell Herbst
Essen u.a. Städte

Wochen- und Feierabendmärkte im Ruhrgebiet. Klick hier

Mittwoch, 5. September 2018

Dortmund: Kurierung der Eisenbarth Gastronomie am Volksgarten durch „Hopfen & Salz“


Wirte der neuen Generation: Antonio Link und Martha Dabrowska

Wenn am Freitag (7.9.2018) das „Hopfen & Salz“ in Dortmund-Lütgendortmund eröffnet wird, ist das eine Art gastronomischer Clash der Epochen. Der monumentale Gaststättenbau stammt von Anfang des 20. Jahrhunderts, als in Deutschland noch Kaiser Wilhelm regierte und das Ruhrgebiet für den industriellen Pulsschlag seiner Weltmachtträume sorgte. Dortmund war damals eine steinreiche Stadt, doch die größten Umsätze wurden nicht etwa mit Kohle und Stahl gemacht, sondern durch das weltbekannte Export-Bier, das in der Westfalenmetropole gebraut wurde. Fürsorglich wurde damals den arbeitenden Untertanen der Volkspark in Lütgendortmund zu Erholungszwecken zur Verfügung gestellt, mit großer Ausflugsgaststätte und schönem Biergarten. Die historischen Jugendstillettern in einem der Säle künden noch heute davon.

 Historischer Jugendstilschriftzug aus der Gründungszeit

Wie allseits bekannt, hat die deutsche Geschichte in den letzten einhundert Jahren so manche Höhen und Tiefen erlebt. Die Restauration am Volkspark machte jedoch jede Restauration nach jedem Untergang mit. Die letzte hatte die die Gastronomenfamilie Eisenbarth Ende der 1970er Jahre vorgenommen und das Gebäude in ein schmuckes Großgasthaus verwandelt und ihr den eigenen, mythisch anmutenden Familiennamen verpasst. Den letzten Schliff bekam das Haus 2000. Doch vor drei Jahren musste der Betrieb aus den verschiedensten Gründen eingestellt werden.

300 Craftbiere im Ausschank

Jetzt hat die Familie Eisenbarth Leute gefunden, die ihre Gastronomie auf ihre Art kurieren wollen. Antonio Link und seine Frau Martha Dabrowska haben gemeinsam mit Oliver Daniel Sopalla, u.a. Veranstalter des Hopfenfestes in verschiedenen Revierstädten, das Konzept von „Hopfen & Salz“ entwickelt. Gesetzt wird auf die neue Bierkultur: 300 verschiedene Craftbiere aus aller Welt sind in der neuen Bierbar am Volkspark im Ausschank und für zu Hause zu kaufen. Unterfüttert wird der hohe Anspruch durch Verkostungsveranstaltungen mit innovativen Bierbrauern. So treffen in den alten Mauern am Volkspark in Zukunft also zwei Bierkulturen aufeinander: die innovative Craft-Beer-Szene mit ihrer übersprudelnden Vielfalt und die Dortmunder Biertradition, die ihre Qualität über das Reinheitsgebot definiert, was moderne Brauer nur noch als Klotz am Bein sehen.

Die imposanten Säle müssen bespielt werden

Traditionalistisch wird es aber auch weiter gehen. Das Restaurant bietet eine bodenständige Küche, die zum Bier passt, mit 30 Gerichten wie hausgemachter Bier-Bratwurst und hauseingelegtem Porter-Sauerbraten, alles aus möglichst regionalen Zutaten frisch zubereitet. Ein Glas normales Holsten Pils gibt es für 1,30 Euro – Kneipentheke, Kegelbahn und Gesellschaftssäle müssen ja weiterhin bespielt werden. Und der lauschige Biergarten wartet bei gutem Wetter schließlich auch auf Gäste. Und das sind schließlich nicht alle Craft-Beer-Aficionados, sondern Leute, die ganz einfach Durst auf ein unkompliziertes Glas Bier haben.

Hopfen & Salz, Volksgartenstr. 61, 44833 Dortmund. Tel. 0231/6150440. Di-Sa 15-22 Uhr, So 10-22 Uhr. www.hopfenundsalz.de. Ab 7.9.2018

Aktualisierung 2.10.2018: Die öffizielle Eröffnung findet am 13.10.2018 statt. Klick hier auf Facebook 

Dienstag, 4. September 2018

Restaurantführer "Essen geht aus 2019" erschienen


Chefredakteur Tom Thelen, Projektleiter Marc Lorenz
und Event-Organisator Michael Janscheidt von den Überblick Medien

Das war schon eine coole Sache: Im Zuschauerraum des GOP-Theaters in Essen sitzen, leckere Sachen serviert zu bekommen und der Präsentation des neuen Restaurantführers „Essen geht aus 2018“ und Ausschnitten aus dem noch aktuellen Varieté-Programm auf der Bühne zuzugucken. Allerdings sah das Essen bei der bengalischen Beleuchtung etwas seltsam aus. Und mit Bltzlicht fotografieren durfte man nicht, es hätten ja die Künstler vor Schreck vom Trapez fallen können.

Chefredakteur Tom Thelen, Projektleiter Marc Lorenz und Event-Organisator Michael Janscheidt von den Überblick Medien führten flott durchs Programm, und der Genießer ließ es sich schmecken.

 Gebrannter Hangop | Algen | Zucchini | Minze | Pflaume
Schiffers im alten Löwen

Asiatisches Fischstäbchen | Süßkartoffelstampf | Thaisauce
Restaurant am Park / Sheraton


Gebratenes Rinderfilet | Sellerie-Mangold-Stampf | Trüffeljus und Baby-Möhren
Küche des GOP-Varieté

Marc Lorenz und Tom Thelen präsentieren die Köche des Abend: (v.l.): Dennis Trommer und Kollege (Schiffers im alten Löwen), Peter Meistes (Sheraton), Tim Hülsewiesche (GOP), Jeannette Schnitzler (La Petite Cave de Jeannette)

 Tarte citron mit Lavendel
La Petite Cave de Jeannette

"Essen geht aus 2019" erscheint am 4.9.2018.
   Erhältlich im guten Zeitschriftenhandel und hier im Internet.



Donnerstag, 30. August 2018

Wochenplan: Kulinarische Termine vom 31.8. - 6.9.2018

bis 31.8.2018
Dein Kochquintett Dortmund
Monatsmenü August
Dortmund, Lennhof

bis 31.8.2018
Dein Kochquintett Duisburg
Monatsmenü August
Krefeld, Elfrather Mühle

bis 31.8.2018
Dein Kochquintett Kreis Vest
Monatsmenü August
Marl-Polsum, Bullerkotte

bis 2.9.2018
Steele bittet zu Tisch
mit Steele à la carte und Naschmarkt
Essen-Steele, Kaiser-Otto-Platz

31.8. - 2.9.2018
Food Lovers Street Food Markt
Recklinghausen, Rathausplatz

1.9. - 30.9.2018
Dein Kochquintett Dortmund
Monatsmenü Septmber
Dortmund, Rödels Kochlokal

1.9. - 30.9.2018
Dein Kochquintett Duisburg
Monatsmenü September
Duisburg, Villa Patrizia

1.9. - 30.9.2018
Dein Kochquintett Kreis Vest
Monatsmenü September
Dorsten, Püttmann

2.9.2018
Fresstival
Dortmund, Junkyard

6.9. -9.9.2018
Fair Friends 
Messe für nachhaltige Lebensstile, Fairen Handel und gesellschaftliche Verantwortung
Dortmund, Westfalenhalle

Wochen- und Feierabendmärkte im Ruhrgebiet. Klick hier
Gourmetmeilen im Ruhrgebiet 2018. Klick hier

Mittwoch, 29. August 2018

Herbstvergnügen: Pikanter Zwetschgen-Risotto mit Pfifferlingen und Walnüssen

Bevor sie letztes Wochenende zu ihrer Herbstwanderschaft aufbrach, brachte mir die Katrin von der Feinkost-Manufaktur „im Glas“ (klick hier) etwas von ihrem hausgepressten Zwetschgensaft, den sie ungesüßt auf die Fläschchen gezogen hatte. Außerdem hatte sie noch ein Glas von ihrem wunderbar abgeschmeckten Zwetschgenkompott dabei (und ein Gläschen Marmelade). „Koch was draus“, meinte sie und verschwand erst einmal an die Mosel.

Hauptzuitaten: Pfifferlinge, Zwetschgensaft, Risotto-Reis, Walnüsse

Gesagt, getan. Als erstes fiel mir zu dem Zwetschgenkompott ein süßer Milchreis ein, aber dann fand ich es eleganter, einen pikanten Pflaumenrisotto zu machen, bei dem ich den hocharomatischen Saft verwenden wollte – ähnlich wie den Holundersaft bei einem Risotto, den ich vor ein paar Jahren mal gemacht hatte (klick hier). Dazu sollte es Pfifferlinge geben, die zur Zeit ja Hochsaison haben. Und ich fand noch irgendwo ein paar ungeknackte Grenobler Walnüsse vom Weihnachtsmarkt im letzten Jahr, die jetzt endlich dran glauben konnten.

Geht nicht in den Verkauf: Katrins Zwetschgensaft

Der Zwetschgensaft war nicht so dunkel, wie man sich denken könnte. Deswegen gab ich als Farbdeckung noch ein wenig Rotwein dazu, in diesem Fall meinen heißgeliebten süditalienischen Salice Salentino, der passenderweise über ein ausgeprägtes Trockenpflaumenaroma verfügt. Eigentlich hätte ich ja die Pfifferlinge mit im Reis garen können, aber ich befürchtete, dass sie dann die rote Farbe des Weines annehmen würden, und dann hätten sie auf dem Foto nicht mehr so schön herausgekommen. Deswegen machte ich aus den Pilzen in einer Pfanne ein separates Pfifferlings-G’röstl.Ob es wirklich nötig war, weiß ich nicht. Der Reis blieb heller, als ich dachte.

Deckwein: Salice Salentino

Gewürzt wurde der Risotto mit typischen Herbstgewürzen: Zimt, Nelke, Piment, schwarzer Pfeffer, Sternanis, je einem Zweiglein Rosmarin und französischem Estragon sowie einem Lorbeerblatt. Schön wäre es gewesen, wenn ich ein paar Trockenpflaumen zum Mitkochen gehabt hätte – hatte ich aber nicht. So gab ich beim Anrichten etwas von Katrins Zwetschgenkompott als Garnitur dazu, dessen wunderbare Saft dem Ganzen noch den letzten Schliff gab. Anstelle der gerösteten Walnüsse hätten sich natürlich auch eingemachte schwarze Walnüsse bestens als Zugabe geeignet.

Weil ich beim Zubereiten des Risottos die selbstgemachte Hühnerbrühe durch Gemüsefond ersetzte und beim Braten der Pfifferlinge auf ausgelassenen Speck verzichtete, handelt es sich bei diesem Rezept um eine vegetarische Variante. Geschmacklich hätte der Einsatz der tierischen Produkte dem Gericht natürlich die kulinarische Krone aufgesetzt. Vegan ist es trotz allem nicht, denn auf Butter und Parmesan wollte ich auf keinen Fall verzichten. Und dann wäre es auch kein Risotto mehr gewesen.



Rezept: Pikanter Zwetschgen-Risotto mit Pfifferlingen und Walnüssen
4 Portionen

Für den Risotto:
2 Tassen Risottoreis
4 Lauchzwiebeln oder entspr. Menge Schalotten
1 l kochende Gemüsebrühe
Butter, Olivenöl
1 guten Schuss Rotwein, in diesem Falle Salice Salentino
100 ml von Katrins Zwetschgensaft
1 kleine Stange Zimt
1 Zweiglein Rosmarin
1 Zweiglein französischer Estragon
1 Lorbeerblatt
Gewürzsäckchen mit 1 Nelke, 1 Sternanis, 4 Pimentkörnern und 8 schwarzen Pfefferkörnern
1 großes Stück Butter
4 EL geriebener Parmesan
Schwarzer Pfeffer aus der Mühle
Salz, Zucker

Fürs Pfifferlings-G’röstl und die gerösteten Walnüsse:
12 halbe Walnusskerne
200 g Pfifferlinge
4 Lauchzwiebeln
Butter
Pfeffer und Salz
1 Zweig französischen Estragon

Zwetschgenkompott zum Garnieren

Pfifferlinge waschen. Dafür eine Tasse Mehl in genügend Wasser geben, die Pfifferlinge dazu geben und kräftig herumwirbeln. Das Mehl entfernt auch feinste Erde. Mehlwasser abgießen, Pilze abspülen und mit Küchenkrepp trockentupfen. Noch weiter gut trocknen lassen. Die Gewürze für den Risotto in einen Papierteebeutel geben und zubinden – oder in ein Tee-Ei.

Für den Risotto Gemüsebrühe zum Kochen bringen und Schalotten fein würfeln. Butter und Öl in einem Topf erhitzen. Schalottenwürfel darin glasig schwitzen. Reis dazugeben und kurz mit anschwitzen. Einen guten Schuss Rotwein dazugeben und komplett verdampfen lassen. Zwei Kellen kochende Gemüsebrühe dazugeben und umrühren. Gewürzsäckchen, Zimtstange, Rosmarin, Estragon und Lorbeerblatt dazugeben und unter gelegentlichem Rühren köcheln lassen. Immer, wenn der Reis die Flüssigkeit aufgenommen hat, kochende Brühe nachgießen. Der Reis ist nach 17 Minuten gar.

In der Zwischenzeit die Walnusskerne ohne Fett in einer Pfanne anrösten. Herausnehmen und warm stellen. Einen Stich Butter in die Pfanne geben. Pilze und einen Zweig Estragon dazugeben und anbraten. In Scheibchen geschnittene Frühlingszwiebeln dazugeben und mit anbraten. Pfeffern, salzen und Deckel auflegen. Etwa eine Viertelstunde durchschmoren. Eventuell etwas Risottobrühe dazugeben.

Kurz vor Ende der Garzeit den Risotto etwas trockener kochen als üblich. Den Zwetschgensaft als letzte Flüssigkeit dazugeben und kurz aufkochen lassen. Vom Herd nehmen und Gewürzsäckchen, Zimtstange, Kräuterzweige und Lorbeerblatt herausnehmen. Butter und geriebenen Parmesan unterrühren. Mit Pfeffer aus der Mühle würzen und mit wenig Salz und Zucker abschmecken.

Warmen Risotto auf vorgewärmten Tellern anrichten. Pfifferlinge und Walnüsse darauf verteilen. Etwas Zwetschgenkompott mit Saft darübergeben. Mit Estragonblättern garnieren.