Sonntag, 11. Oktober 2020

Gestern bei Mama revisited: Möhren durcheinander (vegetarisch)


Seit fast zwei Wochen vegetierte ein Packung bunter Möhren in meinem Gemüsekorb vor sich hin. Vor lauter Restaurantterminen war ich bislang einfach nicht dazu gekommen sie zuzubereiten. Als ich sie jetzt aufriss, stellte ich fest, dass die meisten der normal orangen, gelben und rot-violetten Möhren noch ziemlich knackig waren. Und so kam ich auf die Idee, das alte Mama-Rezept „Möhren durcheinander“ mal wieder aufzuwärmen.


Bunte Möhen

Doch ich unterzog es einer gründlichen Revision. Schweren Herzens beschloss ich, auf die Brühe aus Schweinbauch als Grundlage zu verzichten und eine vegetarische Version zu erstellen. Mama liebte das zarte gekochte Fleisch über alles. Sie briet es immer kurz an, um dann daraus eine deftig gewürzte Brühe zu kochen, die dem Gericht aus je einem Teil Möhren, Zwiebeln und Kartoffeln eine wunderbare Herzhaftigkeit zu verlieh. Ich verwendete eine kräftige Gemüsebrühe und versuchte, das Manko des fehlenden Fleischgeschmacks durch andre Umami-Quellen wettzumachen. Also schmeckte ich den fertigen Eintopf nicht nur wie Mama mit Pfeffer und Salz ab, sondern zusätzlich noch mit Senf, Sojasauce und Curry. Zudem kochte ich ein Stück Orangenschale, zwei Lorbeerblätter und ein Gewürzsäckchen mit Pfeffer- und Pimentkörnern und Nelken mit. Das Ergebnis konnte sich schmecken lassen.


Rezept: Möhren durcheinander (vegetarisch)

300 g Zwiebeln, fein gewürfelt
300 g Möhren, klein gewürfelt
300g Kartoffeln, klein gewürfelt
1 kleine Petersilienwurzel
½ TL Curry
1 Streifen Schale einer ungespritzten Bio-Orange
Gewürzsäckchen aus 1 TL schwarzen Pfefferkörnern, ½ TL Pimentkörner, 2 Nelken
1-2 Lorbeerblätter
1/2 l kräftige Gemüsebrühe
Etwas Zucker
Salz, Pfeffer,
1-2 TL Senf

Zwiebelwürfel in etwas Zucker karamellisieren und andünsten. Curry mitrösten.. Möhrenwürfel und Kartoffelwürfel hinzufügen. Mit Gemüsebrühe aufgießen, Gewürzsäckchen, Lorbeerblätter und Orangenschale dazugeben und alles ca. 30 Minuten köcheln lassen lassen, bis die Kartoffeln gar und die Möhren weich sind. Mit Salz, Pfeffer, Sojasauce und Senf abschmecken. Zum Servieren Lorbeerblätter und Orangenschale herausfischen.

Zum Original-Mama-Rezept hier klicken.

Samstag, 10. Oktober 2020

Genießers Kochkurs: 3 Burger lecker

Zwiebel-, Linsen- und Bouillabaisse Burger
 
Es war fast wie eine Heimkehr, als der Genießer gestern wieder die Lehrküche der VHS Herne betrat. Das letzte Mal war er vor fast einem Jahr hier (klick hier); im Frühjahr waren dann wegen Corona alle Kurse ausgefallen. Doch jetzt im Herbst ging es mit einem entsprechenden Hygienekonzept der VHS wieder los.

Kochkurs in Corona-Zeiten
 
Sicher, mit Mund-Nasen-Schutz, Einweghandschuhen und Einmeterfünfzig-Abstand zu kochen schien auf den ersten Blick nicht besonders attraktiv. Aber die Reduzierung der Teilnehmerzahl machte das wieder wett. Unter normalen Umständen sorgen 16 Teilnehmer in der Lehrküche für lärmige Bahnhofshallenatmosphäre. Gestern waren pandemiebedingt aber nur sechs Gestalten mit Masken vor dem Mund und ein Kursleiter da, und entsprechend ruhig und konzentriert lief das Kochen ab.

Patty-Zutaten für den Zwiebelburger: Schweinebauch und Rindergulasch
 
Patty-Zutaten für den Bouillabaisse Burger: Dorade, Heilbutt, Garnelen
 
Wieder einmal ging es um hausgemachte Burger. Aus seinem umfangreichen Fundus hatte der Genießer drei Rezepte herausgesucht, die sich in den vorherigen Kursen besonders bewährt hatten. Je zwei Teilnehmer nahmen sich ein Rezept vor und bereiteten sieben Exemplare für die davon dazu, damit jeder jeden Burger probieren konnte. 

Teig für die Buns wird angerührt
 
Die Burger werden gebaut
 

Ein hausgemachter Burger ist eine durchaus aufwändige Angelegenheit. Pattys (Frikadellen), Buns (Brötchen), Saucen, Slat- und Gemüsebeilagen wurden alle selbst gemacht, das Fleisch selbst durch den Wolf gedreht, der Teig selbst geknetet. Niemand hatte große Routine darin, gab aber sein bestes. Und so kamen zum Schluss ganz hervorragende, saftige und schön anzusehende Exemplare heraus, die allen zudem auch noch hervorragend schmeckten. (Nebenbei bemerkt: Zum Essen durften die Masken natürlich abgenommen werden.)

Hier die Ausbeute des Kurses


Zwiebelburger

nach der WDR-Sendung „Lecker an Bord
Patty: Fleisch vom Biorind und etwas Schweinebauch, gewürzt mit gerösteten Zwiebeln und dem Curry „GOA“
Bun: Mit Dinkel- und Roggenmehl und Honig
Sauce: Joghurt-Mayonnaise
Auflagen: gebratene Baconscheiben, Zucchini, Avocado.
Zum Rezept hier klicken


Bouillabaisse Burger
Patty:
Dorade, Wolfsbarsch und Garnelen, gewürzt wie in der Provence u.a. mit Orangenschale
Bun: Nach Art eines provenzalischen Safranbrotes, bestreut mit Lavendelblüten
Saucen: Rouille (Knoblauchmayonnaise mit Safran, Pistou (Pesto aus Basilikum)
Auf Tapanade wurde diesmal verzichtet.
Gemüse: gebratene oder gegrillte Fenchel- und Tomatenscheibe
Zum Rezept hier klicken


Vegetarischer Rote-Linsen-Burger

Patty: Aus roten Linsen, orientalisch gewürzt mit Kreuzkümmel, Cayennepfeffer u.a.
Bun: Der Teig war dem türkischen Fladenbrot nachempfunden und mit Sesam bestreut
Salsa: Pico de Gallo
Gemüse: Marinierter Rucola
Käse: Feta
Zum Rezept hier klicken


Zu allen Posts über meine Burger-Kochkurse klick hier

Mittwoch, 7. Oktober 2020

Einhorn Dortmund: Janka kocht wieder

Der Betrieb wurde am 21.5.2021 eingestellt.

Janka Brockhaus (früher Thiemann) mit Wolf Hoffmann vom TMM Forum
vor einem Wandteppich aus echtem Moos im "Einhorn"

Meine Recherche für eine Story in der in Kürze erscheinenden neuen Ausgabe des Restaurantführers „Dortmund geht aus“ brachte es an den Tag: Janka kocht wieder! Viele Dortmunder bedauerten, als Janka Thiemann ihr kleines Restaurant „Janka’s“ vor vier Jahren in der Dortmunder Nordstadt schloss. Dort servierte sie eine fantasievolle „Bistro-Autoren-Küche“ mit mediterranen, französischen und afrikanischen Einflüssen. Die Produkte dafür kamen zum größten Teil aus ihrem eigenen Garten. Später arbeitete sie in verschiedenen Restaurantküchen, zuletzt bis zu coronabasierten Schließung als Souschefin in Pascal Sürigs sternverdächtigem Cielo.

Jetzt ist Janka wieder mit einem interessanten Projekt da. Unter ihrem neuen Namen Janka Brockhaus verantwortet sie die Küche des „Einhorn“ im neugebauten TMM Forum im Dortmund-Hörder Vorzeige-Gewerbegebiet Phoenix West. Eigentlich ist das „Einhorn“ eine Kantine, in der die Unternehmerfamilie Hoffmann ihren Mitarbeitern und denen aus den anderen ansässigen Firmen eine zeitgemäße Büroverpflegung anbieten will. Aber selbstverständlich steht das lichtdurchflutete moderne Bistro auch allen anderen Gästen offen, die gutes Essen schätzen. 

Kokos-Mais-Suppe mit Thai-Pesto im Einorn

Bei der wöchentlich wechselnden Mittagskarte knüpft Janka durchaus an ihre alte Nordstadt-Tradition an. Leichte, zum großen Teil vegetarische Gericht sind im Angebot, z. B. Mille Feuille vom Ziegenkäse mit Kichererbsen und Bunter Beete (6,50 €), Auberginen-Joghurtragout mit Kardamomreis und Möhrchenchutney (8 €), Spanischer Kartoffel-Gemüsetopf ohne oder mit Chorizo (6 €) oder Roulade vom Freilandochsen mit Basilikum, Bel Paese und kerniger Tagliatelle (12€). Das ist alles verbraucherfreundlich kalkuliert und trotzdem aus besten Zutaten. Morgens gibt es Frühstück, nachmittags Kaffee und Kuchen.

Es lohnt sich also, einen Ausflug nach Phoenix West zu machen. Allerdings nur als Tagestour, denn das „Einhorn“ macht um 16 Uhr zu. Ein Abendgeschäft gibt es nicht.

Einhorn Dortmund im TMM Forum. Carlo-Schmid-Allee 13, 44263 Dortmund. Mo-Fr 9-16 Uhr. Infos hier.

Samstag, 3. Oktober 2020

Großmarkt Essen: Bistro im FrischeParadies

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Kulinarische Preziosen in Großmarkt-Atmosphäre

Etwas verwegen wäre es schon, den Großmarkt nördlich der Essener City, der sich auf den Wegweisern in der Stadt stolz „Frischezentrum“ nennt, mit dem in Paris zu vergleichen. In der französischen Hauptstadt kaufen schließlich Händler und Gastronomen aus ganz Europa ein, und auch Touristen schätzen das gastronomische Angebot rund um die Marktstände. Wo könnte es frischere Ware geben als hier? 


Transparentes Hygiene-Konzept in Corona-Zeiten

Immerhin: Inmitten der rund 50 Großhändler mit ihren grauen Rolltor-Lagern wirkt das mittlerweile zum Branchenriesen Transgourmet gehörende FrischParadies in Essen wie ein funkelnder Schmuckkasten. Der Feinkostmarkt wendet sich schließlich nicht nur an Gastronomen und Wiederverkäufer, sondern auch an Endverbraucher, die zu Hause mit den gleichen Zutaten arbeiten wollen wie die Küchenchefs der gehobenen Restaurants in der Region. Das Angebot an Fleisch, Gemüse, Trüffel, Wein und feinsten Convenience-Produkten ist entsprechend gediegen. Besonders herausragend ist dabei die Fischabteilung. „Wie verkaufen die Ware jeden Tag völlig aus“, erklärt Marktleiter Christoph Wlotzki. Sollten nachmittags noch etwas vorhanden seine, greifen die Mitarbeiter – übrigens alles ausgebildete Köche - zum Telefon und bieten die Ware den Gastronomen zu Sonderpreisen an. „So schaffen wir am nächsten Tag Platz für frische Ware.“ 


Venezianischer Rösé Roa di Frati

Vor drei Jahren eröffnete das Essener FrischeParadies als eine der letzten Filialen ein Bistro (klick hier) und gab dem Großmarkt der Stadt ein gutes Stück Pariser Flair. Ziel war es, den Kunden zu zeigen, was man mit den Waren des Hauses machen kann. „Wir haben schließlich den Vorteil, dass uns nichts ausgeht“, lacht Christoph Wlotzki. Es mag paradox klingen, aber das Bistro entwickelte sich schnell zu einem gutbesuchten Geheimtipp. Daran hatten sicherlich die Gourmetveranstaltungen mit Spitzenköchen aus der Region (klick hier und hier), Kunstausstellungen (klick hier) oder ganz einfach opulente Hummeressen, die zumindest in nichtpandemischen Zeiten hier stattfinden, ihren Anteil.

Chefs am Herd: Peter Gach und Nico Maslo (Archivbild)

Aber eigentlich sind es die wunderbaren Gerichte, die hier täglich bis in den Nachmittag hinein angeboten werden. Verantwortlich für die Küche sind Peter Gach, ein langjähriger Mitarbeiter des Hauses, der sich freut, wieder in seinem erlernten Beruf als Koch arbeiten zu können, und der junge Nico Maslo, der aus der Hexenküche um den Sternkoch Sven Nöthel stammt, als der der noch im Mülheimer „Am Kamin“ zauberte.

So war es kein Wunder, dass der Genießer mit Freuden die Einladung zu einem kleinen Mittagessen im Bistro des FrischeParadieses annahm. Dieser „Mut“ wurde mit einer Reihe von handwerklich bestechend zubereiteten Gerichten belohnt, bei denen wieder besonders die Fischgericht herausstachen. Optisches Markenzeichen waren die Hummer- und Safran-Schäumchen, mit denen Nico Maslo die Teller verzierte. Die Zutaten der Hausmarke QSFP (Qualité supérieure sélectionnée pour FrischeParadies) waren von betörender Frische. Natürlich gehörte die Bouillabaisse des Hauses dazu, eine Großmarktgericht par excellence. Obwohl ich mir Probierportionen ausbat, waren den Teller so opulent, wie es sich für ein Markt-Bistro gehört. Hungrige Kunden werden hier von einem Teller satt, so dass die auf der Karte ausgewiesenen Preise mehr als angemessen sind. Zur Speisekarte klick hier


Ein Mittagessen im Bistro im FrischeParadies




FrischeParadies "Bouillabaise" klein
Fischfilets | Rouille | Baguette 



Fisch-Grillteller
3 verschiedene Fischfilets | Gemüse



Schellfischloin
Kürbiskraut | Bacon | Senf | Kartoffelstampf




Surf n' Turf vom Campo-Roastbeef und Hummer
Chorizo-Zwiebeln | Bohne | Schmorkartoffel | Hummerschaum



Dessert
Crème brulée mit Früchten


Bistro im FrischeParadies, Lützowstraße 24, 45141 Essen, Tel 0201/8313-416. Mo-Mi und Sa 11-15.30 Uhr, Do-Fr 11-18 Uhr. Infos klick hier.


Freitag, 2. Oktober 2020

Herbstvergnügen: Pfannengeröstel mit Semmelstoppel- und Maronenpilzen, Estragon, trockenem Brot, Rosenkohl und einer halben Wachtel


Der Genießer hat nie den sportiven Ehrgeiz besessen, rücken- und kniegebeugt durch die Wälder zu streifen, um Pilze zu sammeln. Deshalb kommen bei ihm meist nur solche Pilze auf den Tisch, die man im Lebensmitteleinzelhandel kaufen kann: Champignons, Pfifferlinge und, wenn’s was Besonderes sein soll, Steinpilze. Doch als er neulich im FrischeParadies in Essen war, gab’s da Semmelstoppel- und Maronenpilze, die er gelegentlich nur aus dem Fernsehen oder von den Speisekarten einschlägiger Restaurants kannte.

Semmelstoppel- und Maronenpilze

Semmelstoppel haben ihren Namen wegen ihrer semmelblonden Farbe und der stoppeligen Form der Lamellen unter dem Hut. Sie sind fest und erinnern ein wenig an Pfifferlinge. Maronen wiederum haben eine wunderschöne kastanienrote Farbe und sehen aus wie etwas größere, dunklere Champignons, sind aber schwammiger. Ich kaufte von beiden je ein Handvoll und wollte sie zu einem aromatisierten Pilzgeröstel verarbeiten, das ich entweder mit Kartoffeln oder Nudeln kombinieren wollte.

Zuhause entdeckte ich aber noch ein paar Reste von den würzigen Roggenvielsaat-Broten, die ich in letzter Zeit mit so mag. Davon schneide ich immer an den Enden die kauintensive Kruste hauchdünn ab. Diese Knäppchen waren zu knochenharten Brotchips vertrocknet, und ich dachte, das ergäbe zu den Pilzen eine tolle Ergänzung. Also briet ich die Pilze mit Zwiebeln, Knoblauch, einigen Estragonzweigen und dem in mundgerechte Stücke zerbrochenen Brot in Butter an, gab dann etwas Flüssigkeit dazu, um die Pilze durchzuschmoren und dem harten Brot Gelegenheit zu geben, sie aufzusaugen und wieder weich zu werden.

Ob es eine gute Idee war, dafür einen Rest Rotwein zu nehmen und alles mit einer Ei-Parmesan-Plempe zu legieren, war optisch allerdings ziemlich verwegen. Die farblichen Unterschiede der Pilze und der anderen Bestandteile kamen nicht mehr zur Geltung. Doch geschmacklich war alles eine ungeheure Wucht. Sollte ich das Rezept noch einmal machen, würde ich Weißwein nehmen, auf das Ei verzichten und den Parmesan einfach so darüber streuen.


Ach ja, bei den wunderbaren Mais-Wachteln aus dem französischen Marensin konnte ich auch nicht widerstehen. Sie haben eine wunderbare Qualität und ich finde sie mit knapp 7 Euro für zwei Stück spottbillig. Ich füllte sie mit gehackten Trockenfeigen und Pistazien und buk sie im Ofen, bis sie knusprig waren. Das mit der Füllung war aber zu kurz gedacht. Als ich die Wachteln portionsgerecht halbierte, fiel sie prompt heraus. Aber ich streute sie kurzerhand über die Pilze, denn sie schmeckte wunderbar.


Rezept: Pfannengeröstel mit Semmelstoppel- und Maronenpilzen, Estragon, trockenem Brot, Rosenkohl und einer halben Wachtel

Mengenangaben für 1 Portion

Pilzgeröstel:
5 Röschen Rosenkohl
120 g Semmelstoppelpilze
120 g Maronenpilze
120 g trockene Roggenbrotreste in mundgerechten Stücken.
2-3 Zweige Estragon
1 Zwiebel in dünnen Ringen
1 Knoblauchzehe, halbiert
Butter
Pfeffer, Salz, Muskat
1 Gläschen Wein, am besten weiß
geriebener Parmesan

Rosenkohl in Salzwasser 7 Minuten bissfest blanchieren, abgießen und halbieren.
In einer großen Pfanne Butter auslassen und halbierten Knoblauch, gehackte Ziwebl und Brotreste anbraten. In mundgerechte Stücke geschnittene Pilze dazu geben und mitschmoren lassen. Pfeffern, salze, ein Prise geriebenen Muskat Estragonzweige dazu geben. Deckel auflegen und die Pilze durchschmoren lassen. Kurz vor Schluss halbierte Rosenkohlröschen dazugeben und mitschmoren lassen.

Wachtel:
1 Wachtel, küchenfertig
1-2 Trockenfeigen, gehackt.
2 EL gehackte Pistazien
Pfeffer, Salz
Weißwein, Knoblauch, Estragon

Aus der Wachtel das Herz herausholen. Innen und aus pfeffern und salzen. Mit gehackter Trockenfeige, Pistazien und dem Herz füllen. In eine kleine Bratreine 1 Glas Wasser oder Weißwein, ein Knoblauchzehe und2 Zweige Estragon geben. Ein Gitter darauf legen und die Wachtel darauf setzen. Im 200 Grad heißen Ofen backen, bis die Wachtel braun und knusprig ist.
Zu einem ähnlichen Rezept mit Aprikosenfüllung klick hier.

Anrichten:
Gebratene Wachtel halbieren und auf die Pilze setzen. Mit Parmesan und gehacktem Estragon bestreuen.

Montag, 28. September 2020

Indien in Wattenscheid: Lakshmi Mahal

Orientalische Würde:
Der Kellner, der Koch und der Restaurantleiter

Es kommt ja eher selten vor, dass ein Wirtschaftsbetrieb die Stadt Essen verlässt, um in Wattenscheid seinen neuen Standort zu finden. Jedenfalls betrieb Sumit Singh in der Ruhrgebietsmetropole mit Taste it India und Classic India zwei zentrale Adressen für indische Küche an Kastanienallee und Rellinghauser Straße. Die gab er jedoch vor zwei Jahren in andere Hände und verlegte die Zentrale seines kleinen Restaurantimperiums ins seit seiner Eingemeindung zu einem beschaulichen Vorort von Bochum degradierte Wattenscheid. Seitdem betreibt er dort an der Ecke Quer- und Achtermannstraße das Restaurant Lakshmi Mahal, organisiert einen opulenten Zustelldienst und verwaltet die Belange des Restaurants Classic im Tennisclub Weitmar 09 sowie die eines Imbisses in Witten.

Farbenfrohe indische Welt

Lakshmi, die Göttin des Glücks...

...thront überall

Das Sanskrit-Wort Lakshmi bedeutet „Glück, Schönheit, Reichtum“ und ist der Name der hinduistischen Glücksgöttin, Mahal bedeutet Palast. Mit typisch indischer Farbenpracht, goldenen Elefanten und turbantragenden Putten wurde das Lokal, das zuvor schon eine panmediterrane Pizzeria beherbergte, tatsächlich in einen kleinen Palast verwandelt. Doch die Gemütlichkeit der Wattenscheider Eckkneipe, als die es ursprünglich einmal gedacht war, kann es auch heute nicht verleugnen.

Es dominieren die Farben Gelb, Braun und Orange, die wegen des Gebrauchs der Gewürzmischung Curry auch die indische Küche dominieren. Ein Dosenrondell mit Kurkuma, Zimt, verschiedenen Pfeffersorten und anderen Gewürzen weist den Gast auf die Aromenvielfalt der indischen Küche hin und duftet mit den zu Ehren von Lakshmi angebrannten Räucherstäbchen um die Wette. 

 Die Farben des Curry

Restaurantleiter Kumar und der Junior-Chef Avineesh bringen die Köstlichkeiten, die der Koch Taladja in der Küche zaubert, mit orientalischer Würde an den Gast. Taladja hat in den großen Hotels in Mumbai sein Handwerk gelernt, und so sind seine Hähnchen-, Lamm-, Fisch und Tandoor-(Backofen)-Gerichte von beachtlicher Raffinesse. Man kann sie in drei verschiedenen Schärfegraden bestellen. Dazu gibt es den Joghurtdrink Lassie, indisches Bier oder sogar indischen Wein. Der Cabernet Sauvignon Shiraz 2017 vom Weingut Grover in den Nandi Hills nahe der südindischen Metropole Bangalore wurde mit Hilfe des französischen Winemakers Michel Rolland erzeugt und kann es mit einem Syrah aus der Provence problemlos aufnehmen.

Eine Entdeckung: Indischer Rotwein 

Erfrischend: Mango-Lassie
 

Das kleine Pressemenü, an dem der Genießer teilnehmen konnte, war anscheinend nach „deutscher Schärfe“ gewürzt und schmeckte nach mehr. Lediglich die Desserts fand ich etwas gewöhnungsbedürftig, etwa das indische Eis.

Das Indien-in-Wattenscheid-Menü
vom 16.9.2020 

 

Vorweg: Brot mit dreierlei Saucen

Vorspeisen

Samosa
Mit Gemüse gefüllte Teigtaschen
 
Seekh Kebab
Lammhack mit indischen Geürzen

Die Hauptgänge

Chicken Biryani
Gebratener Reis mit Hühnchen, Gemüse, Nüssen und Rosinen
 
Palak Paneer
Hausgemachter Rahmkäse mit Spinat, Zwiebeln und Tomaten

Butter Chicken
Hühnchen aus dem Ofen mit sahniger Tomaten-Curry-Sauce
 
Chicken Kadai
Hühnchen mit pikanter Currysauce, paprika, Tomaten und Zwiebeln
 
Reisbeilage


Desserts
 
Kulfi
Indisches Eis
 
Gulab Jamun
Traditionelle indische Milchkugeln

 


Lakshmi Mahal. Querstraße 23, 44866 Bochum-Wattenscheid. Tel. 02327/933310. Mo-Sa 16-22 Uhr, So 12-22 Uhr. Di Ruhetag. www.lakshmi-mahal.de

Der Genießer bedankt sich für die Einladung zum Pressemenü.


Mittwoch, 23. September 2020

Italienisches Dortmund: La Romantica

Update Februar 2025: Am neuen Standort befindet sich die Pitzzeria "Imperatore".
Update September 2024: Das Restaurant ist geschlossen, auch am neuen Standort.
Update 2021: Das Restaurant ist umgezogen und befindet sich seit dem 4.11.2021 in der Goebenstr. 22, 44143 Dortmund.
Zu einem Bericht aus dem neuen Domizil hier klicken.


Ein Herz für Gäste: Franco und sein Sohn Adamo

Bin ich wirklich in Dortmund?, fragte sich der Genießer, als er an dem lauen Spätsommerabend vor La Romantica stand, genau da, wo die Düsseldorfer Straße die 90-Grad-Kurve Richtung Ostfriedhof macht. Zuerst dachte ich, ich sei in Arles, doch die Markisen, die die Tische und Stühle auf dem Bürgersteig überspannen, waren rot und nicht gelb wie auf dem berühmten Gemälde von Van Gogh. Als dann eine stadtbekannte Feinschmeckerin wie Monsieur Hulot mit dem Fahrrad angefahren kam, um an dem Presse-Menü teilzunehmen, zu dem Patron Franco eingeladen hatte, dachte ich, ich sei in Paris, in einem noch nicht gentrifizierten Vorort. Doch nein, La Romantica ist schließlich ein italienisches Ristorante. Und so dachte ich, als ich die Räumlichkeiten betrat, ich sei in Mailand. Durchaus elegant eingerichtet, luxuriöse Barolo- und Proseccoflaschen in den Regalen, eine Tafel mit Tagesangeboten über der offenen Küche hinter der Theke – ich konnte mir gut vorstellen, dass in unserer engen, schummrig beleuchteten Sitzecke, wo der Genießer als Zweimetermann durchaus Platzangst bekommen konnte, normalerweise schmächtige italienische Banker sitzen und Risotto alla finanziera verspeisen. Doch spätestens, als die Hauptgänge aufgetragen wurden, und die Fleisch- bzw Leberstücke mit umami-schweren, betörenden Saucen überzogen waren, war mir klar: wir sind in Dortmund. 

 Wie auf einem Van-Gogh-Gemälde: Die Straßenterrasse
 
Eng und elegant

Postmoderner Chic mit Hussen und Lampenschirmen
 

Doch von Anfang an.

Franco, wie ihn alle nennen, heißt eigentlich Issam Challail und stammt aus Spanien, genauer gesagt aus der spanischen Exklave Melilla in Nordafrika. Zu Gastronomie und Kochen kam er u.a. in Aplerbeck und Barcelona, doch die wichtigste Zeit war, als er zwischen 2010 und 13 als Küchenchef von Toni’s Ristorante mit Toni den BVB bekochen durfte und sogar manchmal an den VFL Bochum ausgeliehen wurde. 2014 eröffnete Franco schließlich am Rand des Dortmunder Stadtteils Kaiserbrunnen das Restaurant La Romantica. Mittlerweile wird er von seinem Sohn Adamo tatkräftig unterstützt.

Noble Weinauswahl
 

Raumbeherrschend: Die Tageskarte
 

Emsiges Treiben in der offenen Küche
 

Selbstverständlich gibt es in La Romantica Pizza. Doch Francos Liebe gilt der feineren italienischen Küche, so dass es sich lohnt, auf die Tagesangebote zu achten. Spezialität sind die gefüllten Nudeln. Wollte man Francos Paccheri verschicken, gingen sie bei DHL kaum als simple Päckchen durch. Fisch wird im La Romantica fantasievoll angerichtet, und ganz besonderer Wert wird – wie gesagt – auf die Saucen gelegt, mit denen die sorgsam geschmorten oder gebratenen Fleisch- und Fischgerichte serviert werden. Unser Menü war eine ausgesuchte Degustationsreise durch das, was La Romantica kann.

 

Prosecco in Heimattracht 


Seit der Genießer zwei kulinarische Wochenenden in Serralunga

verbracht hat, gehört dieser Barolo zu seinen Favoriten.

 

Das Presse-Menü vom 19.9.2010


Vorweg
Pecorino Picante, Oliven, Tomaten, Foccaccia

Fischteller
Jakobsmuschel | Thunfisch-Avocado- und Lachs-Tatar |
Thunfisch im Sesammantel | Scampi
Kein Fisch ohne Fahrrad

Tris di Pasta
Ravioli mit Lachsfüllung| mit Ziegenkäse-Füllung und Feigen-Curry-Sauce | mit einer Füllung aus Steinpilzen mit  geschmolzenen Tomaten und Parmesan
 

Seeteufel in Safransauce

Rinderfilet mit Pfifferlingen

Lammcaree in Rotwein mit Honig und Pinienkernen

 

Kalbsleber in Rotwein-Schokoladen-Sauce

Dessert
Cochada (spanische Pannacotta) mit Kiwi, Karamell und
Walnüssen | Tiramisu | Tartuffo limoncello

La Romantica. Neue Adresse: Goebenstr. 1, Düsseldorfer Str. 82, 44143 Dortmund. Tel. 0231/22397770. Di-Sa 16-23 Uhr. So 14-23 Uhr. www.laromantica-dortmund.com

Der Genießer bedankt sich für die Presse-Einladung.