Donnerstag, 10. September 2020

Dortmund-Hörde: Katjusha‘s Foodwerk

Himmlisch lecker: Katjusha in ihrem Foodwerk

Verlässt man den Dortmunder Stadtteil Hörde westwärts, ist das wie eine Reise durch die Geschichte des legendären Industriestandortes im Ruhrgebiet. Nach ein paar hundert Metern geht die Bahnhofstraße in die Hochofenstraße über, und da, wo diese das tradtionell bewohnte Gebiet verlässt und als Martha-Neumann-Straße in das rekultivierte Werksgelände der ehemaligen Hoesch-Hochofenanlage Phoenix West führt, befindet sich in einem schon immer als Kneipenstandort genutzten Eckhaus Katjusha‘s Foodwerk.

Katjusha heißt eigentlich Ekaterina Guemuesh, ist 36 Jahre alt, In Moskau geboren und dennoch ein Hörder Kind. Als 7-Jährige kam sie mit ihren Eltern nach Deutschland und erlebte die Gastronomie in deren Betrieben von Kindesbeinen an. Schließlichmachte sie eien Ausbildung beim Düsseldorfer Gastroservice GCS zur Eventmanagerin, doch die Leidenschaft fürs Kochen und die die russische Küche ließ sie nicht los. Seit 2013 betrieb sie in Hörde noch mit ihrem Ex-Mann das Bistro und Event-Catering-Unternehmen „Heaven’s“, erst in einem Kiosk, dann an jetzigen Standort. Schließlich wurde daraus „Katjusha’s Foodwerk“, aber „himmlisch lecker“ ist immer noch das Motto des Ladens. „Endlich fühle ich mich in meinem Unternehmen angekommen“, sagt sie. „Mit dem Ambiente, der Speisekarte, mit allem.“


 

 Familiär, gemütlich und modern

„Crossoverküche mit russischen Einflüssen“ nennt Katjusha das, was sie in ihrem Foodwerk anbietet. Und das heißt, die Speisekarte ist erfrischend unmediterran. So sind die russischen Pelmeni sind größer und schwerer gefüllte als ihre italienischen Schwestern, die Ravioli, und statt duftiger Antipasti gibt es sauer eingelegte Gurken. Allerdings haben es die Tapas auf die Karte geschafft, als Vodka-Shot mit Russen-Tapas.

Garantin für die russische Seele der Gerichte ist Katjushas Mutter. „Sie macht die Teige für Blini, Pelmeni und Silitschen und kann überhaupt alles authentischer kochen, als ich es kann“, sagt Katjusha.

 Nicht ohne meine Mutter

Mutters Hilfe ist besonders jetzt wichtig, denn im Herbst gibt es nach der Corona-Flaute einen Neustart. Bislang war Katjusha’s Foodwerk ein Catering-Unternehmen mit Mittagstisch, doch ab Herbst gibt es auch eine Abendkarte. Die lässt sich aufwändiger gestalten und die handwerklich aus besten Zutaten hergestellten Gerichte dann angemessener kalkulieren.

 Ruhrgebietswein von Nieport

 Tatsächlich: Die kyrillischen Buchstaben
auf der Vodka-Flasche bedeuten Corona.

Der Genießer hatte das Glück, mit einigen Kollegen an der Generalprobe für den Neustart teilnehmen zu dürfen. Um die Abläufe in Küche und Service zu testen, durften wir von der neuen Karte bestellen, worauf wir Lust hatten. Anschließend wurden wir gebeten, unsere Meinung zu sagen. Aber es gab nicht viel zu meckern. Zwar hätte ich mir die Buchweizen-Blini, sprich Pfannkuchen, etwas dünner gewünscht, und die Nudeln etwas weniger sättigend gefüllt, doch das hatte wohl mehr mit einen durch andere Länderküchen geprägten Erwartungen zu tun. Der Abend war eine wunderbare kulinarische Erfahrung. (Übrigens: Jeder Teller wurde unter vier Personen geteilt.)

Das Generalproben-Menü von Katjusha’s Foodwerk
am 9. September 2020

 

Vodka-Shot mit Russen-Tapas: Saure Gurke, Schuba-Rolle,
russische Sülze

Hering im Pelzmantel - Schuba-Röllchen
Schuba ist traditionell ein mit Blini-Teig geschichteter Heringssalat.

Blinis
Pfannkuchen aus Weizen- und Buchweizenmehl mit Lachs

Olivier
Kartoffelsalat mit Rindfleisch und Flusskrebsen

Russisches Schaschlik mit Bratkartoffeln

Borschtsch in Dekonstruktion
Alle Bestandteile der russichen Rote-Bete-Suppe
werden ohne Brühe serviert.
Geschmorter Rindernacken, gebratne Kartoffelwürfel,
 Rote-Bete-Mayo, Krautsalat

Pelmeni
Nudeln gefüllt mit Hähnchenfarce,
Walnusspesto, Creme fraiche und Orangenabrieb



Silitschen
Gebackene Teigtasche mit dreierlei Käse gefüllt 

 Burger Stroganoff mit Kartoffelchips

Dessert I:
Vodka-Limetten-Sorbet mit Birnen-Ingwer-Ragout

Dessert II:
Blini-Netz mit hausgemachtem Vanilleeis

Dessert III:
Zarenschmarren mit hausgemachtem Eis


Katjusha`s Foodwerk. Hochofenstraße 46, 44263 Dortmund-Hörde. 0231/79933164. Mo- Mi 10-15 Uhr, Do-Fr 10-15 und 17-21 Uhr. So 12-21 Uhr. Sa geschlossen. www.katjushas-foodwerk.de

Der Genießer bedankt sich für die Presse-Einladung.

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