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Freitag, 28. August 2026

Gourmetmeilen 2026: „Essen...verwöhnt auf Zollverein“ gestartet

Dass die traditionell letzte große Veranstaltung der alljährlichen Gourmetmeilensaison im Ruhrgebiet nach 16 Jahren plötzlich einen anderen Namen hat, scheint den Besuchern bei der gestrigen Eröffnung kaum aufgefallen zu sein. Hieß die Veranstaltung bislang „Gourmetmeile Metropole Ruhr“, so firmiert sie seit Frühjahr als „Essen...verwöhnt auf Zollverein“. Der Grund dafür ist eigentlich ein trauriger, wie der Genießer meint. „Essen...verwöhnt“ war bislang der Name der legendären Gourmetmeile in der Essener Innenstadt, die in diesem Jahr jedoch abgesagt werden musste (klick hier). Um die Namensrechte daran zu behalten, mussten Veranstalter Rainer Bierwirth und sein Verein „Essen...genießen e.V.“ den eingängigen Slogan jedoch weiter benutzen. Und so bekam die Gourmetmeile auf dem Welterbe Zollverein plötzlich ganz pragmatisch einen neuen Namen.

Essens 1. Bürgermeisterin Julia Jacob und Veranstalter Rainer Bierweirth eröffnen die Gourmetmeile.

Mit der Innenstadt-Meile konnte sich die Schwesterveranstaltung auf dem denkmalgeschützen Zechengelände schon immer messen, und auch in diesem Jahr schafft sie es, dass man den Verlust mühelos verschmerzt. Zwölf zum größten Teil altbewährte Restaurants aus Essen, Bochum, Mülheim und Düsseldorf stehen mit ihren Zelten bereit, die Vielfalt der Gestronomie im Ruhrgebiet abzubilden. Neu dabei ist die Trattoria Momo aus Bochum. Und es ist gelungen, endlich wieder ein Sternerestaurant in den Schatten des Förderturms zu locken – das Restaurant Hannappel.

Coole Musik für eine angenehme Stimmung.

Die Teilnehmer von „Essen...verwöhnt auf Zollverein“ sind angehalten, als Add-on zu ihrem „normalen“ Progarmm auch noch jeweils ein Gourmetgericht und eine Bergmannsgericht anzubieten. So kommte es, dass neben luxuriösen Filet- und Seafood-Gerichten auch vier unterschiedliche Currywurst-Interprationen im Angebot sind. Ich weiß nicht, ob ich darüber lachen oder weinen soll. Ist das nun Ausdruck einer schwellenlosen demokratischen Esskultur oder die Kapitualtion des Fine Dinings vor dem Street Food?



Der Genießer bei der Arbeit.

Aber lecker ist es ja. So hatte der Genießer Grund genug, gemeinsam mit Silke von der Facebook-Seite „Mein kulinarisches Dortmund“ und seinen Food-Companeros Jochen und Christian aus den entlegendsten Ecken des Ruhrgebiets zu einer Gourmet-Expedition in den Essener Norden aufzubrechen und vor allem das Angebot von Hannappel durchzuchecken. Und weil alles geschwisterlich geteilt wurde, blieb auch noch Platz für das eine oder andere Schmankerl.

Essen...verwöhnt auf Zollverein
27.8.2026

Die Hannappel-Session 

Currywurst
Kartoffelespuma – Wollschweinwurst – Zwiebel
9,50 €
So mag der Bergmann auch Sterneküche. Die obligatorische Currywurst aus bestem Fleisch, stilecht in Stücke geschnitten. Ob mit dem Currywurst-Häcksler oder mit der Allzweckschere, ich weiß es nicht.



Thunfisch
Gazpacho – Jalapeño – Röllchen
12,50 €
Was sich hinter den „Röllchen“ verbarg, erschloss sich uns leider nicht. Aber die grüne klare Essenz bündelte die Gurken-Tomaten-Paprika-Aromen der spanischen Gazpacho mit intensiver Frische und ergänzte die feine Thunfischzubereitung perfekt.



Spätzle
Trüffel – Spinat – Crumble
14,00 €
Um es ehrlich zu sagen, von diesem Gang waren wir enttäuscht. Er kam ungewürzt, laff und ziemlich trocken daher.
 


Hühnerkeule
Petersilienwurzel – Piri Piri – Pak Choi – Mandel
16,50 €
Das saftige Hühnerfleisch, auf den Punkt gegart und pikant abgeschmeckt, war eine überzeugende Vollmahlzeit.



Wagyu Shabu Shabu
Rauchaalöl – Kaviar – Erbse – Hoisin
28,50 €
Eigentlich ist Shabu Shabu ja eine Art japanisches Fondue, bei dem der Gast sich feinstes Rindfleisch in einer edlen Brühe am Tisch selbst gart (klick hier). Hier kam das erstklassige Wagyu-Fliesch bereits fertig zubereitet auf den Teller, begleitet von feinen Beilagen.
 

Himbeere – Hagebuttenblüten – Pfeffer – Granité
Joghurt – weiße Schokolade
10, 50 €
Ein luftig-leichtes Dessert mit überraschender Aromatik.


Was sonst noch reinging



Momo mio Momo
Carpaccio vom Rind
Rucola & Parmesan
8 Euro
Ein wunderbarer Einstieg in die Schlemmer-Tour. Bestes Rindfleisch zum fairen Preis.


La Turka
Orientalische Dattel-Currywurst
Geröstete Mandeln | getrüffelte Stampfkartoffeln
10,- €
Mittlerweile ein Klassiker bei La Turka. Die Sauce ist durch die Datteln schön süß-pikant, die Wurst allerdings eine Brühwurst nach Art der Berliner Currywurst.


Da Vinci
Bohneneintopf nach ital. Art
Mit würziger Salsiccia
10 €
Nein, das ist keine Currywurst in Sauce, sondern italienische Salsiccia in Bohnensuppe. Trifft die Vorstellung eines Bergmannsgerichtes genau.


Gummersbach
Schnitzel von der französischen Entenleber
Schalottenmarmelade, Honigbrot, Apfel
19 € 
Die französische Entenleber ist ein Klassiker bei Gummersbach und macht der Bezeichnung „Gourmetgericht“ alle Ehre.


Bliss
Pulpo Tempura
Teriyaki-Rotkohl, Wasabicreme
8 €

Schon auf dem „Kulinarischen Treff“ in Mülheim überzeugte der Pulpo im feinen Tempurateig, während der Rotkohl irritierte.



Bliss
Duett aus Futomaki und Thunfisch Tataki
12 €
Überzeugende kleine Reise durch Japan aus Rüttenscheid.



Gärtnerei / Fleischerei
Bouillabaisse
Sauce Rouille | Baguette
16 €
Eine etwas dünn geratene Fischsuppe, die aber durch ihre intensive Aromastärke überzeugte. Ganz großartig die Rouille, ein Fest für Safranfreunde.



Hüftgold
Zum Nachtisch allerlei Eis


Coffee Bike
Espresso für vier

„Essen...verwöhnt auf Zollverein“ geht noch bis zum 30. August 2026. Sa und So ab 12 Uhr. Alle Infos zum Musikprogramm und Speisekarten mit Preisen klick hier.


Samstag, 1. August 2026

Gourmetmeilen 2026: Weinfest „Food, Wine & Music“ im Essener Stadtgarten gestartet


Seit das Weinfest „Food, Wine & Music“ vor 13 Jahren das erste Mal stattfand (klick hier), ist es ein wegweisendes Beispiel fürs Easy Living im sommerlichen Ruhrgebiet. Beschattet von den hohen Bäumen des Stadtgartens im Essener Südviertel stehen die Stände von deutschen und internationalen Spitzenweingütern im Mittelpunkt, und der Weingenuss wird beschwingt begleitet von den wohltemperierten Music-Acts des Essener Impresarios und ehemalige Gastronomen Igor Albanese. Und die kulinarische Grundlage fehlt natürlich auch nicht und bietet eine kleine, aber feine Schnittmenge zur Gourmetmeile „Essen...verwöhnt“. Das wundert nicht, denn Veranstalter beider Veranstaltungen ist der Weingroßhändler Rainer Bierwirth.

Und auch in diesem Jahr erfüllte das Weinfest im Stadtgarten alle Erwartungen, die ich bei meiner Stippvisite zur gestrigen Eröffnung hatte. Kurz vor 16 Uhr legten Rainer Bierwirth und sein Team noch letzte Hand an, damit auch alles klappen würde, von der Musikbühne ertönten die Klänge des Soundchecks, und der lauschige Weg hinter dem Sheraton Hotel füllte sich rasch mit Gästen. Elf Weingüter sind diesmal vertreten, vier Gastronomen sorgen fürs Essen und fünf Künstler und Gruppen über die drei Tage verteilt für musikalische Unterhaltung (für alle Infos klick hier).

Soundcheck mit Lauryn und Band

Und trotzdem, irgendwie spürte ich die Erosionen, die die (Freiluft-)Gastronomie in den letzten Jahren verändert haben. Das fängt beim Klimawandel an - immer muss man befürchten, die Veranstaltung könnte dem Extremwetter zum Opfer fallen. Vor den Corona-Wirren war die Sommerzeit im Ruhrgebiet kontinuierlich mit Gourmetmeilen gefüllt, und das Weinfest fand in der Regel sogar am gleichen Wochenende mit dem „Kulinarischen Treff an der Ruhr“ in Mülheim statt, was mich notorischen Gourmetmeilenhopper häufig in Terminnot brachte. Doch in diesem Jahr liegen beide Veranstaltungen schön entzerrt wie zwei verlorene Inseln zwischen den anderen Gourmetmeilen der Saison. Die erste große Lücke im Juli war wohl noch der Fußball-WM geschuldet, mit der die Veranstalter nicht konkurrieren wollten, die zweite Lücke von jetzt an bis Ende August liegt aber schlichtweg daran, dass drei große Meilen in diesem Jahr ausfallen – neben je einer in Dortmund und Bochum auch die Große Schwester des Weinfestes „Essen...verwöhnt“ (klick hier).

Publikumsmagnet Foodtruck "Milina Pottglück"

Was mich zum großen Fan der Gourmetmeilen gemacht hat, ist, dass die die teilnehmenden Restaurants kein Streetfood machen, sondern ihre anspruchsvolle Restaurant-Küche auf die Straße bringen. Deswegen habe ich auch mit Argwohn beobachtet, dass sich im Laufe der Jahre immer häufiger Hamburger und Currywurst auf den Angebotskarten drängten. Diese ruhrgebietstypischen Streetfood-Gerichte kriegt man schließlich tagtäglich an jeder Straßenecke – wozu brauche ich da ein Gourmetfestival? Dass sie trotzdem ein Umsatzbringer sind, darf man den Gastronomen nicht vorwerfen, es liegt wohl an der normativen Kraft des Publikumsgeschmacks. Mir klingt noch der befreiende Ausruf eines Herrn in mittlerem Alter in den Ohren, den ich auf dem Weinfest gehört habe: „Ich weiß schon was ich esse: den Hamburger!“

Auf dem Weinfest steht schon seit längerer Zeit die Currywurst auf dem Speiseplan, ich erinnere mich da an die hervorragenden Produkte von „Ruhrfeuer“. In diesem Jahr ist es „Milina Pottglück“, der Pommeswagen des Rüttenscheider Kult-Restaurants „Bliss“, der die Weinfestgäste mit diesem „Modern German Street Food“ versorgt. Sich dem Unvermeidlichen hingebend, verschaffte sich der Genießer mit diesem Produkt vom Thüringer Duroc Schwein die nötige Grundlage für den weiteren Weingenuss.

Die Zukunft der Gourmetmeilen? 
Currywurst mit alkoholfreiem Wein (immerhin von Schloss Johannisberg)

Obwohl wäre das eigentlich nicht nötig gewesen wäre. Denn das diesjährige Weinfest stand im Zeichen einer weiteren gastronomischen Entwicklung, die den Genießer irritiert: alkoholfreier Wein. Und der müsste ja eigentlich auch auf nüchternen Magen bekömmlich sein.

Früher galt mäßiger Weingenuss ja durchaus als gesund, doch seit in die Weltgesundheitsorganisation empfohlen hat, Warnhinweise wegen der Krebsgefahr durch Alkohol auf die Flaschen zu drucken, ist die Nachfrage nach alkoholfreiem Wein deutlich gestiegen, zumal das Ganze auch noch von solchen Internet-Aktionen wie „Dry January“ sekundiert wird. So hat sich die unter wirtschaftlichem Druck stehende Weinwirtschaft in letzter Zeit sehr darum bemüht, alkoholfreie Weine, die auch noch schmecken, herzustellen. Dabei wird fertigen Weinen der Alkohol entzogen.

Weinfest-Veranstalter Rainer Bierwirth und Winzer Michael Beck 
präsentieren ihre alkohlfreie Weinlinie  "B&B Zero"


Weinfest-Veranstalter Rainer Bierwirth, der im Hauptberuf Weingroßhändler für Gastronomie und Handel ist, hat sich mit dem rheinhessischen Weingut Beck zusammengetan, und eine alkoholfreie Weinlinie in Rot, Rosé, aus Riesling und Sauvignon blanc und als Secco kreiert, die auf dem Weinfest erstmals vorgestellt wird. Im Gegensatz zu gängigen alkoholfreien Weinen, die recht teuer sind, sollen die Weine unter 10 Euro in den Einzelhandel kommen und Gastromen die die Möglichkeit bieten, preiswert glasweise auszuschenken.

Aber auch andere Weingüter sind mit alkohlfreien Weine vertreten, häufig als Sparkling Secco. Ich probierte allerdings nur die Stillweine, darunter den Riesling Gelblack, den das legendäre Rheingau-Weingut Schloss Johannisberg für das einschlägige Label Kolonne/Null herstellt, den alkoholfreien Biowein „Jederzeit Rosé“ aus Pinot Noir, Merlot und Portugieser vom Neuspergerhof in der Pfalz und den Blanc de Noir alkoholfrei auf Spätburgunderbasis vom Weingut Lamm Jung im Rheingau.



Schloss Johannisberg
Riesling Gelblack alkoholfrei
Deutlich erkennbarer Riesling




Weingut Neuspergerhof
Jederzeit Rosé alkoholfrei
Limonadige Cuvée




Weingut Lamm Jung 
Blanc de Noir alkoholfrei

Würzige Entdeckung

Ja, man konnte alle Weine sehr gut trinken, sie wiesen geschmackliche Tiefe und Vielfalt auf, man konnte z.T. sogar die Rebsorte erkennen. Am besten gefiel mir der Blanc de Noir von Lamm Jung mit seinen würzigen Kräuternoten. Dennoch fand ich alle Weine ziemlich süß, fast wie Limonade, und ich zweifelte doch, ob man so einen Geschmackserlebnis nicht auch ohne so einen Produktionsaufwand herstellen kann. (Ich musste daran denken, dass auf den Fotos zu meinen Rezepten hier im Blog häufig eine fotogene Rhabarberschorle die Rolle des Rosé ersetzt, die ich anschließend austrinke und die ein herrlicher Essensbegleiter ist).

Immerhin war die Vekostung so vieler Weine eine Art Genuss ohne Reue. Die kam erst auf, als ich die Pendants der Weine mit Alkohol probierte. Auf einmal war Körper und Tiefe da und trotz der Wohltemperiertheit eine anheimelnde Wärme. Und vor allem fühlte ich mich in einer Genusstradtion, die etwas Tranzendentes hat.


Zum Schluss spendierte mir Silke Lohn vom Weingut Lamm Jung
 ein Gläschen des herrlich lachsfarbenen Blanc de Noir Spätburgunder feinherb. Mit Alkohol.



Das Weinfest im Stadtgarten geht noch bis zum 2.8.2026. Essen-Südviertel, Stadtgarten, hinterm Sheraton Hotel, Huyssenallee 55. Alle Infos hier. 

Dienstag, 17. März 2026

Gourmetmeilen 2026: Aus für „Essen … verwöhnt“


Essen ... verwöhnt 2012

Heute erreichte Genussbereit folgende Pressemitteilung: 

Der Verein Essen Geniessen stellt seine Traditionsveranstaltung „Essen … verwöhnt“ auf der Kettwiger Straße ein und beendet damit eine nahezu 25-jährige Tradition, die fest im kulinarischen Kalender der Stadt Essen verankert war und im Laufe der Jahre zig Tausende Gourmets in die Ruhrgebiets-Metropole lockte.

Die Entscheidung zur Einstellung der Innenstadt-Meile ist Essen Geniessen-Vorstand und Begründer des Vereins, Rainer Bierwirth, sichtlich schwergefallen. Schließlich ist die Open Air-Veranstaltung, die nach zweijähriger Vorbereitung vom 18. bis 20. Juni 1999 in der Essener Innenstadt Premiere feierte, eine Erfolgsgeschichte, die sich Initiatoren von Gourmetmeilen in anderen Städten oftmals zum Vorbild nahmen. Warum die „Königin der Gourmetmeilen“, wie die Presse die erfolgreiche Veranstaltung anerkennend titulierte, jetzt die Segel streicht?

Rainer Bierwirth, der sein Amt von Beginn an ehrenamtlich ausübt, erläutert die Beweggründe: „Die 23 Essener Restaurants, die 1999 an den Start gingen, legten die Messlatte von Beginn an hoch. Qualität und Frische der vor Ort zubereiteten Speisen, einladende Pagodenzelte und eine hohe Aufenthaltsqualität für die Gäste war das erklärte Ziel, das wir all die Jahre gemeinsam mit viel Herzblut und Professionalität umgesetzt haben. Die Gäste von "Essen… verwöhnt" speisten im Wohnzimmer der Stadt Essen. Aber die Rahmenbedingungen in den vergangenen Jahren haben sich signifikant verändert, sodass die Meile in der Innenstadt unserem Anspruch nicht mehr gerecht wird.“

Ab 2020, so Bierwirth, sei vieles anders geworden. Die Pandemie war ein harter Einschnitt für die Gastronomie, von der sie sich bis heute nicht erholt habe. Auflagen der Stadt und Feuerwehr, verschärfte Sicherheitsvorkehrungen für Veranstaltungen, stark gestiegene Kosten in allen Bereichen und nicht zuletzt der sich verändernde Einzelhandel auf der Kettwiger Straße mit einhergehendem Wechsel des Publikums und sich verändernder Atmosphäre führt er als einige Gründe an. Ging das „riesige Outdoor-Restaurant“ einst von der Lichtburg bis zur Marktkirche, so musste sich die Veranstaltung zuletzt mit 40 Prozent dieser Fläche begnügen. Weiterhin sind von den 23 Essen Geniessen-Gründungsrestaurants 16 inzwischen nicht mehr existent. Die ihnen nachgefolgten Restaurants haben heute vielschichtige Herausforderungen, wie etwa Personalmangel, zu bewältigen, die eine Teilnahme an Außer-Haus-Veranstaltungen nicht gerade erleichtern.

Zugleich bedankt sich Rainer Bierwirth - im Namen aller Essen Geniessen-Mitglieder - für das große Engagement und die Unterstützung der EMG - Essen Marketing GmbH und von Oberbürgermeister Thomas Kufen, die der Veranstaltung stets den Rücken stärkten. „Mein Dank gilt weiterhin allen Wegbegleitern vor und hinter den Kulissen sowie den großartigen Gästen, die von nah und fern gekommen waren.Ihnen allen ist zu verdanken, dass wir nahezu 25 Jahre zum positiven Image meiner Heimatstadt Essen betragen konnten“, lässt Rainer Bierwirth stolz und zugleich wehmütig die Jahre Revue passieren.

Das Stadtgarten Weinfest, die Gourmetmeile Metropole auf Zollverein sowie die Restaurant-Karussells im Frühjahr und Herbst. die ebenfalls von Essen Genießen veranstaltet werden, finden weiterhin statt.

Termine in 2026:
Stadtgarten Weinfest: 31.07. – 02.08.2026 in Essen an der Philharmonie / Sheraton
Gourmetmeile Metropole Ruhr: 27.08. – 30.08.2026 in Essen auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein

www.essen-geniessen.de

Samstag, 8. November 2025

Essen: Die Edel-Brennerei Reisetbauer zu Gast im La Grappa

Illustre Genussrunde im La Grappa

Die hohe Kunst des Food Parings

Die Brennerei Reisetbauer aus dem oberösterreichischen Axberg ist einer der exklusivsten Produzenten von edlen Spirituosen. Seit 1956 ist das Kirchdorfergut im Besitz der Familie Reisetbauer und wird mittlerweile in der dritten Generation geführt. Bio-Anbau, Nachhaltigkeit und Regionalität sind die Kriterien, nach denen hier konsequent gearbeitet wird.

Auf dem weitläufigen Hof werden vor Ort die Grundprodukte für die hochwertigen Spirtuosen produziert, der Obstanbau umfasst fast 17.000 Williamsbirn- und etwa 7000 Apfelbäume. Auf den Äckern und Feldern werden u.a. die Sommerbraugerste für den Single Mal Whisky oder der Weizen für den Vodka des Hauses angebaut. Einige wenige Produkte wie die Marillen werden von ausgewählten Produzenten dazugekauft.

Galt es zu verkosten: Die edlen Schnäpse von Reisetbauer

Um die landwirtschaftlichen Produkte auf allerbeste Art zu verarbeiten, wurde die Reisetbauer-Brennerei 2019 komplett erneuert und zur modernsten Brennerei Europas ausgebaut. Auch dabei waren Nachhaltigkeit und Enerigieautarkie des Produktionsprozesse die höchsten Maximen.



Weniger ist mehr:
Die kleinen Verkostungsgläser von Reisetbauer

Mehr als 20 edle Brände hat Reisetbauer im Portfolio, neben den Klassikern Williamsbirne, Marille oder Zwetschke auch solche „Exoten“ wie Karotte, Ingwer oder Quitte. In der Sonder-Edition „Brandstatt“ bringt Hansi jr. den Anspruch als Familienbetrieb besonders zum Ausdruck. Der „Reisetbauer & Son“ Single Malt Whisky, zwei Sorten Vodka, ein Superior Rum, ein XO Weinbrand und sogar eine Soja-Sauce aus regional angebauten Soja-Bohnen stehen ebenfalls auf dem Programm. 

Lukas Loos von Reisetbauer und Emrich Welsing begrüßen die Gäste


Neuerdings Cavaliere: Gastro-Legende Rino Frattesi


Ich hatte das Glück, an Allerheiligen an einer halbprivaten Verkostung einiger Reisetbauer-Produkte teilnehmen zu können. Der Essener Kommunikations- und Event-Manager Emrich Welsing und Lukas Loos, als Markenbotschafter für die Öffentlickeitsarbeit der Brennerei in Deutschland zuständig, hatten eine kleine Runde von Interessierten zu einem Food-Paring-Menü eingeladen, das beeindruckend zeigte, wie man die aromastarken Edelbrände mit exklusiven Gerichten kombinieren kann. Als gastronomischen Partner hatten sie Rino Frattesi vom Essener Spitzenitaliener „La Grappa“ gefunden. Die Gastrolegende, vor Kurzem noch mit dem italienischen Titel „Cavaliere“ (Ritter) für seine Verdienste um die italienische Gastronomie in Deutschland ausgezeichnet, brachte seinen ganz eigenen Charme in die Veranstaltung. Und die Gerichte, die er zu den Spirituosen servierte, waren überzeugend ausgewählt und brachten auf unnachahmliche Art die hohe Qualität der Schnäpse mit der luxuriösen Grandezza der La Grappa-Küche in Einklang. So wurde aus der Verkostung in der gemütlichen Enge des Edel-Italieners eine unvergesslicher Abend, bei dem es sich herrlich genießen und plaudern ließ.

Lukas schenkt ein, Sven von der Cocktailbar
Daktari ist erwartungsfroh



Il Menu

Reisetbauer Qualitätsbrand & La Grappa
1.11.2015, La Grappa 



Vodka Axberg & 
Geräucherter Balik Lachs, 
Baby Matjes, Mallossol Kaviar und Gänsestopfleber
Um die Regionalität des Premium Vodkas zu unterstreichen, benennt ihn Reisetbauer nach dem oberöstereichischen Heimatort der Brennerei, Axberg. Hier wächst das Basisprodukt für die Vodka-Produktion, die Weizensorte „Mulan“. Den Vodka mit russisch inspirierten Produkten zu kombinieren, ist klassisch und bot sich an. Balik Lachs ist die Spezialität eine Lachsräucherei in der Schweiz nach einem russischen Rezept. Mallossol ist die aus dem russischen stammende Bezeichnung für wenig gesalzenen Kaviar. Darüberhinaus präsentierte Rino noch weitere Edelprodukte: Gänsestopfleber und Baby Matjes. 



Williamsbrand & 
Jacobsmuschel Carpaccio, Auster Fine de Clair

Würzig und fruchtig kommt der der Williamsbrand daher, und ich möchte hinzufügen, mir kam er nicht so süß vor, wie ich es bei dem Grundprodukt Birne erwartet hatte. Die Kombination mit den Meeresaromen von Jakobsmuschel und Auster ergab eine überzeugende Aromenergänzung.



Karottenbrand & 
Linseneintopf mit Wild Gambas aus Nigeria, Risotto und Seeteufel in Hummerbisque
Eine Spirituose, die nach Karotte schmeckt, ist weit mehr als ein Kuriosität. Und sie passt natürlich hervorragend zu einem bodenständigen Gericht wie Linseneintopf. Um den Luxus nicht aus den Augen zu verlieren, gab Rino noch etwas Risotto und Seeteufel in Hummerbisque dazu – beides Gerichte, die ebenfalls mit der süßlichen Karotte harmonierten. 



Zwischendurch: Blaubeere mit altem Balsamico




Haselnussgeist & 
Gnocchi Giuliano, Parmesan Fondue, Perigord Trüffel
Gnocchi Giuliano, die Gnochi in Trüffel-Parmesan-Sauce, sind der Signature Dish vom La Grappa, nach denen sich die Fans auch auf den Essener Gourmetmeilen die Finger ablecken. Der aromastarke Haselnussgeist nahm die Herausforderung der selig machenden Umami-Bombe lässig an. 



Himbeerbrand & 

Löffel Gorgonzola al pepe verde, Grüne Pfeffer Sauce, Lammkotelett
Als Blauschimmelkäse präsentiert sich der Gorgonzola süßlich und buttrig, aber auch pikant und scharf. Das wurde durch die Leichtigkeit des Himbeergbrands mit seinem süßlich-zitronigen Aromenspiel wunderbar  ergänzt. Das Lammkotelett war da eine betörende Zugabe, zart und saftig, meisterhaft gebraten, vom Knochen zu lutschen wie ein Eis am Stiel. 



Ciambella alla Rino

Außer Konkurrenz präsentierte Rino ein neues Gericht für die Karte des La Grappa, eine große, mit Zucchini und der neapolitanischen Schmier-Salami Nduja schmackhaft gefüllte Nudel, die sich an das traditionelle Donut-ähnliche Geback Ciambella anlehnt.



Reisetbauer & Son Single Malt Whisky, Superior Rum &

Valrhona Schokolade Assortiment
Ist der Single Malt Whisky „Reisetbauer & Son“ der Idee verpflichtete, aus regionalen Produkten einen originären Österreichischen Whisky zu produzieren, ist der Superior Rum aus internationalen Zuaten ein Dokument der Weltoffenheit. Beide Spirituosen waren eine ideale Begleitung zu den Pralinen des Schokoladen-Spezialisten Valrhona. 




Mascarponecrème mit Pistazenlikör

Ebenfalls außer Konkurrenz lief dieses zweite Dessert.





Brennerei Reisetbauer. https://www.reisetbauer.at/
La Grappa. Essen-Südviertel, Rellinghauser Str. 4. Tel 0202. 23 17 66.
Mo-Fr 11.30-14.30 & 17.30-23.30 Uhr, Sa 17.30-23.30 Uhr, So geschlossen. https://www.la-grappa.de/

Der Genießer bedankt sich für die Einladung.
 
La Grappa im Genussbereit-Archiv
Rezension in "Ausgehen im Ruhrgebiet 1994/95" klick hier
Rezension in "Essen geht aus 2008/2009" klick hier
Gratulation zu Rinos 60. Geburtstag 2016 klick hier