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Dienstag, 19. Februar 2019

Ausflug nach Düsseldorf: La Turka by Seda


WERBUNG
The Modern Art of Turkish Restaurant: Yavuz und Seda 

Spätestens seit der Uraufführung von Mozarts Singspiel „Die Entführung aus dem Serail“ bezeichnet der Begriff „alla turca“ die Vermählung westlich-musikalischer Lebensfreude mit türkisch-osmanischer Pracht. Spätestens seit Yavuz Cagritekin in Essen-Rüttenscheid das Restaurant „La Turka“ betreibt, weiß man nicht nur auf der „Rü“, dass türkische Küche weit mehr sein kann als pikante Imbisskost. Yavuz‘ Leidenschaft ist die Neuinterpretation der traditionellen türkischen Küche, die Einflüsse aus dem ganzen vorderen Orient und dem Balkan vereint. Die Gäste sind von dem Konzept begeistert, und so betreibt Yavuz in Mülheim auch noch das Restaurant „Türkis“. (Update 2021: Das "La Turka" in Essen und das "Türkis" werden nicht mehr betrieben.)

Doch seit Herbst letzten Jahres schickt er sich an, auch die kulinarisch verwöhnte Landeshauptstadt Düsseldorf zu erobern. Ausschlaggebend dabei ist seine Partnerin Seda, die schon mit einem italienischen Restaurant in Ratingen reüssierte und wie kaum jemand geeignet ist, Yavuz‘ türkische Küche mit italienisch anmutender Eleganz in der Modemetropole am Rhein zu präsentieren.

Hohe Fenster wie im Dolmabahçe-Palast.

Umgeben von den Bank- und Bürogebäuden der Carlstadt an der Kasernenstraße, erinnern die Räumlichkeiten von „La Turka by Seda“ an einen modern eingerichteten Saal des Dolmabahçe-Palastes am Bosporus. Hohe Fenster spenden viel Licht, die Wände sind im italienischen Marmor-Design gestaltet, die Leder- und Holzmöbel steuern eine rustikale Note bei. Im Sommer wird auf einer großen Terrasse serviert.

Wände im italienischen Marmor-Design 

Rustikale Noten  bei der Einrichtung

So war die Einladung von Seda und Yavuz ins „La Turka“ für den Genießer und einige Freunde aus dem Ruhrgebiet ein Ausflug in eine exotische Welt. Das Menü zeigte das innovative Küchenkonzept in bestem Licht. Die variationsreichen Vorspeisen erinnerten in ihrer Farbenpracht an die west-östliche Küche von Yotam Ottolenghi. Der Tintenfisch des ersten Gangs war in Butter gebraten und nicht in Olivenöl und wurde mit Düsseldorfer Senfsauce serviert. Das Lammfilet des Hauptgangs war süß-pikant mit Feigen und Walnüssen gefüllt. Dazu gab es türkische Spitzenweine wie den weißen Kavaklidere Misket von den Pendore-Weinbergen an der Ägäis und der kräftige Rote Tuğra aus der Rebsorte Ochsenauge von Doluca. Ein Cocktail zum Aperitif und ein Raki als Digestif durften natürlich nicht fehlen.


Das Modern Art of Turkish Restaurant-Menü






Mezeler: Türkische Vorspeisen-Pracht


Pulpo in Butter gebraten mit Senfsauce


Lammfilet mit Feigen-Walnuss-Füllung
und gebratenem Blumenkohl


Dessert-Variationen 

 Heiß: Türkischer Mokka


Türkische Weinkultur

La Turka by Seda. Kasernenstr. 44, 40213 Düsseldorf. Tel. 0211/966 665 36. Mo 12-15Uhr, Di- Fr 12-23 Uhr, Sa-So, feiertags 16-23 Uhr. Infos im Internet hier klicken.


Montag, 31. Dezember 2018

Geburtstagsausflug nach Düsseldorf, Teil II: Kushitei by Tokyo

Grillspieße im "Kushitei"

Eigentlich sollte man keinen Aal mehr essen - zu sehr ist er vom Aussterben bedroht (klick hier). Das vorletzte Mal, dass ich welchen zubereitete, war Silvester 2010/11. Da gab es Mousse vom Räucheraal an lauwarmen Linsensalat nach einem Rezept des Mülheimer Spitzenkochs Thomas Möllecken (klick hier), dann noch einmal im Frühjahr 2018 aus der Dose bei einer Zubereitung von Mönchsbart (klick hier).

Man verzeihe, dass ich kurz vor Weihnachten beim diesjährigen Geburtstagsausflug nach Düsseldorf rückfällig wurde. Den hatte mir Genuss-Kollege Christian unter dem Motto „Einführung in die japanische Kulinarik“ spendiert. Die erste Station war das Sternerestaurant „Yoshi by Nagaya“ mir seinem phänomenalen Mittagsmenü (klick hier), dann ging es durch verschiedene japanische Supermärkte mit zwei Päuschen mit Alt im „Schumacher“ bzw. Kaffee in der „Röstzeit“. Rechtzeitig zum Abendessen landeten wir dann vor dem „Kushitei by Tokyo“ (klick hier). Hier wartete schon eine regelrechte Menschentraube darauf, dass der Laden öffnete.

Zwischendurch: Kaffee in der "Röstzeit"

Im „Kushitei“ wird nicht eine cool-formelle japanische Küchenkultur zelebriert, sondern es ist eher ein unkompliziertes Grill- und Sushi-Restaurant. Spezialität sind vor allem die kleinen Spießchen, auf denen die verschiedensten Fisch- und Fleischprodukte gegrillt werden und die man sich zu individuellen Platten zusammen stellen lassen kann. Und da gehörte auch eine wunderbarer Aal zu, bei dem ich nicht widerstehen konnte.

Eine zweite Spezialität, die ich unbedingt probieren musste, war der Seeigel. Den gab es allerdings nicht gegrillt, sondern als Gunkan Sushi im Noriblatt und erinnerte mich – trotz der japanischen Aufmachung – an kulinarische Meereserlebnisse auf Sizilien.

Die anderen Spießchen waren kräftig und perfekt gegrillt und hüpften einfach nur so in den Mund. Die intensiven Röstaromen hätten jeden Freund des 800-Grad-Grills zufrieden gestellt, nivellierten irgendwann aber auch die Geschmacksunterschiede der verschiedenen, hervorragenden Produkte. Schön waren die klein gehaltenen Fleischportionen, die man im Küchen-Neudeutsch wohl als „Tapas-Portionen“ bezeichnen konnte. Bei aller Freude am Genuss: Schließlich sollte man den Fleischkonsum ebenfalls reduzieren. Aber nicht wie beim Aal, weil es davon zu wenig gibt, sondern weil es davon zu viel gibt und diese Überproduktion das Klima schädigt.

Abendessen im „Kushitei of Tokyo“

Teigtaschen Gyoza

Seeigel Gunkan

Garnelen

Aal

Lachs

Jakobsmuscheln

Kalmar

Entenbrust

Spargel Bacon

Hähnchenschenkel

Hähnchenbällchen

Entrecote

Dessert
Mango-Sorbet und Matcha-Eis

Dessert
Sesam-Reisklöße und  Sesam-Eis

Geburtstagsausflug nach Düsseldorf, Teil I: Yoshi by Nagaya
(klick hier)

Sonntag, 30. Dezember 2018

Geburtstagsausflug nach Düsseldorf, Teil I: Yoshi by Nagaya


Bevor das Jahr zu Ende geht, muss der Genießer noch über eine Stippvisite über den Tellerrand des Ruhrgebiets hinaus berichten. Zum Geburtstag Ende November (klick hier) hatte ihm Genuss-Kollege Christian einen Gutschein zur „Einführung in die japanische Kulinarik: Praxisteil“ geschenkt – sprich einen Ausflug in die Welt der japanischen Gastronomie in Düsseldorf. Motto: „Alles außer Ramen“, dafür inkl. Anreise.

Kurz vor dem Weihnachtswochenende war es dann soweit. Zum Mittagstisch entführte mich Christian ins Sternerestaurant „Yoshi by Nagaya“ (klick hier), anschließend ging‘s durch die Welt der japanischen Supermärkte mit zwischenzeitlichen Stärkungen bei Alt-Bier im „Schumacher“ (klick hier) und Kaffee im „Röstzeit“ (klick hier), um dann zum Abendessen im Grillrestaurant „Kushitei by Tokyo“ (klick hier) aufzulaufen.

Es war ein wunderbarer Tag. Ich will ja nicht den alten Spruch aufwärmen, „Das beste am (kulinarischen) Ruhrgebiet ist die Autobahnauffahrt nach Düsseldorf“ – wir waren schließlich mit dem Regionalexpress gekommen. Aber in welchem Restaurant im Ruhrgebiet würde man ganz zufällig einen Sternekoch aus der Region beim privaten Mittagessen treffen wie im „Yoshi“? Oder vor welchem Grillrestaurant würde 10 Minuten vor Öffnung eine wahre Menschentraube stehen, um die Sitzplätze zu stürmen wie die U-Bahn in Tokio? (Christian hatte vorausschauend reserviert.)

Nun denn: Hier als erster Teil der Dokumentation des denkwürdigen Tages das Mittagsmenü bei „Yoshi by Nagaya“. Die Gänge wechseln je nach Marktlage, so dass Christian, das wandelnde japanophile Food-Lexikon, die Zutaten für die Bildunterschriften aus dem Gedächtnis rekonstruieren musste. Ich habe nur gegessen – und genossen.

Mittagsmenü
コース

Sake-Cocktail mit Yuzu

Gruß aus der Küche
Mairüben, Schneekrabbe, Ponzu (Essig-Zitronen-Sauce), süßer Crunch

Gepickelte Radieschen, Granatapfel, frittierter Fish Cake, Lachs

Kurz geflämmte rote Garnele in Dashi

Sashimi von Tunfisch und Hamachi (Gelbschwanzmakrele)


Wagyu mit marinierten Schwarzwurzel und Enoki, Wasabi-Butter-Sauce, Champignons, Reispapaier

Sushi
Thunfisch, schottischer Lachs, Dorade

Dessert
Schokokuchen und Keks-Crumble, Süßkartoffel-Eis, Creme Brulee-Espuma, Süßkartoffel- Chip

Alt "1838er" bei Schumacher

Geburtstagsausflug nach Düsseldorf, Teil II: Kushitei by Tokyo
(klick hier)

Samstag, 9. Juni 2018

Eine Nacht in der METRO


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 Einfach rosa: Neue Schokoladensorte Ruby

Schon mal rosafarbene Schokolade gegessen? Ich meine jetzt nicht diese Schokoriegel, die mit einer Masse gefüllt sind, die irgendwie nach Joghurt und Erdbeeren schmeckt, sondern reine Schokolade ohne farbgebende Zusätze, die aber nicht braun oder weiß, sondern eben rosa ist. Der Genießer hatte jedenfalls Gelegenheit, dieses in Europa noch recht exklusive Produkt bei einer Party zu probieren, die die METRO in Düsseldorf exklusiv für etwa 20 Foodblogger veranstaltet hat.

 METRO-Deutschland-Komunikationschefin
Jeanette Hütten begrüßt die Blogger 

Von links: Stefan During, Projektleiter Umbau METRO Düsseldorf, Michael Widmer Geschäftsleiter METRO Düsseldorf, Thomas Storck, CEO METRO Deutschland, Klaus Sauer, Geschäftsführer Einkauf METRO Deutschland 

Anlass für diese „Nacht in METRO“ zwischen 21 und 24 Uhr mit Thomas Storck, CEO METRO Deutschland, Michael Widmer, Geschäftsleiter METRO Düsseldorf, und ihren Mitarbeitern war die Wiedereröffnung des Düsseldorfer Großhandelsunternehmens am 7. Juni 2018. Wie nach und nach alle METRO Großmärkte, wurde der riesige Laden umgebaut, umstrukturiert und strategisch neu ausgerichtet, um den Bedürfnissen der gewerblichen Kunden aus der Gastronomie noch gerechter zu werden. Obwohl der Konzernsitz in Düsseldorf ist, ist die METRO ein Kind des Ruhrgebiets. Gegründet wurde sie Anfang der 1960-er Jahre in Mülheim an der Ruhr, und mit dem Knowhow, wie man die Millionenmetropole Ruhr mit Lebensmitteln und anderen Konsumgütern versorgen kann, wurde sie schnell zu einem Global Player. Heute ist die METRO allein in Deutschland 103 Cash & Carry Märkten vertreten, die sich an gewerbliche Kunden richten.

Am 7. Juni 2018 wird die METRO in Düsseldorf wiedereröffnet 

Dabei würde der Genießer eher in die Kategorie der Endverbraucher gehören. Auch als Kochblogger hat er bei aller Aktivität kaum den Verbrauch, um all die organisatorischen und logistischen Segnungen, die die METRO für den professionellen Gastronomen bereithält, wirklich nutzen zu können. Vor allen Dingen, wenn er sich auch noch mit Leidenschaft für regionale und handwerklich hergestellte Produkte interessiert.

Konditormeister Steffen Blunck 

Umso beeindruckter war ich, als ich erfuhr, dass die rosa Schokolade aus dem handwerklich arbeitenden Betrieb Blunck in Berlin stammte. Die Manufaktur stellt Patisserie-Produkte für die Hotellerie und Gastronomie her, vom Sahnedessert bis zum Betthupferl. Geschäftsführer Steffen Blunck, Konditormeister aus Leidenschaft, war extra angereist, um den Kochbloggern in der „Nacht in der METRO“ seine Produkte zu erläutern. „Die Ruby Schokolade wird aus Kakaobohnen hergestellt, die diese besonderen Farbeigenschaften haben“, erklärte er, „und der fruchtige Geschmack kommt von ihrem hohen Säuregehalt.“ Das Verfahren, durch das die extravagante Süßigkeit ihre außergewöhnliche Farbe behält, hat der belgische Schokoladen-Mogul Barry Callebaut erst im Herbst 2017 zur Marktreife gebracht, und er hofft, neben der dunkler, weißer und Vollmilch-Schokolade Ruby als vierte Sorte etablieren zu können. Bislang ist sie in Deutschland erst selten erhältlich.

 Trendprodukt Beyond Burger, fleischlos

Genauso exklusiv war auch ein weiteres Produkt, das wir verkosten konnten: der vegane Beyond Burger. In Amerika ist der Burger aus Erbseneiweiß, der recht nah an Geschmack und Saftigkeit von gebratenem Hackfleisch herankommt, bereits Kult. Nicht zuletzt weil so illustre Persönlichkeiten wie Bill Gates, Leonardo DiCaprio oder die Twitter-Gründer Evan Williams und Biz Stone in die Bulette beyond meat, also jenseits der Fleisches, investiert haben. Hierzulande ist das Produkt eine absolute Neuheit. Erst Mitte April hat man ausgerechnet im Geflügelvermarkter Wiesenhof einen Partner gefunden, der die Veggie-Burger in Deutschland vertreibt. Selbst ein Großmarkt wie die METRO hatte noch so wenig davon auf Lager, dass nur jeder Blogger einen halben Patty bekommen konnte – exklusiver konnte eine Probierportion nicht sein.

 Gereiftes Fleisch aus dem Dry-Aged-Humidor

Allerdings: Die Aficionados von richtigem Fleisch kamen ein paar Schritte weiter voll auf ihre Kosten. Im Rahmen der Umstrukturierung ist die Fleischabteilung der METRO neu organisiert worden. Abgepackte und tiefgekühlte Produkte stehen jetzt übersichtlich beieinander. Und der Blick in den gläsernen, gekühlten Frischfleischbereich mit hochwertigen Produkten war mehr als beeindruckend. Hier kann sich der Gastronom jene Fleischstücke auswählen, die er dann gleich nebenan im Dry-Aged-Humidor nach seinen eigenen Vorstellungen nachreifen lassen kann.

Die Weinedition 1895 gibt es nur in der METRO Düsseldorf und Neuss 

Die „Nacht in der METRO“ führte die Kochblogger noch in ein ganze Reihe weiterer Abteilungen. Manchmal hätte sich der Genießer jene Rollschuhe gewünscht, mit denen seinerzeit Charlie Chaplin in dem Stummfilmklassiker „Moderne Zeiten“ durch das Kaufhaus gondelt, in das er sich über Nacht hat einschließen lassen. Die Fischabteilung war leider ausverkauft und wurde über Nacht gereinigt, um für die frische Ware am Morgen präpariert zu sein. Die Weinabteilung mit ihrem gläsernen Wein-Humidor, in dem wohltemperiert die großen Weine der Welt lagern ist gigantisch. Für so einen umsatzstarken Kunden wie die METRO kreieren die Weinerzeuger natürlich auch eigene Weine, so wie die Edition 1895, ein Grauburgunder vom Achkarrer Schlossberg, der mit Hefen eben aus dem Jahr 1895 vinifiziert wurde. Nicht weniger überwältigend war der Trip durch die Non-Food-Abteilungen: Teller und Tassen von Serax in der Geschirrabteilung, Grills der Kultmarken Weber und Charbroil in der Grillabteilung, Schneide-, Kaffee- und Rührmaschinen, Sous-vide-Garer und Einschweißgeräte in der Elektroabteilung.

Das Fabian Haupt Duo sorgte für musikalische Untermalung der Party 

Die „Nacht in der METRO“ endete schließlich da, wo sie angefangen hatte: in der Campingabteilung. Um einen illuminierten Schwenkgrill hatten die METRO-Leute ein Rund aus Liegestühlen aufgebaut, und da saßen nun die begeisterten Kochblogger, und lauschten den Songs des extra engagierten Fabian Haupt Duos. Der Genießer überlegte. Die meisten Blogger-Kollegen waren nicht einmal halb so alt wie er und fanden die Party großartig. Wäre es nicht besser gewesen, er wäre mit seinem Old-School-Selbstverständnis als Journalist auf die normale Pressekonferenz gegangen statt auf diesen Blogger-Event? Doch dann fing er an, die Songs mitzusummen. Wer einen Kochblog macht, muss auch mit den Influencern chillen.

METRO Düsseldorf. Schlüterstraße 3. 40235 Düsseldorf. Wiedereröffnung am 7.6.2018.  Infos hier.

Was sonst noch geschah

 Geschirr im Non-Food-Bereich

Grills von führenden Herstellern

Edle Weine aus dem Humidor 

Asia Food von Kreyenhoop

Blick in die Fleischhale

Verkostungsstation Beyond Burger

Der Genießer in der METRO Düsseldorf