Samstag, 6. Juni 2026

Gourmetmeilen 2026: "Castrop kocht über" ist als zweite Veranstaltung der Saison gestartet


Wer bei „Castrop kocht über“ gemütlich essen will, muss früh Hunger haben. Denn das Spektakel auf dem Marktplatz in der Castroper City ist sozusagen ein Zwei-Komponenten-Freiluft-Event. Nachmittags kann man es durchaus als Gourmetmeile bezeichnen, vom frühen Abend an ist es aber ein Musik-Festival, das die Massen anzieht.

Schnell essen, ...

... bevor die Baschallung beginnt

Also beeilten sich am Fronleichnamstag der Genießer und seine Freunde Jochen und Christian, um noch vor Beginn des lauten Musikprogramms etwas auf die Gabel zu bekommen. Die Speisekarten der acht teilnehmenden Gastronomien waren meist zweigeteilt. Hauptsächlich fanden wir dort Musik-Begleitendes wie Flammkuchen, Tacos oder Hamburger, doch dafür waren wir nicht von Herne, Bochum und Hamm angereist. Wir versuchten, uns aus dem restlichen Angebot ein paar hübsche Gerichte heraus zu suchen. Das, was wir zwischen Regenschauern, Sonnenschein und Platz-Beschallung vor dem großen Publikumsansturm probieren konnten, war zwar nicht besonders originell, schmeckte insgesamt aber ganz prima. Es dominierte saisongemäß natürlich der Spargel. Aber spätestens, als die Rock'n'Roller von Dougie & the Blind Brothers mit ihrem Soundcheck begannen und die wummernden Bässe uns auf den Magen schlugen, suchten wir das Weite.


Im Glas ein trockener Grauburgunder



Unser Ruhe vor dem Sturm-Menü
Castrop kocht über, 4.6.2026




Parkbad Süd
Beckenrand Klassiker – ein Stück Parkbad-Geschichte
Shrimp Cocktail / Russisches Ei / Schinken-Spargel-Röllchen / Zucchini-Lachs-Röllchen / Brot und Butter

Das Parkbad Süd ist sicherlich eines der profiliertesten Restaurants in Castrop-Rauxel und hatte noch das originellste Angebot. Hinsichtlich seiner Geschichte als Schwimmbad, in dem einst der gleiche volkstümliche Trubel herrschte wie heute bei „Castrop koch über“, gab man sich historisch-kritisch und ließ mit der bunten Vorspeisenplatte „Beckenrand-Klassiker“ die 1970-er Jahre aufleben. Großhandels-Fachmann Christian, mit den Geheimnissen konfektionierter Kost vertraut, maulte zwar herum, dass das Russische Ei keine richtiges Russisches, sondern nur ein hart gekochtes Ei mit Fake-Kaviar war. Jochen und ich erinnerten uns aber an Mutterns Geburtstagsbüffets von früher und ließen uns alles mit Wonne schmecken.


Hof Menken
2 panierte Spargelröllchen
mit gekochtem Schinken und Käse gefüllt, dazu Sauce Hollandaise

Hof Menken ist mit seinen Hofläden (einer auch in Bochum), dem Frühstücks- und Mittagsangebot sowie ausgwählten Menüveranstaltungen eine traditionsreiche regionale kulinarische Adresse in Castrop-Rauxel. Der Saison gemäß widmet sich sein Angebot auf „Castrop kocht über“ dem Spargel. Für den kleinen Hunger war dieses Gericht gar nicht so übel. Was so aussieht wie ein großes Fischstäbchen, waren panierte Spargelstangen. Die waren allerdings etwas faserig.



Hof Menken
Kräutercrepe gefüllt mit Stangenspargel und Kochschinken,
dazu Sauce Hollandaise
Lohnenswerter als die panierten Spargelröllchen war der Kräutercrepe, der mit einer größeren Spargelportion gefüllt, aber auch entprechend teurer war. Der Spargel war gut geschält, gegart und saftig, Schinken und Sauce Hollandaise, die stark an das Produkt eines bekannten Convenience-Herstellers erinnerte, waren identisch mit der panierten Version.



Hof Menken
Bunter Spargelsalat
mit Radieschen, Frühlingslauch und Ei in Kräuter-Senf-Dressing
Mit der Portionsgröße war Christian sehr zufrieden, er hätte sich aber beim „bunten“ Spargelsalat auch noch grünen gewünscht und dafür weniger Lauchwiebeln. Das fein gehobelte Ei ging in der Marinade geschmacklich unter.



Haus Hölter
Gegrillter Saibling
mit sautiertem weißem Spargel vom Hof Sanders, Drillingen und Orangen-Basilikum-Sauce

Haus Hölter gehört ebenfalls zu den Spitzenrestaurants der Region und hatte mit dem Saibling sicherlich eines der handwerklich schwierigsten Gerichte auf dem Programm. Das Grillen auf der Haut war, jedenfalls am frühen Nachmittag, sehr gut gelungen. Die Haut war knusprig, das Fischfleisch schön saftig und auf dem Punkt. Raucharoma vom Grillen war allerdings kaum auszumachen, die Würze kam erst, als man es mit der Haut der der netten Sauce gemeinsam aß.



Haus Hölter
Spießbraten
mit Krautsalat, Baguette und Senf
Die ordentliche Scheibe Spießbraten war saftig und hatte den typischen fleischigen Geschmack. Der Krautsalat war angenehm abgeschmeckt, aber ohne Pfiff.

„Castrop kocht über“ geht noch bis zum 7. Juni. Infos zum Musikprogramm und Speisekarten klick hier.