In meinem Post zum Osterschmaus 2026 berichtete ich davon, welch unterschiedliche Bedeutung der Begriff Salmorejo in der spanischen Küche hat. Auf den Kanarischen Inseln wird damit eine Beize bezeichnet, mit der das Fleisch von Zicklein oder Kaninchen mariniert wird, während in Andalusien und besonders in Córdoba eine eiskalte Tomatensuppe so heißt. Nachdem ich zu Ostern Kaninchen in Salmorejo zubereitete (klick hier), bot sich bei den hochsommerlichen Temperaturen an diesem Pfingstfest an, die erfrischende andalusische Variante auf den Balkontisch zu bringen. Zumal der Kochaufwand äußerst gering ist. Es wird das Fleisch von frischen Tomaten püriert, mit Weißbrot etwas eingedickt und mit Knoblauch, Olivenöl und Salz gewürzt. Salmorejo erinnert somit an die ebenfalls kalte Gazpacho, nur das für dieses Süppchen noch weitere Gemüse verwendet werden. Zu einem Gazpacho-Rezept klick hier.
Nun gut, die südspanische Hitze von über 30 Grad war am diesjährigen Pfingsten da, aber in unseren Breiten ist erst ab August jene Hochsaison, in der man bei den einschlägigen Produzenten in der Region vollreife und hocharomatische Tomaten bekommt (z.B. klick hier), die für die puristische Zubereitungsart von Salmorejo unabdingbar sind. Jetzt Ende Mai gibt es in den Supermärkten zwar eine Unzahl an Gewächshaustomaten, die zwar eine wunderbare Optik aufweisen, aber meist holzig und wässrig daher kommen. Vor Jahren habe ich einmal die südfranzösische Variante von Salmorejo gemacht, bei der ich einfach die frischen Tomaten durch San-Marzano-Tomaten aus der Dose ersetzte, was wunderbar klappte. Zumal das Rezept auch noch die Beigabe von Sardellen vorsah, um dem Endprodukt die nötige Umami-Tiefe zu verleihen. (Zum Rezept klick hier.)
Doch diesmal wollte ich authentischer Vorgehen. Weil ich zu Ostern auf dem Wochenmarkt wunderbare Tomaten für einen Beilagensalat bekommen konnte, war ich guter Hoffnung, auch jetzt, sechs Wochen später, fündig zu werden. Doch es war schwieriger, als ich dachte – bis mir die Verkäuferin an einem Gemüsestand „ihre“ Tomaten der Sorte „Tasty Tom“ empfahl. Ich erinnerte mich daran, dass Slow-Food-Kollege Jochen mir vor einiger Zeit schon von dieser Sorte vorgeschwärmt hatte und griff zu.
Und tatsächlich überzeugte diese Gewachshaussorte, der eine holländische Tomatenzuchtfirma beigebracht hat, auch saisonunabhängig gut zu schmecken, durch eine wunderbare Süße, die von einer prägnante Säure konterkariert wurde, und darüberhinaus auch noch über eine pikante Pfeffrigkeit. Und was das schönste war: die tischtennisballgroßen Früchte ließen sich, nachdem ich sie mit kochendem Wasser überbrüht hatte, zur Weiterverarbeitung mühelos schälen.
Mit einem farblich dazu passenden Gläschen Rosé war meine Salmorejo ein wohltuender und schmackhafter Snack bei dem hochsommerlichen Pfingstwetter. Als Einlage hielt ich das typische gehackte hart gekochte Ei und einen wunderbaren Serranoschinken Gran Reserva bereit. Laut Rezept sollte die Suppe für vier Personen reichen – ich schlabberte sie ganz alleine weg.
Rezept: Salmorejo – Geeiste Tomatensuppe auf andalusische Art
4 Portionen
1 kg vollreife Tomaten
1 Knoblauchzehe, durch die Presse gedrückt
200 g Weißbrot, eingeweicht
100 ml bestes Olivenöl
1 TL Salz
gehacktes Ei
spanischer Schinken
Eiswürfel
Brot in Stücke schneiden, in Wasser einweichen und gut ausdrücken.
Tomaten mit kochendem Wasser überbrühen und die Haut abziehen. In Stücke schneiden. Zusammen mit dem eingeweichten Brot, dem durchgedrückten Knoblauch, Olivenöl und Salz pürieren. In den Kühlschrank stellen und kalt werden lassen.
Eiskalt servieren, evtll. Eiswürfel dazu geben. Gehacktes Ei und Schinken dazureichen.
Übrigens:
Schon vor 66 Jahren gab es heiße Pfingsten. Ich erinnere mich an einen Pfingstausflug, den ich als Fünfjähriger mit meinen Eltern und meinen Schwestern im Jahr 1960 ins Buchenwäldchen im Essener Westen machte und den meine Mutter mit einem wunderbaren Foto dokumentierte.
Bei der Netz-Recherche teilte mir die KI folgendes mit:
„Am Pfingstwochenende 1960 (5. Juni und 6. Juni 1960) herrschte in Essen und ganz Nordrhein-Westfalen ein frühsommerliches, aber zunehmend unbeständiges Wetter mit Wärmegewittern. Es war für die Jahreszeit angenehm warm bis heiß. Die Tageshöchsttemperaturen kletterten am Pfingstsonntag auf nahezu 26 °C (exakt 25,7 °C an den nahegelegenen Messstationen). Die Nächte blieben mit Tiefstwerten um 12 °C mild.“





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