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Freitag, 4. August 2017

Fünf-Gourmetmeilen-Wochenende 2017: „Haltern bittet zu Tisch“ eröffnet

Schlemmen vor der St.-Sixtus-Kirche

Als der Genießer im letzten Jahr das erste Mal die Gourmetmeile in Haltern besuchte (klick hier), war er sofort eingenommen von dem Dorffest-Charme, den die Veranstaltung auszeichnet Auf dem Markt zu Füßen der St.-Sixtus-Kirche, umgeben von historischen Gebäuden, bilden die Stande von immerhin sieben Gastronomien und einem Getränkehändler eine kulinarische Runde, in der sich alles trifft, was in Haltern Appetit und Hunger hat.

Die stellv. Bürgermeisterin Hiltrud Schlierkamp und
Marianne Teltrop vom Hotel- und Gaststättenverband Haltern
sind stolz auf das 25-jährige Jubiläum der Gourmetmeile.

So war es Ehrensache, dass ich zum 25. Jubiläum der Gourmetmeile wieder einen Ausflug in das Städtchen am See im nördlichen Ruhrgebiet bzw. südlichen Münsterland machte. Wieder war ich überrascht, mit welch einem Enthusiasmus die Halterner ihre Gourmetmeile annehmen, musste aber auch entdecken, dass Haltern ein ziemlich teures Pflaster ist. Die Preise fast aller Hauptgerichte liegen bei weit über 10 Euro, und auch die Vorspeisen lagen auch kaum drunter. Zugegeben, die deftige Hausmannskost, die weitgehend angeboten wird, kommt in ordentlichen Mittagessen-Portionen auf den Teller, reicht aber kaum an die raffinierten Gerichte heran, die etwa bei „Rü Genuss pur“ in Essen-Rüttenscheid oder auf der GourmeDo in Dortmund in wesentlich preiswerteren, aber kleineren Probierportionen angeboten werden.

Doch der Genießer machte aus der Not eine Tugend und aß sich einfach mal so richtig satt.


Hotel-Restaurant Himmelmann
Gebrannter Ziegenkäse
Romatomaten / Salat / Apfel (7,50 Euro)
Schöne Salatvorspeise zu günstigem Preis mit Käse vom Ziegenhof Sondermann und ziemlich saurem Apfel.

Tannenhäuschen
Riesenravioli Ricotta
Spinatfüllung / Tomatensauce / Rucola / Grana Padano (7,50 Euro)
Schöne Nudeln in Allerwelts-Tomatensauce.

Ratshotel Ratstuben
Carpaccio vom australischen Ochsenfilet
Trüffel / Crème fraiche / Rucola / Parmesan (9 Euro)
Vom Anspruch erinnern die Gerichte der Ratsstuben durchaus an die Kreationen der großen Gourmetmeilen in den Revier-Metropolen. Das eisgekühlte Fleisch des Carpaccios war allerdings dem Aroma der Trüffel nicht förderlich.

Hotel-Restaurant Teltrop
Geschmorte Wildschweinbäckchen
mit Pfifferlingen in eigener Sauce, dazu eine Rotweinbirne und Butterspätzle (12 Euro)
Ein üppiger Teller mit butterzartem Fleisch und schön gedünsteter Birne. Die Suace hätte etwas mehr Charakter verdient.

Peters Bauernstube
Westfälische Herrencrème (2 Euro)

Schwer was los auf dem Markt in Haltern


„Haltern bittet zu Tisch“ geht noch bis zum 6. August 2017. Markt, Haltern, tägl. ab 11 Uhr. Infos hier.

Weitere Berichte zum Fünf-Gourmetmeilen-Wochenende 2017:
"Rü Genuss pur" und "Zu Gast in Recklinghausen": klick hier 

"GourmeDo": klick hier 

Donnerstag, 3. August 2017

Fünf-Gourmetmeilen-Wochenende 2017: GourmeDo in Dortmund eröffnet

High Noon am Donnerstag: Die Gäste können kommen. 

Pünktlich um 12 Uhr mittags war am Donnerstag der Aufbau des Pagodenzeltkarrees auf dem Dortmunder Friedensplatz weitgehend beendet und die Stände der 18 Gastronomien und mehrere Wein-, Sekt und Bierstände konnten eröffnen. Petrus meinte es weitgehend gut. Meist schien am Eröffnungstag die Sonne, und gelegentliche Wolken, Windböen oder Regentropfen waren kein Grund zur Aufregung. Das elegante Dach des Magic Sky bot genügend Schutz.

Bürgermeisterin Birgit Jörder, Veranstalter Marcus Besler und Kulturberauftragter Peter Erik Hillenbach eröffnen die GourmeDo.

Veranstalter Marcus Besler hatte Partner und Freunde der GourmeDo zu einem kleinen Eröffnungsmenü von Michel Dyllong geladen. Mit seinem Sterne-Restaurant Pamgarden im Spielcasino Hohensyburg ist Dyllong nicht mit einem Stand vertreten, sondern mit einem PopUp Restaurant, das zweimal am Tag ein mehrgängiges Menü anbietet – und das schon lange vor Start der Gourmetmeile ausverkauft war. Drei Gänge davon konnten die Eröffnungsgäste verkosten – und waren begeistert.

Aus Michael Dyllongs PopUp Menü

Überhaupt scheint Michael Dyllong der gute Geist der GourmeDo zu sein, bestätigt seine Anwesenheit doch, wie gut in diesem Jahr das Motto „Sterneküche trifft Szengastronomie“ gelungen ist. Nicht nur mit dem PopUp Restaurant ist Dyllong vertreten, sondern auch am Stand des VIDA, das er mitbetreibt, und am Gemeinschaftsstand des Dortmunder Kochquintetts, zu dem er gehört. Mit dem Kochquintett konnte die GourmeDo gleich fünf jüngere Dortmunder Herd-Helden einfangen. Zählt man Philipp Schneider und sein Restaurant „Der Schneider“ und Stefan Manier vom Waltroper Gasthaus Stromberg, der quasi als Nestor der GourmeDo gelten kann, noch dazu, zaubern Dortmunds junge Köche eine Qualität auf die GourmeDo-Teller, die auf Ruhrgebiets-Gourmetmeilen ihresgleichen sucht.

Hier dokumentiert der Genießer seinen genussvollen Nachmittag auf der GourmeDo in Wort und Bild.

Auszüge aus Michael Dyllongs PopUp Menü

HAMACHI „MOQUECA“ | Gurke, Kokos, Ingwer
Hamachi ist eine Stachelmakrelenart, die in Japan gern für Sushi verwendet wird.

BLACK ANGUS | Karotte, Fenchel, Zwiebel

NEW YORK CHEESECAKE | Birne, Hafer, Thymian

DORTMUNDER KOCHQUINTETT
Oktopus mit Knoblauch in Olivenöl gebraten | Spaghettini | geschmolzne Strauchtomaten (9,50 Euro)
Hut und Sonnenbrille gibt’s dazu – so lange der Vorrat reicht.

Gasthaus Stromberg
Thuna
Gurke | Wasabi | Miso Mayo | Melone | Eis (9 Euro)

DER SCHNEIDER
Lammschulter aus der Eifel
Hummus | Spitzkohl | Za’atar | Minze (9 Euro)
Za’atar ist eine orientalische Kräutermischung

VIDA BY DYLLONG & DeLUCA
Kir Royal
Cassis Sorbet | Champagnerschaum | Rumfrüchte (5 Euro)
Die Überraschung liegt unter dem Champgnerschaum.

GourmeDo geht bis zum 6. August 2017. Friedensplatz, Dortmund. Tägl. ab 12 Uhr. Infos hier.

 Jugend musiziert unterm Magic Sky: Finn & Jonas sangen zur Eröffnung.
Neu ist auch das Kunstzelt der Kunstschule Pia.



Fünf-Gourmetmeilen-Wochenende 2017: Zum Bericht über die Eröffnungen von "Rü Genuss pur" in Essen-Rüttenscheid und "Zu Gast in Recklinghausen" hier klicken.
Zum Bericht über die Eröffnung von "Haltern bittet zu Tisch" hier klicken.

Fünf-Gourmetmeilen-Wochenende 2017: „Rü Genuss pur“ in Essen-Rüttenscheid eröffnet. Und anschließend ein Abstecher zum Start von „Zu Gast in Recklinghausen“.



Gourmetmeilen-Hopping: Rüttenscheid vs. Recklinghausen

Das Super-Monster-Gourmetmeilen-Festival verleitete den Genießer gestern zu einem Gourmetmeilen-Eröffnungs-Hopping. Es wurde eine Tour von Schickimick nach Tellervoll und bestätigte einmal mehr die These: Je nördlicher die Gourmetmeile, desto größer die Portionen.

Rü Genuss pur bei der Eröffnung

Pünktlich kurz nach 15 betraten in Essen-Rüttenscheid die Veranstalter die Bühne auf dem Messeparkplatz hinterm Girardethaus, um „Rü Genuss pur“ zu eröffnen. Mit ihrer siebenjährigen Geschichte gehört die Veranstaltung zu den jüngsten Gourmetmeilen im Ruhrgebiet, ist aber eine der größten und prachtvollsten. So konnte Veranstalter Werner Rzepucha sich einen Seitenhieb auf die Essener Konkurrenzveranstaltung „Essen genießen“ nicht verkneifen. „Wenn sich die Veranstaltung in der Innenstadt ‚Königin der Gourmetmeilen‘, sind wir der ‚König der Gourmetfeste‘“. (Übrigens: den Begriff ‚Königin der Gourmetmeilen‘ prägte der Genießer in diesem Blog und wurde von Lokalpresse und Veranstalter freudig übernommen – und jetzt hat er sogar Auswirkungen auf das Selbstbild von „Rü Genuss pur“!)

Die roten Teppiche sind diesmal grün.

„Rü Genuss pur“ kommt so imposant daher wie bisher. 24 Teilnehmer bilden mit ihren Zelten und Ständen ein weitläufiges Gourmetkarree, weil Essen in diesem Jahr „Grüne Hauptstadt Europas“ ist, sind die roten Teppiche, die die Laufwege markieren, diesmal grün. Die Veranstaltung zeigte aber auch, wie stark die Fluktuation der Gastronomie in Rüttenscheid und Essen überhaupt ist. Viele Heroen der Anfangszeit wie Nelson Müller oder das Bistecca sind nicht mehr dabei, und von den Neuzugängen hatte der Genießer nicht immer den Eindruck, dass er sich die internationalen Schickimicki-Namen merken müsste. Ausnahmen: das „Church“, eine Initiative der evangelische Kirche, in der Langzeitabrbeitslosen eine gastronomischen Chance gegeben wird, und natürlich das „Schön“, sicherlich einer der ambitioniertesten Neuzugänge in Rüttenscheid.

 Austern beim SCHÖN

Der Messeparkplatz füllt sich zur frühnachmittäglichen Stunde nur zaghaft, was wohl dem bedeckten Himmel geschuldet war. Bis der erste Regenschauer kam, konnte der Genießer jedoch einige der in der Regel elegant zubereiteten, genussfreundlichen, nicht zu großen Portionen in Ruhe probieren. Und: Es gibt wieder Austern (beim SCHÖN)!

Church Restaurant
Carpaccio vom irischen Weidelamm
mit Pommery-Senfsuce, Rucola und Parmesan (6 Euro)
Leichter und aromatischer Einstieg ins große Schlemmen. Mehr Lamm und weniger Rucola wären schön gewesen, aber wohl nicht kalkulierbar.

Luck In A Cup
Gebackene Auberginen-Dattel-Bällchen
dazu Koriander-Mayonnaise (4,50 Eur)
Süß-pikante Falafale-Variante, ein kleiner, schöner, tapasmäßiger Einstieg

Okinii
Mottogericht – Green Dragon Okinii Roll
Garnelen, Avocado, Salat, Fischrogen, pikante Soße (7 Euro)
Fantasievoll angerichtetes japanische Gericht. Absoluter Preis-Leistungs-Knüller.

DAS SCHÖN
Konfierter Label-Rouge-Lachs
Blumenkohlpüree, Granatpfel-Grapefruit-Salsa und Lauchöl (9 Euro)
Der Lachs war so zart, dass man ihn durch einen Strohhalm saugen können. Püree, Salsa und Öl ergaben ein süß-saures Aromenspiel mit eleganter Bitternote. 

Zu Gast in Recklinghausen

Der sommerliche Regen, den der Genießer aus Essen mit ins Vest brachte, hinderte die Recklinghäuser nicht daran, in Massen um 18 Uhr zum Start von „Zu Gast in Recklinghausen“ auf den Rathausplatz zu strömen. Immerhin konnte man den 30. Geburtstag begehen, und das wurde auch mit einer großen Anzahl von Fest-Interviews gefeiert. „Zu Gast in Recklinghausen“ ist eine der ältesten Gourmetmeilen im Ruhrgebiet. Es herrschte eine bombige Biergartenstimmung. Nicht Schampus, Cocktail und Austern bestimmten wie in Rüttenscheid das kulinarische Angebot, sondern Boente-Bier, Burger und Blaubeerpfannkuchen.

Ordentlich was auf Löffel und Gabel

Viel essen konnte der Genießer allerdings nicht mehr – zu üppig waren die Portionen, die angeboten wurden, und zu lang waren die Schlangen, in denen man auf sein Essen warten musste. Also beließ er es beim Genuss eines „Elefantenohrs“, eines riesigen dünnen Schweineschnitzels, das wie beim seligen Bauern Ewald über den Tellerrand lappte. Gab es zum Glück auch ohne Bratkartoffeln.

Boente
Elefantenohr handpaniert und gold-gelb gebraten mit Framersalat, ohne pfannenfrische Bratkartoffeln wie bei Oma (8 Euro)
Lecker.

„RÜ Genuss pur“ geht noch bis zum 6. August. Essen-Rüttenscheid, Messeparkplatz hinterm dem Girardethaus. Infos hier.
"Zu Gast in Recklinghausen“ geht noch bis zum 6. August. Recklinghausen, Rathausplatz. Infos hier. 

 Eröffnung in Recklinghausen