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Donnerstag, 21. August 2025

Gourmetmeilen 2025: „Zu Gast in Recklinghausen“ gestartet

Um 16 Uhr waren die ersten Gäste da...



... um 18 Uhr war's rappelvoll.

In den letzten beiden Jahren waren unsere Besuche auf der Gourmetmeile „Zu Gast in Recklinghausen“ von heftigen Regengüssen begleitet, aber dieses Mal glänzte der Rathausplatz der Kreisstadt im fast münsterländischen Norden des Ruhrgebiets am Eröffnungstag im schönsten Sonnenschein. Und einmal mehr konnten wir erleben, wie sehr die Recklinghäuser ihr kulinarisches Stadtfest lieben. Ab 16 Uhr, als die acht Stände von Gastronomien aus Recklinghausen und der Nachbarschft öffneten, fanden sich die Gäste ein, und um 18 Uhr zum traditionellen Fassanstich war es dann rappelvoll.

So beliebt „Zu Gast in Recklinghausen“ auch sein mag, ob wir der Veranstaltung wirklich die Bezeichnung „Gourmetmeile“ anheften möchten, ist so eine Sache. Deftig-bodenständig ging es hier ja schon immer zu und die Portionen waren schon immer so üppig, dass man kaum den nötigen Hunger mitbringen konnte, um mehrere Gerichte zu probieren. Diesmal bot z.B. das NERO im Ratskeller ausschließlich Pizzen an (die zugegebener Maßen ganz gut aussahen, als sie vorüber getragen wurden), fast jeder Stand bot einen oder mehrere Burger an, und Poutines, diese übergroßen Portionen Pommes, gehörten auch allenthalben zum guten Ton. Ob sich für dieses Angebot die lange Anfahrtreise über die baustellenbewehrte A43 wirklich gelohnt hatte? Mein Slow-Food-Kollege Jochen und ich waren uns jedenfalls einig: „Das Leben ist eigentlich zu kurz, um auf einer Gourmetmeile Pommes zu essen“. Das kann man an jeder Bude zu Hause an der Ecke.

Alkohohlfreier Prosecco vorm Rathaus

Zum Glück war aber die „Gute Stube“ vom Parkhotel in Herne mit von der Partie. Dort hatte ich mir sofort zu Beginn den Bachsaibling mit Fregola Sarda bestellt, den ich als notorischer Gourmetmeilen-Hopper aber schon von „Bochum kulinarisch 2023“ (klick hier) her kannte und den ich deshalb in diesem Jahr in Bochum nicht gekostet hatte. Hier in Recklinghausen blieb mir aber nichts anderes übrig und mir war sofort klar, dass dieses Gericht von den anderen Anbietern kaum zu toppen war.

Hier also die Übersicht über die Gerichte, die wir schafften, bis uns der Geräuschepegel rundum zu hoch wurde. (Eine Bemerkung sei aber noch gestattet: Kaum hatte man sich auf einer der Bierbänke niedergelassen, um in aller Ruhe das Programmheft zu studieren, kam schon eine Servicekraft und fragte, was man denn trinken wolle. Solch eine aggressive Verkaufsstrategie hatte ich bislang nur noch bei „Castrop kocht über“ erlebt.) 

Zu Gast in Recklinghausen
20.8.2025


Haus Hölter
Gratinierter Ziegenkäse mit karamellisierten Äpfeln, Rucolasalat und Baguette
Die Scheiben Baguette tat ich beiseite, weil ich befürchtete, sie würden beim Fotografieren vom Teller fallen. Ansonsten fand ich die Kombination von Ziegenkäse und karamellisieretn Äpfeln ziemlich klasse. Allerdings war die Portion so groß, als wäre sie für zwei Personen bemessen.



Boente
Boentes Poutine
Süßkartoffel-Fritten mit veganen Filetstreifen, pinkem Hummus. Rotkrautsalat, Chili-Mango Dip
Eine Portion Pommes im neonfarbenen Chic, da hat sich einer was gedacht. Von der Masse her aber keine appetitanregende Vorspeise für eine Reise durch das Angebot einer Gourmetmeile, sondern eher die Grundlage für ein feuchtfröhliches Gelage.


Gute Stube im Parkhotel
Lobster Roll im Brioche Bun, Staudensellerie und Connecticut Cream
Hotdog vom Hummer könnte dieses Gericht auch heißen. Diese Lobster Roll scheint eine Mischung zu sein, wie man sie in in den US-Staaten Maine und Connecticut isst. Das Hummerfleisch wird in einer Butter-Mayonnaisen-Sauce gegart. Sehr appetitlich und schmackhaft; die wenigen Lauchzwiebelringe dominierten mit ihrer Schärfe ein wenig.



Gute Stube im Parkhotel
Bachsaibling mit Fregola Sarda, gehobelte Belper Knolle und Lauch
Fregola Sarda sind kleine runde Nudeln aus Sardinien, die schön gegart an Risotto erinnern. Die Belper Knolle ist ein Schweizer Rohmilchkäse, der gut gewürzt wie eine Trüffel aussieht. Diese beiden edlen Zutaten wurden mit einem tadellos auf der Haut gebratenen Bachsaibling-Filet serviert – köstlich und inspirierend. Allerdings musste die aromatische Belper Knolle aufpassen, dass die Lauchzwiebelringe ihr nicht den Rang in Sachen Schärfe abliefen.



Haus Hölter
Hölter's Krüstchen
Schweineschnitzel vom Rücken mit süßsaurem Kartoffelsalat und Spiegelei
Deftige westfälische Hausmannskost, irgendwie wie zu Hause.



NERO im Ratskeller
Bella Amalfi
Zitronensorbet aus der Zitronenschale
Eine wunderbare Erfrischung für einen heißen Sommertag. Allerdings schien mir die Präsentation nicht ganz durchdacht. Die hübsche Zitronenschale, die mit dem Eis gefüllt war, verschwand komplett in einem Pappbecher. Die da herauszupulen, um sie in ganzer Schönheit zu betrachten, erinnerte mich an einen Intelligenztest für Fingerfertigkeit, zumal die Aktion für den Genuss des Eises gar nicht nötig war.


Becky's
Klassische Herrencrème mit Rum
Das aßen die westfälischen Gutsherren zum Dessert: Sahne-Pudding mit Schokoraspeln und einem Schuss Rum. Hier auf dem Rathausplatz elegant in Szene gesetzt, sogar im Glas!


Zu Gast in Recklinghausen geht noch Sonntag, 24. August 2025. Do, Fr, Sa ab 16 Uhr, So ab 12 Uhr. Alle Infos hier

Freitag, 2. August 2024

Zu Gast in Recklinghausen 2024: Zur falschen Zeit am falschen Ort – wettermäßig jedenfalls

 
Der Plan war ursprünglich ganz anders. Eigentlich wollte ich ja gleich am Mittwoch, dem ersten Tag, „Zu Gast in Recklinghausen“ besuchen. Die deftig-westfälische Gourmetmeile schien sich ja bestens zum Vorglühen auf die elegante Fine-Dining-Meile „Gourmedo“ zu eignen, die tags drauf in Dortmund beginnen sollte. Und obwohl am Mittwoch ideales Gourmetmeilen-Wetter herrschte, verdarb mir der Gedanke, mich auf die Baustellen-verstopfte A43 zu werfen, um in die Kreisstadt am Nordrand des Reviers vorzustoßen, die Lust auf diesen Ausflug. Stattdessen zog ich es vor, den lauen Sommerabend lieber auf dem heimischen Balkon zu verbringen.



Gourmetmeile im Regen


Schließlich musste ich ja schon am nächsten Mittag in Dortmund sein. Doch beglückt von dem Erlebnis, trotz des eher gräulichen Wetters bei der Eröffnung der „Gourmedo zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein (klick hier), kam ich auf den Gedanken, am späteren Nachmittag vor dem einsetzenden Regen nach Recklinghausen zu fliehen und die kulinarischen Glücksmomente dort zu verlängern. Was für eine Fehleinstschätzung! Im Laufe der Fahrt über die A2 geriet ich in eine Art Starkregenfront wie schon lange nicht mehr. Die Expedition in den hohen Norden des Ruhrgebiets wollte ich dennoch nicht abbrechen, und so stürzte ich mich in ein feuchtes kulinarisches Vergnügen der besonderen Art. Ich kannte das ja schon vom letzten Jahr (klick hier).

"FischarrangemenT bei Suberg's

Unter den eigentlich als Sonnenschutz aufgespannten Schirme auf dem Rathausplatz hatte sich eine in meinen Augen gar nicht einmal so kleine Schar Unentwegter eingefunden., und auch der Genießer zögerte nicht, immerhin zwei der typischen Gerichte von „Zu Gast in Recklinghausen“ zu probieren, bei von „Suberg’s“. Angetan hatten es die drei Fischgericht: Zanderfilet auf Erdbeer-Hummer-Salat, Geflämmet Lachsauf Ackerbohnen und Garnelen auf Rahmwirsinggemüse. Besonders die Ackerbohn, sprich Dicken Bohnen hatten es mir angetan. Doch als ich also den Lachs mit Ackerbohnen bestellte, klärte man mich auf, das das eine Teil des „Fischarrangements“ sei, das aus allen drei Gerichten bestehe. Also nahm ich diesen Fischteller für 16 Euro und wurde nicht enttäuscht. Ackerbohnen, Rahmwirsing und Erdbeer-Hummer-Salat fand ich allesamt großartig. Der Zander war annehmbar, der Lachs war, wie schon vermutet, ziemlich trocken, und Hummer und Garnelen gingen eine undefinierbare Einheit ein (schmeckten aber, wie gesagt, recht gut). Leider war alles auf einen viel zu kleinen Teller gepackt, dass man es kaum auseinanderhalten konnte. Dabei hätte jede Kombination einzeln serviert, ein wunderbares Gericht ergeben, die man auch allein für sich hätte verkaufen können. Vielleicht nicht für 16, aber für 12 Euro.


Tapfer am Herd: Blaubeerpfannkuchen-Bäckerinnen


Zum Nachtisch gönnte ich mit noch einen von „Oma Suberg’s Blaubeerpfannkuchen“ (6 Euro), der von zwei tapferen Damen in einer vom Regen gefluteten Outdoor-Küche zubereitet wurde.


Oma Suberg's Blaubeerpfannkuchen


Viel länger hielt ich es beim dem Unwetter allerdings in Recklinghausen aus und verließ den unwirtlichen Ort mit dem Gedanken, leider zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen zu sein. Wäre ich doch am heutigen Freitag hingefahren. Die lachte wieder die Sonne vom Himmel, und a bei den angenehmsten Temperaturen.

„Zu Gast in Recklinghausn“ geht noch bis Sonntga, den 4. August 2024. Alle Infos hier.

Montag, 29. Juli 2024

Gourmetmeilen-Triple 2024: An kommenden Wochenende finden Gourmetmeilen in Recklinghausen, Dortmund und Essen statt.

Genuss in RE, DO und E


Nachdem die Fußball-EM den Gourmetmeilen-Reigen für einen Monat unterbrochen hatte, gibt es im August einen wahren Marathon. Am kommenden Wochenende sind gleich drei der kulinarischen Outdoor-Veranstaltungen am Start. Bereits am Mittwoch gibt „Zu Gast in Recklinghausen“ den Startschuss. Am Donnerstag geht es dann mit der „Gourmedo“ in Dortmund weiter, sicherlich die ambitionierteste Meile im Ruhrgbiet. Neben zahlreichen Dortmunder Lokalmatadoren tischen täglich wechselnd vier mit Michelin-Sternen ausgezeichnete Gastköche auf. Ab Freitag wird es in Essen eher besinnlich. Da gibt es auf dem „Weinfest im Stadtgarten“ neben Spitzenweinen und gutem Essen auch wohltemperierte Musik.

31.7.2024 – 4.8.2024
Zu Gast in Recklinghausen
Recklinghausen, Rathausplatz
Infos hier

1.8..2024 – 4.8.2024
Gourmetmeile
GourmeDo
Dortmund, Friedensplatz
Infos hier

2.8.2024 – 4.8.2024
Weinfest im Stadtgarten
Food, Wine and Music
Essen, Stadtgarten
Infos hier

Alle Gourmmetmeilen 2024 klick hier

Sonntag, 6. August 2023

Zu Gast in Recklinghausen 2023: Gourmetmeile im Regen


Das Wetter macht's möglich: Schlemmen wie auf hoher See

Es ist schon frustrierend. Ausgerechnet an dem Wochenende der Gourmetmeilensaison im Ruhrgebiet 2023, an dem zwei solcher Veranstaltungen stattfinden, hat der Wettergott die Gießkanne entdeckt und scheint regentechnisch das nachholen zu wollen, was er in den letzten Jahren versäumt hat. Beim Besuch auf „Dortmund à la carte“ zur Eröffnung des Meilen-Duetts am Mittwoch schlug das Wetter ja noch charmant-launige April-Kapriolen (klick hier), der Besuch am Tag darauf auf „Zu Gast in Recklinghausen“ ließ die Lust auf einen ausgiebige Berichterstattung aber auf den Tiefpunkt sinken. Dennoch will ich sie hier nachholen, bevor die Gourmetmeile am heutigen Sonntag zu Ende geht. Schließlich gibt es ja immer wieder Regenpausen.



Den Tropfen zum Trotz: Liebevolle Deko

Es war nur die Verabredung mit Slow-Food-Kollege Jochen, die mich dazu trieb, mich bei prasselndem Regen auf die A43 zu werfen, um nach Recklinghausen zu fahren. Doch als ich ankam, schien der Spuk vorbei zu sein, denn den Weg vom Parkplatz auf dem Konrad-Adenauer-Platz bis zu den Ständen vor dem imposanten Rathaus konnte ich trockenen Fußes bewerkstelligen. Aber es blieb nicht so. Wie immer, waren die immens vielen Bierzeltgarnituren mit großen Brauerei-Sonnenschirmen überspannt und boten somit auch vor den Regenschauern Schutz – Pech nur , wenn man genau unter den Spalten saß, die sich zwischen den einzelnen Schirmen auftaten. Da hatte das Wasser freien Lauf. Das Servicepersonal war standardmäßig mit Handflitschen ausgerüstet, um ständig die Wassermassen von Tischen und Bänken abzuziehen.

Ein Espresso brachte Energie

Die Auswahl der Gerichte, die wir probieren wollten, reduzierte sich schnell. Zwar waren mit Suberg’s im Ruhrfestspielhaus und bei Boente, Maritimo Gourmet, Murphy’s Pub & Grill, Black Bonsai, Tapado, Ratskeller & Ristorante Stella und Haus Hölter acht Gastronomien mit etwa 75 Gerichten dabei, doch das, was uns ins als erstes ins Auge sprang, war uns schon vom letzten Jahr in z.T. recht guter Erinnerung. Auch kannte ich als notorischer Gourmetmeilen-Hopper das Angebot von Haus Hölter bereits von „Castrop kocht über“ (klick hier) und Maritimo Gourmet von „Oer-Erkenschwick schlemmt“ (klick hier) und war da schon nicht fündig geworden.



Wie gut, dass es Schirme gibt. Wären da nur nicht die Ritzen dzwischen....

Traditionell ist das Angebot auf „Zu Gast in Recklinghausen“ recht volkstümlich. Die aufwändigeren Gerichte geben sind üppig und gasthausmäßig, ansonsten gibt es viel Partykost, die ich eher auf einem Streetfoodmarkt als auf einer Gourmetmeile verorten würde. So reduzierte sich unsere Verkostung auf insgesamt vier Gerichte, die uns aber recht gut sättigten. Leider waren die Preise im Programmheft nicht ausgezeichnet, wir erfuhren sie erst, als wir an den Ständen waren.

Trotz der immer wieder überfallartig auftretenden Regenschauer verbrachten wir über drei Stunden auf „Zu Gast in Recklinghausen“. Irgendwie war es unter den Schirmen recht gemütlich. Wir verplauderten uns und hatten viel zu gucken. Ich weiß nicht, ob die Gastronomen mit dem Umsatz zufrieden sein konnten, aber wir waren erstaunt, wie wenig die Recklinghäuser sich von dem Wetter abhalten ließen, ihre geliebtes kulinarisches Stadtfest zu besuchen. Davon ließen wir uns gern anstecken. Zumindest bis gegen 19 Uhr, als das Musikprogramm begann. Da schlugen uns die wummernden Techno-Bässe, mit denen ein DJ den Rathausplatz beschallte, so auf den Magen, dass uns der Appetit verging und wir das Weite suchten. Aber viele andere kamen da erst.


Das Gourmetmeile-im-Regen-Menü
Zu Gast in Recklinghausen, 3. August 2023



Suberg’s im Ruhrfestspielhaus
Thai Curry
Vegane Version mit knackigem Gemüse, Sprossen, Süßkartoffeln, Edamame & Kokosreis (8,50 Euro)
Wahlweise mit Garnelen (zzgl. 5,50 Euro) oder Hähnchen (zzgl. 4,40 Euro)

Vielseitiger und sättigender Einstieg, mit dem dazu gewählten Hähnchen sogar recht üppig. Dicke Kokosraspeln sorgten für einen gewissen Crunch, waren aber schwierig zu kauen.



Suberg’s im Ruhrfestspielhaus
Belegtes Teigschiffchen
Gouda, Hähnchen, Couscous, Curry Dip, schwarzer Sesam, Rucola (11,50 Euro)
Das Schiffchen erwies sich als gehörige Kahn, der irgendwie „mit alles“ belegt war, was die deutsch-türkisch-mediterrane Imbissküche zu bieten hatte. Der Teig kam zwar wie versprochen „frisch aus dem Ofen“, wär aber ziemlich zäh und schwer.



Ratskeller & Ristorante Stella
Gebackener Pecorino
mit Oliven und Peperoncini (7,50 Euro)
Der Ratskeller war nicht mit eigenen Gerichten vertreten, sondern mit den italienischen Spezialitäten seiner Filiale „Stella“ in der Steinstraße. Der Gebackene Pecorino war ein einfaches, aber gelungenes Einstiegsgericht, bei dem der Eigengeschmack der Zutaten schön zur Geltung kam.



Ratskeller & Ristorante Stella
Trüffelpasta aus dem Parmesanlaib
Pappardelle mit Pilz-Trüffelcrème (15,50 Euro)

Wie auch schon bei „Dortmund à la carte“: Warum muss auf einer Gourmetmeile ein Nudelgericht unbedingt mit Trüffel angeboten werden, wenn augenscheinlich Trüffel z. Zt. unerschwinglich sind? Die Trüffelcrème war in diesem Gericht kaum schmeckbar und ziemlich entbehrlich. Stattdessen schmeckten die vielen Pilze fantastisch, und der Umami-Kick kam sowieso vom Parmesan. Bei der schönen Größe der Portion hätte ich mir einen größeren Teller gewünscht, aber da sollte man von einer Gourmetmeile nicht zu viel verlangen.

Zu Gast in Recklinghausen. Rathausplatz. Geht heute Nachmittag, 6. August 2023. Infos hier

Sonntag, 30. Juli 2023

Gourmetmeilen 2023: „Dortmund à la carte“ und „Zu Gast in Recklinghausen starten am 2. August

Vom letzten Jahr: Fassanstich der Oberbürgermeister Tesche
in Recklinghausen und Westphal in Dortmund
 
Es gab Zeiten, da lieferten sich an bestimmten Wochenenden bis zu fünf Gourmetmeilen eine heiße Schlacht um die Gunst der hungrigen Bevölkerung im Ruhrgebiet (klick z.B. hier). In diesem Jahr, nach dem eher zaghaften Wiederaufleben dieser städtischen Gastro-Leistungsschauen unter freiem Himmel, ist das erste Augustwochenende Showtime für immerhin zwei dieser Veranstaltungen. Fünf Tage lang, vom 2. bis zum 6. August, wird in Dortmund und in Recklinghausen aufgetischt.


Dortmund à la carte
Nachdem die „Gourmedo“ vor vier Wochen auf dem Friedensplatz mit einem fulminanten Post-Corona-Neustart in Vorlage getreten ist (klick hier), muss „Dortmund à la carte“ auf dem Hansaplatz jetzt natürlich auch liefern. Die Chancen für die „Mutter aller Schlemmerfeste“, wie sich die Veranstaltung seit einiger Zeit in Anlehnung an den in diesem Blog bereits 2012 geprägten Begriff „Mutter aller Gourmetmeilen“ (klick hier) nennt, sind nicht schlecht. Zwar kann „Dortmund à la carte“ nicht mit Sternegastronomen dienen, aber mit immerhin elf z.T. neuen, z.T. sehr traditionsreichen Häusern aufwarten: Grube, Brauturm, Dieckmann’s, Emil, Zeitgeist, Matenaar’s, Ringhotel Drees, Tante Amanda, Treppchen 1773, Vetro, Freischütz und Hitzefrei.
Alle Infos und Speisekarten: hier klicken

Zu Gast in Recklinghausen
In der Ruhrfestspielstadt Recklinghausen ist die Gourmetmeile vor dem historischen Rathaus eine mit 26 Jahren nicht minder historische kulinarische Institution im Ruhrgebiet. Früher brachte sie die Gourmetmeilen-Hopper der Region in Bedrängnis, weil sie immer zeitgleich mit „RÜ Genuss pur“ in Essen-Rüttenscheid stattfand, das in diesem Jahr leider komplett ausfällt. Ob die Qual der Wahl mit „Dortmund à la carte“ leichter ausfällt?
In Recklinghausen mit dabei sind Suberg’s im Ruhrfestspielhaus, Suberg’s bei Boente, Maritimo Gourmet, Murphy’s, Black Bonsai und erstmalig Haus Hölter und Ratskeller & Ristorante Stella.
Alle Infos und Speisekarten: hier klicken

Donnerstag, 4. August 2022

Gourmetmeilen 2022: „Zu Gast in Recklinghausen“ eröffnet


Zu Gast in Recklinghausen: Hugo vorm Rathaus

Früher erinnerte mich die Gourmetmeile vor dem opulenten Rathaus von Recklinghausen immer an München, bis mich jetzt endlich Slow-Food-Kolleg Jochen, eine gebürtiger Recklinghäuser, aufklärte, dass der riesige wilhelminische Repräsentations- und Verwaltungsbau dem Vorbild in eher norddeutschen Hannover nachempfunden wurde. Man lernt halt nie aus.




Fassanstich mit extra dickem Hammer:
Bürgermeister Christoph Tesche und
Veranstalter Uwe Suberg eröffnen die Gourmetmeile

So ganz ist meine bisherige Empfindung allerdings nicht von der Hand zu weisen, erinnert „Zu Gast in Recklinghausen“ irgendwie an einen bajuwarischen Biergarten, allein schon durch d das Eröffnungsritual, den Anstich einen Fässchens Freibier durch den Bürgermeister der Stadt. Dafür hatte sich Christoph Tesche in diesem Jahr einen extra dicken Hammer besorgt und durfte am gestrigen Mittwoch gegen 18 Uhr 20, nachdem Mitveranstalter Uwe Suberg sich mit seiner Anmoderation bei allen Sponsoren und Teilnehmern ausgiebig bedankt hatte, endlich zur Tat schreiten.

Man kann sagen, der Neustart nach der zweijährigen Corona-Zwangspause war gelungen. Immerhin acht Gastronomien sind in diesem Jahr wieder dabei, neben den Veteranen Suberg’s, Boente, Ratskeller, Murphy‘, Maritimo Gourmet und Breuing die Newcomer Tapado, ein neues Tapas-Konzept aus Oer-Erkenschwick, und Black Bonsai, der Sushi-Lieferdienst vom Macher der 1780 foodbar Wladimir Paster. Und hochsommerliche 32 Grad sorgten dafür, dass der Rathausplatz innerhalb kürzester Zeit aus allen Nähten platzte.

Lustige Musikanten sorgen für die nötige Beschallung

Für uns waren die Temperaturen eher der Grund, dass wir nicht so recht wussten, was wir eigentlich probieren sollten, richtigen Hunger hatten wir bei der Hitze kaum. Die lärmige Atmosphäre, die so gar nichts vom coolen Understatement auf dem Mülheimer „Kulinarischen Treff an der Ruhr“ oder dem Essener Stadtgartenfest Food, Wine & Music hatte (klick hier) hatte, machte das Auswählen etwas anstrengend, zumal sich das kulinarische Angebote eher an volkstümlicher Kneipen- und Urlaubskost als am Fine Dining wie etwa bei „RÜ Genuss live“ in Essen Rüttenscheid orientierte (klick hier). So blieb für uns der Recklinghäuser Klassiker „1/2 ofenfrische glasierte Honigente in Orangensauce mit Kartoffelkloß und Rotkohl“, einst vom Urgestein Ernst Scherrer als Gouremetmeilengericht eingeführt und in diesem Jahr vom Ratskeller angeboten, in der Vitrine stehen. Und auch Oma Suberg’s Blaubeerpfannkuchen, ebenfalls ein Klassiker und von tapferen Mitarbeiterinnen in der Hitze des Gefechts frisch gebacken, schaffte es nicht zum sättigenden Nachtisch.

Klassiker in der Vitrine: Halbe Ente


Frisch gebacken: Blaubeerpfannkuchen
nach Oma Subergs Rezept


Nichtsdestotrotz nahmen wir ein paar Speisen zu uns, und die gefielen uns ziemlich gut. Hier unsere bescheidene Auswahl.


Erfrischend: Limos wie im Freibad



Black Bonsai
Frittierte Rolle
Tempura-Teig, Sushi-Reis, Avocado, Gurke. Mit Cashew-Topping
Schmackhafte Sushi-Interpretation, pikant und nahrhaft

Murphy’s
Gefüllte Süßkartoffel
mit Spinat, Schafskäse und Pinienkernen
Hübscher „grüner“ Veggie-Schmaus.

Suberg’s im Ruhrfestspielhaus
Fischtrilogie
Wildfang-Garnelen auf Schrimps-Erdbeer-Salat, Meerbarben-Medaillon auf Rahmwirsing und geflämmter Lachs auf Ackerbohnen
Gelungene Fischkombinationen, die sogar ihre Geschmacksprofile bewahrten, als sie bei dem großen Andrang am Stand auf Vorrat produziert werden mussten.


Black Bonsai
Mochi Eis
Reisküchlein mit Eisfüllung und Beeren
Die festen Kugeln sind mit kaltem Eis gefüllt. Ein ziemlich süßer Abschluss.


Zu Gast in Recklinghausen. Rathausplatz Recklinghausen. Geht noch bis zum7.8.2022. Alle Infos und Speisekarten klick hier.

Freitag, 17. Juni 2022

Slow Food: Besuch im libanesischen Restaurant Mahas, Recklinghausen

Update August 2023: Nach einem Brand musste das Restaurant umziehen. Es befindet sich jetzt in der Halterner Str 15, 45657 Recklinghausen.


Bereits am 17. Juni 2022 besuchte der Ini-Kreis von Slow Food Bochum für sein monatliches Arbeitsessen auf Vorschlag von Jochen Hoss das Restaurant „Mahas“. Seit 2019 betreibt Maha Potthoff das kleine Juwel in der Recklinghäuser Altstadt. Maha ist gebürtige Libanesin und kam 1978 als Achtjährige mit ihrer Familie nach Deutschland, arbeitete nach einem Sprachstudium 25 Jahre bei der Sparkasse und entschloss sich 2019, sich selbstständig zu machen und das Restaurant zu eröffnen. Inspiriert durch die Rezepte ihrer Mutter, bietet sie mit ihren Köchinnen authentische libanesische Küche an.

Zur Einführung in die arabisch-levantinische Aromenwelt bestelltem wie die „Mesa für kleine und große Gesellschaften mit fünf kalten und vier warmen Mesa-Speisen für unsere siebenköpfige Gruppe. Neben den üblichen Getränken gab es dazu eine herb unsüße, hausgemachte Zitronenlimonade und zum Abschluss einen arabischen Mokka. Das Essen war eine wunderbare Erfahrung.

Mesa für kleine oder große Gesellschaften


Hausgemachte Zitronenlimonde mit Rosenwasser


Kalte Mesa-Speisen


Hummus
Kichererbsenpüree mit Sesam und andren gewürzen


Baba Ghanoush

Auberginenpüree mit Sesam

Laban

Arabischer Joghurt

Tabouleh
Couscous-Petersilien-Salat

Fattousch
Libanesischer Brotsalat



Warme Mesa-Speisen

Falafel
Frittierte Kichererbsenbällchen

Reis nach libanesischer Art
Gedämpfter Reis mit angebratenen Fadennudeln

Hähnchenfilet und Kartoffeln

in einer Koriander-Zitronen-Knoblauch-Marinade

Rinderhackfleisch-Fladen
in einer würzigen Sesamsauce



Mokka mit Lebkuchen


Restaurant Mahas. Halterner Str. 15. 45657 Recklinghausen. Tel 02361-4867711. Mi-Mo 17-23 Uhr. Di Ruhetag. https://mahas.online/