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Dienstag, 29. November 2022

Geburtstagsmahl: Im Rieslingdampf gebackener Muttentaler Saibling mit frischem Ingwer und Salbei an Muskatkürbis, blauen Kartoffeln und Endiviensalat


Die Überraschung dieses Gerichtes war, dass die Kartoffeln blau waren. Ich war eigentlich der Ansicht gewesen, dass es sich unter der dunklen Ackerkrume, die die wenigen Knollen, die ich noch in meinem Kartoffellagertopf fand, die rotschalige Laura mit ihrem gelben Fruchtfleisch verbarg. Doch als ich die Kartoffeln abschrubbte und schälte, stellte sich heraus, das die Schale violett war und das Fruchtfleisch blau. Es handelte sich um einen Rest der Sorte Blauer Schwede, die ich bei dem Slow-Food-Kartoffelworkshop vor drei Wochen mitnehmen konnte (klick hier).

Doch alles von Anfang an. Die krumme Zahl 67 fand ich eigentlich nicht so prickelnd, um diesen Geburtstag mit einem größeren Menü mit vielen Gästen zu feiern. Doch da teilte Vera vom Bio-Laden Gemüse Gebauer (klick hier) mit, dass sie just an diesem Tag verschiedene Arten Forellen aus dem Wittener Muttental im Verkauf hätte. Die Forellenzucht an dem idyllischen Bergbau-Wanderweg hat keinerlei Internet-Präsenz und ist deshalb weitgehend unbekannt, aber herrlich regional. Zu Ostern hatte ich zwei geräucherte Exemplare gehabt (klick hier, auch da schon blaue Kartoffeln) und war begeistert. Also versuchte ich, auf die Schnelle einige Fischfreunde zum gemeinsamen Essen einzuladen, scheiterte aber an Kurzfristigkeit dieser Aktion. Was sich dann durchaus als großes Glück herausstellte, denn ich hätte gar keine Gelegenheit gehabt, mehrere Forellen auf meinem kleinen Herd gleichzeitig fertig zu bekommen.


Zart getüpfelter Saibling aus dem Muttental mit Ingwer und Salbei

Mein Lieblingszubereitung für Forelle ist seit einem Urlaub in Nordportugal das einfache Braten in der Pfanne (klick hier), sinnigerweise in Salbeibutter nach einem Rezept aus dem italienischen Piemont. Mehrere Forellen zuzubereiten hätte aber bedeutet, sie im Ofen backen zu müssen, und das hatte ich noch nie gemacht. Also beschloss ich, erst einmal nur einen Fisch zu kaufen, um das auszuprobieren. Dabei entschied ich mich aber nicht für eine normale Regenbogenforelle, sondern für einen etwa 500 Gramm schweren, zart getüpfelten Saibling. 

Saibling mit gehobeltem Ingwer und Salbei gefüllt

Muskat-Kürbis

In Veras Laden fand ich auch ganz frisch geernteten, regional produzierten Ingwer, der eine herrliche Schärfe gepaart mit fruchtiger Zitrusfrische aufwies und gemeinsam mit frischem Salbei ganz wunderbar zum Saibling passen würde. Und als Beilage eignete sich - zusammen mit Kartoffeln und etwas Endividiensalat - ein handlicher Muskat-Kürbis aus Veras eigener Produktion, den ich ebenfalls mitnahm.

Weitere Zutaten

Beim Durchforsten von möglichen Rezepten entdeckte ich, dass sowohl Saibling und als auch Kürbis im Backofen bei 200 Grad ca. 30 Minuten brauchen, um gar zu werden. Also gab ich beides gemeinsam in den Ofen, aber nicht mit Umluft, weil das den Fisch austrocknen würde. Eine weitere Maßnahme um das zu verhindern war, dass ich genügend Flüssigkeit dazu gab, damit der Fisch im Dampf garen konnte. Heraus kam dann folgendes Arrangement. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech auf der unteren Schiene kamen die gewürzten Kürbisspalten. Auf dieses Blech stellte ich eine ofenfeste Schale mit einem Gemisch aus Riesling, Cognac und Wasser, und auf eine höhere Schiene kam der mit Salbei und Ingwer gefüllte Saibling, zart eingemehlt und mit Butterflöckchen versehen, damit er rundum knusprig braun werden konnte. Die flüssige Butter konnte dann auf den darunter garenden Kürbis tropfen. Vielleicht hätte eine Tasse Wasser auch gereicht, aber ich dachte, ein wenig Rieslingaroma würde nicht schaden. Beim Servieren wurde alles noch einmal mit flüssiger Salbei-Ingwer-Butter beträufelt.



Rezept: Im Rieslingdampf gebackener Muttentaler Saibling mit frischem Ingwer und Salbei an Muskatkürbis, blauen Kartoffeln und Endiviensalat

1 Portion

Backofen auf 200 Grad vorheizen.

Saibling:
1 Saibling (oder andere Forelle) 500 g
10-20 Salbeiblätter
1 Stck. frischen Ingwer
Butter
Mehl
Pfeffer, Salz
Zitronensaft
Insgesamt 0,2 l Riesling, 1 Schuss Cognac, evtl. Wasser

Ingwer in hauchdünne Scheiben hobeln. Saibling abwaschen und trocken tupfen. Rundum hauchdünn mit Mehl bestäuben. Die Bauchhöhle des Fisches innen mit Zitronensaft, Pfeffer und Salz würzen. Salbeiblätter und Ingwerscheiben in die Bauchhöhle geben. Einige Ingwerscheiben und Salbeiblätter zurück behalten. Saibling auf ein Gitter setzen und einige Butterflöckchen darauf verteilen.
Eine backofenfeste Schale mit Riesling, Cognac und etwas Wasser füllen.

Muskat-Kürbis:
25 g Muskat-Kürbis
Rapsöl
Salz
Paprika edelsüß

Kürbis halbieren, die Kerne und den Schmodder mit einem scharfkantigen Löffel herausschaben. Kürbis in Spalten schneiden. Mit Rapsöl einpinseln, mit Salz und edelsüßem Paprika würzen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Kürbisspalten darauf verteilen.

Backen:
Backblech mit den Kürbisspalten auf der unteren Schiene in den auf 200 Grad vorgeheizten Backofen schieben. Die Schale mit dem Rieslinggemisch auf das Blech setzen. Das Gitter mit dem Saibling darüber auf einer oberen Schiene ebenfalls in den Backofen schieben. Alles ca. 25-30 Minuten bei Ober- und Unterhitze backen lassen. Herunter tropfende Butter fällt dabei auf den Kürbis. Keine Umluft verwenden, sonst trocknet der Fisch aus. Am Ende sollte der Kürbis weich seine und der Fisch rundum knusprig gebräunt. Sollte der Fisch nicht braun, eventuell überschüssiges Mehl abpinseln, noch mal ein paar Butterflöckchen darauf legen und auf der oberen Schiene nachbräunen. Der Riesling ist wahrscheinlich verdampft.

Kartoffeln:
100 g Kartoffeln, blaue oder andere
Salz

Kartoffeln schälen und in Salzwasser 25 Minuten lang gar kochen und abgießen.

Salat:
Einige Blätter Endiviensalat
Für die Marinade Pfeffer, Salz, Zucker, Essig oder Zitronensaft, Rapsöl, eine Messerspitze Senf

Salatblätter zerzupfen. Marinadenzutaten in ein Schraubglas füllen und gut durchschütteln. Kurz vor dem Servieren den Salat damit marinieren.

Salbei-Ingwer-Butter:

100 g Butter
zurückbehaltene Salbeiblätter und Ingwerscheiben
Je 1 Schuss Riesling und Cognac

Butter in einer kleinen Pfanne schmelzen lassen und die Salbeiblätter und Ingwerscheiben darin sanft frittieren. Mit Riesling und Cognac vorsichtig ablöschen und etwas verdampfen lassen.

Anrichten:
Auf einem genügend großen, Teller den Fisch legen. Gebackene Kürbisspalten und Kartoffeln dazugeben und mit der Salbei-Ingwer-Butter übergießen. Salat dazugeben oder in einem Extraschälchen servieren.

Montag, 30. November 2020

Der 65. Geburtstag oder Dinner for One: Getrüffeltes Rebhuhn mit Herbsttrompeten-Kaninchenleber-Feigen-Füllung an weißem Risotto, Steinpilzen und Radicchio in Gorgonzola


Eines der Gedankenspiele, was ich denn zu meinem diesjährigen, immerhin 65. Geburtstag kochen könnte, kam mir im Frühjahr bei der Folge von „Kitchen Impossible“, in der Tim Mälzer den Berliner Koch The Duc Ngo dazu verdonnerte, im Gasthaus des Österreichers Max Stiegl „Poulard en vessie“ zuzubereiten. Bei dieser urtümlichen französischen Art, ein Hähnchen zuzubereiten, werden dem Vogel Trüffel unter die Haut geschoben, der Bauch mit Gänsestopfleber gefüllt und das Ganze dann in einer Schweinsblase sous vide gegart. Nun gut, Gänsestopfleber wollte ich nicht unbedingt verarbeiten, und statt der Schweinsblase würde es vielleicht auch ein Bratschlauch tun, aber ein Nackthalshuhn aus Südwestfrankreich mit Perigord-Trüffeln zu spicken, das wäre doch etwas für den Fünfundsechzigsten.

Doch dann kam die Corona-Pandemie mit der Verdonnerung zur Vermeidung von Sozialkontakten, und ich entschied mich, statt eines üppigen Gastmahls für 10 doch lieber ein Dinner for One zu veranstalten. Statt einer oder auch zwei großer Poularden reduzierte ich das Ganze auf ein Rebhuhn, das genau die richtige Größe für den hungrigen Genießer hatte. Rebhuhn hatte ich noch nie zubereitet, und Trüffeln kann man dem Vogel schließlich auch unter die Haut scheiben. Man braucht nur nicht so viele.


Das Rebhuhn wird in eine Salzlake eingelegt,

damit es beim Braten saftig bleibt.


Dann werden Trüffelscheiben unter die Haut geschoben.

Diese Operation war übrigens leichter, als ich dachte. Die Haut löste sich ziemlich leicht vom Fleisch, als ich mit einem abgerundeten Messer darunter fuhr, so dass man die Trüffelscheiben ohne Probleme einführen konnte. Vorher hatte ich den Vogel für ein paar Stunden in einer Brine eingelegt, einer mit Thymian und Rosmarin gewürzten Salzlake (hier schon einmal ausprobiert). Das Salz verändert die Fleischstruktur und so trocknet es beim Braten nicht aus, was bei Wildgeflügel leicht geschieht. Denn auch die Idee mit dem Bratschlauch verwarf ich. Ich wollte das Rebhuhn einfach im Ofen braten.


Zutaten: Herbsttrompeten, Trüffel, Kaninchenleber...

...und getrocknete Feigen

Durchgeschmorte Füllung

Bei der Füllung wollte ich jedoch nicht ganz auf Leber nicht verzichten. So entschied ich mich für Kaninchenleber, die ich als sehr delikat in Erinnerung hatte. (Für ein Kaninchenleberrezept hier klicken). Ich briet sie mit Schalotten, gehackten getrockneten Feigen und einigen schwarzen Herbstrompeten an, löschte dann mit je einem Schuss Cognac und Apfelsaft ab, würzte mit Wildgewürzen und schmorte das Ganze dann zu einer schönen Masse zusammen, deren Rest übrigens einen wunderbaren Bruschetta-Aufstrich ergab. Diese Füllung verschwand im Bauch des getrüffelten Rebhuhns, das bei 180 Grad im Ofen gebacken wurde.


Beilage Steinpilze

Beilage Radicchio

 
Weinbegleitung

Für die Beilagen griff ich auf ein vegetarisches Rezept zurück, dass ich bereits schon vor ein paar Wochen zubereitet hatte: Risotto diesmal mit Herbsttrompeten, Radicchio in Gorgonzolasauce und gebratene Steinpilze (klick hier). Alles zusammen ergab ein wahrhaft fürstliches Geburtstagsessen, betörend, üppig und völlig unkorrekt. Als Weinbegleitung gab es zwei Kellerfunde: die letzte Flasche Saar Riesling 2008 von Van Volxem, der auch den Risotto und die Gorgonzolasauce adelte, sowie ein Tempranillo 2007 Christina vom Öko-Weingut Los Astrales, Ribera del Duero.



Rezept: Getrüffeltes Rebhuhn mit Herbsttrompeten-Kaninchenleber-Feigen-Füllung

Reicht für 2 Portionen

1 Rebhuhn
60 g Salz
1 Zweig Thymian
1 Zweig Rosmarin
1 Lorbeerblatt
1 Trüffel
Kalte Butter
Pfeffer und Salz
drei Streifen Lardo oder anderen fetten Speck

Füllung:
100 g Herbsttrompeten
100 g Kaninchen- oder Hähnchenleber
2 getrocknete Feigen
1 Scheibe Toastbrot
1 Zehe Knoblauch
1 Schalotte
1 Zweig Rosmarin
1 Zweig Thymian
ein Schuss Cognac
1 Schuss Apfelsaft
Gemüsebrühe
Pfeffer, Salz

Am Vortag Rebhuhn säubern und die Innereien aus der Bauchhöhle holen. In einer Schüssel Salz, Thymian, Rosmarin und Lorbeerblatt mit 1 Liter kochendem Wasser übergießen und auf Zimmertempeartur abkühlen lassen. Das Rebhuhn hinein legen und zugedeckt im Kühlschrank 5 Stunden ziehen lassen.

Rebhuhn aus der Brine holen und trocken tupfen. Trüffel in nicht zu dünne Scheben schneiden. Mit einem runden Messer die Haut des Rebhuhns lösen und die Trüffelscheiben darunter schieben. Zugedeckt über Nacht in den Kühlschrank stellen.

Für die Füllung am nächsten Toastbrot in Wasser einweichen und ausdrücken. Knoblauch und Schalotte fein würfeln und in Olivenöl andünsten. Herbstrompeten, Kaninchenleber und Feigen in kleine Stücke schneiden und mit Rosmarin und Thymian dazugeben. Je einen Schuss Cognac und Apfelsaft dazugeben und verdampfen lassen. Ausgedrücktes Toastbrot dazugeben und unterrühren. Etwas Gemüsebrühe angießen und alles zugedeckt 10 Minuten schmoren lassen, bis die Leber und die Pilze durch sind. Alles mit einer Gabel zerdrücken. Mit Pfeffer und Salz abschmecken.

Das Rebhuhn mit der Füllung füllen. Mit Lardoscheiben belegen und bei 180 Grad 30 Minuten im Ofen braten. Dabei eine Tasse Wasser mit in den Ofen stellen.

Parallel dazu ein paar Steinpilze braten und ein Pilzrisotto sowie Radicchio in Gorgonzolasauce (Rezepte hier) zubereiten. Zusammen anrichten.


 

Donnerstag, 28. November 2019

Amuse gueule: Gedörrte Flowersprouts in Algensenf-Limetten-Mayonnaise frei nach „Chefs & Butchers“

Dass ein Besuch von ausgezeichneten Restaurants äußerst inspirativ und lehrreich ist, dass konnte der Genießer mal wieder am eigenen Leib erfahren, als er neulich an dem Gemeinschaftsmenü des Essen-Werdener „Chefs & Butchers“ mit Gastkoch Tomek Kinder teilnehmen konnte (klick hier). Besonders das modernistische Amuse gueule der Gastgeber „Frittierter Flowersprout auf Yuzu-Mayonnaise“ wollte mir nicht aus dem Sinn gehen. Flowersprouts oder Kalettes sind eine Neuzüchtung aus Rosen- und Grünkohl; die chicen violett-grünen Röschen verbinden die Vorzüge beider Kohlsorten, vermeiden aber ihre lästige Bitterkeit. Yuzu ist eine japanische Zitrusfrucht. Das Löffelgericht schmeckte so genial und schien dabei so einfach, dass ich mir glatt zutraute, es zu Hause nachzubauen.

 Flowersprouts oder Kalettes sind eine
Neuzüchtung aus Rosen- und Grünkohl

Bei meinem Geburtstagsmenü vor ein paar Tagen (klick hier) sollte es schließlich so weit sein. Doch leider war meine Multitaskingfähigkeit an diesem Tag etwas überstrapaziert, was wohl am fortschreitenden Alter liegen muss. (Kein Wunder, war ja schon wieder ein Geburtstag.) Die Flowersprouts waren zu lang im siedenden Rapsöl und wurden zu dunkel, so dass die entstehenden Röstaromen den kohleigenen Wohlgeschmack ein wenig übertönten.

Algensenf-Limetten-Mayonnaise

Dafür schmeckte die Mayonnaise umso besser. Doch deren Produktion fing ebenfalls mit einem Missgeschick an. Als der begnadete Logistiker, der ich nun einmal bin, hatte ich natürlich keinen Yuzu-Saft besorgt. Also griff ich auf eine Limette zurück, die noch im Obstkorb ihr Dasein fristete, und gab damit der Mayo einen nicht weniger frischen wunderbaren Säure-Tick. Der Clou aber war, dass ich beim Aufmixen noch etwas von dem Algensenf dazu gab, den ich im Frühjahr von meinem Trip in die Bretagne mitgebracht hatte. Das war dann das Tüpfelchen auf dem i.

 Neuer Versuch: Marinade aus gehackten Walnüssen
und Eichelschwein-Schmalz

Von der Mayonnaise blieb noch etwas übrig, genauso wie einige unverarbeitete Flowersprouts. Also beschloss ich heute, mich der ganzen Sache noch einmal zu widmen, zumal ich das Foto vom Geburtstag ziemlich grauslich fand. Doch diesmal machte ich es etwas anders. Ich erinnerte mich an die Chips, die vor zwei Jahren für ein paar Grünkohl-Tapas fabriziert hatte (klick hier), und dörrte die Flowersprouts diesmal im Ofen. Vorher marinierte ich sie mit einer Paste aus Eichelschwein-Schmalz (noch vom letzten Jahr klick hier) und gehackten Walnüssen, die ich dezent mit Salz und Curry würzte.

Im Ofen gedörrt

Was dabei heraus kam, war, ich kann es nicht anders sagen,  ein Gedicht. Bedauerlich ist nur, dass meine Geburtstagsäste diese Version nicht zum Kosten bekamen. Andrerseits auch nicht, dann so konnte ich alles selbst aufessen.


Rezept: Gedörrte Flowersprouts in Algensenf-Limetten-Mayonnaise

Flowersprouts
pro Portion ein bis zwei Flowersprout-Röschen
4 Walnusskerne
2 EL Schmalz, Butter oder Pflanzen-Margarine
1 Prise Salz
1 kleine Msp Curry

Flowersprouts gut waschen und sorgfältig trocknen. Den Strunk etwas kürzen, dabei aufpassen, dass das Röschen nicht auseinander fällt.
Walnusskerne hacken. Schmalz etwas erhitzen, dass es weich, aber nicht ganz flüssig wird. Die gehackten Walnüsse untermischen. Mit Salz und Curry vorsichtig würzen.
Flowersprouts in das weiche Fett tauchen und auf ein mit Backpapier ausgeschlagenes Backblech legen. Im 130 Grad heißen Ofen etwa eine halbe Stunde dörren, bis sie leicht gebräunt sind. Die Röschen sollten noch etwas Biss und natürliche Farbe haben.


Algensenf-Limetten-Mayonnaise
2 EL Limettensaft
½ EL bretonischer Algensenf (oder anderer mittelscharfer Senf)
½ EL Zucker
½ EL gutes Salz
2 Eigelb
1/8 l Rapsöl
1 kleine Messerspitze Curry

Limettensaft, Senf, Zucker, Salz und Eigelb miteinander verrühren. Mit dem Stabmixer verquirlen (hochziehen), und dabei in dünnem Strahl das Öl langsam hinzufügen, bis eine steife Mayonnaise entsteht. Vorsichtig mit Curry würzen.

Anrichten
Je einen oder zwei TL Mayonnaise auf einen Servierlöffel geben und jeweils 1 oder zwei gedörrte Flowersprouts darauf setzen. Mit herabgefallenen gerösteten Walnuss-Krümeln aus dem Ofen garnieren.


Mittwoch, 27. November 2019

Geburtstagsmenü 2019 „Reife zu Reife“: Flowersprouts in Algensenfmayo │ Spaghetti alla carbonara trufato │ Winterlicher Salat │ Auerochse in Barolo mit Polenta-Gnocchi │ Birnen-Schokoladen-Tarte

Wie alles anfing: Auerochsenbraten, Schmorgemüse und eine
Auswahl an Barolo, Barbaresco und Nebbiolo aus dem Keller.

Das Älterwerden kann man an verschiedensten Dingen bemerken. So musste ich etwa neulich, im Wartezimmer eines Arztes sitzend, in einer Illustrierten lesen, dass der Hauptdarsteller der Fernsehserie „Der Alte“ zwölf Jahre jünger ist als ich. Hm. Früher wäre mir so etwas nicht passiert.

Oder jetzt an meinem Geburtstag, da stieß ich doch glatt an die Grenzen meiner Multitasking-Fähigkeit. Ich hatte immerhin drei liebe Mitmenschen eingeladen, eigentlich gar keine so große Herausforderung. Und soweit klappte es ja auch: Wohnung putzen, einkaufen gehen, ein mehrgängiges Menü kochen, Tisch decken, den Gastgeber spielen, Wein trinken – alles klappte prima, das meiste sogar gleichzeitig. Nur das Fotografieren blieb in Ansätzen stecken, man kann ja schließlich nicht alles machen. Und so ist der denk- und liebenswürdige Abend nur unzureichend dokumentiert. Hier also die fragmentarische Berichterstattung über meinen diesjährigen Geburtstag.

Das Reife-zu-Reife-Menü 


Der Wein
Ausgangspunkt war die letzte Flasche Wein aus dem 20. Jahrhundert, die noch in meinem Keller schlummerte. Der 1999er Barolo vom Marchesi di Barolo entuppte sich nach längerer Lüftung mit seinen 20 Jahren als immer noch juveniler Opa. (Irgendwie passend.) Die Farbe war immer noch schön Rot und hatte noch keine Reifebräunung. Zu Anfang dominierte ein harsche Säure, die später dann recht vollmundig wurde. Um diesen Wein rankte sich das ganze Menü.

Frittierte Flowersprouts auf Limetten-Algensenf-Mayonnaise
Als Amuse gueule wollte ich ganz einfach den Gruß aus der Küche nachmachen, den Michael Scheil neulich beim Gemeinschaftsmenü mit Tomek Kinder gereicht hatte: Frittierte Flowersprouts auf Yuzu-Mayonnaise (klick hier). Die Flowersprout-Röschen, eine Neuzüchtung aus Rosen- und Grünkohl, hatten es mir angetan. Aber für die Mayonnaise hatte ich den Saft der japanischen Yuzu-Frucht nicht zur Hand. So nahm ich kurzerhand Limettensaft und rührte sie u.a. mit Algensenf an, den ich im Frühjahr aus der Bretagne mitgebracht hatte. War damit auch irgendwie japanisch und richtig lecker, das Ganze. Zum Rezept klick hier.

Pecorino und Trüffel

Guanciale, eine Spezialität aus Schweinebacke

 Spaghetti alla carbonara trufato
Der erste Gang war dann richtig Barolo-mäßig. Die Carbonara bereitete ich mit Guanciale, der römischen Speckspezialität aus Schweinebacke, und dem toskanischen Pecorino „Il Fiorino“ zu. Darüber wurde, wie es sich gehört, eine schwarze Trüffel gehobelt. Rezept klick hier.


Winterlicher Salat
Als Zwischengang gab es einen erfrischenden Feldsalat mit Chicoree, Rote Bete, Orangen und Haselnüssen, der dann aber als Beilage zum Hauptgang gegessen wurde. Rezept klick hier.

Bei Niedrigtemperatur geschmort

Auerochse in Barolo
Für den Hauptgang wiederholte ich einen Klassiker der Barolo-Küche, den ich vor einiger Zeit schon einmal mit Bisonfleisch gepostet habe (klick hier). Doch diesmal kam ein Auerochsenbraten von den Ruhrwiesen in Hattingen-Winz-Baak zu Einsatz (klick hier). Ich legte ihn zwei Tage lang in einen Nebbiolo-Wein ein (Nebbiolo ist die Traube des Barolo) und schmorte ihn dann bei etwa 100 Grad, bis er zart und dennoch kernig war. Gleichzeitig ergab sich eine wunderbare Sauce, die gierig von den Polenta-Gnocchi aus der Eierharfe aufgesogen wurde.




Das Entstehen der Gnocchi aus der Eierharfe
wurde noch bestens dokumentiert.
 
Tarte aux poires et chocolat
Zum Nachtisch gab es dann meinen Geburtstagsklassiker: eine französische Birnen-Schokoladentorte. Rezept klick hier.


 Wie alles endete


Resteessen am Tag danach

Freitag, 2. August 2019

10 Jahre Genussbereit: Interview mit dem Genießer auf Delinale.de


Der Genießer bei der Arbeit. (Foto: Katrin Manzke)

"Bei Bedarf gerne auch ein wenig kauzig, immerhin hat der Mann kein Mobiltelefon, gleichwohl frei von irgendwelchen Feinschmecker-Allüren. Bemerkenswert ist zudem, wie es Krauskopf gelungen ist, „Genussbereit“ medial sowie in Person leibhaftig zu kombinieren. Angenehm unaufdringlich, dafür aber stilsicher nimmt er sich mit unermüdlich des kulinarischen Inventars des Ruhrgebiets an. Mitunter zu wohlwollend, aber in der Regel sachlich in der Wortwahl, kommt Krauskopf eher einem gewissenhaften Kulinarik-Reporter anstelle dem Klischee eines gestrengen Restaurantkritikers gleich."
So charakterisiert Manfred Tari, der Macher des Dortmunder Feinkost-Festivals Delinale, den Genießer. Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums im Juli 2019 hat er ein Interview mit mir gemacht. Zum Lesen bitte hier klicken: Zehn Jahre Genussbereit – Ein Interview mit Peter Krauskopf

Mittwoch, 10. Juli 2019

10 Jahre Genussbereit!


Vor 50 Jahren: Der Genießer 1969 mit 14 Jahren
melonenessend auf der Rialtobrücke in Venedig.


Fischerfest in Caorle an der Adria. Auf den Grills Sardinen und Polenta.

Dauernd dran gedacht, dann den Jubeltag doch verpasst: Vor zehn Jahren, am 6. Juli 2009, erschien der erste Post in diesem Blog. Er ist ohne Bild und handelt von einem Bio-Metzger in Bochum, den es längst nicht mehr gibt. Also lohnt es sich nicht, diesen Post noch einmal zu bringen.

Deshalb gibt es etwas verspätet zur Feier des Tages Bilder von frühen kulinarischen Erfahrungen des Genießers vor 50 Jahren.

Mittwoch, 6. Juli 2016

Jubiläum: Sieben Jahre Genussbereit



Heute vor sieben Jahren erschienen die ersten beiden Posts in meinem Blog Genussbereit. Weil es den Bio-Metzger, über den ich im ersten Post berichtete, heute nicht mehr gibt, verlinke ich zur Erinnerung den zweiten Post vom 6.7.2009.

Auf dem Balkon: Kaninchen mit grünen Oliven. Klick hier.