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Freitag, 1. Mai 2026

Aus der Bochumer Nachbarschaft: Pocket Park im Rahmen des Schlaraffenbandes eröffnet

Korrigierte Fassung

Bochums OB Jörg Lukat und Barbara Reddigau
 aus der Nachbarschft bepflanzen den Naschort. 

Einst war das Straßenkarree Hermannshöhe, Kronenstraße, Oskar-Hoffmann-Straße und Unistraße ein floriendendes Industriegebiet südlich der Bochumer Innenstadt, und nachdem seit den 1960er Jahren der Strukturwandel im Ruhrgebiet auch hier für grundlegende Veränderung sorgte, 1981 sogar die Wiege für jene Reihe von legendären Fabrikbesetzungen, mit der die damalige alternative Kulturszene Bochums den städtischen Raum für sich einforderte. Mittlerweile sind die alten Fabrikhallen verschwunden, und die ehemaligen Industrieareale haben sich in z.T. exklusive Wohngebiete verwandelt, an den man die architektonische Entwicklung der letzten dreißig Jahre ablesen kann wie das Wachstum eines Baumes an den Jahresringen seines Stammes. Der schönste und innovativste Bereich ist sicherlich die Krone Bochum eG, ein genossenschftlich und generationenübergreifendes Wohnprojekt, das 2020 bezogen wurde.

Aufklärung über die Essbare Stadt

Die Trockenmauerterrasse
 
Ein Ort zum Entspannen




Ein Insektenhotel gehört auch dazu

Jetzt wurde der letzte „wilde“ Teil des Areals an dem Verbindungsweg zwischen Franz-Vogt- und Oskar-Hoffmann-Straße domestiziert. Die Stadt Bochum entwickelte ihn gemeinsam mit anderen Standorten in der Stadt zu einem sog. „Pocket Park“, einer kleinen grünen Oase für die Nachbarschaft. Der Ernährungsrat Bochum EssBo! sorgte mit Hilfe von engagierten Anwohnerinnen und mit Unterstützung der Bezirksvertretung Mitte dafür, dass der Pocket Park auch zu einem sog. „Naschort“ im Rahmen des „Schlaraffenbandes Ruhr“ wurde. Das ist eine Initiative der Ernährungsräte in Bochum, Essen und Dortmund, die als Bestandteil der Internationalen Gartenausstellung (IGA) Metropole Ruhr 2027 an den Radwegen im Ruhrgebiet Raststellen einrichtet, an denen die Prinzipien der „Essbaren Stadt“ dargestellt werden. In Bochum geschieht das durch eine aus Trockenmauern bestehende Terrassenanlage, in der die Aktivistinnen unter dem schönen Namen „Buddeln & mehr“ essbare Pflanzen angepflanzt haben und ehrenamtlich auch weiter pflegen. Darüberhinaus gibt es Ausruhmöglichkeiten für Radfahrer, die, wenn einmal der Radschnellweg Ruhr hier vorbeiführt, sicherlich gern genutzt werden. Bis dahin ist der Pocket Park ein Verweilort für die Anwohner, dem ein genauso große Akzeptanz wie der Tana-Schanzara-Park ein paar Meter weiter zu wünschen ist. Für den 28. Mai 2026 ist jedenfalls schon ein großes Nachbarschaftsfest geplant. 

Dagmar Alfes vom Bochumer Ernährungsrat
bedankt sich bei den Unterstützern



OB Lukat eröffnet den Pocket Park

Am Vortag des 1. Mais war es dann soweit, der Pocket Park konnte eröffnet werden. Bei herrlichstem Kaiserwetter kam Bochums Oberbürgermeister Jörg Lukat vorbei, um unter reger Teilnahme der Bochumer Nachbarschaft den letzten Thymian in die Terrassenanlage zu pflanzen.

Pocket Park, Franz-Vogt-Straße, Bochum 

Weiterführende Informationen:
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Mittwoch, 18. Februar 2026

Aus der Bochumer Nachbarschaft: Das „Kuchen Kollektiv“ in der Kronenstraße

Aus dem Café Mascha wurde das "Kuchen Kollektiv".

Nicht nur der Genießer war überrascht, als bekannt wurde, dass das Café Mascha am südlichen Rand der Bochumer Innenstadt kurz vor Weihnachten 2025 schließen würde. Vor fünf Jahren hatte Sandra Schemberg das kleine Café im schmucken Neubaugebiet an der Kronenstraße eröffnet, und sofort war es als gemütlicher Treffpunkt nicht nur von der illustren Nachbarschaft zwischen Schauspielhaus und Bermudadreieck angenommen worden (klick hier). Allerdings hatte der Erfolg auch seine Schatten. Die Arbeit wurde Sandra zu viel und sie zog die Reißleine. Doch der Standort blieb nicht lange verwaist. Ende Januar 2026 zog Katharina Hallepape mit ihrem „Kuchen Kollektiv“ in die lichtdurchflutete Räumlichkeit.



Omi backt: Betreiberin Katharina Hallepape

Katharina bringt alle Voraussetzungen mit, damit die überzeugten Kuchenfreundinnen und -freunde auch weiterhin auf ihre Kosten kommen. Seit 2020 betreibt die 39-jährige im nahen Ehrenfeld das Café „Omi backt“, das sich mit seinen trationellen Kuchen- und Tortenkreationen in die Herzen seiner Fans gebacken hat. D.h., so tradtionell sind die sie gar nicht, denn die meisten sind vegan oder vegetarisch. Von dort aus beliefert sie auch andere Cafés mit Kuchen, so die Kaffeerösterei RöstArt und das Barbera in der Innenstadt, das neue „Same Same“ im ehemaligen Katzencafé in der Oskar-Hoffmann-Straße oder das Immerschön in Hattingen.



Veganes aus der winzigen Backstube



Geduldsspiel: zusammengebundene Bestecke



Ein neuer Stern am Café-Himmel

Das „Kuchen Kollektiv“ ist jedoch keine Filiale von „Omi backt“, sondern ein eigenständiger Betrieb. Alle Kuchen entstehen vor Ort in der kleinen Backstube. Im „Kuchen Kollektiv“ will Katharina noch konsequenter sein und ausschließlich vegane Produkte anbieten. „Wichtig ist schließlich, dass sie schmecken“, umschreibt sie ihr Konzept. Gelernt hat Katharina das Backen durch learning by doing; ursprünglich hatte sie im Service gearbeitet, ist dann in den Küche gewechselt und hat erfahrenen Köchen und Konditoren über die Schulter geguckt.





Aus der Kuchenvitrine

Dass es im „Kuchen Kollektiv“ schmeckt, davon konnte sich der Genießer sich bei einem Mittagsbesuch überzeugen. Seinen ersten Hunger stillte er an der einer pikanten Spinat-Walnuss-Quiche mit Feigensenfsauce, und zum Nachtisch folgte ein Stück veganer Käsekuchen, beides begleitet im einer Kaffeespezialität, natürlich mit veganer Hafermilch. 


Walnuss-Spinat-Quiche


Veganer Käsekuchen


Kuchen Kollektiv. Kronenstr. 41, 44789 Bochum. Tel. 01 55. 65 85 98 93. Mo+Di geschlossen. Mi-Fr 12-18 Uhr, Sa-So 10-18 Uhr. Frühstück Sa&So 10-13 Uhr, telefonische Reservierung

Der Genießer bedankt sich für die Einladung.

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Sonntag, 14. Dezember 2025

Aus der Bochumer Nachbarschaft: Kleine Geburtstags-Nachfeier im „Allez“


Irgendwie will es das Schicksal wohl nicht, dass ich die feiernswerten Geburtstage der letzten Jahre mit einem schönen selbst gekochten Menü für meine lieben Freunde gebührend begehen kann. Schon vor fünf Jahren machte mir die Corona-Pandemie einen Strich durch die Rechnung, meinen Fünfundsechzigsten dem Anlass entsprechend zu feiern, und ich musste mich wegen des Lockdowns mit einem „Dinner for One“ begnügen (klick hier). Und in diesem Jahr kam mir die Grundrenovierung meiner Wohnung dazwischen, den Siebzigsten zu feiern, weil ich zur Zeit gar keine Küche habe, in der ich mich austoben könnte – die alte wurde nach vierzig Jahren entsorgt, und eine neue ist noch nicht da. (Dass das alles natürlich nur eine billige Ausrede ist, um die Tatsache der fortschreitenden Vergreisung geschickt zu ignorieren, verschweige ich lieber.)


Mit Silke und Torsten im 
Allez"

Nichts desto weniger ergab es sich letzten Mittwoch, zwei Wochen nach dem eigentlichen Ereignis, ein wenig nachzufeiern. Kollegin Silke von „Mein kulinarisches Dortmund“ und ihr Mann Torsten hatten Lust, über den Dortmunder Tellerrand hinaus zu blicken und das „Allez“ in meiner Bochumer Nachbarschaft kennen zu lernen.



Boris Geigenmüller

Das „Allez“ ist sicherlich die bemerkenswerteste Bochumer Neueröffnung in diesem Jahr. Da ich selbst seit meinem Antrittsbesuch gemeinsam mit den den Freunden von Slow Food Bochum vor einem dreiviertel Jahr (klick hier) nicht mehr da war, war ich damit sofort einverstanden. Damals hatten uns „Allez“-Chef Boris Geigenmüller, der nicht nur den Bochumer Feinschmeckern noch als langjahriger Küchenchef des „Livingroom“ bekannt ist, und seine Küchencrew mit der ganz eigenwilligen Küche das Hauses verwöhnt. Durchaus verwurzelt in einer bodenständigen, französisch inspirierten und an hochwertigen und regionalen Produkten ausgerichteten Gasthausküche, dabei frisch, modern und lässig kreativ, führt das „Allez“ das ewig junge Publikum des Bermudadreicks zwischen Schauspielhaus und Musikforum zum Fine Dining.


Mittlerweile dämpfen Deckenelemente den Schall im großen Saal, und die Neonschrift ist über den Edward-Hopper-Schaufenster auch angebracht, so dass das „Allez“ eine coole Gemütlichkeit ausstrahlt, in der man sich gerne aufhält. Silke hatte sich im Vorfeld schon eine ganze Parade an Vorspeisen ausgesucht, die ich z.T. noch von unserem Slow-Food-Besuch her kannte, und bestellte sich dann die Eifeler Forelle als Hauptgang. Torsten, eher ein nicht ganz so experimentell ausgerichteter Esser, wurde in dem dreigängigen Mittwochsspecial fündig, bestehend aus einem Steak mit Pommes Frites, einem kleinen Beilagensalat und einer Crème brûlée in Eisform als Dessert. Mir waren die Bittersalate als Vorspeise ins Auge gefallen, schienen mir da gesunde Ernährung und elegantes Geschmackserlebnis doch bestens zu koinzidieren. Als Hauptgang wollte ich die Entenbratwurst mit Rotkohl und Kartoffelplätzchen probieren, war das doch eine kreative Ergänzung zu einem anderen Vorweihnachtsgericht aus der Bochumer Nachbarschaft, das ich vor drei Wochen gegessen hatte: der traditionelle Entenbraten mit Rotkohl und Klößen bei Jolanta im Café Vincent auf der Unistraße (klick hier).



Begossen wurde der Geburtstag ganz standesgemäß mit einem Champagner Zero von Tarlant. Zu Entenbratwurst trank ich einen Rosso de Montalcino von Col d'Orcia. Es gab noch mehr Getränke, die ich aber nicht dokumentiert habe.


Kleines nachgeschobenes Geburtstagsessen
10.12.2025, Allez, Bochum 


Sauerteigbrot | Butter aus der Normandie
6 Euro



Irish Mór Auster | Schalotten-Himbeer-Vinaigrette 5 Euro
Diese irische Austernsorte überzeugt von vornherein mit einer gewissen Süße; da passte die Himbeer-Vinaigrete bestens zu.


Fried Cornichons | BigM. Sauce 10 Euro 
Diese Gürkskes im Teigmantel sind fast schon ein Knabber-Klassiker im Allez. Dank der hausgemachten BigM. Sauce auch für den kulinarischen Nachwuchs geeignet.



Kneibel-Ei Sando | Sesam | Nori | Wasabi 12 Euro
Ein japanisches Sandwich (Sando) trifft auf ein Tamago (japanisch für Ei) vom Kneibelhof in der Elfringhauser Schweiz. Regionalität trifft große weite Welt.



Schinken vom Sattelschwein 24 Monate gereift 15 Euro
Bewundernswert: Die virtuose Beherrschung der Aufschnittmaschine. So simple und unprätentiös kann eine großartige Vorspeise sein.



Bittersalate | Buttermilch | Zitrus | Pinienkerne 14 Euro
Weil für den Genießer noch Routineuntersuchungen beim Arzt anlagen, gab's mit den Bittersalaten auch etwas Gesundes. Und lecker war's natürlich auch, sogar richtig elegant. 



Grüner Salat | Nüsse | Vinaigrette | Croûtons 7,50 Euro
Der kleine Beilagensalat aus dem Mittwochsspecial. 



Label Rouge Entenbratwurst à l'Orange | Rotkohl | Maronen-Kartoffel-Plätzchen 26 Euro
Als eine Art Signature Dish steht immer wieder eine andere Bratwurst nach Hausrezept auf der Karte des Allez. Jetzt in der Vorweihnachtszeit von der Ente, stilecht à l'Orange mit Rotkohl und Maronen-Kartoffelplätzchen serviert. Die Idee, Senf extra dazuzubestellen, war müßig. Die Wurst war so fein und elegant abgeschmeckt, die Rotkohl so betörend süß-sauerlich und die Karoffelplätzlichen so knödelig, da gab es nichts zu verbessern.



Eifeler Forelle | Forellenragout | Kartoffel & Endivie 29 Euro
Klassische Zusammenstellung, prefekt serviert.



Steak Frites 39 Euro
Hauptgang aus dem Mittwochsspecial. Zum Steak gab es ein lecker Sößchen, vermutlich Béarnaise. Überzeugte nicht nur Gewohnheitsesser.



Comté Reserve 36 Monate gereift (Affineur Waltmann) | Quittengelee 10 Euro
Käse und Gelee, ein perfekter Menüabschluss. (Oder ein schönes Frühstück, wie man's nimmt.)



Birnensorbet | Ingwerbaiser 9 Euro
Ein mächtigeres Dessert als erwartet.



Crème brûlée Eis 7,50 Euro
Das Dessert zum Mittwochsspecial. 



Espresso

Allez. Königsallee 1, 44789 Bochum. Tel 0234/61009985. Di-Sa 17.30-23 Uhr. https://www.allez-bochum.de/ 

 
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Samstag, 20. September 2025

Aus der Bochumer Nachbarschaft: Kims Kimchi


Ich fühlte mich gut vierzig Jahre zurück versetzt, als ich vor ein paar Tagen das koreanische Restaurant „Kims Kimchi“ in der Hugo-Schultz-Straße hinter dem Bochumer Schauspielhaus betrat. Damals war in dem kleinen Lokal eine Pizzeria beheimatet und ich traf mich dort mit zwei Kommilitoninnen, um ein Super-8-Filmprojekt, das wir an der Ruhr-Uni im Rahmen eines Germanistik-Seminars mit dem schönen Titel „Praktische Filmgestaltung“ realisieren wollten, zu besprechen. Das taten wir allerdings in jugendlichem Schwung und entsprechender Lautstärke auf französisch, obwohl niemand von uns diese Sprache wirklich beherrschte. Der staunenden Servicekraft imponierte das jedoch mächtig, wie wir voller Stolz feststellen konnten.



Die stille Post musste einen Umweg über Herne machen, bis die Botschaft meine Ohren erreichte, dass es jetzt im ehemaligen „Presto Presto“ ganz hervorragende koreanische Küche gebe; Bekannte hatten meinem Slow-Food-Kollegen Jochen davon erzählt. Ich forschte nach und erfuhr, dass das Lokal Anfang 2025 von der koreanischstämmigen Familie Kim übernommen wurde, die hier eine völlige Neuausrichtung wagt.

Der Name „Kims Kimchi“ ist weit mehr als nur ein einprägsames Wortspiel, sondern Programm des Restaurants. Kimchi, der fermentierte Chinakohl, ist schließlich das koreanische Nationalgericht und wird zu allen möglichen Gerichten gereicht. Auch in Deutschland wurde Kimchi in den letzten Jahren mit der Wiederentdeckung des Fermentierens als überaus gesunde Konservierungs- und Zubereitunsgmethode für Gemüse immer populärer. Bei „Kims Kimchi“ ist es natürlich hausgemacht und geht auf ein altes Familienrezept zurück.


Für eine erste Inspizierung des Lokals versuchte ich vor ein paar Tagen den Mittagstisch, der an Wochentagen angeboten wird und die Vorspeisen der Hauptkarte und einige Gerichte zwischen 10 und 12 Euro umfasst. Um in den Genuss des namensgebenden Kimchi zu kommen, bestellte ich die Kimchi-Suppe mit Tofu; auf das alternativ als Einlage angebotene Schweinefleisch wollte ich bewusst verzichten. Mein anfängliche Sorge, dass ich von einer Gemüsesuppe nicht satt würde, verflog sofort angesichte der gewaltigen Bowl, die mir serviert wurde. Zudem gab es eine Schale Reis dazu, und mit einem frisch gemixten Eistee aus grüner Pflaume war das ein sättigendes und dennoch leichtes Mittagessen, das den ganzen Nachmittag vorhielt.

Koreanischer Mittagstisch
17.9.2025, Kims Kimchi


Kims Eistee 킴스 아이스티 
mit grüner Pflaume 4 Euro

An der Theke frisch gemixt. Süß und erfrischend.



Kimchi Suppe mit Tofu 12 Euro
Der fermentierte Kohl verlieh der Suppe ein frische Säure. Insgesamt nicht zu scharf abgeschmeckt, gerade recht für ein Mittagessen, das über den Nachmittag nicht irritiert. Der Tofu schien nicht weiter gewürzt; mit Fleisch hätte die Suppe wohl etwas mehr Biss gehabt.


Gegen halb eins waren nur zwei Studenten da, die ihre Handys bzw. Tablets erst weglegten, als ihre Bestellung gebracht wurde. Sie hatten sich mehrere Vorspeisen bestellt, die sie sich teilten, und das brachte mich auf die Idee nachzufragen, ob es für einen abendlichen Besuch möglich wäre, für zwei oder mehrere Personen ein Degusationsmenü mit verschiedenen kleinen Portionen von den Hauptgerichten der Karte zu bekommen. Das wurde leider verneint; kleinere Portionen wären nicht möglich. Nun ja.

Als wir dann am nächsten Abend kurz nach dem Öffnen gegen 17 Uhr 30 zum Essen eintrafen, wurde auch klar, warum: es gab einfach zu viel zu tun. Der kleine Gastraum war schon gut besetzt, die noch freien Tische alle reserviert, und auch im kleinen Außenbereich vor dem Lokal waren nur noch zwei Zweiertische frei, von denen wir sofort einen in Beschlag nahmen. Um uns herum wurde fröhlich geschmaust.

Wir bestellten zwei Vorspeisen, Mandu-Teigtaschen mit - natürlich - Kimchi-Füllung, und die Kimchi-Pfannkuchen, die mir bei den Studenten am Mittagstisch so gefallen hatten, sowie zwei Hauptgerichte, Soja Chicken und Bibimbab mit Pilzen. Vom Geschmack her war alles überzeugend, allerdings hatten die Portionen eine Größe, die hungrigen jungen Leuten auch dank ihres überzeugenden Preis-Leistungs-Verhältnisses sicherlich entgegen kommt, unseren Genuss am Ende aber auch ein wenig schmälerte. Wir konnten die Menge gar nicht so schnell bewältigen, so dass die Gerichte beim Essen kalt wurden, und durch die große Menge Reis wurde alles im Lauf der Zeit etwas pappig. Trotzdem aßen wir natürlich alles auf, denn wir wollten uns auch weiterhin an dem schönen Herbstwetter erfreuen, das gerade herrschte.

Koreanisches Dinner
18.9.2025, Kims Kimchi


Kims Eistee 킴스 아이스티
mit Yuja 4 Euro
Yuja bzw. Yuzu ist eine ostasiatische Zitrusfrucht, die durch ihre pikante Säure besticht, die hier wiederum mit mildernder Süße konterkariert wurde. Sehr erfrischend. 



Tee mit Ingwer 3 Euro
Im heißen, gesüßten Wasser gab fein geschnittener Ingwer
sein Aroma ab.



Mandu 만두 
Vier Teigtaschen mit der Kimchi-Füllung 6 Euro
Die hausgemachten Dumplings hätte man auch mit Gemüse- oder Rindfleischfüllung bekommen können. Zart und betörend auf der Zunge.



Kimchi Pfannkuchen 김치전 
7 Euro
Animierend gewürztes Fingerfood mit Suchtfaktor,
z.T. sehr scharf angebraten.




Pilz Bibimbab 버섯 비빔밥 
Reis mit Gemüse, Ei und scharfer Sauce gemischt mit Pilzen 16 Euro
Bibimbab ist ein Klassiker der koreanischen Küche. Traditionell sitzt die Familie um einen großen Topf, aus dem sie Reis, Gemüse, Rindfleisch und Spiegelei isst, dazu gibt es eine scharfe Sauce. In dieser vegetarischen Version wurde das Rindfleisch durch gebratene Pilze ersetzt. Das Ei war kräftig durchgebacken und verschwand unter den Sprossen und dem frittierten Spinat. Gemeinsam mit der scharfen Sauce eine gelungene Kombination, die sich am Ende viel Energie brauchte, um sich gegen die üppige Menge Reis durchsetzen zu können.



Soja Chicken 간장 치킨
frittiertes Hähnchen ohne Knochen auf Reis mit Chili Sauce 18 Euro 
Die großen Hähnchen-Nuggets gibt es mit verschiedenen Saucen. Sorgfältig frittiert, war das Fleisch zart und saftig, die Sauce war von angenehmer Schärfe. Auch hier überraschte der große Berg Reis, der unter den Hähnchenteilen versteckt war. Es wäre sinnvoll gewesen, zur Abrundung noch eine zusätzliche Beilagenportion Kimchi zu bestellen; doch damit wäre die Portion noch größer geworden.

Kims Kimchi. Hugo-Schultz-Straße 23, 44789 Bochum-Ehrenfeld. Di-Fr 12-15 Uhr, 17-22 Uhr. Sa 12-15 Uhr, 17-22 Uhr. So 12-15 Uhr, 17-21 Uhr. Feiertage 17-22Uhr. Mo Ruhetag. Speisekarte und Reservierung unter https://www.kimskimchi.com/ 

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