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Samstag, 21. März 2026

Gourmetmeilen 2026: Auch "Bochum kulinarisch" abgesagt

Der Kuhhirte muss Trauer tragen

Nachdem bekannt wurde, dass die Gourmetmeile "Essen...verwöhnt" eingestellt wird (klick hier), teilten auch die Veranstalter von "Bochum kulinarisch" mit dass die Veranstaltung nicht mehr stattfindet. Hier die Originalmeldung:

Mit großem Bedauern müssen die Veranstalter bekanntgeben, dass das kulinarische Event „Bochum kulinarisch", geplant vom 12. bis 16.08., im Jahr 2026 nicht stattfinden wird.

Die Entscheidung wurde nach intensiver Prüfung und in enger Abstimmung mit den beteiligten Gastronomiebetrieben getroffen. Hintergrund sind insbesondere die in den vergangenen Jahren stark gestiegenen Kosten in nahezu allen relevanten Bereichen – darunter Wareneinsatz, Personal, Logistik, Energie sowie infrastrukturelle Aufwendungen für Veranstaltungen im öffentlichen Raum, insbesondere Kosten für Sicherheit und Terrorabwehr.
Trotz durchweg positiver Rahmenbedingungen bei der letzten Durchführung – darunter sehr gutes Wetter, hohe Besucherzahlen und eine äußerst positive Resonanz seitens des Publikums – hat sich die wirtschaftliche Situation für die teilnehmenden Gastronominnen und Gastronomen zunehmend verschärft. Unter den aktuellen Bedingungen ist eine wirtschaftlich tragfähige Durchführung der Veranstaltung derzeit nicht darstellbar.

„Bochum kulinarisch" steht seit Jahren für Genuss, Vielfalt und die Leistungsfähigkeit der lokalen Gastronomie. Umso schwerer fällt die Entscheidung zur Absage. Sie ist jedoch notwendig, um die beteiligten Betriebe vor weiteren wirtschaftlichen Risiken zu schützen.
Die Veranstalter betonen, dass es sich ausdrücklich nicht um eine endgültige Einstellung des Formats handelt. Vielmehr soll die Pause genutzt werden, um gemeinsam mit Partnern, Sponsoren und der Stadt neue Konzepte und Rahmenbedingungen zu prüfen, die eine nachhaltige und wirtschaftlich tragfähige Durchführung in der Zukunft ermöglichen.

Über mögliche Perspektiven für eine Neuauflage wird zu gegebener Zeit informiert.

Donnerstag, 5. März 2026

Portugal in Bochum-Stiepel: Casa Nonina


Im Stillen hatte ich ja immer gehofft, dass ich das Casa Nonina für „Bochum geht aus“ hätte besprechen dürfen; aber leider wurde der Restaurantführer Ende 2024 eingestellt und es ist nie dazu gekommen. So dauerte es bis jetzt, dass ich mich endlich aufraffte, das portugiesische Restaurant, das Norberto Teixeira und seine Frau Natascha 2022, mitten in der Coronakrise, in den Räumlichkeiten der ehem. Pizzeria Vesuvio in Bochum-Stiepel eröffnet hatten, zu besuchen. Seit letztem Jahr gehört auch die direkt daneben liegende Eisdiele dazu.

Norberto Teixeira

Der Blick auf die Speisekarte mit den bodenständigen, traditionellen portugiesichen Gerichten wollte mir durchaus imponieren. Allein drei Hauptgerichte werden mit Bacalhau angeboten, dem eingesalzenen und getrockenten Kabeljau, der in Portugal ein kulinarisches Nationalheiligtum ist. Und auf der Fleischkarte fand ich Francesinha, dieses typische Street-Food aus Porto, eine unwiderstehliche mit Käse überbackene Mischung aus Hamburger, Croque Monsieur und Spiegelei. Das bewog mich, zur Untersützung meines Besuchs Silke von „Mein kulinarisches Dortmund“ und ihren Mann Torsten hinzuzuiehen. Mir war klar, das besonders Torsten mir ein Leben lang dankbar sein würde, wenn die Francesinha nur zu einem Bruchteil hielt, was die Zutatenliste versprach.

Als ich das Casa Nonina dann betrat, war ich allerdings erst einmal irritiert. Das Lokal entsprach so gar nicht der Vorstellung von Portugal, die ich hatte. Geprägt von einem Aufenthalt in Nordportugal vor fast 30 Jahren, war ich von der melancholischen Fado-Atmosphäre des Landes beeindruckt, dieser Portwein-Brandy-Schwere hinter verblassten und bröckelnden, manchmal großbürgerlichen und manchmal ärmlichen Fassaden – eine nostalgische Wohligkeit, die ich etwa „Bei Gil“ in Gelsenkirchen (klick hier) wiedergefunden hatte.



Rustikale Atmosphäre

Hier im Casa Nonina herrschte jedoch eine trubelige Urlaubsatmosphäre, wie man sie in den mediterranen Destinationen von der südportugiesichen Algarve, über Mallorca und den giechischen Inseln bis an die türkische Riviera finden kann. Mit den Tischen aus hochwertig-dickem, wurzeligen Olivenholz wirkte alles urgemütlich, eindeutig portugiesisch war vor allem das riesige Wandbild eines mittelalterlichen Segelschiffs, mit dem der auch in postkolonialen Zeiten verehrte Seeheld Vasco da Gama einst die Welt erobert hatte. An diesem Dienstagabend waren so gut wie alle Tische ausverkauft, wie in einem Steakhaus spanisch-südamerikanischer Provinienz taten sich viele Gäste an „Espetadas Casa Nonina“ gütlich, einem mit hohem kulinarischen Unterhaltungswert an einer galgenartigen Konstruktion aufgehängten Spieß mit 250 Gramm argentinischem Hüftsteak.



Gut ausgebucht

Silke, Torsten und ich wollten uns jedoch den traditionellen portugiesischen Gerichten widmen. Torsten wählte „Caldo Verde“, die nordportugiesische Grünkohlsuppe als Vorspeise, Silke und ich wollten uns eine gemischte Vorspeisenplatte teilen, die einen Streifzug durch die zahllosen „Entradas“ der Karte versprach. Für den Hauptgang folgte Torsten als Fastfood-Freund und Fußballfan Silkes und meiner Empfehlung und bestellte die Francesinha, Silke wählte zielbewusst den faszinierenden Eintopf „Carne de Porco à Alentejana“ aus Schweinefilet, Venusmuscheln und Chorizo aus, der natürlich alle war. Also disponierte sie auf „Cataplana“ um, einen Meeresfrüchteeintopf, was sie dann nicht bereute. Ich wollte natürlich unbedingt ein Stockfisch-Gericht probieren und wählte „Bacalhau Assado na Brasa“, gegrillten Stockfisch mit Quetschkartoffeln. Zum Nachtisch gab's dann noch die unvermeidlichen „Pasteis de Nata“.



Effektvoll serviert: Cataplana

In ihrer Gesamtheit fanden wir die Gerichte ausgezeichnet, doch waren wir davon überrascht, mit welch üppigen Portionen wir überhäuft wurden. Die Hauptgerichte hätten mehr als gereicht, die Vorspeisen waren kaum vonnöten, um satt zu werden. (Bei den Resten auf den Tellern wurde uns angeboten, sie im Doggy Bag mit nach Hause zu nehmen, was wir aber ablehnten.)



Im Glas natürlich ein Vinho Verde



Uneinheitlich gesalzen: Pommes Frites

Bei der Würzung der Gerichte hatte man jedoch das Gefühl, die Party-Atmosphäre im Saal hätte sich als nervöse Hektik in der Küche niedergeschlagen. Vor allem das Salzen der Gerichte war etwas unorthodox. Die erste Version der „Caldo Verde“ musste zurück gehen, weil die Suppenbrühe keinerlei Gewürz aufwies – die zweite war dann ausgezeichnet. Die oberste Schicht der Pommes, die als Beilage zur Fancesinha gereicht wurden, waren versalzen, während die unteren überhaupt keines gesehen hatten. Und die Quetschkartoffeln, die den Bacalhau begleiteten, waren ziemlich laff, aber da konnten etwas Allioli und die überschüssige Francesinha-Sauce, die Torsten bereitwillig zu Verfügung stellte, Abhilfe schaffen.

Doch den positiven Gesamteindruck konnte das alles nicht schmälern.

Portugal in Stiepel
Casa Nonina, 3.3.2026



Knabbereien vorweg
Oliven und Dicke Bohnen




Caldo Verde
Grüne Suppe mit Kartoffeln, Stielgemüse und Chorizo 7,40 Euro 
Die Suppe aus einer portugiesischen Grünkohl-Varietät ist eine Spezialität aus Nordportugal und erinnert an den norddeutschen Grünkohl mit Pinkel oder Mettwurst. Hier scheint wohl Stielmus verwendet worden zu sein. Als Einlage dient jedoch Chorizo, oder portugiesisch Chouriço, ein scharfe Paprikawurst. Gut abgeschmeckt, war die Suppe ein gelungener Einstieg.



Entradas
Verschiedene Vorspeisen: Pastéis de Bacalhau (Stockfisch Bällchen), Linguica Caseira (Wurst undSchinken), Chourico Assado (Flambierte Wurst), Rissois de Carne (Fleischtaschen), Paprikasalat 22 Euro




Francesinha
Argentinisches Roastbeef, ca. 150g mit Kochschinken, portugiesischer Wurst und Käse überzogen, Brotscheibe, Kochschinken, dazu hausgemachte Pommes Frites. Auf Wunsch mit Spiegelei. 23,50 Euro
Die Francesinha ist ein typisches Streetfood-Gericht aus Porto. Ein wenig erinnert es an einen Hamburger. Im Original werden Schinken und Hackfleisch im Brot dick mit Käse überbacken. Wer großen Hunger hat, bekommt noch ein Spiegelei obendrauf. Im Casa Nonina wird die ganze Sache verfeinert, indem statt des Hackfleisches ein ganzes Stück Roastbeef verwendet wird. Das war wunderbar zart, an Käse wurde nicht gespart, und dazu kam noch eine süßsaure Weißweinsauce, in die man sich hineinlegen wollte. Soulfood im wahrsten Sinne des Wortes. Dazu gab es noch ein Körbchen Pommes Frites.



Cataplana 
mit verschiedenen Fischsorten, Schalentiere, Gemüse und Kartoffeln 27,50 Euro

Cataplana bezeichnet eigentlich den Kupfertopf, in dem die verschiedenen Meersfrüchte, Gemüse und Kartoffeln gedämpft werden. Das war hier hervorragend gelungen. Der Tintenfisch war butterzart, der Lachs saftig, die Muscheln aromatisch. Und alles effektvoll serviert – ein gelungenes Stück Erlebnisgastronomie.




Bacalhau Assado na Brasa
Gegrillter Stockfisch mit Quetschkartoffeln 28,50 Euro

Zugegeben, was Bacalhau angeht, so bin ich in meiner Erinnerung ziemlich verwöhnt. Meine Vorliebe für Stockfischzubereitungen stammen nämlich nicht aus Portugal, sondern aus dem portugiesischen Restaurant „Pereira“ in Mülheim, das es leider nicht mehr gibt (klick hier und hier). Dort wässerte José António Pereira nämlich den Stockfisch unendlich lange und bereitete ihn so fein zu, dass die Konsistenz fast wie frischer Fisch war und die Salznote wie ein leichtes Aroma im Hintergrund wirkte. Die Zubereitung im Casa Nonina erinnerte mich eher an meine ersten eigenen Versuche, Bacalhau zu machen (klick hier). Verstärkt durch's Grillen, wirkten die Festigkeit und Salzigkeit des Fischfleisches umso wuchtiger, weil es sich um eine riesige Portion handelte, die sich unter dem Paprikasalat, der eine schöne authentische Bitternote besaß, verbarg. Die Quetschkartoffeln kamen aromatisch dagegen kaum an.



Pasteis de Nata 5,50 Euro

Diese Törtchen sind ein Klassiker aus Lissabon. Eigentlich mit einer Vanille-Creme gefüllt, überwiegt hier die Bestreung mit Zimt. Auch lecker.

Casa Nonina. Kemnader Straße 322, 44797 Bochum. Tel. 0 23 25. 94 45 20. Mo-Sa 17-22 Uhr. www.casanonina.de
Das Casa Nonina hat auch eine umfangreiche Karte mit Wildgerichten.

Mittwoch, 18. Februar 2026

Aus der Bochumer Nachbarschaft: Das „Kuchen Kollektiv“ in der Kronenstraße

Aus dem Café Mascha wurde das "Kuchen Kollektiv".

Nicht nur der Genießer war überrascht, als bekannt wurde, dass das Café Mascha am südlichen Rand der Bochumer Innenstadt kurz vor Weihnachten 2025 schließen würde. Vor fünf Jahren hatte Sandra Schemberg das kleine Café im schmucken Neubaugebiet an der Kronenstraße eröffnet, und sofort war es als gemütlicher Treffpunkt nicht nur von der illustren Nachbarschaft zwischen Schauspielhaus und Bermudadreieck angenommen worden (klick hier). Allerdings hatte der Erfolg auch seine Schatten. Die Arbeit wurde Sandra zu viel und sie zog die Reißleine. Doch der Standort blieb nicht lange verwaist. Ende Januar 2026 zog Katharina Hallepape mit ihrem „Kuchen Kollektiv“ in die lichtdurchflutete Räumlichkeit.



Omi backt: Betreiberin Katharina Hallepape

Katharina bringt alle Voraussetzungen mit, damit die überzeugten Kuchenfreundinnen und -freunde auch weiterhin auf ihre Kosten kommen. Seit 2020 betreibt die 39-jährige im nahen Ehrenfeld das Café „Omi backt“, das sich mit seinen trationellen Kuchen- und Tortenkreationen in die Herzen seiner Fans gebacken hat. D.h., so tradtionell sind die sie gar nicht, denn die meisten sind vegan oder vegetarisch. Von dort aus beliefert sie auch andere Cafés mit Kuchen, so die Kaffeerösterei RöstArt und das Barbera in der Innenstadt, das neue „Same Same“ im ehemaligen Katzencafé in der Oskar-Hoffmann-Straße oder das Immerschön in Hattingen.



Veganes aus der winzigen Backstube



Geduldsspiel: zusammengebundene Bestecke



Ein neuer Stern am Café-Himmel

Das „Kuchen Kollektiv“ ist jedoch keine Filiale von „Omi backt“, sondern ein eigenständiger Betrieb. Alle Kuchen entstehen vor Ort in der kleinen Backstube. Im „Kuchen Kollektiv“ will Katharina noch konsequenter sein und ausschließlich vegane Produkte anbieten. „Wichtig ist schließlich, dass sie schmecken“, umschreibt sie ihr Konzept. Gelernt hat Katharina das Backen durch learning by doing; ursprünglich hatte sie im Service gearbeitet, ist dann in den Küche gewechselt und hat erfahrenen Köchen und Konditoren über die Schulter geguckt.





Aus der Kuchenvitrine

Dass es im „Kuchen Kollektiv“ schmeckt, davon konnte sich der Genießer sich bei einem Mittagsbesuch überzeugen. Seinen ersten Hunger stillte er an der einer pikanten Spinat-Walnuss-Quiche mit Feigensenfsauce, und zum Nachtisch folgte ein Stück veganer Käsekuchen, beides begleitet im einer Kaffeespezialität, natürlich mit veganer Hafermilch. 


Walnuss-Spinat-Quiche


Veganer Käsekuchen


Kuchen Kollektiv. Kronenstr. 41, 44789 Bochum. Tel. 01 55. 65 85 98 93. Mo+Di geschlossen. Mi-Fr 12-18 Uhr, Sa-So 10-18 Uhr. Frühstück Sa&So 10-13 Uhr, telefonische Reservierung

Der Genießer bedankt sich für die Einladung.

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Sonntag, 14. Dezember 2025

Aus der Bochumer Nachbarschaft: Kleine Geburtstags-Nachfeier im „Allez“


Irgendwie will es das Schicksal wohl nicht, dass ich die feiernswerten Geburtstage der letzten Jahre mit einem schönen selbst gekochten Menü für meine lieben Freunde gebührend begehen kann. Schon vor fünf Jahren machte mir die Corona-Pandemie einen Strich durch die Rechnung, meinen Fünfundsechzigsten dem Anlass entsprechend zu feiern, und ich musste mich wegen des Lockdowns mit einem „Dinner for One“ begnügen (klick hier). Und in diesem Jahr kam mir die Grundrenovierung meiner Wohnung dazwischen, den Siebzigsten zu feiern, weil ich zur Zeit gar keine Küche habe, in der ich mich austoben könnte – die alte wurde nach vierzig Jahren entsorgt, und eine neue ist noch nicht da. (Dass das alles natürlich nur eine billige Ausrede ist, um die Tatsache der fortschreitenden Vergreisung geschickt zu ignorieren, verschweige ich lieber.)


Mit Silke und Torsten im 
Allez"

Nichts desto weniger ergab es sich letzten Mittwoch, zwei Wochen nach dem eigentlichen Ereignis, ein wenig nachzufeiern. Kollegin Silke von „Mein kulinarisches Dortmund“ und ihr Mann Torsten hatten Lust, über den Dortmunder Tellerrand hinaus zu blicken und das „Allez“ in meiner Bochumer Nachbarschaft kennen zu lernen.



Boris Geigenmüller

Das „Allez“ ist sicherlich die bemerkenswerteste Bochumer Neueröffnung in diesem Jahr. Da ich selbst seit meinem Antrittsbesuch gemeinsam mit den den Freunden von Slow Food Bochum vor einem dreiviertel Jahr (klick hier) nicht mehr da war, war ich damit sofort einverstanden. Damals hatten uns „Allez“-Chef Boris Geigenmüller, der nicht nur den Bochumer Feinschmeckern noch als langjahriger Küchenchef des „Livingroom“ bekannt ist, und seine Küchencrew mit der ganz eigenwilligen Küche das Hauses verwöhnt. Durchaus verwurzelt in einer bodenständigen, französisch inspirierten und an hochwertigen und regionalen Produkten ausgerichteten Gasthausküche, dabei frisch, modern und lässig kreativ, führt das „Allez“ das ewig junge Publikum des Bermudadreicks zwischen Schauspielhaus und Musikforum zum Fine Dining.


Mittlerweile dämpfen Deckenelemente den Schall im großen Saal, und die Neonschrift ist über den Edward-Hopper-Schaufenster auch angebracht, so dass das „Allez“ eine coole Gemütlichkeit ausstrahlt, in der man sich gerne aufhält. Silke hatte sich im Vorfeld schon eine ganze Parade an Vorspeisen ausgesucht, die ich z.T. noch von unserem Slow-Food-Besuch her kannte, und bestellte sich dann die Eifeler Forelle als Hauptgang. Torsten, eher ein nicht ganz so experimentell ausgerichteter Esser, wurde in dem dreigängigen Mittwochsspecial fündig, bestehend aus einem Steak mit Pommes Frites, einem kleinen Beilagensalat und einer Crème brûlée in Eisform als Dessert. Mir waren die Bittersalate als Vorspeise ins Auge gefallen, schienen mir da gesunde Ernährung und elegantes Geschmackserlebnis doch bestens zu koinzidieren. Als Hauptgang wollte ich die Entenbratwurst mit Rotkohl und Kartoffelplätzchen probieren, war das doch eine kreative Ergänzung zu einem anderen Vorweihnachtsgericht aus der Bochumer Nachbarschaft, das ich vor drei Wochen gegessen hatte: der traditionelle Entenbraten mit Rotkohl und Klößen bei Jolanta im Café Vincent auf der Unistraße (klick hier).



Begossen wurde der Geburtstag ganz standesgemäß mit einem Champagner Zero von Tarlant. Zu Entenbratwurst trank ich einen Rosso de Montalcino von Col d'Orcia. Es gab noch mehr Getränke, die ich aber nicht dokumentiert habe.


Kleines nachgeschobenes Geburtstagsessen
10.12.2025, Allez, Bochum 


Sauerteigbrot | Butter aus der Normandie
6 Euro



Irish Mór Auster | Schalotten-Himbeer-Vinaigrette 5 Euro
Diese irische Austernsorte überzeugt von vornherein mit einer gewissen Süße; da passte die Himbeer-Vinaigrete bestens zu.


Fried Cornichons | BigM. Sauce 10 Euro 
Diese Gürkskes im Teigmantel sind fast schon ein Knabber-Klassiker im Allez. Dank der hausgemachten BigM. Sauce auch für den kulinarischen Nachwuchs geeignet.



Kneibel-Ei Sando | Sesam | Nori | Wasabi 12 Euro
Ein japanisches Sandwich (Sando) trifft auf ein Tamago (japanisch für Ei) vom Kneibelhof in der Elfringhauser Schweiz. Regionalität trifft große weite Welt.



Schinken vom Sattelschwein 24 Monate gereift 15 Euro
Bewundernswert: Die virtuose Beherrschung der Aufschnittmaschine. So simple und unprätentiös kann eine großartige Vorspeise sein.



Bittersalate | Buttermilch | Zitrus | Pinienkerne 14 Euro
Weil für den Genießer noch Routineuntersuchungen beim Arzt anlagen, gab's mit den Bittersalaten auch etwas Gesundes. Und lecker war's natürlich auch, sogar richtig elegant. 



Grüner Salat | Nüsse | Vinaigrette | Croûtons 7,50 Euro
Der kleine Beilagensalat aus dem Mittwochsspecial. 



Label Rouge Entenbratwurst à l'Orange | Rotkohl | Maronen-Kartoffel-Plätzchen 26 Euro
Als eine Art Signature Dish steht immer wieder eine andere Bratwurst nach Hausrezept auf der Karte des Allez. Jetzt in der Vorweihnachtszeit von der Ente, stilecht à l'Orange mit Rotkohl und Maronen-Kartoffelplätzchen serviert. Die Idee, Senf extra dazuzubestellen, war müßig. Die Wurst war so fein und elegant abgeschmeckt, die Rotkohl so betörend süß-sauerlich und die Karoffelplätzlichen so knödelig, da gab es nichts zu verbessern.



Eifeler Forelle | Forellenragout | Kartoffel & Endivie 29 Euro
Klassische Zusammenstellung, prefekt serviert.



Steak Frites 39 Euro
Hauptgang aus dem Mittwochsspecial. Zum Steak gab es ein lecker Sößchen, vermutlich Béarnaise. Überzeugte nicht nur Gewohnheitsesser.



Comté Reserve 36 Monate gereift (Affineur Waltmann) | Quittengelee 10 Euro
Käse und Gelee, ein perfekter Menüabschluss. (Oder ein schönes Frühstück, wie man's nimmt.)



Birnensorbet | Ingwerbaiser 9 Euro
Ein mächtigeres Dessert als erwartet.



Crème brûlée Eis 7,50 Euro
Das Dessert zum Mittwochsspecial. 



Espresso

Allez. Königsallee 1, 44789 Bochum. Tel 0234/61009985. Di-Sa 17.30-23 Uhr. https://www.allez-bochum.de/ 

 
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