Mann, war der Genießer am Samstag sauer. Da wollte er in einem Bochumer Bio-Markt mehlig kochende Kartoffeln für Püree einkaufen. Unverpackt gab es die natürlich nicht, denn die Selbstverständlichkeit, verschiedene Kartoffelsorten lose anzubieten, ist schon lange aus der Mode gekommen. So griff er notgedrungen zu einer Tüte einer bekannten Bio-Handelskette und kaufte die Katze im wahrsten Sinne des Wortes im Sack. Zu Haus erlebte er dann die böse Übersschung: Die Kartoffeln waren völlig verkeimt. Sie waren wohl zu lange zu warm gelagert worden.
Wo ist eigentlich die Kartoffelkompetenz im ehemaligen Kartoffelland Deutschland geblieben? Gerade im Bio-Handel sollte man doch wissen, wie man Kartoffeln richtig lagert. Nur dann kann man auch im Frühjahr welche anbieten, wenn es noch keine neuen regional angebauten Kartoffeln gibt (und man auf weit eingeführte Ware aus den Mittelmeerländern verzichten möchte). Hat man im Bio-Handel wirklich so wenig Ahnung vom und so wenig Achtung vor dem Produkt?
Zeit zum Zurückgeben hatte der Genießer leider nicht, geschweige denn, auf dem Markt bessere Ware zu kaufen. Das Essen musste auf den Tisch. Also wurden die Kartoffeln kräftig geschält, und so wurde daraus doch noch ein genießbares Kartoffelpüree. Aber die 3,99 Euro, die die 2 (!) kg Kartoffeln gekostet hatten, waren sie wirklich nicht wert.






