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Montag, 16. April 2012

Einkaufsfrust: Verkeimte Bio-Kartoffeln


Mann, war der Genießer am Samstag sauer. Da wollte er in einem Bochumer Bio-Markt mehlig kochende Kartoffeln für Püree einkaufen. Unverpackt gab es die natürlich nicht, denn die Selbstverständlichkeit, verschiedene Kartoffelsorten lose anzubieten, ist schon lange aus der Mode gekommen. So griff er notgedrungen zu einer Tüte einer bekannten Bio-Handelskette und kaufte die Katze im wahrsten Sinne des Wortes im Sack. Zu Haus erlebte er dann die böse Übersschung: Die Kartoffeln waren völlig verkeimt. Sie waren wohl zu lange zu warm gelagert worden.

Wo ist eigentlich die Kartoffelkompetenz im ehemaligen Kartoffelland Deutschland geblieben? Gerade im Bio-Handel sollte man doch wissen, wie man Kartoffeln richtig lagert. Nur dann kann man auch im Frühjahr welche anbieten, wenn es noch keine neuen regional angebauten Kartoffeln gibt (und man auf weit eingeführte Ware aus den Mittelmeerländern verzichten möchte). Hat man im Bio-Handel wirklich so wenig Ahnung vom und so wenig Achtung vor dem Produkt?

Zeit zum Zurückgeben hatte der Genießer leider nicht, geschweige denn, auf dem Markt bessere Ware zu kaufen. Das Essen musste auf den Tisch. Also wurden die Kartoffeln kräftig geschält, und so wurde daraus doch noch ein genießbares Kartoffelpüree. Aber die 3,99 Euro, die die 2 (!) kg Kartoffeln gekostet hatten, waren sie wirklich nicht wert.

Mittwoch, 20. April 2011

Neues Kartoffelangebot in Bochum

Kartoffelspezialitäten: Blaue Elise und Rote Vitolette

Wie Slow Food Mittleres Ruhrgebiet meldet, gibt es auf dem Bochumer Rathausmarkt einen neuen Kartoffelstand, der die seltenen Sorten La Ratte, Bamberger Hörnchen, Blaue Vitelotte, Blauen Elise oder Rote Emalie führt: Jungbauer Jan Maasackers baut sie in seinem seit 1934 existierenden Familienbetrieb in Kamp-Lintfort am Niederrhein an. Natürlich hat er auch die gängigen Sorten Laura, Belana und Melody von anderen Bauern aus seiner Nachbarschaft im Angebot, sowie je nach Jahreszeit Spargel, Erdbeeren und Äpfel.

Der Rathausmarkt findet dienstgas und freitags von 8 bis 14 Uhr auf dem Rathausvorplatz statt.

Kartoffelbauer Jan Maasacker
Fotos: Manfred Vorbrugg

Sonntag, 25. Oktober 2009

Gestern bei Mama: Kartoffelsalat vom Bamberger Hörnchen


Gestern habe ich für Mama Kartoffelsalat vom Bamberger Hörnchen gemacht. Dazu gab es eine Frikadelle von Metzger Gläser. Die war zwar sehr lecker, aber ganz schön dunkel gebraten und ein ziemlicher Klopps.
Die Bamberger Hörnchen stammten noch aus dem Sack vom Hofladen des Frauenheims in Wetter, den ich geschenkt bekommen habe. Wer schon mal ein Kilo der raupenförmigen, sehr festkochenden Minikartöffelchen mit den vielen Beulchen gepellt hat, versteht, warum sie zu den aussterbenden Arten gehören. Als Salatkartoffeln sind sie aber unübertrefflich.

Rezept: Kartoffelsalat vom Bamberger Hörnchen

Bamberger Hörnchen
Fleischbrühe
Salatmayonnaise
Joghurt
Eingelegte Gurken
durchwachsener Speck
Zwiebeln
Senf
Pfeffer, Salz, Zucker

Bamberger Hönchen in der Schale kochen, schälen. Mit dem Eierschneider in feine Scheiben schneiden. In Fleischbrühe ein paar Stunden einlegen. Wieder herausnehmen.
Eingelegte Gurken in Scheiben schneiden. Aus Mayonnaise, Joghurt, etwas Gurkenlake, Senf und Fleischbrühe eine schöne Vinaigrette rühren und mit den Gurkenscheiben unter die Kartoffeln heben. Eine Stunde ziehen lassen. Mit Pfeffer, Salz und ggf. Zucker würzen.

Bamberger Hörnchen: Kartoffelsorte aus der Slow-Food-Arche

Rezepte: Gestern bei Mama

Freitag, 18. September 2009

Auf dem Balkon: Reste-Essen


Gestern Abend schien doch tatsächlich wieder die Sonne, und ich vertilgte auf dem Balkon eine übrig gebliebene Rinderroulade vom „Rache ist Blutwurst“-Menü. Dazu gab’s Bamberger Hörnla, eine vom Aussterben bedrohte Kartoffelsorte, die aber in Witten noch angebaut wird. Sonja Gehlen-Bremer vom Archehof Ibing brachte mir einen Sack davon mit, aber auch die „Freundin des guten Geschmacks“ hatte schon in ihrem Blog davon berichtet. Da erfahrt ihr auch, wo ihr die Bamberger aus Witten kaufen könnt.
Spontan entkorkte ich noch einen 1998er Chateau Lamothe-Bergeron, einen nicht zu schweren, trinkreifen Bordeaux aus dem Haut-Médoc.
Es schmeckte wunderbar. Das etwas trocken gewordene Fleisch, war nach dem Aufwärmen in dem wunderbaren, eingekochten Fond von derber Zartheit, und die fruchtige Säure des Weins erweiterte die schwere Süße der Backpflaumenfüllung um eine erfrischende Note. Die Bamberger Hörnla waren eigentlich für so eine Saucen-Schlacht zu festkochend, entschädigten aber durch ihre einzigartige Textur. Auf eine Salatbeilage verzichtete ich aus „Diätgründen“, um den Mahlzeitvogel zu zitieren. Ich hatte ganz einfach keinen.

Bamberger Hörnla, gekocht
Rezepte: Auf dem Balkon

Donnerstag, 3. September 2009

Kartoffelkrieg: Linda gerettet?

Ein Aufschrei ging durch die Reihen der Feinschmecker, als der Agrarkonzern „Europlant“, der die Patentrechte an der Kartoffelsorte „Linda“ innehat, 2005 beschloss, die äußerst populäre, schmackhafte und als Salatkartoffel beliebte Sorte „Linda“ vom Markt zu nehmen und durch eine andere, angeblich bessere Sorte zu ersetzen. Eine Initiative unter dem Motto „Rettet die Linda“ kämpfte für den Erhalt der Kult-Knolle, doch der für Verbraucher-Emotionen unempfängliche Konzern schaltete auf stur.
Doch jetzt ist eine Hintertürchen offen. Wie ich auf der Seite von Slow Food Deutschland in einer Meldung entdeckte, ist in Groß Britannien der Anbau von Linda weiterhin gestattet. Nach Ansicht von Experten ist damit auch in Deutschland die Aussaat wieder möglich. Weitere Informationen gibt es hier.