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Freitag, 16. Oktober 2026

Slow Food Essen & Bochum: Besuch bei Diergardts Kühler Grund in Hattingen


Nicht nur für Bochumer, die im Südwesten ihrer Heimatstadt wohnen, ist Diergardts Kühler Grund in Hattingen-Welper eine der lohnendsten kulinarischen Adressen in der Nachbarschaft. Im Jahr 1904 als Gasthof mit Milchwirtschaft gegründet, entwickelte sich das Haus im Schatten der Hattinger Henrichshütte zu einem florierenden Restaurant, und auch als das Stahlwerk vor über 20 Jahren endgültig schließen musste, profilierte es sich weiter als eines der wichtigsten Gasthäuser des EN-Kreises. Seit 2013 übernahm Philipp Diergardt die Leitung des Hauses von seinem Vater Friedel, der als Seniorchef immer noch munter die Honneurs bei den Gästen macht. „Heimat und Leidenschaft“ heißt das Motto der Küchenausrichtung.



2016 auf "Bochum kulinarisch": Philipp Diergardt 
mit dem spanischen Schinken-Cortador Isidro Velasco 

Für den Genießer waren und sind in den letzten Jahren besonders die Stände von Diergardt auf den Gourmetmeilen „Bochum kulinarisch“ (z.B. klick hier) und „Kulinarischer Altstadtmarkt“ in Hattingen (z.B. klick hier) Anlass für einen Pflichtbesuch gewesen. Wegen des Bekenntnisses zu Regionalität und handwerklicher Zubereitung besuchte er bereits 2014 gemeinsam mit den Freunden von Slow Food Bochum das Gasthaus (klick hier), und der Besuch des Panhasfestes, auf dem Diergardt gemeinsam mit anderen Hattinger Restaurants diese westfälische Spezialität präsentiert, ist mittlerweile zu einer kleinen Tradition unserer Gruppe geworden (z.B. klick hier).


Nachdem auch die Freunde von Slow Food Essen die Idee hatten, Diergardt zu besuchen, kam es vor einer Woche endlich zu einer gemeinsamen Aktion. 14 Slowfoodies aus beiden Städten trafen sich an einer großen Gasthaustafel und speisten von einer Sonderkarte, die für unsere Gruppe zusammengestellt worden war. Anschließend gab Philipp Diergardt bereitwillig Auskunft über sein Küchenkonzept und Problematik, so ein großes Haus mit Anspruch zu führen. Sowohl seine Speisen als auch seine Ausführungen fanden wir durchaus überzeugend.


Ein Slow Food Besuch
Diegardts Kühler Grund, 8.10.2026




Kürbis-Ingwer-Suppe 
mit gepickeltem Kürbis & Zwergorangen, 12 Euro  



Bunter Feldsalat mit Picandou Ziegenkäse
 & Mangalitzaspeck in Ciabatta gebraten, 25 Euro




Buchweizen-Risotto mit gebratenen Herbstpilzen Freiland-Ei
vom Kneibelhof & gezupfte Kräuter, 26 Euro





Geschmorte Eifeler Kaninchenkeule mit sautierten Herbstpilzen,
„Estragon-Senf beurre blanc“ & Buchweizenrisotto, 34 Euro




Original Wiener Schnitzel vom Kalbsrücken 
mit Preiselbeeren, Zitrone, Kartoffel- & Feldsalat, 32 | 24 Euro




Mousse von der Valrhona Guanaja-Schokolade 74%

 mit Salzkaramellsauce, Kalamansi & Knusperblättern, 15 Euro




Hausgemachte Sorbets Limette // Aprikose-Verveine // Himbeere, 4 Euro pro Kugel

Diergardts Kühler Grund, Hattingen, Am Büchsenschütz 15. Alle Infos hier.

Genussbereit über Diergardts Kühler Grund:
Porträt Philipp Diergardt, 2013
Bochum geht aus 2014
Slow Food Menü 2014
Bochum geht aus 2016 
"Hauptsache Wein" 2017
Eintopfessen 2017
Stadtporträt "Kulinarisches Hattingen" 2019 

Gänseessen 2019 

Bretonische Woche 2026 

Montag, 6. Juli 2026

Slow Food Bochum: Kochabend „Heldenhafte Hülsenfrüchte“

Slow Food Bochum: Konzentriertes Kochen

Bislang fanden die Kochabende von Slow Food Bochum in der Küche der Katholischen Erwachsenenbildungsstätte (KEFB) statt, doch das Bistum Essen, dass diese Einrichtung betreibt, hat das Haus geschlossen. Also musste ein Ersatz gesucht werden, und Slow Food Bochum-Leiterin Wiebke wurde in der städtischen Familienbildungsstätte in Bochum-Hamme fündig. Dort können nun die Slow-Food-Veranstaltungen im Rahmen der dort angebotenen Kochkurse stattfinden. Sie sind öffentlich, und so können sich auch Nicht-Mitglieder über die Bildungsstätte für die Teilnahme anmelden.
Der Frühsommer-Kurs am 29.6.2026 stand unter dem Motto „Heldenhafte Hülsenfrüchte“. Wiebke hatte sechs Gerichte rund um Linsen, Erbsen und Bohnen herausgesucht. Fünf davon wurden von den neun Teilnehmern, die sich eingefunden hatten, realisiert. Auf die Currywurst 2.0 „Herberts letzte Schrei“ aus einem Linsenbrät samt Sauce wurde angesichts der sommerlichen Temperaturen verzichtet. (Zum Rezept klick hier).



Die Küche in der Familienbildungsstätte der Stadt Bochum

Die Hülsenfrüchte und vor allem die weiteren Zutaten kamen so weit wie möglich von regionalen Produzenten. Kartoffeln, Senf und Rapsöl stammten von der Kornkammer in Witten, Tomaten von der Gärtnerei Babkus in Herdecke, Frischkäse vom Hof Sackern in Wetter und Erdbeeren vom Hof Sander in Castrop-Rauxel. Ganz besonderer Dank geht an die Solawi Hevener Feld in Witten, die die Dicken Bohnen gespendet hatte.








Vier Stunden lang wurde geschnippelt, geschält, geknetet, gebraten und gekocht, und heraus kamen durchweg schmackhafte Gerichte, die zum Schluss gemeinsam gegessen wurden.


Heldenhafte Hülsenfrüchte
Kochabend von Slow Food Bochum, 29.6.2026



„Schrebergarten 2026“
Bohnen-Melonen-Salat

Dank der Kombination von weißen Bohnen und saftigen Wassermelonen, die mit Zitrone abgeschmeckt wurde, ein erfrischender Einstieg ins Sommer-Menü.
Zum Rezept hier klicken.




Schnippelbohnensalat

Milchsäurevergorene grüne Bohnen sind eine regionale Spezialität im Ruhrgebiet. Gemeinsam mit Äpfeln und Kartoffeln ergaben sie ebenfals einen erfrischenden Salat. 
Zum Rezept hier klicken.



Erbsen-Minz-Süppchen mit Dicke-Bohnen-Crostini

Dicke Bohnen und Erbsen haben im Sommer Saison. Natürlich wurde die die Frage diskutiert, ab die Lederhäute, die die Kerne der Dicken Bohnen umschließen, entfernt werden müssen oder nicht.
Zum Rezept hier klicken.



Linsenrisotto mit Zitronengremolata

Ein experimentelles Rezept. Es wurde über die KI für den Kurs zusammen gestellt. Das Experiment gelang recht gut, weil Risotto-Reis und Linsen in etwa die gleiche Kochzeit haben. Interessant war, dass die Reis nicht wie traditionell üblich mit Weißwein, sondern mit einer Mischung aus Zitronen- und Apfelsaft gesäuert wurde.
Zum Rezept hier klicken.



„Süßes Gold“
Bohnen-Brownie mit Erdbeereis

Dass man (schwarze) Bohnen mit Kakao zu einem süßen Dessert verabreiten kann, war eine überraschende Erkenntnis des Abends. Bananen und Erdbeeren wurden tiefgekühlt mitgebracht.
Zum Rezept hier klicken.
 
Heldenhafte Köche für heldenhafte Hülsenfrüchte
Fotos: Wiebke Rieck, Peter Krauskopf
 

Mittwoch, 24. Juni 2026

Slow Food Bochum: Besuch in „Kreiner's Zollhaus“ in Witten



Friedrich Kreiner

Ein Verein, der sich Slow Food nennt, horcht natürlich auf, wenn sich ein Restaurant auf seiner Internetseite zur „Leidenschaft für Slow Food und außergewöhnliches Ambiente“ und „frische, regionale und saisonale Produkte“ bekennt. Da lag es auf der Hand, dass sich Slow Food Bochum letzte Woche aufmachte, „Kreiner's Zollhaus“ zu besuchen.



Seit einem Jahr betreibt Friedrich Kreiner sein modernes Fine-Dining-Gasthaus in Witten-Stockum im weitläufigen Grenzgebiet zu Dortmund – der Name Zollhaus kommt nicht von ungefähr. Der mit heiterer Leichtigkeit und Kunst an den Wänden eingerichtete Gastraum bietet nicht nur Platz für ca. 25 Gäste, auch eine elegante Showküche befindet sich hier, so dass der der Gast beobachten kann, wie seine Mahlzeit entsteht.

Dicht an der Hörder Straße liegt das Haus, daneben ein Hof, der als Terrasse, Parkplatz und Autowerkstatt mit Pizza-Imbiss dient. Da wurde vor Kurzem bei einem Hoffest das einjährige Bestehen mit allerlei Grillgut gefeiert, und die erlesene Getränkeauswahl enthielt einige regionale Spezialitäten, die ein Slowfoodie nicht verschmähen würde, etwa Bergmann Bier vom Fass oder Gin aus der Dortmunder Spirituosen-Manufaktur Krämer.

Friedrich Kreiner mit Wiebke Rieck von Slow Food Bochum

Dazu inspiriert, sich intensiver mit der Herkunft und Qualität von Produkten auseinander zu setzen, wurde Friedrich Kreiner durch den Dokumentarfilm „Taste the Waste“ von 2010, der die globale Lebensmittelverschwendung zum Thema hat. Damals arbeitete er im „Emil“ im Dortmunder U; die exklusiven Bedingungen der Sterneküche lernte er bei Michael Dyllong im „Palmgarden“ auf der Hohensyburg und in der Essen-Kettwiger „Résidence“ bei den Küchenchefs Erik Arnecke und Eric Werner kennen.

Das Zollhaus ist sein erstes eigenes Restaurant. Ob die Küche, die er dort anbietet, die Vorstellungen des Vereins „Slow Food“ erfüllt, sei einmal dahingestellt, schließlich gibt es bei dem Begriff keinen Markenschutz. Und vor allem ist da häufig die Realität vor. „Ich muss ja Gerichte anbieten, die den Erwartungen der Leute hier in Stockum entsprechen“, räumt Kreiner ein, und wirtschaftlich in Einkauf und Logistik muss sein Betrieb schließlich auch sein. Um den Stil seiner Gerichte zu beschreiben, will er den Begriff „Fusionküche“ eigentlich nicht strapazieren, aber dennoch seien sie von einer Mischung aus asiatischen, mediterranen und deutschen Einflüssen geprägt.

Nimmt man den Begriff „Slow Food“ einfach als eine Bezeichnung für eine schmackhafte, handwerklich gekonnte und witzig-kreative Küche, so war das dreigängige Menü, das Friedrich Kreiner für die Bochumer Slowfoodies zusammengestellt hatte, eine überzeugende Sache. Den zuerst vorgesehenen Allerwelts-Lachs in der Vorspeise hatte er auf Wunsch durch einen regionaleren Saibling ersetzt, und der üppige Hauptgang schmeckte so gut, dass alle selbst bei den herrschenden Hitzewellen-Temperaturen alles aufaßen.

DAS ZOLLHAUS MENU
19.6.2026, Kreiner's Zollhaus
53 Euro


Gruß aus der Küche

Marinierte Wassermelone, Mandel und Balsamico-Reduktion


Saibling „Caipirinha“ 

Gurke | Wasabi | Frischkäse | Queller | Senf | Pumpernickel
Die erfrischende Vorspeise war ideal bei den hochsommerlichen Temperaturen. Der mit Limettensaft und dem Zuckerrohrschnaps Cachaça marinierte Saibling wurde pikant durch Wasabi und Senf konterkariert.


Gebratenes Kikok-Huhn

Ricotta-Knödel | Spinat | Braune Butter | Pecorino | Basilikum | Geschmolzene Kirschtomaten
Ideal wäre die üppige Portion aus cremigen Knödeln und kompakter Hähnchenbrust als Hüttenmahlzeit nach einer Bergwanderung in den Südtiroler Bergen gewesen, wurde aber auch im heißen Witten-Stockum mit Wonne verputzt.


Panna Cotta Classica

Erdbeeren Pur und Sorbet | Pistazie | Mandel | Zitronenthymian
Ein Dessert, das keine Wünsche übrig ließ


Kreiner's Zollhaus. 58454 Witten-Stochum, Hörder Str. 323. Tel. 01 76. 84 50 22 88. So-Mi geschlossen. Do 12-14 Uhr und 18-22 Uhr. Fr 12-14 Uhr und 18-23 Uhr. Sa 12-23 Uhr. https://kreiners.ruhr/

Sonntag, 11. Januar 2026

Slow Food Bochum: Neujahrstreffen im „JK's Eleven“ im Dorfkrug Witten-Heven

Nostalgie im ehemaligen Dorfkrug

Das neue Jahr war kaum eine Woche alt, da traf sich das Orga-Team von Slow Food Bochum (Nostalgiker sagen auch gern INI-Kreis), um die Aktivitäten für 2026 zu planen. Treffpunkt war das Restaurant „JK's Eleven“ in Witten. Seit Mitte 2025 betreibt die Köchin Joana Kachel (daher das Kürzel JK) das Lokal im Dorfkrug im Stadtteil Heven an der A43. Nach wie vor ist die auch als Dorfkrug bekannte gemütliche Fachwerkkneipe ein Treffpunkt nicht nur für die Nachbarschaft und jetzt auch eine feine Adresse für deftige Gasthausküche.

Slowfoodies bei der Vereinsarbeit

Doch bevor es für die Slowfoodies zum fröhlichen Schmausen ging, gab es etwas Vereinsarbeit zu erledigen und Ideen fürs nächste Jahr zu sammeln. Eine gute Nachricht war, dass die Slow-Food-Kochkurse weitergehen können. Bislang fanden sie ja in der Lehrküche der Kaholischen Erwachsenen- und Forbildungsstätte Bochum (KEFB) statt, die jetzt aber geschlossen wird. In Zukunft können sie in der Familenbildungsstätte der Stadt Bochum in Hamme stattfinden. Für den 19.3., und 29.6.2026 sind Termine gebucht; die genauen Themen werden noch rechtzeitig bekannt gegeben. Ebenfalls wurden die Besuche von verschiedenen Produzenten und Initiativen im Ruhrgebiet angedacht; auch hier werden die Termine bekannt gegeben, sobald sie realisert sind.

Joana Kachel, die neue Wirtin im Dorfkrug (Foto: JK's Eleven)

Vom Essen waren dann alle ziemlich angetan; es wirkte wie eine schöne Erinnerung an Weihnachten. Joana Kachel hat bei bei Sascha Stemberg in Velbert gelernt und u.a. auch als Köchin für Borussia Dortmund gearbeitet. „Gutbürgerliche Küche – neu gedacht“, umschreibt sie ihr Küchenkonzept auf der Restaurant-Website, und auch mit „Ehrlich. Regional. Kreativ.“ Und das ist ja gar nicht weit vom Slow-Food-Motto „Gut. Sauber. Fair.“ entfernt. Oder ist es nur eine ziemlich freie Übersetzung des Neon-Schriftzuges „F*ck the Diet“, der mit eleganter Leichtigkeit an einer Wand der Fachwerkstube leuchtet wie der Stern von Bethlehem über der Krippe?



Das Neujahrs-Menü
7.1.2026, JK's Eleven, Witten



Knusprige Garnelen
Blumenkohlpüree | Himbeere, 13,90 Euro 
Vorspeise, bei der auch für die Augen mitessen können



Kartoffelsuppe, Mettwurst, 7,50 Euro
Vorspeise zum Sattwerden 



Ravioli
Paprikasalsa | Blumenkohl, 16,50 Euro 
Hauptgang aus der vegetarischen Abteilung.




Wiener Kalbsschnitzel
Preiselbeeren | Kartoffel-Gurken-Salat, 30 Euro
Dazu gab es Kartoffel-Gurken-Salat anstelle der Spätzle, wie auf der Karte vorgesehen. Der Clou: Frittierte Kapern als Variante der klassischen Garnitur. 



Königsberger Klopse
Salzkartoffeln | Kapernsauce. 20,90 Euro
Ein Klassiker der Oma-Küche.
 


Hirsch Osso Buco
Spätzle | Rotkohl, 24,90 Euro 
Eigenwillige Variante des italienischen Klassikers.



Quark-Nougat-Knödel
Zwetschgenröster | Vanillesauce, 9,90 Euro




Eisschokolade
Winterliche Gewürze | Sahne, 6 Euro 
 
 

Hier hat man Lust, vom Fußboden zu essen 


JK's Eleven. Dorfstraße 11, Witten. Tel. 0 23 02. 1 85 22 84. Di-Fr 13:30 - 21:00 Uhr. Sa 17-21 Uhr. So Ruhetag.
https://www.restauranteleven.de/