Freitag, 9. Oktober 2026

Lecker Essen für Europa: Bretonische Buchweizen-Crêpes mit einer Füllung aus westfälischer Blutwurst vom Bunten Bentheimer, sächsischen Äpfeln Pinova, rosa Zwiebeln aus der Bretagne und Cidre vom Niederrhein.


Ursprünglich war es ein Resteessen. Ich hatte vor einiger Zeit von einem Nachbarn eine Pfälzische Leberwurst geschenkt bekommen, die er nicht mehr essen konnte, weil er ins Krankenhaus musste. So lag das abgepackte Ding eine Zeitlang bei mir im Kühlschrank, und als es sich bedenklich dem Verfallsdatum näherte, nahm ich mir vor, es aufzuessen. Sie einfach so aufs Brot zu schmieren fand ich dann doch zu profan, und so kam ich auf die Idee, pikante bretonische Crêpes als Unterlage zu machen. Ich hatte den leckeren Crêpe aus dem bretonischen Menü bei Diergardts neulich (klick hier) noch gut in Erinnerung. Also probierte ich meine neue beschichtete Pfanne aus und briet mir ein paar dünne Buchweizenpfannkuchen, die auch tadellos gelangen. Gemeinsam mit der Leberwurst schmeckten sie köstlich, zumal ich sie mit ein getrockneten Cranberries ausdekorierte, die ich ebenfalls schon länger herum liegen hatte.

Vorstufe: Das Leberwurst-Experiment

Das Ganze sah so hübsch aus, dass ich ein paar Fotos davon auf Facebook postete, für den Blog fand ich sie eigentlich zu banal. Und prompt bekam ich einen Kommentar, dass alles zwar recht lecker aussehe, die Kombination aber wohl doch sehr ungewöhnlich sei.

Darüber war ich dann doch sehr überrascht. Zugegeben, in der Bretagne haben sie wohl keine deutsche Leberwurst, aber sicherlich Leber-Paté, die sie wie alles andere auch in ihr Crêpes bzw. Galettes stecken. Und die fruchtige Süße der dunkelblauen Beeren ist doch eine wunderbare Ergänzung für die pikante Leberwurst.

Dennoch war mein Ehrgeiz angestachelt, eine klassische bretonische Crêpe-Füllung zu finden, die meinem Leberwurst-Experiment in etwa entsprach. So stieß ich auf die Crêpes mit Blutwurst, Zwiebeln und Äpfeln. Die schwarze Blutwurst und dir rosafarbenen Zwiebeln aus Roscoff sind schließlich bretonische Spezialitäten par excellence, und ein Apfelland ist der Nordwsten Frankreichs allemal.

Die Zutaten der Füllung

Beim Kauf der Zutaten verwandelte sich das bretonische Gericht allerdings in ein lecker Essen für Europa – nicht zuletzt, weil es mich irgendwie an das rheinisch „Himmel und Erde“ erinnerte. Tatsächlich aus der Bretagne stammten die rosa Zwiebeln, die allerdings genauso fein waren wie die originalen aus Roscoff (nur nicht so teuer). Die Blutwurst war zwar keine bretonische boudin noir, sondern ein Bio-Produkt vom westfälischen Bunten Bentheimer aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis, und die Äpfel waren von der Sorte Pinova, einer Züchtung aus Sachsen, deren animierender süß-saurer Geschmack genau richtig war.


Der Pfannkuchen wird zur Hälfte gefüllt zund zugeklappt.

Die angebratenen Zwiebeln, Äpfeln und die Blutwurst verarbeitete ich mit körnigem Senf und – an Stelle von Crème fraiche – mit Ziegenfrischkäse zur Füllung. Das Rezept sah vor, dass sie mit Apfelessig etwas gesäuert werden sollte, doch es stellte sich heraus, dass das nicht nötig war. Senf und Frischkäse waren sauer genug.


Anders als im Rezept vorgesehen, nahm ich zum Ablöschen Cidre anstelle von Apfelessig, den mein Senf und der Frischkäse waren schon sauer genug. Der Cidre schmeckte natürlich auch als Getränkebegleitung zu den fertigen Crêpes. Er stammte allerdings, wie meistens bei mir, nicht aus der Bretagene oder der Normandie, sondern vom Niederrhein.


Rezept: Buchweizen-Crêpes mit Blutwurst, Äpfeln und rosa Zwiebeln

Ergibt 4-6 Crêpes

Füllung:
1 bis 2 Roscoff-Zwiebeln
100 g Blutwurst
2 Äpfel
Öl
Butter
1 Schuss Cidre
1 Bund Schnittlauch
2 TL körniger Senf
1 El Ziegenfrischkäse
Salz. Pfeffer

Zwiebeln in dünne Ringe schneiden. Blutwurst in dünne Scheiben schneiden. Äpfel schälen, achteln und das Kerngehäuse herausschneiden. Die Äpfel in feine Scheiben schneiden.
Öl und Butter in einer Pfanne erhitzen. Die Zwiebeln und Äpfel darin ungefähr 8 Minuten andünsten, sie sollen keine Farbe annehmen. In den letzten 3 Minuten die Blutwurstscheiben zugeben und mit dem Cidre ablöschen. Abkühlen lassen. Schnittlauch in Röllchen schneiden.
Alles mit Schnittlauchröllchen, Senf und Ziegenfrischkäse verrühren und mit Salz und Pfeffer würzen.

Crêpes:
100 g Buchweizenmehl
1 Ei
Mineralwasser mit Kohlensäure
Salz
Pfeffer
Muskat (frisch gerieben)
Butter

Das Ei mit dem Buchweizenmehl verrühren. Mit Sprudelwasser auffüllen und weiter verrühren, bis ein wasserdünner Teig entsteht. Mit Pfeffer, Salz und geriebener Muskatnuss würzen.
Teig eine halbe Stunde ruhen lassen.
In einer Pfanne einen Stich Butter erhitzen und mit einem Pinsel verstreichen. Auf mittlere Hitze einstellen. Wenig Crêpeteig in die Pfanne gießen und durch Schwenken hauchdünn auf dem Pfannenboden verteilen. Crêpe backen, bis die komplette Oberseite trocken ist und nicht mehr glänzt. Mit einem flexiblen Pfannenheber wenden und fertig backen. Aus der Pfanne nehmen und auf die gleich Weiser vier bis sechs weitere Crêpes backen.

Karamellisierte Apfelspalten:
1 Apfel
Butter
Zucker
Anis

Geschälten Apfel om Kerngehäuse befreien und in Achtel schneiden. Butter erhitzen, etwas Zucker und Anis einstreuen und die Äpfel darin karamellisieren.

Anrichten:
Je einen Crêpe zur Hälfte mit etwas Füllung belegen und zu klappen. Mit karamellisierten Apfelspalten belegen und mit der restlichen Anisbutter begießen. Mit Schnittlauchröllchen bestreuen.

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