Sonntag, 4. August 2019

Blogpause bis Ende August


Ich bin dann mal weg. Der Genießer muss in Erholung fahren. Zur Reha in den Thüringer Wald. Morgen in aller Herrgottsfrühe geht's los - wie ungesund. Aber vorher noch spülen.
Ende August wird wieder gepostet.

Freitag, 2. August 2019

10 Jahre Genussbereit: Interview mit dem Genießer auf Delinale.de


Der Genießer bei der Arbeit. (Foto: Katrin Manzke)

"Bei Bedarf gerne auch ein wenig kauzig, immerhin hat der Mann kein Mobiltelefon, gleichwohl frei von irgendwelchen Feinschmecker-Allüren. Bemerkenswert ist zudem, wie es Krauskopf gelungen ist, „Genussbereit“ medial sowie in Person leibhaftig zu kombinieren. Angenehm unaufdringlich, dafür aber stilsicher nimmt er sich mit unermüdlich des kulinarischen Inventars des Ruhrgebiets an. Mitunter zu wohlwollend, aber in der Regel sachlich in der Wortwahl, kommt Krauskopf eher einem gewissenhaften Kulinarik-Reporter anstelle dem Klischee eines gestrengen Restaurantkritikers gleich."
So charakterisiert Manfred Tari, der Macher des Dortmunder Feinkost-Festivals Delinale, den Genießer. Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums im Juli 2019 hat er ein Interview mit mir gemacht. Zum Lesen bitte hier klicken: Zehn Jahre Genussbereit – Ein Interview mit Peter Krauskopf

Sonntag, 28. Juli 2019

Das Fünf-Gourmetmeilen-Wochenende 2019 steht vor der Tür: Rü Genuss pur in Essen-Rüttenscheid, Zu Gast in Recklinghausen, GourmeDo in Dortmund, Haltern bittet zu Tisch und Hamm kulinarisch


Es ist das ultimative Gourmetmeilen-Wochenende im Jahr 2019. In fünf Ruhrgebietsstädten tischen Gastronomen auf der Straße auf. Der erste Hunger wird bereits ab Mittwoch gestillt.


Rü Genuss pur

Im Essener Stadtteil Rüttenscheid geht man traditioneller Weise früh zu Tisch. Bereits um 15 Uhr fällt der Startschuss zu „Rü Genuss pur“ auf dem Messeparkplatz im Girardethaus. 2011 als Gegenpol zur Innenstadtmeile „Essen verwöhnt“ gegründet, ist „Rü Genuss pur“ mit 22 Gastronomen heute ein der größten Veranstaltungen dieser Art im Ruhrgebiet. Allerdings: viele Teilnehmer kennt man auch aus der City, etwa Da Vinci, La Turka, Parkhaus Hügel, Schlosshotel Hugenpoet, Schmachtenbergshof, Tablo und Trüffel. Nelson Müller ist schon länger nicht mehr dabei; auch Patrick Jabs vom lecker werden hat sich zurückgezogen. Dafür gibt es Unterstützung aus Düsseldorf von der Dorfstube oder oder sogar aus Gelsenkirchen von Pulpo en Tigges. Toll ist, das im Programm unter dem Stichwort „Vegan“ 21 Gerichte aufgeführt werden, was sicherlich an den verschiedenen orientalischen Länderküche im Street Food-Format liegt. Und es gibt die Artischockenravioli mit Dicken Bohnen vom Schlosshotel Hugenpoet, die den Genießer schon in Mülheim überzeugt haben.
31.7. - 4.8.2019. Rü Genuss pur. Essen-Rüttenscheid, Messeparkplatz am Girardethaus. Infos hier

Zu Gast in Recklinghausen

Gourmetmeilen-Hopper, die sich beeilen, schaffen es vielleicht, nach der Eröffnung in Rüttenscheid rechtzeitig „Zu Gast in Recklinghausen“ vor dem dortigen Rathaus zu sein. „Zu Gast in Recklinghausen“ gehört wie „Dortmund à la carte“ zu den beständigsten Gourmetmeilen im Ruhrgebiet und findet 2019 zum sage und schreibe 32. Mal statt. Sieben Restaurants aus Recklinghausen ( und 1 aus Oer-Erkenschwick) bieten Deftiges vor der überwältigenden Kulisse des Rathauses. Die halbe Ente, mit der einst der legendäre Ernst Scherrer Maßstäbe setzte, wird in modifizierter Form von Haus Bergedieck immer noch angeboten.
31.7. - 4.8.2019. Zu Gast in Recklinghausen. Recklinghausen, Rathausplatz. Infos hier

Pressekonferenz im Renaissance
GourmeDo

Auch GourmeDo war 2011 angetreten, um die altehrwürdige Mutter alles Gourmetmeilen „Dortmund à la carte“ herauszufordern. Mittlerweile findet die Gourmeteile, oder besser gesagt das Gourmet-Karree, zum neunten Mal statt. Seit der ersten GourmeDo haben sich die Teilnehmer sehr verändert, was aber über den Friedensplatz schwebt wie der riesige Magic Sky, das Markenzeichen der GourmeDo, ist der der Geist von Dortmunds Sternekoch Michael Dyllong. Der ist zwar nicht mit dem Palmgarden vertreten, aber mit den Restaurants VIDA und Iuma, die er mit Ciro de Luca betreibt. von der Hohensyburg ist immerhin das SYGHT dabei, wo der fernsehbekannte Sven Wesholek als Gastkoch aufspielt. Neu dabei ist auch Emilio aus dem Kaiserviertel und das Renaissance, die Neueröffnung von der B1.
1.8. - 4.8.2019. GourmeDo. Dortmund, Friedensplatz. Infos hier



Haltern bittet zu Tisch

Das kleine, aber massenhaft besuchte Schlemmerfest ist eine der charmantesten Gourmetmeilen im Ruhrgebiet. Im Schatten des mächtigen Kirchturms von St. Sixtus treffen sich hier sieben Landgasthäuser aus der Umgebung rund um die Stadt am See, und Daniel Georgiev von den Ratsstuben, seit zwei Jahren mit einem Michelinstern ausgezeichnet, fordert die Essener Königin der Gourmetmeilen „Essen verwöhnt“ mit ihren Sterne-Stars heraus.
2.8. - 4.8.2019. Haltern bittet zu Tisch. Haltern am See, Altstadt. Infos hier

Hamm kulinarisch
Als fünfte Gourmetmeile feiert "Hamm Kulinarisch" sogar ein Comeback im Reigen. Letztes Jahr fiel das tradtionsreiche Schlemmefest rund um die Pauluskirche. Mit dabei sind diesmal die „Alte Mark“, das „Denkma(h)l“, der Gasthof Hagedorn und die Maxigastro .  Erstmals seit 2013 wieder dabei ist das Landrestaurant Splietker aus Süddinker.
2.8. - 4.8.2019. Hamm kulinarisch. Hamm, Marktplatz an der Pauluskirche. Infos hier.

Donnerstag, 25. Juli 2019

Ölsardinen sind der neue Thunfisch: Sardine au citron | Tomaten | Wassermelone | Oliven | Trüffelgouda | Grüner Salat | Knoblauchhauch


Als ich neulich den Ottolenghi-Salat mit Tomaten und Erdbeeren nachmachte (klick hier), kam ich auf die Idee, dass diese Kombination eine schöne Basis für Ölsardinen wäre. Aber ich wollte die vegetarische Komposition nicht unterlaufen, die mit Couscous angereichert eine leichte Hauptmahlzeit ergab.

Hier also eine Salat-Komposition des Genießers unter dem Motto „Ölsardinen sind der neue Thunfisch“, allerdings nicht mit Erdbeeren, sondern mit nicht weniger sommerlicher Wassermelone. Rote Zwiebeln hätten noch gut dazu gepasst, hauchdünn geschnitten oder sogar mariniert wie im Ottolenghi-Rezept. Bei der gegenwärtigen Hitze bereiten mir die ätherische Öle nur Kopfschmerzen, deshalb habe ich sie weggelassen.

 Passt dazu: Susurluk Airani. Rezept hier.

Als typische Ergänzung zu den Ölsardinen hätte auch ein bisschen in Gemüsebrühe gegarter Buchweizen gepasst(dann wär‘s bretonisch). Als Getränk wäre ein kalter Vinho Verde ideal gewesen (dann wär’s portugiesisch) . Oder ein genauso kaltes Glas Ayran.


Rezept: Sardine au citron | Tomaten | Wassermelone | Oliven | Trüffelgouda | Grüner Salat | Knoblauchhauch

Bretonische oder portugiesische (Jahrgangs-) Ölsardinen, pur oder mit Zitrone
1 paar Zitronenscheiben
Grüner Blattsalat, angereichert mit Balkonkräutern wie Rucola, Basilikum, Oregano etc.
Gewürfelte Wassermelone
Kirschtomaten
Oliven
Trüffelgouda oder anderer Käse
1 Knoblauchzehe
hauchdünn geschnittene rote Zwiebeln nach Geschmack, vielleicht mariniert (Rezept klick hier)

Für die Marinade:
2 TL Zucker
1 Prise Salz
1 EL Himbeeressig, mit Zitronensaft gemischt
1 Msp Senf
2 EL geschmacksneutrales Öl
1 EL Kondensmilch oder Yoghurt
Pfeffer

Für die Marinade Zucker und Salz in Essig und Zitronensaft auflösen. Senf dazugeben und Öl und Kondensmilch bzw. Yoghurt unterrühren, bis eine Emulsion entsteht.

Salatschüssel mit der Knoblauchzehe kräftig ausreibe, Mundgerechte zerzupften grünen Salat mit Kräutern hineingeben, herumwirbeln und etwas stehen lassen. Halbierte Kirschtomaten und Melonenwürfeln dazugeben, Marinade darüber gießen und vorsichtig unterheben. Im Kühlschrank kurz marinieren lassen.
Salat auf Portionsteller geben, mit gewürfeltem Trüffelgouda, Oliven, Ölsardine und Zitronenscheiben anrichten. Nach Geschmack mit roten Zwiebeln garnieren.

Samstag, 20. Juli 2019

Stadtparkfest Food, Wine & Music in Essen 2019: Sanfte Eröffnung für ein gaumenschmeichelndes Party-Wochenende


Veranstalter Rainer Bierwirth (vorn rechts)  und seine Mitstreiter

 Im Glas: Portugieser/Dornfelder Rosé 71/95
vom Weingut Bernhard

„Die Leute kommen zum Stadtparkfest erstens wegen des Weins, zweitens wegen der Musik und drittens wegen des Essens“, berichtete Veranstalter Rainer Bierwirth auf einem kleinen Presseempfang kurz vor der offiziellen Eröffnung des Events im Essener Stadtgarten hinter dem Sheraton Hotel an der Philharmonie. Das habe eine Umfrage unter den Gästen ergeben. Deshalb ist „Food, Wine & Music“ auch keine eigentliche Gourmetmeile, sondern ein Weinfest, bei dem das Essensangebot „nur“ als Grundlage für den Weingenuss dienen soll. Organisiert ist es natürlich mit den Erfahrungen, die Bierwirth mit den großen Gourmetmeilen „Essen verwöhnt“ in der Innenstadt und „Metropole Ruhr“ auf Zollverein des Vereins Essen genießen e.V.“ gesammelt hat.

Charmant ausgeschenkt

Junior-Chefin Martina Bernhard
vom Weingut Bernhard, Rheinhessen

Johanna Senn von der Kellerei Bozen, Südtirol
 Sarah Zörb von Schloss Johannisberg, Rheingau

Und natürlich mit der Berufserfahrung, die er als Weinvertretung von Spitzen-Weinbaubetrieben für Gastronomie und Einzelhandel erworben hat. So sind 12 Winzer aus seinem Portfolio mit Ständen auf dem Stadtparkfest vertreten. Neben Klassikern wie Schloss Johannisberg im Rheingau und das Juliusspital in Würzburg u.a. ist erstmals die Südtiroler Genossenschafts-Kellerei Bozen dabei. Alle haben auch ihre Spitzenerzeugnisse dabei, die Champagner kommen von Jacquart und Montaudon. Für das Essen sorgen die Essener Restaurants Da Vinci, La Turka und natürlich das Sheraton Hotel.

Grundlagen für den Weingenuss

 Orientalische Dattel-Currywurst
mit gerösteten Honig-Mandeln 
(Der Fotograf hinten muss arbeiten, der Genießer darf essen)
 
Pulled Lamb
mit Thymian-Jus, Steakhouse-Fritten und Trüffel-Majo 

 Weinbegleiter Meze
Marinierte Gambas und Champignons, Tomaten-Schalotten Salsa,
Minzecrème mit Crème Fraîche und Joghurt, Blätterteig gefüllt mit Käse,
Auberginencrème, Humus 

 Italien CheeseBurger
100 % gewolftes und mariniertes Beef im Foccacia-Brötchen
mit Mozzarella, Honig, Tomate und Salat 

Alle Gerichte von La Turka

Für das Musikprogramm ist Igor Albanese verantwortlich. Am Freitag traten Diana Schneider und William Russ jr. auf, Samstag spielen Lind Bockholt, Sir Jesse Lee Davis und Kejsa Rustja, am Sonntag Giula Wahn und Simon Novsky. Der langen Wein-Party am Wochenende steht nichts entgegen.

Impressionen 

 Noch warten Schlagzeug und Keyborad auf die Künstler

Roter Teppich für Ruhrgebietskunst

Ruhe vor dem Sturm am Sheraton Hotel

 Kaum geöffnet, kommen die Gäste.

Weinfest im Grünen

Das Stadtparkfest „Food, Wine & Music“ 2019 geht noch bis Sonntag, 21.7.2019. Essen-Südvigertel, Stadtgarten. Sa und So ab 12 Uhr, Musikprogramm ab 15 Uhr. Infos hier.

Freitag, 19. Juli 2019

„Kulinarischer Treff an der Ruhr 2019“: Mülheimer Gourmandise im Grünen Bereich


Veranstalter Jens Weber und Inge Kammerichs (vorn links)
vom Mülheimer Stadtmarketing
und die Teilnehmer vom Kulinarischen Treff
 
Da hatte Hans-Hubert Imhoff vollkommen Recht, als er bei dem Eröffnungsauftritt meinte, der „Kulinarische Treff an der Ruhr“ sei von der Atmosphäre eine der schönsten Gourmetmeilen im Ruhrgebiet. Und der Essener Großgastronom kann das beurteilen, schließlich ist er mit seinen Häusern auf verschiedenen Meilen vertreten, in Mülheim mit dem Caruso in der Stadthalle.

Grünes Idyll für kulinarische Flaneure

Auch dem Genießer bewies ein kurzer erholsamer Trip, dass die Mülheimer Gourmetmeile zu Recht zu seinen Lieblingsevents dieser Art gehört. Unter den hohen grünen Bäumen auf der Ruhrweise zwischen Schlossbrücke und Schleuseninsel am Rande der Innenstadt trafen sich die Mülheimer schon kurz nach der offiziellen Eröffnung recht zahlreich zum gemeinsamen Picknick, und Mülheims Marketing-Chefin Inge Kammerichs und Veranstalter Jens Weber konnten zu einer kurzen Ansprache die Vertreter aller 14 Betriebe um sich versammeln, die für das Gelingen der Veranstaltung verantwortlich sind.

Auch bei Regen gut beschützt

Um eine Gourmetmeile erfolgreich durchzuführen, ist es unabdingbar, den Gästen aufs Maul zu schauen und Gerichte anzubieten, die auch gern gegessen werden. So ist es nicht verwunderlich, dass im fleisch- und grillverliebten Ruhrgebiet diese Veranstaltungen keine Manifestationen des vegetarischen oder veganen Essens sind. Auch der Genießer gehört nicht zu den plakativen Vegetarieren, sondern für ihn gehört Fleisch nach wie vor zur abwechslungsreichen Ernährung. Dennoch findet er es begrüßenswert, dass jeder Anbieter auf dem „Kulinarischen Treff“ ein vegetarisches Gericht auf der Karte hat, leider meistens nur unter den Vorspeisen. Die sogenannten Gourmetgerichte hingegen versuchen fast ausschließlich mit teurem Fleisch ihrem Anspruch zu genügen – dabei wäre es doch an der Zeit, in dieser Hinsicht einen Wertewandel einzuleiten. Immerhin ist in diesem Sommer der Klimawandel das politische Thema Nr. 1, dessen Ursache nicht unwesentlich in der massenhaften Produktion von Fleisch liegt.

 Vegetarischer Luxus: Trüffel bei Renato

So war der Genießer angenehm überrascht, auf der Karte vom Schlosshotel Hugenpoet anstelle des mittlerweile klassischen Hirschburgers ein Hauptgericht zu finden, das kulinarischen Anspruch und Fleischlosigkeit miteinander verbindet: Mit Artischocken gefüllte Ravioli, dicken Bohnen, Oliven und Majoransauce. Hier das komplette, leichte Menü, das sich der Genießer auf dem „Kulinarischen Treff“ zu Gemüte führte.


Ein Menü am Nachmittag
beim "Kulinarischen Treff an der Ruhr"

Mausefalle
3 Grafschafter Weinbergschnecken mit Knoblauch-Thymian-Sud und hausgebackenem Dinkel-Weißbrot (7 Euro)
Ein Must-Have auf jedem Kulinarischen Treff. Die Weinbergschnecken aus der Grafschafter Schneckenzucht in Moers, in schmackhaftem Sud zubereitet von Slow-Food-Koch Hendrik Peek. Ist zwar nicht vegetarisch, aber die Grafschafter Schnecken ernähren sich ausschließlich von bestem Gemüse…
Im Glas Riesling/Sauvignon blanc "Wechselspiel" vom Weingut Metzger, Pfalz

Hüftgold
Hüftgold-Döner mit Grillgemüse (vegan 4,50 Euro)
Eigentlich ist die Dönertasche mit Pulled Pork vom Schweinenacken gefüllt, die vegane Variante jedoch mit fantastischem mediterranem Gemüse, das Hüftgold Küchenchef Stefan Böhme portionsweise in der Pfanne brät. Dazu kommt eine leckere hausgemachte Sauce, so dass man eigentlich in der veganen Variante das Fleisch nicht vermisst.

Schlosshotel Hugenpoet
Artischockenravioli, Saubohnen, grüne Oliven und Majoransauce (8 Euro)
Was für eine wunderbare Aromen-Zusammenstellung des Herben aus der Schlossküche in Kettwig. Fein trifft bodenständig: Artischocken, die Erinnerungen an die Gemüsegärten der Schlösser an der Loire wecken, und Saubohnen, die jeder Ruhrgebietsmensch aus seiner Kindheit kennt, allerdings als dicke Bohnen. Für den Genießer das eigentliche Gourmetgericht auf dem „Kulinarischen Treff“.

Da Renato
Pasta mit frischem Trüffel und Parmesan auf Rucola (10 Euro)
Auch das muss jedes Jahr sein: die aromatische Portion Trüffel, die Renato vor den Augen des Gastes über die Nudeln in Sahnesauce reibt. Luxus für schlappe 10 Ocken.

Hüftgold
3 Hüftgold Eislust-Kugeln (Stck. 2 Euro)
Ein Dessert, wie es im Buche steht, sind die hausgemachten Eiskreationen von Hüftgold. Der Genießer genehmigt sich Blonde Valrhona-Schokolade, Indische Mango und schwarze Johannisbeere. Nicht im Bild: ein Espresso von pottschwarz.


Caféhaus-Swing unter freiem Himmel:
Bronco Brothers

Hier geht's rein

Der „Kulinarische Treff an der Ruhr 2019“, Mülheim, geht noch bis Sonntag 21. Juli 2019. Fr ab 16 Uhr, Sa und So ab 12 Uhr. Infos hier.

Dienstag, 16. Juli 2019

Gib mich die Kirsche: Clafoutis aux Cerises aus Buchweizenmehl


Rote Kirschen ess ich gerne, schwarze noch viel lieber: Als der Genießer neulich im Supermarkt, schrie ihn die Auslage in der Obstabteilung an wie weiland der langjährige Dortmunder Fußballer Lothar Emmerich seine Mitspieler: „Gib mich die Kirsche!“ Prall , knackig und saftig lagen die verführerischen Dinger da – Hochsaison.

Prall und knackig: Kirschen haben Saison

Also entschloss ich mich, endlich einmal Clafoutis mit Kirschen zu machen, den berühmten französischen Obstauflauf-Kuchen. Das ist denkbar einfach. Mehl, Zucker, Eier, Milch und Prise Salz werden miteinander verrührt, in einen Auflaufform gegossen, die Kirschen darin versenkt und das Ganze dann gebacken. Hartgesottene Freunde des Rustikalen lassen die Kerne natürlich drin.

Weil es sich dabei eigentlich um einen etwas dickeren Pfannkuchenteig handelt, kam ich auf die Idee, das Weizenmehl wie bei einem bretonischen Crêpe durch Buchweizenmehl zu ersetzen. (Hätte ich altbackene Brötchen genommen und beim Servieren süße Sahne statt Crème fraîche, wäre es übrigens ein treudeutscher Kirschenmichel geworden.)

Das Backen war ein wenig abenteuerlich

Ich weiß nicht, woran es lag - an meinem in die Jahre gekommenen Backofen, an meiner dickwandigen Auflaufform, am Buchweizenmehl, an meiner mangelnden Erfahrung : jedenfalls war der Teig nach der im Rezept vorgeschriebenen halben Stunde Backzeit noch lange nicht durch. Es dauerte schließlich fast 50 Minuten. Und auch dann war er immer noch etwas seltsam. Er schmeckte durchaus fantastisch und war im Zusammenspiel mit den Kirschen auch wunderbar saftig, farblich aber etwas grau. Und die Konsistenz war irgendwie gummiartig, dass man den Kuchen nicht mal der Schwiegermutter zum Kaffee hätte anbieten wollen.

Resteversion: Als Schmarrn aus der Pfanne

Also zerzupfte der Genießer den fertigen Clafoutis in Stücke, die er wie einen Kaiserschmarrn mit reichlich Butter in der Pfanne anbriet und dann noch einmal mit Puderzucker bestaubte. Schließlich entspricht der Teig auch dem des bekannten österreichischen Nationalgerichts. Diese Version fand ich übrigens noch besser!



Rezept: Clafoutis aux Cerises (Kirschauflauf-Kuchen)

350 g Kirschen
2 Eier
100 g Weizen- oder Buchweizenmehl
50 g Zucker
200 ml Milch
Salz
Butter für die Form
Puderzucker zum Bestäuben
Crème fraîche zum Servieren

Eier, Mehl, Zucker und Milch miteinander verrühren und eine Stunde ruhen lassen. Eine Auflaufform mit 20 cm Durchmesser kräftig ausbuttern, den Teig hineingießen und die Kirschen darin versenken. Im Ofen bei 160 Grad 30 bis 60 Minuten backen, bis der Kuchen goldbraun und durch ist.
Am besten lauwarm servieren. Mit Puderzucker bestäuben und ggf. Crème fraîche dazu reichen.

Resteverwertung: Kuchen zerzupfen und die Stücke wie einen Schmarrn in Butter kräftig aufbraten. Mit Puderzucker bestäuben.

Montag, 15. Juli 2019

Gourmetmeilen 2019: Zum „Kulinarischen Treff an der Ruhr“ nach Mülheim, zu „Food, Wine & Music“ in den Stadtgarten nach Essen


Der Gourmetmeilen-Reigen im Ruhrgebiet geht weiter. Am Donnerstag, 18.7.2019, startet der „Kulinarische Treff an der Ruhr“ in Mülheim, am Freitag, 19.7.2019, das Stadtparkfest „Food, Wine & Music“ im Stadtgarten Essen.

Renato hobelt Trüffel auf die Pasta
Kulinarischer Treff an der Ruhr Mülheim

Die schöne Wiese am Mülheimer Ruhtufer zwischen Schlossbrücke und Schleuseninsel verleiht dem „Kulinarischen Treff am der Ruhr“ die zauberhafte Atmosphäre eine großen Picknicks. Obwohl viele führende Restaurants der Stadt nicht dabei sind, ist der „Kuli-Treff“ eine der Lieblingsgourmetmeilen des Genießers, denn die, die dabei sind machen ihre Sache sehr gut. Renato etwa hobelt die üppigsten Trüffel über die Pasta, „Die Mausefalle“ hat als Slow-Food-Restaurant Schnecken aus der Grafschafter Zucht in Moers auf der Karte, und der der Spitzencaterer Hüftgold überzeugt mit Hauptgerichten und Eiskreationen. Für Kaffee und Kuchen ist erstmals die Rösterei pottschachwrz aus Saarn dabei. Sie und fünf weitere Betriebe werden von Schloss Hugenpoet und Gummersbach aus Essen und dem Kochkursanbieter Frank Schwarz aus dem Duisburger Hafen unterstützt.
Kulinarischer Treff an der Ruhr, 18.-21.7.2019. Mülheim, Ruhranlage zwischen Schlossbrücke und Schleuseninsel. Do-Fr ab 16 Uhr, Sa-So ab 12 Uhr. Infos hier 


Stadtparkfest Food, Wine & Music Essen

Eigentlich ist „Food, Wine & Music“ gar keine Gourmetmeile, meint Veranstalter Rainer Bierwrth., sondern ein Weinfest, trotzdem passt das Stadtparkfest im Essener Stadtgarten hinter dem Sheraton Hotel in den Veranstaltungsreigen des Essener Gastronomenvereins „Essen genießen e.V.“ . Hauptberuflich beliefert Bierwirth mir seinem Getränkegroßhandel Restaurants und Supermärkte in ganz NRW mit Wein, und für die siebte Auflage des Stadtparkfest hat er wieder 12 Winzer aus seinem Portfolio eingeladen. Neben Klassikern wie Schloss Johannisberg im Rheingau und das Juliusspital in Würzburg u.a. ist erstmals die Südtiroler Kellerei Bozen dabei. Die Champagner kommen von Jacquart und Montaudon. Für das Essen sorgen die Restaurants Da Vinci, La Turka und natürlich das Sheraton Hotel. An allen drei Tagen gibt es ein großes Live-Musikprogramm mit insgesamt sieben Künstlern.
Stadtparkfest Food, Wine & Music. 19.-21.72019. Essen-Südviertel, Stadtgarten am Sheraton Hotel. Fr ab 16 Uhr, Sa-So ab 12 Uhr. Infos hier

Samstag, 13. Juli 2019

Auf dem Balkon: Erdbeer-Tomaten-Basilikum-Salat mit marinierten Tropea-Zwiebeln nach Ottolenghi auf Minz-Couscous


Es ist Mitte Juli. Die letzten vier oder fünf Erdbeeren baumeln aus den Töpfen auf dem Balkon, im Supermarkt gegenüber gibt es schon gar keine mehr – die Erdbeersaison geht zu Ende. Wie schön, dass der Genießer auf dem Markt, ausgerechnet beim Geflügelhändler seines Vertrauens, noch ein Schälchen bekommen konnte. Vollends ausgereift, tiefrot, fast schwarz und trotzdem mit Biss, voller Aroma und kräftigem Süß-Säure-Spiel. Gerade recht, um ein Rezept des israelisch-britischen Meisterkochs Yotam Ottolenghi auszuprobieren, das die Werbung auf Facebook vorbeigespült hatte (klick hier).

 Vollreife sommerliche Zutaten: Erdbeeren, Kirschtomaten, Tropea-Zwiebeln, Zitrone, Basilikum

Marinierte Tropea-Zwiebel 

Sonnenuntergang bei Tropea, aufgenommen in vordigitalen Zeiten.

Bis auf die Erdbeeren hatte ich alles im Haus, an roten Zwiebeln sogar die wunderbaren Tropea-Zwiebeln aus dem gleichnamigen kalabresischen Badeort mit dem beeindruckendsten Steilküsten-Strand und den kitschigsten Sonnenuntergängen Italiens. Damit aus dem Beilagensalat auch ein sättigendes leichtes Sommergericht wurde, setzte ich ihn einfach auf mit Minze aromatisiertes Couscous - und machte ihn so zu einer Art Taboulé.

Fast ein Taboulé. Die Zitronenzesten sind ein wenig dick geraten. 

Rezept: Erdbeer-Tomaten-Basilikum-Salat mit marinierten Tropea-Zwiebeln nach Ottolenghi auf Minz-Couscous

1 Tropea-Zwiebel
1 ungespritzte Zitrone, Schale und Saft
1 ½ EL Apfelessig
1 TL Puderzucker
300 g Kirschtomaten
150 g Erdbeeren
5 g Basilikumblätter
1 EL Olivenöl
Pfeffer, Salz
2/4 Tasse Couscous
½ TL gekörnte Gemüsebrühe, vorzugsweise hausgemacht (Rezept hier)
1 TL Nane (getrocknete türkische Minze)

Marinierte Tropea-Zwiebel
Von der ungespritzen Zitrone sehr dünne Streifen Schalen (nur das gelbe) abschälen. Zitrone auspressen.
1 ½ EL Apfelessig, 1 EL Zitronensaft mit 1 TL Puderzucker und ½ TL Salz und zu einer Marinade verrühren.
Zwiebel schälen und auf der Mandoline in hauchdünne Scheiben schneiden. Zwiebelscheiben und Zitronenschalen mit der Marinade übergießen und mindestens 1 Stunde, am besten über Nacht, marinieren lassen.

Minz-Couscous
¾ Tasse Couscous in eine Schüssel geben, ½ TL gekörnte Brühe und 1 TL Nane untermischen. Mit 1 Tasse kochendem Wasser aufgießen und quellen lassen, bis alle Flüssigkeit aufgesogen ist.

Salat anrichten
Kurz vor dem Anrichten die Kirschtomaten vierteln und in einem Sieb 5 Minuten abtropfen lassen. Austretenden Saft auffangen.
Erdbeeren in 3 Millimeter dicke Scheiben schneiden.
Marinierte Zwiebeln und Zitronenschalen ebenfalls abtropfen lassen und die Marinade auffangen. Zwiebeln und Zitronenschalen voneinander trennen. Zitronenschalen in sehr dünne Zesten schneiden. Tomatensaft zur Marinade geben.
Basilikumblätter grob hacken.
Tomaten, Erdbeeren, ¾ der Zwiebeln und ¾ des Basilikums in eine Schüssel geben , 2 EL Marinade, 2 EL Olivenöl und eine gute Prise Salz darüber geben und alles vorsichtig mit einander mischen.
Couscous auf Teller verteilen, den Salat darauf geben, mit den restlichen Zwiebeln und Basilikumblättern sowie den Zitronenzesten anrichten. Mit schwarzem Pfeffer aus der Mühle bestreuen.  


 Als die Erdbeeren auf dem Balkon noch nicht ganz reif waren.

Mittwoch, 10. Juli 2019

10 Jahre Genussbereit!


Vor 50 Jahren: Der Genießer 1969 mit 14 Jahren
melonenessend auf der Rialtobrücke in Venedig.


Fischerfest in Caorle an der Adria. Auf den Grills Sardinen und Polenta.

Dauernd dran gedacht, dann den Jubeltag doch verpasst: Vor zehn Jahren, am 6, Juli 2009, erschien der erste Post in diesem Blog. Er ist ohne Bild und handelt von einem Bio-Metzger in Bochum, den es längst nicht mehr gibt. Also lohnt es sich nicht, diesen Post noch einmal zu bringen.

Deshalb gibt es etwas verspätet zur Feier des Tages Bilder von frühen kulinarischen Erfahrungen des Genießers vor 50 Jahren.