Sonntag, 24. Mai 2026

Erfrischung für Pfingsten: Salmorejo – Geeiste Tomatensuppe auf andalusische Art


In meinem Post zum Osterschmaus 2026 berichtete ich davon, welch unterschiedliche Bedeutung der Begriff Salmorejo in der spanischen Küche hat. Auf den Kanarischen Inseln wird damit eine Beize bezeichnet, mit der das Fleisch von Zicklein oder Kaninchen mariniert wird, während in Andalusien und besonders in Córdoba eine eiskalte Tomatensuppe so heißt. Nachdem ich zu Ostern Kaninchen in Salmorejo zubereitete (klick hier), bot sich bei den hochsommerlichen Temperaturen an diesem Pfingstfest an, die erfrischende andalusische Variante auf den Balkontisch zu bringen. Zumal der Kochaufwand äußerst gering ist. Es wird das Fleisch von frischen Tomaten püriert, mit Weißbrot etwas eingedickt und mit Knoblauch, Olivenöl und Salz gewürzt. Salmorejo erinnert somit an die ebenfalls kalte Gazpacho, nur das für dieses Süppchen noch weitere Gemüse verwendet werden. Zu einem Gazpacho-Rezept klick hier.

Nun gut, die südspanische Hitze von über 30 Grad war am diesjährigen Pfingsten da, aber in unseren Breiten ist erst ab August jene Hochsaison, in der man bei den einschlägigen Produzenten in der Region vollreife und hocharomatische Tomaten bekommt (z.B. klick hier), die für die puristische Zubereitungsart von Salmorejo unabdingbar sind. Jetzt Ende Mai gibt es in den Supermärkten zwar eine Unzahl an Gewächshaustomaten, die zwar eine wunderbare Optik aufweisen, aber meist holzig und wässrig daher kommen. Vor Jahren habe ich einmal die südfranzösische Variante von Salmorejo gemacht, bei der ich einfach die frischen Tomaten durch San-Marzano-Tomaten aus der Dose ersetzte, was wunderbar klappte. Zumal das Rezept auch noch die Beigabe von Sardellen vorsah, um dem Endprodukt die nötige Umami-Tiefe zu verleihen. (Zum Rezept klick hier.)

Tomaten "Tasty Tom"

Doch diesmal wollte ich authentischer Vorgehen. Weil ich zu Ostern auf dem Wochenmarkt wunderbare Tomaten für einen Beilagensalat bekommen konnte, war ich guter Hoffnung, auch jetzt, sechs Wochen später, fündig zu werden. Doch es war schwieriger, als ich dachte – bis mir die Verkäuferin an einem Gemüsestand „ihre“ Tomaten der Sorte „Tasty Tom“ empfahl. Ich erinnerte mich daran, dass Slow-Food-Kollege Jochen mir vor einiger Zeit schon von dieser Sorte vorgeschwärmt hatte und griff zu.


Und tatsächlich überzeugte diese Gewachshaussorte, der eine holländische Tomatenzuchtfirma beigebracht hat, auch saisonunabhängig gut zu schmecken, durch eine wunderbare Süße, die von einer prägnante Säure konterkariert wurde, und darüberhinaus auch noch über eine pikante Pfeffrigkeit. Und was das schönste war: die tischtennisballgroßen Früchte ließen sich, nachdem ich sie mit kochendem Wasser überbrüht hatte, zur Weiterverarbeitung mühelos schälen.

Mit einem farblich dazu passenden Gläschen Rosé war meine Salmorejo ein wohltuender und schmackhafter Snack bei dem hochsommerlichen Pfingstwetter. Als Einlage hielt ich das typische gehackte hart gekochte Ei und einen wunderbaren Serranoschinken Gran Reserva bereit. Laut Rezept sollte die Suppe für vier Personen reichen – ich schlabberte sie ganz alleine weg.


Rezept: Salmorejo – Geeiste Tomatensuppe auf andalusische Art

4 Portionen

1 kg vollreife Tomaten
1 Knoblauchzehe, durch die Presse gedrückt
200 g Weißbrot, eingeweicht
100 ml bestes Olivenöl
1 TL Salz
gehacktes Ei
spanischer Schinken
Eiswürfel

Brot in Stücke schneiden, in Wasser einweichen und gut ausdrücken.
Tomaten mit kochendem Wasser überbrühen und die Haut abziehen. In Stücke schneiden. Zusammen mit dem eingeweichten Brot, dem durchgedrückten Knoblauch, Olivenöl und Salz pürieren. In den Kühlschrank stellen und kalt werden lassen.
Eiskalt servieren, evtll. Eiswürfel dazu geben. Gehacktes Ei und Schinken dazureichen. 



Übrigens:

Schon vor 66 Jahren gab es heiße Pfingsten. Ich erinnere mich an einen Pfingstausflug, den ich als Fünfjähriger mit meinen Eltern und meinen Schwestern im Jahr 1960 ins Buchenwäldchen im Essener Westen machte und den meine Mutter mit einem wunderbaren Foto dokumentierte.

Bei der Netz-Recherche teilte mir die KI folgendes mit:
„Am Pfingstwochenende 1960 (5. Juni und 6. Juni 1960) herrschte in Essen und ganz Nordrhein-Westfalen ein frühsommerliches, aber zunehmend unbeständiges Wetter mit Wärmegewittern. Es war für die Jahreszeit angenehm warm bis heiß. Die Tageshöchsttemperaturen kletterten am Pfingstsonntag auf nahezu 26 °C (exakt 25,7 °C an den nahegelegenen Messstationen). Die Nächte blieben mit Tiefstwerten um 12 °C mild.“


Sonntag, 17. Mai 2026

Vatertagssnack auf dem verregneten Balkon: Gebratene Jakobsmuscheln auf Dicke-Bohnen-Passepierre-Salat mit Kichererbsen-Parmesan-Crackern


Vielleicht war es ja etwas zu früh im Jahr, aber ich fand es an der Zeit, dass zu Christi Himmelfahrt endlich wieder einmal das Sommerpodukt Dicke Bohnen auf den Tisch kommen müssten. Auf dem Bochumer Wochenmarkt hatten sie (natürlich) keine, was vermutlich der Eisheiligen-Kälte rund um den diesjährigen Vatertag geschuldet war, und so musste ich mich auf den Weg ins ferne Essen machen, um im Feinkostsupermarkt meines Vertrauens ein gutes Kilo der bananengroßen Schoten aus Italien zu ergattern. Ich hatte in irgendeinem Blog das simple Rezept für Dicke-Bohnen-Salat, nur mit gutem Öl und Fleur de Sel angemacht, gefunden, und das schien mir genau die richtige Kochherausforderung zu sein, der zu stellen ich mich bei dieser lausigen Kälte in Lage sah.

Zutaten: Passepierre, Dicke Bohnen, Jakobs- bzw. Kammmuscheln

Der Besuch des Ladens war ziemlich inspirierend. Ich fand auch frische Salicornes, jene auch Passepierre, Meeresspargel oder Queller genannte Salzpflanzen, die gerne als Algen bezeichnet werden (was sie nicht sind), und mit denen ich auf raffinierte Weise das Salz im Salat ersetzen wollte. Und da die Dicke-Bohnen-Kerne einen wunderbar nussigen Geschmack haben, hielt ich Jakobsmuscheln für die ideale Einlage für meinen Salat – immerhin hatten sie fette japanische Kammmuscheln an der Fischtheke, die vielleicht etwas ordinären pazifischen Schwestern der edlen atlantischen Cocquilles Saint Jacques. In Sesamöl gebraten, mit gerösteten Sesamkörnern und Kürbiskernen garniert, war das eine großartige nordfranzösisch-japanische Mariage auf dem verregneten Balkon. Zu dieser Symphonie in Grün passte natürlich geschmacklich ergänzend, farblich aber komplementär ein Rosé, der auf den Fotos (und auch am Gaumen) ganz wunderbar von einem Rhabarbernektar dargestellt wurde.

Kichererbsen mit Parmesan bestreut und gebacken


Allein, satt würde ich von dieser Komposition wohl nicht. Also nahm griff ich die Gelegenheit beim Schopf und begab mich auf eine weiteres kochtechnisches Himmelfahrtskommando, das sich schon seit einiger Zeit plante: jene leckeren Cracker herzustellen, für die Kichererbsen aus der Dose (man verzeihe) mit geriebenem Parmesan knusprig überbacken werden.

Ein hinreißender Vatertagssnack war geboren.



Rezept: Gebratene Jakobsmuscheln auf Dicke-Bohnen-Passepierre-Salat mit Kichererbsen-Parmesan-Crackern 
2 Portionen

Kichererbsen-Parmesan-Cracker:
1 Dose Kichererbsen (400 g)
3-4 EL geriebener Parmesan
1 EL Knoblauchgranulat
Salz
gehackte Petersilie

Kicherbsen abgießen, abspülen und mit Küchenkrepp trocknen. Ein Backblech mit Backpapier belegen und die Kicherebsen darauf verteilen, dass sie dicht an dich, aber nicht übereinander liegen. Salzen. Mit Knoblauchgranulat und üppig mit geriebenem Parmesan bestreuen. Im vorgeheizten Backofen bei 200 Grad 20 Minuten oder mehr backen, bis der Käse geschmolzen und braun geworden ist.
Backblech aus dem Ofen nehmen. Kicherebsenkuchen mit gehackter Petersilie und ggf. mit weiterem Salz bestreuen. In Stücke schneiden oder brechen.

Dicke-Bohnen-Passepierre-Salat:
1200 g Dicke Bohnen in der Schote
120 g Passepierre frisch
Limettensaft
Sesamöl
Pfeffer
Ingwer, gerieben

Dicke Bohnen aus den Schoten brechen. Bohnenkerne in kochendem Salzwasser fünf Minuten lang blanchieren. Mit kaltem Wasser abschrecken. Jeden Bohnenkern aus der ledrigen Schale drücken, so dass die eigentlichen Kerne hervorkommen.
Passepierre waschen und auf Küchenkrepp trocknen. Mit den Bohnenkernen mischen. Mit Limettensaft und Öl anmachen. Mit Pfeffer und ggf. geriebenen Ingwer abschmecken. Salz ist nicht nötig, das die Passepierre selbst salzig sind.

Gebratene Jakobsmuscheln:
6 Jakobs- oder Kammmuscheln
Paniermehl
Sesamöl
Salz, Pfeffer

Jakobsmuscheln quer halbieren. Die Schnittstellen leicht sazen und pfeffern und in Paniermehl drücken. Sesamöl in einer Pfanne erhitzen und die Muscheln bei niedriger Hitze auf beiden Seiten je 3 Minuten braten, bis das Paniermehl Farbe angenommen hat.

Anrichten:
geröstete Sesam- und Kürbiskerne

Dicke-Bohnen-Passepierre-Salat auf Teller geben. Die gebratenem Jakobsmuscheln daraufsetzen. Mit gerösteten Sesam- und Kübiskernen bestreuen. Cracker separat dazu reichen.

Noch ein ähnliches Gericht:
Dicke Bohnen, Pfifferlinge und Orechietti mit gebratenen Kammmuscheln klick hier

 

Mittwoch, 13. Mai 2026

Die schönsten Gerichte zu Pfingsten

Erstveröffentlichung 24. Mai 2023


Seit der Blog „Genussbereit“ existiert, war Pfingsten nur selten Anlass für ein besonderes Feiertagsmenü. Der Grund: Seit 2010 fand am Pfingstwochenende immer das Spargel-Gourmet-Festival in Bottrop-Kirchhellen statt, eine der schönsten Gourmetmeilen im Ruhrgebiet, auf der ich mich immer wieder gerne herum getrieben habe (klick hier). Doch die Corona-Pandemie machte dem Bauernhof-Fest ein Ende, und bislang wurde es nicht wieder zum Leben erweckt.

So kam es dazu, dass ich erst seit 2020 Jahr ein ausgiebigere Pfingst-Menüs zubereitete. Diese Feiertage eignen sich eigentlich viel besser als das sechs Wochen vorher stattfindende Ostern zu so einer kulinarischen Aktion, schließlich steht der Frühling hoch im Zenit und geht schon in den Frühsommer über. Es gibt Spargel, die ersten Erdbeeren, frische Erbsen, Dicke Bohnen und allerlei andere Frühlingsgemüse, von denen man zu Ostern nur träumen kann, und die Gartenkräuter sind in genügend großen Mengen nachgewachsen.

Deshalb bringe ich hier eine Übersicht über meine schönsten Gerichte, die ich zu Pfingsten zubereitet habe oder die sich wunderbar für Pfingsten eignen – aber natürlich auch für jedes andere Frühsommerwochenende. Die meisten davon sind französisch inspiriert.

Vorspeisen:

Spargelflan mit Erbsen-Crème-Sauce (klick hier)


Tarte Tatin Surprise mit karamellisierten Kartoffeln und Spargel (klick hier)

Zitronen-Orangen-Carpaccio mit gebratenen Butter-Sardinen (klick hier)

Brandade von der Bretonischen Buttersardine auf samtiger Erbsencrème (klick hier)

Croxetti mit Walnuss-Salsa nach Genießer-Art (klick hier)

Salat mit Crêpes-Streifen (klick hier)



 

 

 

 

Hauptgänge:

Gedämpftes Hühnchen nach Art von Jean Vignard mit Makkaroni- und Spargel-Gratin (klick hier)

Lammkoteletts im Kräutermantel mit Estragon-Kräuterseitlingen (klick hier)

Orangenspargel aus dem Ofen mit Kotelett vom Ruhrtaler Freilandschwein (klick hier)

Carpaccio vom glasierten Mairübchen mit zartem Lammkarree (klick hier)

Frühlingsgemüse mit Ragout vom Eifeler Urlamm (klick hier)

Lammragout mit Frühlingsgemüsen (klick hier)







 

Desserts:

Hausgemachte Windbeutel mit dreierlei Eis und Erdbeersauce (klick hier)

Lavendel-Panna Cotta mit Rhabarber-Erdbeer-Ragout (klick hier)

Tiramisu-Törtchen mit Pistazien-Ganache (klick hier)

Sizilianische Erdbeeren (klick hier)

Donnerstag, 7. Mai 2026

Bretonische Fantasie: Sardinen in Bordierbutter mit gefüllten Artischocken, grünem Spargel und Bratkartoffeln


Ich hatte ja schon an anderer Stelle berichtet, wie schwierig es ist, in der realen Einkaufswelt jenseits des Internets die bretonische Dosenfisch-Spezialität Sardinen in Butter zu bekommen (klick hier), die man aufgebraten warm aus der Pfanne genießt. Umso erfreuter war ich, als ich entdeckte, das Slow-Food-Chef Patrick Jabs in seinem Feinkostladen „lecker werden“ (klick hier) die „Sardines au Beurres Bordier“, die Sardinen in Butter des bretonischen Butterpapstes Jean-Yves Bordier der Fischmanufaktur La Quiberonnaise, vorrätig hat. So machte ich mich zu einem Ausflug in das so betriebsame wie idyllische Essen-Werden auf, um mich mit einem kleinen Vorrat dieses kulinarischen Juwels einzudecken – nicht zuletzt, um nebenbei auch eine ganz fantastische Wild-Lasagne vom Mittagstisch des Meisters zu probieren.

Wild-Lasagne im "lecker werden"

Die fünf 115-Gramm-Dosen fristeten erst einmal ein wohlbhütetes Schatzkammer-Dasein in meinem Vorratsregal, bis ich auf Instagram ein Filmchen entdeckte, in dem das Rezept von gebratenen, mit einer Art Petersilien-Pistou gefüllten Artischocken vorgeführt wurde (klick hier). Die schienen mir eine ideale Ergänzung zu den Sardinen. Schließlich sind Artischocken ein typisches Produkt für die Bretagne, besonders für die Gegend um Roscoff, aus der auch die wunderbare rosa Zwiebel herkommt (klick hier). In dem Instagram-Rezept wurden kleine, zarte Artischocken verwendet, die ich auf dem Bochumer Wochenmarkt leider nicht bekommen konnte. Stattdessen musste ich mich mit zwei ziemlich großen Exemplaren begnügen, die ziemlich hart und stachelig daherkamen.

Die Zutaten: Sardinen in Bordier-Butter, 
Petersilie, Artischocken, Spargel, Kartoffeln

Eine weitere Beilage sollten Kartoffeln sein, die ich ebenso wie die Sardinen in der Bordierbutter aufbraten wollte. Tatsächlich fand ich an einem Kartoffelstand Drillinge aus Frankreich, und ich bildete mir einfach ein, sie kämen von der Île de Batz, wo die Kartoffeln besonders schmackhaft sind, weil sie mit Algen aus dem Atlantik gedüngt werden. Tatsächlich schmeckten sie dann auch sehr gut, doch waren sie wohl schon etwas älter und wiesen zahlreiche Augen von noch nicht ausgewachsenen Keimen auf, so dass ich sie nicht mit der Schale verwenden wollte.





Gefüllt und gebraten: Artischocken



Die Füllung: eine Art Pistou aus Petersilie und Knoblauch

Bei der Zubereitung der Artischocken hätte ich eigentlich umdisponieren sollen. Ich hätte sie ganz klassisch im Ganzen garen sollen, um zum Essen die einzelnen Blätter abzuzupfen und deren weichen, genießbare Teile abzuzuzutzeln, nachdem ich sie in das Petersilien-Pistou gedippt hätte. Oder ich hätte sie bis auf den Boden zurückschneiden sollen, den ich dann leicht ausgehöhlt mit dem Pistou gefüllt gebraten hätte. Aber ich wollte mich nah ans Rezept halten und sie als Hälften braten. So hatte ich nach dem Essen noch eine Menge Abfall auf dem Teller, vor allem auch deswegen, weil ich beim Beschneiden der Artischocken nicht radikal genug vorgegangen war.




In edler Bordierbutter gebraten: Sardinen...



...und Kartoffeln

Aber sei's drum, insgesamt war meine Zusammenstellung, zu der noch ein Rest grüner Spargel kam, den ich im Ofen gegart hatte, eine wunderbare Genusskombination aus Meeresgeschmack, Erdigkeit und Röstaromen. Dazu hätte ich gern einen Cidre getrunken, hatte aber keinen zur Hand. Und so ersetzte ich ihn durch Rhabarbernektar, der mit seiner rauen Mischung aus Süße und Säure der ganzen Sache noch einen zusätzlichen Kick gab.



Ein paar Stangen Grünspargel waren auch noch da.

Beim obligatorischen Fotografieren auf dem Balkon machte mir das Anfang Mai noch vorherrschende Aprilwetter einen Strich durch die Rechnung. Herrschte zu Beginn meiner Kochaktion noch strahlender Sonnenschein, bezog sich der Himmel am Ende mit tiefgrauen Wolken und es begann zu regnen, so dass schließlich das Arrangement auf dem Teller auf den Fotos genauso wild aussah wie die bretonische Küste.



Rezept: Sardinen in Bordierbutter mit gefüllten Artischocken, grünem Spargel und Bratkartoffeln


In Bordierbutter gebratene Sardinen und Kartoffeln:
Pro Person 1 Dose Sardinen (mit 4 Fischen) in Bordierbutter
Pro Person 4 kleine neue Kartoffen (Drillinge)
1-2 Zehen Knoblauch
1 Zweig Rosmarin
Salz, Pfeffer
ggf. zusätzliche Butter, vorzugsweise von Bordier

Kartoffeln in stark gesalzenem Wasser ca. 20 Minuten weich kochen. Die geschlossenen Dosen Sardinen kurz mit in den Topf geben, damit die die harte Butter innen schmilzt. Sardinendose vorsichtig öffnen und die flüssige Butter samt Sardinen in eine Pfanne geben.
Gar gekochte Kartoffeln abgießen, auskühlen lassen, ggf. pellen und längs halbieren.
Knoblauchzehen und Rosmarinzweig als Aromaten zu den Sardinen in die Pfanne geben. Sardinen in der Butter goldgelb braten, herausnehmen und warm stellen.
Die Kartoffelhälften in die Pfanne geben und ebenfalls goldgelb braten. Ggf. weitere Butter hinzufügen. Pfeffern und salzen.

Gefüllte Artischocken:
pro Person 2 kleine, zarte Artischocken
2-3 Knoblauchzehen
1 Bund Petersilie
Zitronensaft
Öl
Pfeffer, Salz

Zuerst das Petersilien-Pistou für die Füllung herstellen. Dafür Petersilie und Knoblauch grob hacken und dann mit etwas Öl zu einer Paste pürieren. Mit Salz, Pfeffer und etwas Zitronensaft abschmecken.
Von den Artischocken die äußeren harten Blätter entferenen. Spitzen der Artischocken großzügig abschneiden. Den Stiel einkürzen und schälen. Artischocken halbieren und das „Gras“ im Inneren sorgfältig entfernen, so dass eine kleine Höhle entsteht. Bis zur weiteren Verwendung in einer Schüssel mit Zitronenwasser bedeckt aufbewahren.
Öl in einer genügend großen Pfanne erhitzen. Artischocken sorgfältig abtrocknen, mit der Schnittseite in das heiße Öl legen und goldgelb braten. Wenden und auch die äußere Seite etwas braten.
Beide Seiten pfeffern und salzen. 100 ml Wasser hinzufügen, den Deckel auf die Pfanne setzen und bei niedriger Temperatur in etwa 20 Minuten weich schmoren lassen.
Ein paar Esslöffel des Artischockenschmorwassers zum Petersilien-Pistou geben und umrühren. Pistou in die Artischocken-Höhlen verteilen und noch einmal pfeffern. Artischocken noch einmal kurz auf beiden Seiten braten.

Spargel:
Pro Person 3-4 Stangen grüner Spargel
1 Stückchen Butter
1 Prise Salz
1 Schuss Apfelsaft oder 1 Prise Zucker
Etwas Zitronensaft

Vom Spargel die trockenen Enden abschneiden. Evtl. schälen. In eine passende Bratform geben. Etwas Wasser, einen Schuss Apfelsaft, einen Spritzer Zitronensaft, Butter und Salz dazugeben und im Ofen knackig dünsten.

Anrichten:
Sardinen, Artischocken, Spargel und Kartoffeln dramatisch auf Tellern arrangieren. Mit flüssiger Butter und Artischocken-Schmorwasser begießen. Mit gehackter Petersilie bestreuen.

Freitag, 1. Mai 2026

Aus der Bochumer Nachbarschaft: Pocket Park im Rahmen des Schlaraffenbandes eröffnet

Korrigierte Fassung

Bochums OB Jörg Lukat und Barbara Reddigau
 aus der Nachbarschft bepflanzen den Naschort. 

Einst war das Straßenkarree Hermannshöhe, Kronenstraße, Oskar-Hoffmann-Straße und Unistraße ein floriendendes Industriegebiet südlich der Bochumer Innenstadt, und nachdem seit den 1960er Jahren der Strukturwandel im Ruhrgebiet auch hier für grundlegende Veränderung sorgte, 1981 sogar die Wiege für jene Reihe von legendären Fabrikbesetzungen, mit der die damalige alternative Kulturszene Bochums den städtischen Raum für sich einforderte. Mittlerweile sind die alten Fabrikhallen verschwunden, und die ehemaligen Industrieareale haben sich in z.T. exklusive Wohngebiete verwandelt, an den man die architektonische Entwicklung der letzten dreißig Jahre ablesen kann wie das Wachstum eines Baumes an den Jahresringen seines Stammes. Der schönste und innovativste Bereich ist sicherlich die Krone Bochum eG, ein genossenschftlich und generationenübergreifendes Wohnprojekt, das 2020 bezogen wurde.

Aufklärung über die Essbare Stadt

Die Trockenmauerterrasse
 
Ein Ort zum Entspannen




Ein Insektenhotel gehört auch dazu

Jetzt wurde der letzte „wilde“ Teil des Areals an dem Verbindungsweg zwischen Franz-Vogt- und Oskar-Hoffmann-Straße domestiziert. Die Stadt Bochum entwickelte ihn gemeinsam mit anderen Standorten in der Stadt zu einem sog. „Pocket Park“, einer kleinen grünen Oase für die Nachbarschaft. Der Ernährungsrat Bochum EssBo! sorgte mit Hilfe von engagierten Anwohnerinnen und mit Unterstützung der Bezirksvertretung Mitte dafür, dass der Pocket Park auch zu einem sog. „Naschort“ im Rahmen des „Schlaraffenbandes Ruhr“ wurde. Das ist eine Initiative der Ernährungsräte in Bochum, Essen und Dortmund, die als Bestandteil der Internationalen Gartenausstellung (IGA) Metropole Ruhr 2027 an den Radwegen im Ruhrgebiet Raststellen einrichtet, an denen die Prinzipien der „Essbaren Stadt“ dargestellt werden. In Bochum geschieht das durch eine aus Trockenmauern bestehende Terrassenanlage, in der die Aktivistinnen unter dem schönen Namen „Buddeln & mehr“ essbare Pflanzen angepflanzt haben und ehrenamtlich auch weiter pflegen. Darüberhinaus gibt es Ausruhmöglichkeiten für Radfahrer, die, wenn einmal der Radschnellweg Ruhr hier vorbeiführt, sicherlich gern genutzt werden. Bis dahin ist der Pocket Park ein Verweilort für die Anwohner, dem ein genauso große Akzeptanz wie der Tana-Schanzara-Park ein paar Meter weiter zu wünschen ist. Für den 28. Mai 2026 ist jedenfalls schon ein großes Nachbarschaftsfest geplant. 

Dagmar Alfes vom Bochumer Ernährungsrat
bedankt sich bei den Unterstützern



OB Lukat eröffnet den Pocket Park

Am Vortag des 1. Mais war es dann soweit, der Pocket Park konnte eröffnet werden. Bei herrlichstem Kaiserwetter kam Bochums Oberbürgermeister Jörg Lukat vorbei, um unter reger Teilnahme der Bochumer Nachbarschaft den letzten Thymian in die Terrassenanlage zu pflanzen.

Pocket Park, Franz-Vogt-Straße, Bochum 

Weiterführende Informationen:
Schlaraffenband Ruhr klick hier
EssBo Ernährungsrat Bochum klick hier
Krone eG klick hier

 
Weitere Tipps aus der Bochumer Nachbarschaft klick hier
Café und Bistro Vincent klick hier
Iulians Wein klick hier
Fräulein Coffea klick hier
Kult[UR]-Bude Zum Philosophen klick hier
Kims Kimchi klick hier
Allez I klick hier
Allez II klick hier 
Kuchen Kollektiv klick hier 

 

Montag, 27. April 2026

Frühlingslust: Egg Muffins mit Spinat und Feta


So ein Single-Haushalt wie der des Genießers hat an einer Packung Tiefkühl-Blattspinat wahrlich eine Menge zu kauen. Jedenfalls war nach meinem Experiment mit der Bärlauch-Spinat-Blauschimmelkäse-Tarte-Tatin von neulich (klick hier) noch so viel übrig, dass ich eine weitere Spinat-Käse-Kombination ausprobieren konnte. Auf Instgram hatte ich ein auf Englisch verfasstes Rezept gefunden, Spinach and Feta Egg Muffins. Beim Übersetzen(lassen) fiel mir auf, dass ich egg muffin ganz einfach mit dem deutschen Wort Eierkuchen wiedergeben konnte; dann aber, nachdem ich mich entschlossen hatte, das Rezept zu verfeinern und den Spinat ordentlich mit Knoblauch abzuschmecken, was nach meinem Geschmack unbedingt erforderlich ist, dachte ich daran, das ganze italienisch frittata zu nennen. Weil ich die Eierküchlein dann aber in Muffinförmchen buk, blieb ich dann bei der englischen Bezeichnung.





Dass die kleinen Dinger einfach wunderbar schmeckten, brauche ich wohl nicht zu erwähnen. Und für den optischen Gipfel der Appetitlichkeit sorgte wieder einmal das wunderbare Frühlingslicht auf meinem Balkon.


Rezept: Egg Muffins mit Spinat und Feta

Ergibt 6 Stück

6 große Eier
125 ml Tasse Milch
1/2 TL Salz
1/4 TL Pfeffer

250 g frischer oder tiefgekühlter Blattspinat
80 g Feta
1-2 Frühlingszwiebeln
Rapsöl
geriebene Muskatnuss
1-2 Knoblauchzehen.

Backofen auf 180 Grad vorheizen.
6 Muffinformen ausbuttern.
Eier, Milch, Pfeffer und Salz Muskatnuss schaumig rühren.
Frühlingszwiebeln fein würfeln in etwas Rapsöl andünsten. Frischen Spinat dazugeben und zusammenfallen lassen bzw. TK-Spinat darin sanft (ca. 8 Minuten) auftauern lassen. Feta klein würfeln und unter den Spinat rühren, dabei einige Würfel zurückhalten. Mit Pfeffer, Salz, durchgedrücktem Knoblauch und geriebener Muskatnuss würzen.
Spinatmischung gleichmäßig auf die Formen verteilen. Jede Form zu ¾ mit der Eiermischung auffüllen. Restliche Fetawürfel darauf verteilen.
20–25 Minuten goldbraun backen. Evtl. unter dem Grill kurz nachbräunen. Etwas abkühlen lassen, rundum mit einem spitzen Messer lösen und aus dem Formen gleiten lassen.

Weitere Rezepte:
Frittata mit wildem Spargel klick hier
Ratatouillekuchen mit Tomatensauce klick hier
Tomatenmuffins klick hier