Einst war das Straßenkarree Hermannshöhe, Kronenstraße, Oskar-Hoffmann-Straße und Unistraße ein floriendendes Industriegebiet südlich der Bochumer Innenstadt, und nachdem seit den 1960er Jahren der Strukturwandel im Ruhrgebiet auch hier für grundlegende Veränderung sorgte, 1981 sogar die Wiege für jene Reihe von legendären Fabrikbesetzungen, mit der die damalige alternative Kulturszene Bochums den städtischen Raum für sich einforderte. Mittlerweile sind die alten Fabrikhallen verschwunden, und die ehemaligen Industrieareale haben sich in z.T. exklusive Wohngebiete verwandelt, an den man die architektonische Entwicklung der letzten dreißig Jahre ablesen kann wie das Wachstum eines Baumes an den Jahresringen seines Stammes. Der schönste und innovativste Bereich ist sicherlich die Krone Bochum eG, ein genossenschftlich und generationenübergreifendes Wohnprojekt, das 2020 bezogen wurde.
Jetzt wurde der letzte „wilde“ Teil des Areals an dem Verbindungsweg zwischen Franz-Vogt- und Oskar-Hoffmann-Straße domestiziert. Die Stadt Bochum entwickelte ihn gemeinsam mit anderen Standorten in der Stadt zu einem sog. „Pocket Park“, einer kleinen grünen Oase für die Nachbarschaft. Der Ernährungsrat Bochum EssBo! sorgte mit Hilfe von engagierten Anwohnerinnen und mit Unterstützung der Bezirksvertretung Mitte dafür, dass der Pocket Park auch zu einem sog. „Naschort“ im Rahmen des „Schlaraffenbandes Ruhr“ wurde. Das ist eine Initiative der Ernährungsräte in Bochum, Essen und Dortmund, die als Bestandteil der Internationalen Gartenausstellung (IGA) Metropole Ruhr 2027 an den Radwegen im Ruhrgebiet Raststellen einrichtet, an denen die Prinzipien der „Essbaren Stadt“ dargestellt werden. In Bochum geschieht das durch eine aus Trockenmauern bestehende Terrassenanlage, in der die Aktivistinnen unter dem schönen Namen „Buddeln & mehr“ essbare Pflanzen angepflanzt haben und ehrenamtlich auch weiter pflegen. Darüberhinaus gibt es Ausruhmöglichkeiten für Radfahrer, die, wenn einmal der Radschnellweg Ruhr hier vorbeiführt, sicherlich gern genutzt werden. Bis dahin ist der Pocket Park ein Verweilort für die Anwohner, dem ein genauso große Akzeptanz wie der Tana-Schanzara-Park ein paar Meter weiter zu wünschen ist. Für den 28. Mai 2026 ist jedenfalls schon ein großes Nachbarschaftsfest geplant.
OB Lukat eröffnet den Pocket Park
Am Vortag des 1. Mais war es dann soweit, der Pocket Park konnte eröffnet werden. Bei herrlichstem Kaiserwetter kam Bochums Oberbürgermeister Jörg Lukat vorbei, um unter reger Teilnahme der Bochumer Nachbarschaft den letzten Thymian in die Terrassenanlage zu pflanzen.
Pocket Park, Franz-Vogt-Straße, Bochum
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