Donnerstag, 31. Mai 2018

Kulinarischer Altstadtmarkt 2018: Fronleichnam in Hattingen



Eggers' Himbeerbowle vor der St.Georgs-Kirche

Seit dem mittlerweile in Vergessenheit geratenen Kulturhauptstadtjahr 2010 besucht der Genießer alljährlich die Gourmetmeilen, in den Sommermonaten die kulinarische Identität des Ruhrgebiets dokumentieren. Keine anderen kulinarischen Veranstaltungen können es mit ihrer Publikumsreichweite so mit anderen populären Events wie Fußballspielen oder Popkonzerten aufnehmen wie diese Straßenfeste, bei denen sich die Spitzenrestaurants der jeweiligen Stadt und Umgebung gemeinschaftlich präsentieren.

Um auch im achten Jahr immer noch hungrig genug zu sein, zum Essen in die weitläufigen Provinzen des Ruhrgebiets zu fahren, hat sich der Genießer einfach selbst überlistet. Für den heutigen Feiertag hatte er einfach nichts eingekauft, das er für einen illustren Schmaus auf dem heimischen Balkon hätte kochen können. Als ihn heute Mittag dan trotz de hochsommerlichen 30 Grad der Hunger zwackte, machte er sich auf den Weg – Nicht zum Matjesfest nach Duisburg, nicht nach nach „Castrop kocht über“, sondern zum „Kulinarischen Altstadtmarkt" nach Hattingen, aufgrund der herrlichen Fachwerkkulisse des St.Georg-Kirchplatzes sowieso eine seiner Lieblingsgourmetmeilen.

Bespielt wird der KAM von vier der wichtigsten Landhgasthöfen des Ennepe-Ruhr-Kreises – Diergardts, Eggers, Weiß, Haus Kemnade (sogar ein Wasserschloss!), An der Krüpe - und dem griechischen Restaurant Poseidon -, der das großartige kulinarische südliche Hinterland des Mittleren Ruhrgebiets bildet. Und so gab es an Fronleichnam ein großartiges Mittagessen in urlaubsreifer Atmosphäre für den Genießer.

Die Hattingia wacht über das
Hirschkalbscarpaccio von An de Krüpe

Gute Tradition ist es, den Rundgang über den KAM wie jedes Jahr mit dem Hirschkalbscarpaccio mit Spargelsalat und hausgebeiztem Hirschhschinken von An de Krüpe zu beginnen. Das hauchdünn aufgeschnittene Wildfleisch ist erfrischend un aroamtisch, der Sprgelsalat überüberzeugt diesmal mit einer sanften Senf-Vinaigrette.


Grün-rosa-weiße Symphonie bei Diergardts:
Label Rouge-Lachs auf grünem Gemüse mit Büffelmozzarelle

Bei Diergardts hatte ich es eigentlich auf die Bratwurst abgesehen, die aus dem Fleisch der Charolais-Rinder des langjährigen Küchenchefs des Hauses an der Bochum-Herner-Stadtgrenze gezüchtet werden bestehen und von der Rügener Landschlachterei mit geräuchertem Paprika veredelt wird.
Aber als sich sah, wie ein Label-Rouge-Lachsfilet unter einer grünen Kräuterkruste auf einem ebenfalls grünen Gemüsebett aus Spargel, dicken Bohnen, grüner Sauce, Pesto und weißem Büffelmozzarella zu einer grün-rosa-weißen Symphonie angerichtet wurde, musste ich umdisponieren. Und sollte es nicht bereuen. Das Gericht war großartig – obwohl der Lachs vielleicht ein wenig zu lange warmgehalten worden war, was bei seiner Qualität aber nicht viel ausmachte.

Ganz schön retro: Bratwurst mit Piccalilly

Auf die Bratwurst musste ich übrigens nicht verzichten. Friedel Diergardt spendierte mir eine Probierportion, nicht zuletzt um „Piccalilly“ vorzuführen, mit dem sie retromäßig serviert wird. Das ist eine Art Relish nach holländischem Vorbild aus eingelegten Gemüsen, Mayo, Kukurma und englischem Senfpulver, deren Rezept der Senior schon in seiner Lehre in den 1950-er Jahren kennen gelernt hatte.

Portion für Schwerstarbeiter:
Strudelsäckchen auf Perlhuhnbrust

So vorgesättigt ging’s dann weiter nach Eggers, ebenfalls ein Stand, wo der Genießer immer wieder gerne andockt. Die beiden gestapelten Schnitzel Wiener Art aus Jungschweinfilet, die ein Gast vorbei trug, waren doch etwas zu üppig, ebenfalls das Surf’n’Turf aus Bärlauchgarnelen und Kalbsfleischklößchen. Und so entschloss ich mich für das Strudelsäckchen auf Perlhuhnbrust mit buntem Salat und Ingwersauce. Aber auch das stellte sich als eine Portion für Schwerstarbeiter heraus. Auf der üppigen, kompakten Perlhuhnbrust thronte das Strudelsäckchen. Wenn man es öffnete, purzelten bunte gelbe Linsen und Senfsaat heraus wie einst die Goldmünzen aus den Geldsäcken der Kaufleute, die die schönen Häuser der Hansestadt Hattingen im Mittelalter erbaut hatten. Das war witzig, aber aufessen konnte ich das unmöglich. Und so blieb die Hälfte liegen.

Säckchen mit gehaltvoller Füllung

Aber zum Glück gab es ja noch Eggers‘ Himbeerbowle, mit der alles herrlich herunter gespült werden konnt5e.

Für die anderen Stände blieb leider keine Magenkapazität mehr übrig. Aber vielleicht kann man ja noch einmal auf dem Kulinarischem Altstadtmarkt einkehren. Er geht ja noch bis Sonntag.

Kulinarischer Altstadtmarkt Hattingen. St.Georgs-Kirchplatz. Noch bis 3.5.2018. Alle Infos hier.

Übersicht über alle Gourmetmeilen im Ruhrgebiet 2018 klick hier.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen