Dienstag, 20. Oktober 2026

Regionales Herbstvergnügen: Ofen-Hokkaido und -Kartoffeln von der Bonnekamphöhe mit Rumpsteak vom Auerochsen aus den Ruhrwiesen und improvisierter Pfeffersauce


In diesem Sommer war es fast zu einer wöchentlichen Routine geworden, samstagmittags auf die Bonnekamphöhe in Essen-Katernberg zum Offenen Gartentag zu fahren und mich dort mit den fantastischsten Tomaten einzudecken, die es in Ausflugsweite gibt. Bei meinem letzten Besuch, bevor Anfang Oktober die Permakultur-Gärtnerei wieder in den Winterschlaf fiel, gabs saisonbedingt nur noch wenige Tomaten, und so nahm ich mehr oder weniger notgedrungen einen hübschen, nicht zu großen Hokkaido-Kürbis und ein paar rotschalige Kartoffeln mit, deren Namen ich leider vergessen habe. Beides erwies sich zu Hause als durchaus lagerfähig, doch als ich im Newsletter von Bauer Schulte-Stade aus Hattingen las, dass wieder Rumpsteaks von den Auerochsen in den Ruhrwiesen im Angebot waren, war mir sofort klar, dass ich beide regionalen Spitzenprodukte miteinander verbinden wollte.


Kürbis und Kartoffeln im Ofen


Ich suchte im Netz herum und fand auch ohne Probleme mehrere Rezepte, um aus dem Kürbis und den Kartoffeln ein leckeres Ofengemüse zu zaubern und strickte mir daraus eine einfache Variation. Auch die Zubereitung der Steaks war eine simple Sache. Sie waren mit etwa anderthalb Zentimetern gerade einmal fingerdick – ich briet sie auf einer Seite in einer sehr heißen Eisenpfanne an, bis sie schön braun waren, drehte sie dann um, nahm die Pfanne vom Herd und ließ alles zugedeckt ein paar Minuten ruhen. Das Eisen der Pfanne war heiß genug, um auch die andere Seite zu bräunen. Nach kurzer Zeit waren die wildartigen, äußerst fettarmen Steaks ideal medium und hatten einen wunderbar zarten Biss. Außer mit Fleur de Sel brauchte ich nicht zu würzen. Das Fleisch der ganzjährig weidenenden Auerochsen war auch so aromatisch genug.


Auerochsensteak in der Pfanne

Sowohl zum Ofengemüse als auch zu den Steaks hätte eine Kräuterbutter gepasst, doch ich kam auf die verwegene Idee, eine Pfeffersauce zu improvisieren. Ich machte eine Bechamel, die ich mit meinem geliebten Ziegenfrischkäse anreicherte und ließ einen Rest grüner Pfefferkörner, den ich noch hatte, darin mitziehen. Steak-Aficionados mögen dabei die Haare zu Berge stehen – mir hat's geschmeckt.


Ach ja, ins Glas kam wieder etwas extra Feines aus dem Keller: ein 2005er Cru Bourgeois Superieur vom hier im Blog schon öfter erwähnten Chateau d'Agassac im Haut-Médoc.


Rezept: Hokkaido und Kartoffeln aus dem Ofen


500 g Kürbis z. B. Hokkaido oder Butternut
500 g kleine festkochende Kartoffeln
2 Knoblauchzehen
3 EL Olivenöl
1-2 Chilischoten
2 Zweige Rosmarin
2 Zweige Thymian
Olivenöl
abgeriebene Zitronenschale

Den Ofen auf 180 Grad Umluft vorheizen.
Kartoffeln gründlich waschen und ca 9 Minuten in gut gesalzenem Wasser blanchieren. Abgießen, etwas abkühlen und in Achtel schneiden.
Hokkaido-Kürbis halbieren, Kerne und Stroh entfernen und in Schnitze schneiden.
Knoblauchzehen ggf. schälen und in Achtel schneiden.
Chilschoten in Stücke schneiden. Je nach Schärfewunsch die Kerne entfernen.
Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Alle Zutaten darauf verteilen. Großzügig mit Olivenöl beträufeln, kräftig salzen und die Kräuterzweige darauf verteilen. Nochmals kräftig im Olivenöl wenden.
Für 30-40 min in den vorgeheizten Backofen geben, alles schön braun werden lassen und darauf achten, dass der Kürbis nicht zu weich wird. Herausholen und mit abgeriebener Zitronenschale bestreuen.

Rezept: Improvisierte Pfeffersauce

1 EL Mehl
1 El Butter
¼ l Gemüse- oder andere Brühe
1-2 EL Frischkäse
1 EL grüne Pfefferkörner
Salz
geriebene Muskatnuss
Zitronensaft

Butter in einem Topf schmelzen. Mehl hineinrühren, mit Gemüsebrühe auffüllen und unter umrühren mehrere Minuten köcheln lassen, bis die Sauce dick geworden ist und nicht mehr nach Mehl schmeckt. Nach einiger Zeit die Pfefferkörner zugeben und mit ziehen lassen. Frischkäse unterrühren und mit Salz, Muskatnuss und Zitronensaft abschmecken.

Rezept: Rumpsteaks vom Auerochsen

Rumpsteaks, 1,5 cm dick
Bratöl
Fleur de Sel
Evtl. 3 EL Pfefferkörner, geschrotet

Wer will, kann die Steaks in eine Plastiktüte mit geschroteten Pfefferkörnern geben und über Nacht marinieren. Pfefferkörner vor dem Braten entfernen, sie können in die Sauce gegeben werden.
Öl in einer Eisenpfanne stark erhitzen. Steaks hineingeben und 1-2 Minuten kräftig anbraten. Steaks umdrehen, die Pfanne zudecken und vom Herd nehmen. Steaks 3 Minuten ruhen lassen. Die heiße Pfanne röstet die andere Seite ebenfalls an.

Anrichten:
Auf vorgewärmten Tellern einen Spiegel aus Pfeffersauce verteilen. Ofengemüse darauf geben, Steaks darauf legen und mit etwas weiterer Sauce betreufeln. Mit Fleur de Sel bestreuen. Möglichst warm servieren.


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