Freitag, 22. Juli 2011

Mülheim: 14. Kulinarischer Treff an der Ruhr 2011



Symbol des "Kulinarischen Treffs": der leuchtende Hummer

Wenn der Genießer in dieser Woche einen gelungenen Ausflug gemacht hat, dann war es der zur Gourmetmeile „Kulinarischer Treff“ in Mülheim, die noch bis zum 24. Juli 2011 läuft. Zum zweiten Mal findet die traditionsreiche Veranstaltung auf einer Wiese an der Ruhr statt, und die großen Zelte, die die Sitzbereiche überdachen, erfüllten bei dem durchwachsenen Wetter am gestrigen Eröffnungsnachmittag mehr als ihren Zweck. Nicht nur, dass die durchaus heftigen Regenschauer nicht weiter beim Genuss störten, unter den Planen war es sogar richtig gemütlich. Allerdings war am ersten Tag, als der Genießer da war, der große Run auch noch nicht ausgebrochen.

Erstmals dabei: Peter Höppeler

Zehn Restaurants haben für ihre ambulanten Küche die weißen Pagodenzelte aufgeschlagen, die bis auf wenige Ausnahmen wie etwa bei „Dortmund à la carte“ mittlerweile Standard bei den Gourmetmeilen im Ruhrgebiet sind. Eine Übersicht der Teilnehmer finden Sie hier. Wie der Genießer im letzten Jahr vorschlug, ist diesmal auch das „Landhaus Höppeler“ dabei, ein Restaurant, das der Genießer immer wieder gern besucht. (Siehe hier und hier). Torten und Kuchen gibt es beim Café Kötter, Cocktails bei Franky’s Wasserbahnhof und Käse bei der Saporita Käsemanufaktur.

Die Angebote des China-Restaurants „Wokofame“ und des türkischen restaurants „Dalaman“ sind landestypisch, und die die Gerichte der deutschen Restaurants weltläufig mediterran. Wenn man Regionalität ausmachen kann, dann ist sie schwäbisch (Mölleckens Altes Zollhaus) oder pfälzisch (Ratskeller). Ruhrgebietsküche kommt nicht vor, was einen Lokalpatrioten verdrießen mag, dem Gourmet allerdings egal sein kann.

Zum Beispiel gehörten die vier der über 50 Gerichte, die sich der Genießer gönnte, sicherlich zum Besten, was er bisher bei seinen diesjährigen Gourmetmeilen-Besuchen auf die Gabel kam. Alles war extravagant von den Zutaten, handwerklich tadellos zubereitet und geschmacklich überzeugend. Der „Kulinarische Treff“ in Mülheim ist in der Lage, Maßstäbe bei den Gourmetmeilen im Ruhrgebiet zu setzen.

Mölleckens Altes Zollhaus: Entenstopflebermousse an rotem Mangoldsalat mit Cassisfeigen und Brioche (6,50 Euro). Entensopfleber mag nicht jedermanns Sache sein, doch Thomas Möllecken hat sie zu einer wunderbar pikanten Vorspeise verarbeitet, die von den Cassisfeigen und den Brioche stilecht begleitet wurde. Leider hatte er keinen schönen Süßwein dazu im Angebot, doch der vorgeschlagene Rosé tats auch.


Ratskeller: Pfälzer Saumagen in Rosmarinbutter mit jungen dicken Bohnen, dazu Bauernbaguette und Meerettich (6,50 Euro). Helmut Kohl ist zwar längst nicht mehr der Maßstab für die deutsche Kulinarik, aber besser hat der Genießer das Lieblingsgericht des Altkanzlers selbst in Deidesheim nicht gegessen. Die Rosmarinbutter gab dem Saumagen einen südlichen Touch, und die dicken Bohnen waren super zart, so dass sie nicht aus der inneren Haut geschält werden mussten. Dazu schmeckte ein Portugieser.

Landhaus Höppeler: Duett vom Kaninchen auf Pfifferlingsauce mit Pü (8,50 Euro). So allerliebst, wie dieses Gericht anzusehen ist, schmeckte es auch. Die Kaninchenfiletstücke waren zart und saftig, die darunter befindliche Terrine aus dem restlichen Fleisch war fein mit Orange und fast weihnachtlichen Gewürzen abgeschmeckt. Was wie eine Vanillestange aussieht, ist ein schlankes Grissini, das mit Sepiatinte schwarz gefärbt wurde.


Café Kötter: Eisbaiser mit marinierten Blaubeeren (5,80 Euro). Ein Dessert der Sonderklasse: War die luftige, aber harte Baisermasse erst einmal aufgebrochen, kam kühles Vanilleeis zum Vorschein. Die fruchtigen Blaubeeren hielten die Süße des Baisers in Schach.

Der „Kulinarische Treff“ in Mülheim geht noch bis zum 24. Juli. Infos hier.

Spielte wieder auf: Brass Büffet Hot Cooking Street Band

Kommentare:

  1. Na, das klingt ja mal gut. Ich fand auch schon den Speisekarten-Flyer extrem ansprechend, auch im Vergleich zu anderen Gourmetmeilen. Da merkt man mal, wie gerne man das kleine Mülheim a.d. Ruhr zu Unrecht unterschätzt.

    Dann werd ich mich wohl dieses Wochenende bevorzugt an der Ruhr rumtreiben und mal wieder Marathonfuttern.

    Möllenckens Zollhaus hatte im Übrigen beim Menü-Karussell im Frühjahr eine extrem gute Vorspeise, die der hier erwähnten sehr ähnlich war. Auch mit exzellentem Wein. Ich freu mich schon.

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  2. Sag mal, wie verpackt man eigentlich so viele kulinarische Veranstaltungen in so kurzer Zeit? Ich meine, so am Körper? Genuss hin, Genuss her!

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