Freitag, 15. Oktober 2010

„Stammessen Rheinisch“ von Slow Food im Landhaus Höppeler



Ruhe vor dem Sturm

Letzten Freitag fand im Landhaus Höppeler in Mülheim-Mintard das „Stammessen Rheinisch“ statt, eine Veranstaltung, die Slow Food Mittleres Ruhrgebiet im Rahmen einer Menüreihe über die Ruhrgebietsküche für die Kulturhauptstadt RUHR.2010 organisert hatte. Zwanzig Slowfoodies und fast noch einmal so viele Stammgäste vom Landhaus Höppeler hatten sich eingefunden, neugierig, wie Peter Höppeler die rheinische Küche interpretierte.

Aperitif auf dem Sofa: Cidre von Van Nahmen

Die Zutaten kamen vorwiegend von Genusshandwerker aus der Region, das Fleisch von Thönes in Wachtendonk, der Fisch von Noll in Schermbeck, die Weinbergschnecken von der Grafschafter Schneckenzucht in Moers, Der Cidre zum Aperitif von Van Nahmen in Hamminkeln.

Bei den Gerichten schieden sich die Geister – kein Wunder, jeder Slowfoodie ist ein Geschmacksindividualist, der mit ausgeprägtem Bewusstsein ans Essen geht.

Positiv aufgenommen wurde der Matjessalat, der als Amuse gueule gereicht wurde.

Ebenso der erste Gang, ein Schneckenrahmsüppchen mit Wurzelgemüse und Schnecken auf Ackergemüse. Weinbergschnecken gehören historisch nicht in die niederrheinische Küche, aber die Grafschafter Schneckenzucht hat als erster Betrieb seiner Art in NRW eine neue kulinarische Tradition begründet, die es zu unterstützen gilt.

Ganz traditionell in der niederrheinischen Küche ist jedoch der Rheinaal. Peter Höppeler hatte ihn zu eine Komposition aus zwei Komponenten verarbeitet: Mousse und Terrine mit Meerrettichsauce und Reibeküchlein. Während die Mousse von vielen Gästen als recht beliebig empfunden wurde, fand die Terrine allgemeinen Anklang, dass sie den Geschmack des Aals deutlich zum Ausdruck brachte.

Für großen Diskussionsstoff sorgte der Sauerbraten zum Hauptgang, den Peter Höppeler mit Apfelmus, Rotkohl und Kartoffelkloß servierte. Manchem war die Sauce zu stark reduziert oder der Rotkohl zu kräftig abgeschmeckt, was den Gewohnheiten widersprach. Das war Fleisch war recht hart und keineswegs löffelweich geschmort, doch das schien von Teller zu Teller zu variieren, ebenfalls die Verteilung der Rosinen in der Sauce, die einen Sauerbraten zum „Rheinischen“ Sauerbraten machen.

Äußerst schmackhaft war das Dessert, eine Schokoladenkreation nach Art einer Linzer Torte mit Birnenmousse. In dem Küchlein ein Stück „Steinkohle“, wie es fantasievoll benannt war, zu sehen, mochte vielleicht schwerfallen – geschmeckt hat es ganz wunderbar.

Reges Interesse am "Stammessen Rheinisch"

Kommentare:

  1. Bei keinem bisherigen Essen waren die Meinungen so geteilt. Woran kann so etwas liegen? Waren die Teller im Servis so unterschiedlich? mal mit mal ohne Rosinen? Insgesamt kann man ein Positives Fazit ziehen. So freue ich mit auf das noch ausstehende Italienische Menü.

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  2. Sieht nach vollem Haus aus. :)
    Für Auswärtige: was war denn die "Steinkohle"?
    Falls Du das verraten darfst ...

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  3. @ Hesting: Wie im Text beschrieben: die Schokoladenkreation nach Art einen Linzer Torte.

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  4. Ich habe jetzt gründlich die Kritik und die leider wenigen Kommentare gelesen. Was will denn der Autour mit diesem Artikel sagen? Vor allen Dingen, wurde denn mit dem Koch das Ganze besprochen, das gehört doch zur Fairness! Und wem Schnecken nicht schmecken, warum wird da gemeckert, Aus der Speisekarte war das doch ganz klar ersichtlich. Und wenn der Rotkohl nicht so wie bei Oma schmeckt, ist das noch lange kein Wertmassstab. Jürgen Brinkmann

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  5. @ Jürgen: Der Autor hat wiedergegeben, was er von den Gästen des Menüs gehört hat. Das wird so auch im Text formuliert. Und Slowfoodies sind sehr kritisch. Übrigens kommt der Schneckengang im Text sehr gut weg.

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