Samstag, 25. August 2012

Gourmetmeile Metropole Ruhr 2012: Schlaraffenland auf Zollverein




 Nach Sonnenuntergang:
Prächtige Illuminierung

Gestern startete bei idealem Wetter die Gourmetmeile Metropole Ruhr auf Zeche Zollverein in Essen-Altenessen. Das Areal für das „Schlaraffenland“ im Schatten des imposanten Förderturms, wie sich der Essene Bürgermeister Rudolf Jelinek in seiner Eröffnungsrede ausdrückte, war nach dem Zuschauerandrang der letzten Jahre vergrößert worden. Eine gelungene Entscheidung, jetzt kann man das Ruhrgebiets-Wahrzeichen auch tatsächlich beim Schlemmen sehen. Dennoch waren einige der Restaurants wie z.B. die Kettwiger „Résidence“, die die Veranstaltung seit Gründung im Kulturhauptstadtjahr 2010 prägten, nicht mehr dabei, doch wurde der Verlust durch drei Neuzugänge wieder wett gemacht, so dass insgesamt 17 Gastronomen aus Essen, Mülheim, Heiligenhaus, Gelsenkirchen und Bochum am Start sind.

Trocken speisen im Industriekultur-Monument

Nach zögerlichem Beginn am Nachmittag kamen die Gäste am Abend dann in Scharen. Auch wenn das Wetter an den beiden Haupttagen Samstag und Sonntag nicht mehr so ganz mitspielen sollte, zahlreiche Zelte und Schirme sorgen für trockenes (oder schattiges) Schlemmen.

Veranstalter Rainer Bierwirth (Mitte)
mit NRW-Justizminister Thomas Kutschaty (links)
und dem Essener Bürgermeister Rudolf Jelinek

Veranstalter Rainer Bierwirth hatte Honoratioren aus Stadt und Land am Abend zu einem Menü geladen, das einen kleinen Querschnitt durch das kulinarische Angebot bot. Während des Essens wurde es langsam dunkel, und nach Sonnenuntergang wurde die Zeche phantastisch illuminiert.

Hier die fünf Gange des Menüs.

Kiepenkerl zu Essen: Saltimbocca vom Kninchenrücken mit Limetten-Aioli auf Wildkräutersalaten (6 Euro):. Man musste fast schon suchen, um die leckeren, in Salbei und Schinken gewickelten Kaninchenfilets auf dem übervollen Teller zu finden. Dominierend war ein großer Parmesan-Chip, der den Salat in Form hielt. Richtig lecker die Limetten-Aioli.

Trattoria Trüffel da Diego: Tortelloni, Trüffelsauce, frischer scharzer Trüffel und Parmiggiano (8 Euro). Im Programmheft sind zwar Gnocchi angekündigt, aber auch die Tortelloni brachten mit ihrem intensiven Trüffelgeschmack italienischen Luxus auf den Teller und machten dem Namen von Diego Palermos Restaurant alle Ehre.

Vincent & Paul: Gebratener Butterfisch mit Pak Choi, Mu Err Pilzen und schwarzer Bohnen Sauce (9 Euro). Auch ohne seinen bisherigen Patron Frank Heppner, der das Restaurant im Museum Folkwang verlässt, bleibt sein bisheriger Stellvertreter und Nachfolger Jan Schlögl der euro-asiatischen Küchenlinie treu. Das Gericht ist ein schönes Beispiel dafür.

Restaurant M: Scheibe vom rosa gebratenem US-Beef an Süßkartoffel-Pommes und Trüffelsauce (9 Euro). Die prächtige Ausleuchtung der Zeche Zollverein nach Sonnenuntergang lässt das Essen auf dem Foto schriller erscheinen, als es schmeckte. Der neue Küchenchef auf der Margarethenhöhe Christian Götz zeigt sich minimalistisch. Gutes Fleisch, leckere Sauce, nur unter Pommes versteht man etwas anderes als die dennoch ganz leckeren Süßkartoffelschnitze.

Parkhaus Hügel: Cannelloni von Schokoladenkrokant mit Rumschaum-Crumble und Gewürzpflaume (5 Euro). In seinem witzigen Dessert bringt Suvad Memovic wieder einen deutschen Küchenklassiker up to date. Diesmal ist es die traditionelle Herrencrème, die er neu und extravagant interpretiert. Lecker.

Die Gourmetmeile Metropole Ruhr geht noch bis zu Sonntag, 26. August. Das komplette Programm finden Sie hier.

 Zollverein bei Tag

Zollverein bei Nacht

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