Freitag, 15. Januar 2010

Italienische Verspieltheit: „Rosmarino“ in Herne



Das italienische Restaurant „Rosmarino“ in Herne hat sich zum inoffiziellen Treffpunkt für den sog. Ini-Kreis des Conviviums „Mittleres Ruhrgebiet“ von Slow Food entwickelt. Das hat in erster Linie ganz praktische Gründe. In dem mit modernem Metropolen-Chic eingerichteten Laden am Berliner Platz zwischen der Martin-Opitz-Bibliothek und dem Kino „Filmwelt Herne“ ist die Küche gegen 21.30 Uhr, wenn die Arbeitssitzungen des Ini-Kreises vorüber sind, noch in vollem Betrieb. Und außerdem ist der fantasievolle Umgang mit der italienischen Küche durchaus schmackhaft.
Das Herner Publikum weiß das zu schätzen, denn das „Rosmarino“ scheint im Gegensatz zu dem spanischen Tapas-Laden, der vorher in den Räumlichkeiten war, zu brummen. Die Betreiber-Familie Mastroianni setzt hier die Erfahrungen um, die sie mit dem „Gallo“ in Bochum machen konnte. Immer wieder ist es ein besonderer Show-Effekt, wenn in einem großen ausgehöhlten Laib Parmesan-Käse vor den Augen der Gäste die heißen Bandnudeln aromatisiert werden. Das macht die lässige italienische Art des Service, die von den Gästen nicht immer goutiert wird, wieder wett.
Die Karte umfasst das umfangreiche Programm an Gerichten, das man von einem italienischen Ristorante/Pizzeria erwartet, ergänzt durch einen preiswerten Mittagstisch (Vorspeise und Hauptgericht 7,80 Euro) und ein umfangreiches Angebot an offenen und Flaschenweinen. Bemerkenswert ist die Wochenkarte, die die verspielte Kreativität der Küche zum Ausdruck bringt. Da gibt es immer wieder experimentelle Versuche zur italienischen Küche. Letzten Mittwoch taten sich zwei Slowfoodies an Folgendem gütlich: Die Tagliatelle mit Radicchio und Orangen (7,20 Euro) verbanden überraschend bittere und süß-fruchtige Aromen, die „Pizza della Befana“ bezauberte durch eine Vielzahl an schmackhaften Gemüsen und Hähnchenfleisch wie die Namensgeberin die italienischen Kinder mit den Geschenken zum Dreikönigstag. Und das zum Imbiss-Preis von 7,90 Euro.

Crostini zum Einstieg und Tagliatelle mit Radicchio und Orangen

Kommentare:

  1. Vielleicht weniger Metropolen Chic, oder besser gesagt gar keins ;), dafür im Zentrum Bochums kann ich noch Amalfi empfehlen: http://www.qype.com/place/918796-Pizzeria-Amalfi-Bochum

    Sehr konservative neapolitanische Pizza, mit eine der besten die ich je gegessen habe.

    Da kann es einem auch mal passieren das Abends die Verwandtschaft, die morgens frisch gemachte Wurst aus Italien mitbringt die dann umgehend auf der nächsten Pizza landet.

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  2. Gestern waren wir mittags im Rosmarino, nur zur Pizza, über andere Speisen kann ich nichts sagen. Der Laden war sehr gut besucht, Pizza war o.k. Aber das Amalfi in Bo. ist viel autentischer, eben Napoli. Ach ja, das Paradies ist immer woanders.

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  3. Tja, es hilft einem hungrigen Slowfoodie, der mittwochs um 21.30 Uhr in Herne ist, wenig, wenn es in Bochum eine bessere Pizzeria gibt...

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  4. leider ist das Rosmarino nicht so mein Ding. Die erwähnten Nudeln wurden solange imParmesan gechwenkt bis sie als ein kalter fester Haufen auf einem Teller waren. Ein Crepes mit Mousse au chocolat entpuppte sich als ein Vileda-Tuch mit dem man gerade ein umgekipptes Nutellaglas aufgewischt hatte. Der Wolfsbarsch in Orangensauce mit Spargel wurde von einer sehr süßen Sahne-Orangensauce überdeckt die sämtliche Aromen killte. Wie wäre es nach 21.30 mit Enzo (wo wir mit Peter Peter waren)?

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  5. Hui, das liest sich ja, als ob der Autor und ozeki in 2 total verschiedenen Restaurants gewesen sind. Das ist schade, weil die Küche für deratige Speisen und die notwendige Konstanz wohl doch einwenig überfordert scheint. Aber wie von der Freundin dgG zuvor schon geschrieben: unsere Pizza war o.k..

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  6. Leider ist die Qualität nicht durchlässig gut. Einige Gerichte sind vorzüglich, andere weniger. Die Patronin geht mit Kritik positiv um. Man kann mit ihr über Detailprobleme sprechen, sie geht darauf ein oder gibt zu mindest eine Erklärung.

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  7. Muss eine Revision anbringen: war vor einigen Tagen im Rosmarino und habe mir eine Ministrone bestellt. Große Enttäuschung, eine Brühe aus gekörnter Brühe war angereichert mit einer handvoll TK-Suppengemüse. Fertig! Das hat nun wirklich nichts mit "Cucina Casalinga" zu tun.

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