Samstag, 16. Januar 2010

RUHR.2010 im „Feinschmecker“




Keine Chance gegen Kitzbühel hat die Kulturhauptstadt RUHR.2010 in der aktuellen Februar-Ausgabe des „Feinschmeckers“. Mit mageren vier Seiten Berichterstattung steht das Ruhrgebiet in der kulinarischen Berichterstattung erst an zweiter Stelle hinter der schönen Tiroler-Metropole, die auf fetten 16 (!) Seiten abgehandelt wird. (Allerdings noch vor Vancouver, dem anschließend sechs schlanke Seiten gewidmet sind.) Immerhin attestiert das „internationale Gourmet-Journal“ dem Ruhrgebiet die „anständige Zahl“ von 30 gehobenen Restaurants im aktuellen „Feinschmecker“-Guide – bei 5 Millionen Einwohnern.
Was den Genießer von Herzen freut, ist, dass in dem Artikel sein „Manifest einer kulinarischen Bewegung im Ruhrgebiet“ zitiert wird: dass die Ruhrgebietsküche kein „armes Currywürstchen“ ist und auf den Traditionen der rheinischen und westfälischen Küche sowie den mitgebrachten Leibgerichten der polnischen, italienischen und türkischen Einwanderer ruht. Da hat jemand diesen Blog ausgiebig gelesen und vor allem auch verstanden.
Eines sei noch ergänzt. Dass die leidige Currywurst den Schritt von der Bordsteinverpflegung in die Restaurants geschafft hat, das lag nur begrenzt an Schimanski und Atze Schröder. Vielmehr war der Basta-Kanzler Gerhard Schröder daran nicht ganz unschuldig. Er bekannte sich einst im Rosenkrieg mit seiner Ex-Frau Hillu zu Bier und Currywurst und machte sie damit zum Kult-Essen der Neuen Mitte. Und die liegt bekanntlich in Oberhausen.

Kommentare:

  1. Ich schätze mal, dass dein Manifest 2010 noch öfter zitiert werden wird. Zu Recht!

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  2. Kurz und bündig: Glückwunsch!

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  3. wieso steht das Ruhrgebiet denn nicht einfach zu seiner Currywurst? Immer dieses 'Nein wir können noch viel mehr ...'. Als würde dies bezweifelt. Ich vermisse eine gewisse Souveränität. Stolz auf die Wurst und stolz auf jeden Sternekoch. Im Einklang.

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