Montag, 7. März 2011

Aus der Gichtküche: Auberginenschnitzel nach Art der Freundin des guten Geschmacks




Es ist rührend, wie die KochbloggerInnen-Community Anteilnahme für das Zipperlein des Genießers zeigt. So wollte die Freundin des guten Geschmacks den Fußkranken zu einem kräftigen, gichtkompatiblen Mahl einladen, aß dann aber die Auberginenschnitzel in kalter Tomatensauce, die sie dafür ausgesucht hatte, lieber selber auf. Dankenswerterweise veröffentlichte sie das Rezept in ihrem Blog, so dass der Genießer es vor ein paar Tagen nachkochen konnte. Was soll ich anderes sagen, es schmeckte natürlich wunderbar und war ein sehnsuchtsvoller Vorgriff auf die sommerliche Ess-Saison auf dem Balkon.

Beim Genießer sah das Gericht, ergänzt durch ein paar Bandnudeln, bei weitem nicht so schön aus wie bei der FdgG. Das Teller-Arrangement auf dem Küchentisch gibt eher die Verstörtheit des Genießers bei der Neuausrichtung seiner Essgewohnheiten wider. Über den Chianti im Hintergrund sollte man nicht stolpern. Ein Rotwein-Gläschen in Ehren ist auch dem Gichtkranken nicht zu verwehren, zumal der Genießer die Sardellen als Würze für die Tomatensauce durch ein Spritzer thailändische Fischsauce ersetzte, deren Purin-Gehalt in dieser winzigen Menge wohl vernachlässigenswert ist. Der Chianti Ruffina Riserva 2004 von Renzo Masi ist jetzt so auf dem Höhepunkt, wie ein Chianti nur sein kann – herrlich! (Rechts auf dem Bild ist übrigens eine Flasche mit Saft der Aroniabeere zu sehen, der alle gesunden Antioxidantien des Rotweins enthalt, aber keinen bösen Alkohol. Schmeckt schrecklich gesund.)

Übrigens: Die Milch für die Auberginen ist mir auch angebrannt.

Rezept: Auberginenschnitzel nach Art der Freundin des guten Geschmacks

1 Dose geschälte Tomaten (425 g)
1 – 2 Sardellenfilets in Öl eingelegt (Der Genießer nahm ein paar Spritzer thailändische Fischsauce)
1 EL Olivenöl
1 – 2 Knoblauchzehen
1 EL geschälte Petersilie
1 EL Basilikum
Salz, Pfeffer aus der Mühle
Cayennepfeffer
etwa 7 Scheiben Toastbrot (sie sollen 150 g Brotkrume ergeben – der Genießer nahm schönes frisches Paniermehl vom Bäcker)
4 feste Auberginen (etwa 800 g)
½ l Milch
2 Eier
3 EL Parmesankäse (frisch gerieben)
60 – 70 g Butterschmalz zum Braten
Limetten- oder Zitronenachtel
Basilikum und Petersilie zum Garnieren

Den Saft der Dosentomaten abgießen, die Tomaten durch ein Sieb streichen. Die Masse mit kleingehackten Sardellenfilets und Olivenöl im Mixer pürieren. Den Knoblauch pellen und zum Tomatenpüree pressen. Alles noch einmal pürieren.
Petersilie und Basilikumblättchen hacken und mit dem Püree verrühren. Mit Salz, Pfeffer und Cayennepfeffer abschmecken.
Das Toastbrot entrinden, würfeln und kurz mit der Moulinette zerkrümeln.
Die Auberginen putzen, schälen, längs in ½ cm dicke Scheiben schneiden. Die Milch mit einer Prise Salz zum Kochen bringen. Die Auberginenscheiben portionsweise zwei bis 3 Minuten darin garen. Herausnehmen und auf Küchenkrepp abtropfen lassen. Die Oberfläche trocken tupfen.
Die Eier verquirlen, mit dem Parmesan verrühren und mit Salz und Pfeffer würzen. Auberginenscheiben darin wenden. In die Brotkrume geben, dabei die Panierung gut andrücken.
Butterschmalz heiß werden lassen und die Auberginenscheiben von beiden Seiten darin goldbraun braten. Mit der Sauce anrichten. Mit Limetten- oder Zitronenachteln, Petersilie und Basilikum garnieren.

Kommentare:

  1. hier schlummert das potential für eine neue rubrik: genuss ohne reue! kann man bestimmt wunderbar an frauenzeitschriften verkaufen!

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  2. Stimmt. Man wird mit der Alte-Dicke-Männer-Krankheit Gicht esstechnisch wirklich noch zum Mädchen.

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  3. geniesser, das waren jeztz deine worte, ganz gewiss nicht die meinen!

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  4. Alter dicker Mann, soso ... *ggg*
    Das Rezept liest sich gar nicht soo schlecht.

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