Sonntag, 22. August 2010

Gestern bei Mama: Gemüse-Eintopf mit italienischer Bratwurst



Gestern habe ich für Mama einen jener beliebigen Eintöpfe gemacht, die das Ruhrgebietskochbuch von Dr. Oetker als typisch für die Ruhrgebietsküche darstellt und für die man eigentlich gar kein Rezept braucht. Mama kam das sehr entgegen, denn sie mag diese Gemüsegerichte sehr, denn sie schmecken gut und sind einfach zu machen. Also kochte ich nach Rezept klein gewürfelte feste Kartoffel ca. 15 Minuten lang in Gemüsebrühe, tat dann gleich groß geschnittene grüne Bohnen, Kohlrabi- und Möhrenwürfel dran und kochte alles so schön weich, wie es meine 93-jährige Mama mag. Doch ich wurde kreativ. Die Gemüsebrühe aus gekörnter Bio-Brühe verlängerte ich mit einem Rest des Weißwein-Wasser-Suds, der beim Brühen der Bratwürste für die süditalienische Grünkohlvariante vor ein paar Monaten übrig geblieben war und in im Tiefkühler auf Verwendung wartete. Das brachte eine schöne Säurenote ins Gericht. Nach Rezept gehörten auch Mettwurstscheiben dran, aber die mag Mama wegen der Pelle nicht. Also kochte ich ein kleines Stück in Würfel geschnittenen durchwachsenen Speck mit, der der Brühe zusätzliches Aroma gab. Dann drückte ich das Brät aus mehreren der sensationellen italienischen Bratwürste von Metzger Gläser in kleinen Bällchen in die Suppe, so dass sie langsam gar zogen und mit ihrer Fenchel- und Pfefferwürze der ganzen Sache den nötigen Bums gaben. Zum Schluss kam statt der verlangten Petersilie Basilikum dran und ein kleiner Schuss Sahne.

Mama fand’s richtig lecker. Die Schärfe der Wurst sagte ihr sehr zu. „Ich schmecke ja kaum noch was“, sagte sie. Allerdings fand sie die festkochenden Kartoffeln nicht richtig. Sie hätte mehlig kochende genommen, die sie nicht so klein geschnitten hätte, sondern nach dem Garen mit dem Schaumlöffel aus der Suppe gefischt und mit der Gabel zerdrückt hätte, um sie zur Bindung wieder zurück zu geben. Und statt der Sahne hätte sie Büchsenmilch genommen. „Das reicht auch."

Kommentare:

  1. Mhm... Einmal quer durch den Garten, das sind Kindheitserinnerungen.. *schwelg* Und bestimmt hätte Büchsenmilch ausgereicht.. ;-)

    Feines Süppchen für deine Mama...

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  2. Ich finde, dass diese Serie, vielleicht mit mehr "charakteristischen" Zitaten angereichert, durchaus das Zeug zu einem Buch hätte!

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  3. Hah - darauf habe ich gewartet. Das dies noch jemand gern tut: Bratwürstchen "ausdrücken" und als Beilage im Eintopf verwenden! Ich liebe dieses kulinarische Gimmick. Fantastisch, dass du dies auch machst. Bisher erntete ich nämlich nur Kopfschütteln bei der Erwähnung dieser Art des Würstchenskonsums.

    Kulinarische Grüße vom Bodensee
    Jörg

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  4. Solche Gemüseeintöpfe mag ich auch. Wenn sie dann noch mit Liebe für die Mama gekocht wurde ganz besonders. Das mit den in die Suppe gedrückten Bratwurstklößchen pflegte meine Großmutter auch zu machen...

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