Sonntag, 3. Januar 2010

Gestern bei Mama: Grünkohl auf kampanische Art





Gestern habe ich für Mama Grünkohl auf kampanische Art gemacht, nach dem Rezept aus der Sendung „Zu Tisch in Kampanien“ auf „Arte“. Die Bratwurst in einem Weißweinsud mit Lorbeer zu kochen ist eine geniale Idee. Den Grünkohl nur mit Knoblauch und Chili anzumachen allerdings ziemlich gewöhnungsbedürftig. So karg, fast ohne Fett, nur mit etwas Olivenöl, fehlt doch ein wichtiger Geschmacksträger. Italienisch hin oder her, die westfälische Version mit Gänseschmalz ist da doch schmackhafter. Also waren der Genießer, seine Mama und seine Schwester, die mitaß, nicht so recht begeistert. Erst, als ich abends einen Rest Grünkohl noch einmal aufwärmte und mit gekörnter Brühe und etwas Zucker nachwürzte, mochte das bittere Gemüse munden. Als Beilage gab es ein Ciabatta mit Tomaten und Bärlauch.


Morgens beim Einkauf hatte sich mal wieder der Bochumer Lebensmittel-Einzelhandel gegen den Genießer verschworen. Eingedenk der Tatsache, dass vor Weihnachten frischer Grünkohl bergewiese vor der REWE Dombrowski am Knüwerweg auf den Präsentationstischen gelegen hatte, stapfte der Genießer durch den frisch gefallenen Schnee hin. Allerdings vergebens, denn am Samstag zwischen dem Neujahrstag und einem Sonntag war keine neue Ware angeliefert worden. Also stapfte der Genießer zurück, befreite sein Auto vom Eis und gondelte auf glatten Straßen ins Einkaufsparadies an der Wittener Straße. Im „biokauf“ fand er zwei letzte Strünke Grünkohl, die aber einen jämmerlich welken Eindruck machten, dass er sie nicht kaufen mochte. An der Fleischtheke bei Metzger Gläser befreite Frau Gläser gerade eine halbe Rinderkeule von ihrem Plastiküberzug, um daraus für eine Kundin nach allen Regeln der Kunst und in aller Ruhe Rouladen zu schneiden. Also suchte der Genießer erst einmal die Tiefkühltruhe auf, um daraus zwei Packungen eingefrorenen guten Demeter-Grünkohl zu entnehmen. Bereits geschnitten und blanchiert, mochte das Convenience-Produkt den bisherigen Zeitverlust beim Einkauf vielleicht ausgleichen. Zurück an der Fleischtheke musste der Genießer allerdings feststellen, dass keine Bratwurst in Auslage zu sehen war, was ihm mit einem freundlichen „Wir haben heute auch keine“ bestätigt wurde. Also stapfte er durch den frisch gefallenen Schnee die zweihundert Meter zu REWE Lenk, um dort die notwendigen Bratwürste zu erstehen, und kam sich vor wie Bill Murray in dem Filmklassiker „Und täglich grüßt das Murmeltier“.

Kommentare:

  1. Frohes Neues ! Bin wieder da und schon am posten...der Genuß geht auch 2010 weiter !

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  2. Also Grünkohl, wie von Dir dargestellt, finden wir sehr lecker. Schau mal, ob Du beim nächsten Versuch anderes Olivenöl drübergiesst.
    Und ansonsten: wärste doch gleich auf den Samstagsmarkt zu Weitz gegangen, da gabs den frischgezupften Grünkohl. Super!
    Übrigens: Alternative zu Weiswein: Rotwein (ist die sizilianische Version). Auch sehr gut.
    Und wenns dann noch Würstchen von Frau Coniglio sind: hmmmmmmmmm!

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  3. @ weindeuter: Frohes Neues zurück!
    @ mvo: Schicksal - das Paradies ist immer woanders!

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  4. Frohes Neues aus dem Norden! Nicht nur auf dem Bochumer Weihnachtsmakt - nein, auch auf dem Genießer Tisch :) Schon mal Grünkohlsuppe probiert?

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  5. Danke für die Grüße aus dem norddeutschen Exil. Grünkohlsuppe habe ich noch nicht probiert - aber der nächste Winter kommt bestimmt...

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  6. Jau, die derzeitige Verfügbarkeit heimischen Grünkohls ist ein Trauerspiel. Dabei sollte der aktuelle Frost ihm doch gut bekommen. Aber dieses angegraute Wissen scheint dem Lebensmittelhandel abhanden gekommen zu sein. Mit Einsetzen des kalten Wetters war's vorbei mit den prallen, regionalen Kohltüten.

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  7. Erst einmal muss ich sagen ein interessanter Blog wo man gerne mitliest. Grünkohl esse ich ja auch ganz gern und dann oft auf den Weihnachtsmarkt eine Grünkohlpfanne die ist immer so lecker. Ich habe mir mal deinen Blog als Favorit abgespeichert.

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