Donnerstag, 23. Juni 2011

Genuss-Vestival: „Herten isst auf Ewald“



Reibekuchen mit Malakowturm
und Stahlkastenstrebengerüst

Ob es gerechtfertigt ist, die Zeche Ewald in Herten als struppige kleine Schwester von Zeche Zollverein in Essen zu bezeichnen, mag dahin gestellt sein. Das beeindruckende Gebäude-Ensemble ist jedenfalls kein herausgeputztes UNESCO-Weltkulturerbe, sondern ein Stück Industriekultur mit Gebrauchsspuren.

Drei Fördertürme, drei Epochen des Bergbaus

Die Arbeitswellt erstarrte hier nicht in cooler Schönheit, sondern es regierte hier der architektonische Wildwuchs. Wie an den Jahresringen eines Baumes kann man hier gleich an drei Fördertürmen samt Nebengbäuden die Epochen des Ruhrbergbaus ablesen: vom Malakowturm aus den 1870er Jahren, der an ein preußisches Lustschloss à la Schinkel erinnert, über ein Doppelbock-Fördergerüst aus den 1950er Jahren, das nicht verleugnen kann, dass es am gleichen Reißbrett wie Zollverein geplant worden ist, bis hin zum surreal anmutenden modernen Stahlkastenstrebengerüst.

Hertens Bürgermeister Uli Paetzel sorgt für Freibier.

Diese stimmungsvolle Kulisse ist in diesem Jahr zum ersten Mal Schauplatz einer Gourmetmeile der besonderen Art, dem Genuss-Vestival (nach dem „Vest Recklinghausen“, zu dem Herten gehört) „Herten isst auf Ewald“. Gestern fast pünktlich um 18 Uhr eröffnete Hertens Bürgermeister Uli Paetzel den Event mit dem Anstich eines Fässchens Freibier, und es schien, als habe er den Sonne nach dem nachmittäglichen Dauerregen mitgebracht.

Luxus-Vision des Kumpels: Halber Hummer

Kulinarisch sollte man „Herten isst auf Ewald“ nicht unbedingt mit der Gourmetmeile „Metropole Ruhr“ auf Zollverein vergleichen, die in diesem Jahr vom 2. bis zum 4. September stattfindet. Sterne- und andere Starköche findet man hier nicht, sattdessen Vertreter die gutbürgerlichen und Ländergastronomien: die griechische Taverne „Vangeli’s“ direkt aus der Nachbarschaft, die Gourmet-Abteilung des Wellness-Zentrums „Maritiomo“ aus Oer-Erkenschwick, das Hotel-Restaurant Bergedick, die Hausbrauerei Boente, das Irish Pub „Murphy’s“ und der Ratskeller aus Recklinghausen sowie Bauer Südfeld, ein westfälischer Bauernhof mit Hofladen und Café.

Schampus für den Genießer

Entsprechend bodenständig ist das Angebot, und die Portionen sind so, dass man davon satt wird. Der Genießer gönnte sich ein dreigängiges Abendessen, wobei beim Hauptgang die Lust am Luxus mit ihm durchging.

Hausbrauerei Boente: Reibekuchen mit Apfelkompott (4 Euro). Das passte zur Zechenkulisse. Die Reibekuchen waren außen knusprig und innen flitschig, das Apfelkompott lecker. Für Mama wäre es zu stückig gewesen.

Ratskeller: Halber Hummer mit Salat und Brötchen (10 Euro) mit einem Glas Rosé-Champagner (7 Euro). So stellt sich der Kumpel Luxus vor. Ein in der Pfanne frisch gebratener Hummer mit Schampus. Man gönnt sich ja sonst nichts – und dann noch bei so einem sozialen Preis.

Bauer Südfeld: Blaubeerpfannkuchen (4,50 Euro). Vor den Augen des Gneießers frisch zubereitet mit ordentlich frischen Blaubeeren drauf. Nicht zu süß und richtig lecker.

Die Gourmetmeile „Herten isst auf Ewald“ läuft noch bis zum 26. Juni. Das Programm finden Sie hier.

Kommentare:

  1. Sieht sehr Lecker aus alles ;)

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  2. Bei dem Hummer hätte ich sicher auch nicht nein gesagt. :)

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