Mittwoch, 28. April 2010

Genießers Kochkurs: Gefüllte Teigtaschen



Fröhliche Hausfrauen beim Teig-Ausrollen

Der Erfolg war überwätigend: Über 30 Anmeldungen lagen für den Kochkurs „Gefüllte Teigtaschen“ vor, den der Genießer für den 3. Mai in der VHS Herne angeboten hatte. Weil aber in der Lehrküche der VHS nur Platz für 16 Hobby-Azubis ist, wurde ein Zusatztermin anberaumt, der gestern stattfand. Von seinen Männer-Kochkursen nur an die toughen Koch-Kerle gewöhnt, war der Genießer aufs Angenehmste überrascht, diesmal hauptsächlich Damen mit der Leidenschaft fürs Kochen vorzufinden. Also brachte er mit viel Vergnügen den fröhlichen Hausfrauen das Nudelkochen bei - und auch einigen wenigen Ehemännern kochender Frauen und Vätern kochender Töchter.

Auch den Hausmännern wurde geholfen

Bekanntlich vereinigt die Ruhrgebietsküche als integrative Metropolenküche das beste aller Kulturen, so auch den Hang zur Nudel. So hatte der Genießer vier Rezepte aus den Kulturkreisen ausgesucht, die im Pott vertreten sind: elegante Ravioli aus Italien, feine Maultschen aus Deutschland, rustikale Piroggen aus Polen und exotische Frühlingsrollen aus China.
Emsiges Treiben: Nudel-Machen ist harte Arbeit

Um diesen Streifzug um die Welt antreten zu können, wurde erst einmal ein Nudelgrundteig aus einem Ei auf 100g Mehl (Rezept hier) zubereitet, und es war eine Lust zuzusehen, wie emsig die Teilnehmer Mehl und Eiere zusammenkneten. Als es dann ums ausrollen ging, verstand auf einmal jeder, warum die italienischen Mamas so üppige Oberarme haben. Nudeln Machen ist eine recht sportliche Angelegenheit, besonders, wenn man genügend Probier-Portionen für 15 hungrige Mäuler zustande bekommen will.


Die Frühlingsrollen folgten einem Rezept des chinesischen Kochs Ken Hom. Das Rezept sah die Verwendung von fertigen Wantan-Teig aus der Packung vor; im Kurs wurde selbstverständlich selbstgemachter Teig benutzt. Eine Teigvariante nur mit Wasser ohne Ei wurde auch gemacht, erwies sich aber in der Verarbeitung als nicht so günstig. Gefüllt wurden die Frühlingsrolle mit Garnelen- und Schweinefleisch, asiatischen Pilzen und Weißkohl. Anders als die anderen Nudelspezialitäten wurden die Frühlingsrollen nicht gekocht, sondern in heißem Öl frittiert. Als Dip dazu gab es eine fertig gekauft süß-saure Sauce.


Für die polnischen Piroggen wurde auch ebenfalls ein Extra-Teig mit etwas Butter angefertigt, der sich jedoch als sehr brüchig erwies, so dass dem normalen Grundteig der Vorzug gegeben wurde. Gefüllt wurden sie Schweinefleisch, Sauerkraut und Kartoffeln. Dazu gab es die traditionelle Saure Sahne.



Optischer Höhepunkt des Nudelreigens waren die Maultaschen nach einem Rezept des Essener-Fernsehkochs Nelson Müller, die er vor einiger Zeit in der WDR-Sendung „Daheim und unterwergs“ vorgestellt hatte. Dazu wurde der Teig mit Streifen versehen, die mit Tintenfischtinte schwarzgefärbt wurden, so dass die Nudel-„Koffer“ von den Köchinnen sofort den Namen „Tigerenten-Maultschen“ bekamen. Die elegante Füllung bestand aus feinem Kalbfleisch. Dazu gab es, schon sehr italienisch, geschmolzene Tomaten.








Den Abschluss bildeten dann die Nudeln aus dem Pastaland Italien. Einmal gab es welche mit einer einfachen Füllung aus Ziegenfrischkäse und Parmesan


Und dann kam ein weiterer optischer (und geschacklicher) Bringer: Mit einem rohen Eigelb gefüllte Ravioli nach einem Rezept der italienischen Kochbuchfürstin Lorenza de‘ Medici. Hier war, wie bei den „Tigerenten-Maultaschen“, viel Freude an der kulinarischen Bastelarbeit gefordert, die aber durch den schönen Effekt auf dem Teller belohnt wurde, wenn aus dem Nudelteig das Eigelb wie bei einem Spiegelei quillt.

Eleganz am Herd

Kommentare:

  1. mhh da läuft einem aber schon beim zusehen trotz der anstrengenden Arbeit das Wasser im Mund zusammen :-) Beim nächsten Kurs bin ich dabei !

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  2. die Sachen sehen alle sehr gut aus, blutige Anfängerinnen waren das imho aber nicht. Eher gestandene Küchendamen, die mal was neues ausprobieren wollten. Sieht alles auf den Punkt aus, auch schönes Tellerrrangement etc. Beeindruckend auf jeden Fall, wie der Geniesser es geschafft hat, trotz solcherart Ablenkung sein kochdidaktisches Feuerwerk abzufackeln. In dieser Runde könnte man vielleicht auch mal mit nem Wein als Begeleitung kommen, was ja wohl bei den reinen Männerunden eher schwierig war.

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