Samstag, 21. August 2010

Im Supermarkt entdeckt: Schulte Bloom’s naturtrüber Apfelsaft von westfälischen Streuobstwiesen



Unter dem Label „NRW Heimat Produkt“ geht die Handelskette Rewe auf die Forderung vieler bewusster Verbraucher nach regionalen Produkten ein. Und so freute sich auch der Genießer über das, was das Etikett eines so gekennzeichneten Apfelsaftes versprach: ein ökologisch akzeptabels Nicht-Bio-Produkt, bei dem die Zutaten nicht um den halben Globus kutschiert wurden, handwerklich einwandfrei hergestellt und die traditionelle Kulturlandschaft schützend. „Schulte Bloom’s naturtrüber Apfelsaft“ (0,75l 1,49 Euro) ist ein Direktsaft von westfälischen Streuobstwiesen, hergestellt von der Obstsaftkelterei Josef Möller in Recklinghausen-Stuckenbrock. Die Nährwertanalyse ist ausgiebig dokumentiert und mit dem Hinweis, dass die Werte den „für Naturprodukte üblichen Schwankungen“ unterliegen, versehen. So weit, so überzeugend.

Doch wer ist bloß auf die Idee gekommen, dem Saft zusätzlich noch Vitamin C zu verpassen, und zwar „mindestens 50 mg pro 100 ml“? Sind die Früchte der westfälischen Streuobstwiesen so schlecht, dass so ein Werbe- und Vermarktungstrick wirklich nötig ist? Und scheiden wir nicht sowieso das Vitamin C ungenutzt wieder aus, weil wir bei einer „abwechslungsreichen und ausgewogenen Ernährung“, wie sie das Etikett empfiehlt, mehr als genug Vitamin C zu uns nehmen? Schade, dass mit so einer unnötigen Aufbrezelung ein eigentlich empfehlenswertes Produkt seine Wertigkeit einbüßt.

(Ein paar Worte noch zum Etikett: Die uncoole Obstbauernkarikatur ginge nicht einmal als schlechte idyllisierende Kinderbuchillustration durch. Andere Obstsaft-Etiketten von Rewe, die sich an aufgeklärte Verbraucher wenden, kommen dagegen durchaus an das Design moderner Wein-Etiketten heran.)

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