Montag, 27. Juni 2011

Sonntagsessen: Huhn mit Gambas



Eine wunderbare Inspiration für Leute, die nicht wissen, was sie kochen sollen, ist Margit Kunzkes Blog „Kochbuch für Max und Moritz“. Da fand der Genießer vor Kurzem dieses schöne Gericht aus mit Kartoffeln und Tomaten geschmortem Hühnchen und gebratenen Gambas und gleich eine kleine küchenregionale Einordnung dazu, die einfach Appetit machte.

Hühnchen mit den Zutaten für die Marinade

Doch wenn man schon nachkocht, sollte man auch das Rezept früh genug richtig durchlesen. Als der Genießer gestern Morgen mit den Vorbereitungen begann, stellte er fest, dass das Hühnchen mindestens sechs, am besten eine ganze Nacht lang mit Orangenhonig und anderen guten Zutaten mariniert werden soll und die gesamte Bratzeit im Ofen fast vier Stunden dauert. So viel Zeit blieb bis zum Essen gar nicht. Und den südfranzösischen Likörwein Banyuls, der für die Marinade vorgesehen ist, hatte er auch nicht, geschweige denn Orangensalz. Also wurde improvisiert. Statt Orangensalz gab’s normales Salz und abgeriebene Orangenschale, satt Banyuls nahm der Genießer ein Gläschen „Sprockhöveler Urwurz“, einen sehr süßen und sehr scharfen Kräuterlikör, den er mit Rotwein verdünnte.

Das Hühnchen wurde im schwarzen Eisentopf etwas dunkel. Die angebratenen Gambas kammen erst zum Schluss dazu.

Mariniert wurde nur zwei Stündchen, und um die Bratzeit abzukürzen, wurde die Temperatur einfach etwas erhöht. Keine wirklich gute Idee: Fleisch und Kartoffeln wurden zwar wunderbar weich und zart, aber die Marinade sehr dunkel, so dass sie beim Karamellisieren auf der Hühnerhaut etwas bitter wurde – aber zum Glück noch recht gut zu genießen war.

Dazu gab es Rucola-Salat mit Cocktail-Tomaten und Schafsjoghurt-Dressing, als leckere Deko noch Margits Tapa Nr. 7, Auf Ziegenkäse gespießte, mit Olivenöl, Pfeffer und Salz gewürzte frische Kirschen.

Der vorgesehene...

Als Wein war eigentlich ein 2010 Rosé Saint Saturnin Reserve „Les Limberts“ vorgesehen. Zum Einsatz kam aber der Rest vom 2001 Domaine de Jonquières, der noch vom letzten Sonntag da stand. Die Woche an der Luft hatte dem fantastischen Roten keinen Abbruch getan. Die leichten Karamelltöne, die sich entwickelt hatten, passten prima zum marinierten Hühnchen.

Zum Rezept geht es hier.

... und der getrunkene Wein.

Kommentare:

  1. Ich glaube das Koch ich mal nach... vielleicht noch mit ein paar Mangos die noch zu verwerten sind...

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  2. interessant das mit den Weinen, der Rosé kommt von der Genossenschaftskellerei in St. Saturnin, bekannt für rustikale, ehrliche nicht überteuerte Tropfen (wo hast du den her ?) + der Rote kommt von unmittelbar nebenan, Jonquières liegt nur gut einen km entfernt. Da macht auch Olivier Jullien seine Weine (Mas Jullien). Eine Languedoc - Legende, ein Maßstabsetzer für die ganze Region.

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  3. Den Rosé habe ich neulich für 4 Euro bei Karstadt in Dortmund gekauft, den Roten vor Jahren für 9,50 Euro in der Weinzeche.

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  4. Danke für die Komplimente, Das freut mich riesig :-)
    Zu meinem Schrecken muß ich feststellen, daß mir bei dem Rezept ein kapitaler Fehler unterlaufen ist. Ganz verdutzt lese ich etwas von einer Garzeit von vier Stunden. Da wäre aus dem Hähnchen bei 200º Holzkohle geworden. Die Gesamtgarzeit ist je nach Qualität des Hähnchens circa 90 Minten und nicht, wie ich schrieb 190+35 Minuten...
    Man möge mir den (Schreib)Fehler verzeihen. Manchmal sieht man ja den Wald vor lauter Bäumen nicht, schon gar nicht, wenn man seine eigenen Texte korrigiert...Im Blog habe ich es auch korrigiert.

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