Freitag, 16. Februar 2018

Zum 140. Brauereigeburtstag: Fiege präsentiert neues Zwickel-Bier. Und verleiht die diesjährige Bierkutschermütze an den innovativen Start-Up-Gründer Christian Großmann



Heute Morgen luden Jürgen und Hugo Fiege von der der Bochumer Privatbrauerei Moritz Fiege zu einem Presse-Frühschoppen, wie er nur im Ruhrgebiet möglich. Erstens wollten sie auf das beeindruckende Jubiläum ihres Familienbetriebes hinweisen, der seit 140 Jahren am Rand der Bochumer Innenstadt seinen Standort hat und die Region mit Bier versorgt. Vor 90 Jahren schon führte Fiege das Pils als eine der ersten Brauereien im Ruhrgebiet ein. Heute sind 13 Sorten im Produktionsportfolio.

Der diesjährige Bierkutschermützenträger
Christian Großmann zwischen Hugo und Jürgen Fiege 

Jürgen Großmann demonstriert
seine Formgedächtnislegierung

Zweitens wird in diesem Jahr zum 15. Mal die Bierkutschermütze verliehen, die Fiege jedes Jahr an eine Persönlichkeit vergibt, die sich um das Ruhrgebiet verdient gemacht hat. In dieses Jahr geht die Auszeichnung an Dipl.-Ing. Christian Großmann, der mit seiner Firma Ingpuls GmbH in Bochum Formgedächtnislegierungen entwickelt und herstellt, d.h., Metalle die sich nach Verformung an ihre ursprüngliche Form „erinnern“ und zurückformen.

Neu im Portfolio: Moritz Fiege Zwickel

Gefeiert wird das Ganze mit der Einführung der 13. Biersorte im Portfolio, dem Zwickel. „Die neue Bierspezialität basiert auf naturtrübem Gründer und hat seinen Namen vom Zwickelhahn, aus dem die Braumeister Proben zur Qualitätskontrolle entnehmen“, erklärten Hugo und Jürgen Fiege. Das feinwürzige Kellerbier kommt ungemein süffig und erfrischend daher und lässt sich einfach trinken, fand der Genießer nach der Verkostung aus dem extra kreierten Zwickel-Glas, das auf dem klassischen, griffigen Willibecher basiert. Analog zum „Terrassenwein“ würde er es „Terrassenbier“ nennen.

Ab Montag, den 16. Februar 2018, ist Moritz Fiege Zwickel im Bierhandel erhältlich.



Wochenplan: Kulinarische Termine vom 16.2. - 22.2.2018



bis 31.3.2018
Ausstellung
Essen außer Haus. Vom Henkelmann zum Drehspieß
Dortmund, Brauerei-Museum
Infos hier 

bis  25.3.2018
Restaurant-Karussell
Duisburg, Essen, Mülheim, Oberhausen, Wesel,  38 versch. Restaurants
Infos hier

bis 31.3.2018
Menue Karussell Bochum
Bochum, Hattingen, Herne, 35 versch. Restaurants
Infos hier

bis 31.3.2018
Menue Karussell Dortmund
Castrop-Rauxel, Dortmund, Hattingen, Herdecke, Lünen, Waltrop, Werl, Witten, 27 versch. Restaurants
Infos hier 

bis 31.3.2018
Menue Karussell Vest
Bottrop, Datteln, Dorsten, Dülmen, Gelsenkirchen, Haltern, Oer-Erkenschwick, Raesfeld, Recklinghausen,  35 versch. Restaurants
Infos hier

17.2.2018
Auf Wiedersehen und vielen Dank
Abschiedsparty zur Schließung des Orlando
Bochum, Orlando
Infos auf Facebook

22.2.2018
Kulturwissenschaftliches Institut
Esskultur - Perspektiven auf Geschmack und Ernährung in einer globalisierten Welt
"Geschmack ist mehr als schmecken! - Einführung in die Sensorik" mit Guido Ritter (FH Münster)
Witten, [....] raum e.V.
Infos hier 

Wochen- und Feierabendmärkte im Ruhrgebiet. Klick hier

Montag, 12. Februar 2018

Bochum: Feinkost DiVita umgezogen




Die Bochumer Nudelmacher Orazio und Adriana DiVita sind mit ihrem italienischen Feinkostladen zurück an die Hattinger Straße gezogen. Ursprünglich hatten sie vor Jahren etwas weiter südwestlich in Weitmar-Bärendorf bei ihren Kunden Kultstatus erworben, und 2012 zogen sie dann mit einem größeren Restaurant in die neu gebauten Claudius-Höfe hinter dem Hauptbahnhof. Doch auf die Dauer wurden sie in diesem Edel-Ghetto nicht glücklich, und so zog es sie zurück auf den Kiez der langen Bochumer Ausfallstraße. Zusammen mit dem Restaurant Schreiners und dem Neo-Diner Blondies sorgen sie nun mit ihrer neuen Pastamanufaktur im Schatten des Bergmannheils für gastronomische Vielfalt oberhalb der Imbiss-Kategorie.

Frische Pasta im Haus gemacht

Erstklassige hausgemachte Pasta sind ihre Spezialiät. Mit Hilfe einer beeindruckenden Batterie von Pastamaschinen produzieren sie vor Ort Nudeln mit den wunderbarsten Füllungen, die man sich an der Theke abwiegen lassen und mit nach Hause nehmen kann. Aber auch vor Ort kann man sie verspeisen.

 Fantastische Pasta ...

... in coolem Ambiente.

Das frisch renovierte Lokal Hattinger Ecke Grottenstraße ist mit seiner Rundumverglasung eine chice Location geworden. Und das alles in typisch italienischem Trubel. Die vielen Glasscheiben reflektieren den Schall der ratternden Nudelmaschinen und der plaudernden Gästen, und so hat man hat das Gefühl, mitten auf einer verkehrsumbrandeten Piazza zu sitzen.

Pastamanufaktur Di Vita, Hattinger Str. 79 (Eingang Grottenstraße). www.divita-feinkost.de

Freitag, 9. Februar 2018

Urbane Landhausküche: Allerlei von Täubchen, Wirsing und Marone – Täubchenbrust im Wirsing-Maronenpüree-Mantel │ Täubchenschenkel mit Kastanienhonigglasur │ Wirsingchips │ getrüffelte Champignons │ Polenta │ Biersauce



Eigentlich kam ich auf die Idee zu diesem Gericht durch ein Foto, dass die Freundin des guten Geschmacks auf Facebook gepostet hatte (klick hier). Da lag neben einer köstlich gebratenen Taubenbrust ein schneckenförmiges Gebilde, das ich für Taubenfarce in einem Wirsingblatt hielt. Es stellte sich aber heraus, dass es sich ein Minz-Omelette mit Frischkäse-Lachsfüllung handelte.

Wirsingroulade mit Täubchenbrust 

Täubchenbrustfilets 

Füllung: Maronenpüree, Pistazien, getrüffelte Champignons

Dennoch ließ mich der Gedanke nicht los, einmal Taubenbrust in einen Wirsingmantel zu stecken, was ich schließlich am letzten Wochenende realisierte. Auf dem Weihnachtsmarkt hatte ich in einem Anfall von Romantik frische Maronen gekauft, die beim Weihnachtsmenü allerdings nur als Deko fürs Foto von der Kastanienesuppe zum Einsatz kamen (klick hier). (Zum Kochen nahm ich alter Faulpelz bereits fertig geschälte und gekochte Maronen aus dem Vakuumpack.) Jetzt unterzog ich endlich die schönen Dinger der umständlichen Prozedur des Schälens und bereitete daraus ein Püree zu, das ebenfalls in meine Wirsingroulade kommen sollte. Doch ich ergänzte es noch um Pistazien und Champignons, die ich mit Trüffelöl aromatisierte. (Echte Trüffel wären natürlich besser geworden, aber als ich im FrischParadies vor der Trüffelpräsentation stand, kam dann doch der Ruhrgebietsknauser in mir durch. Dabei hätte eine kleiner schwarzer von vielleicht 20 Gramm auch nicht mehr als 35 Euro gekostet und mich nicht unbedingt in die Altersarmut gestürzt. Aber was will man gegen die gute Erziehung machen.)

 Mit Kastanienhonig glasierte Täubchenschenkel

 Klein Plattfrosch, sondern ein knuspriger Wirsingchip
giert nach der Biersauce auf der Polenta.

Trotzdem kam dieses wunderbare Gericht zustande. Die Täubchenschenkel wurden gebraten und mit Kastanienhonig glasiert, aus den Karkassen und Fleischresten wurde eine Brühe gekocht, mit der ich Sauce und Polenta zubereitete und die überall zum Einsatz kam, wo etwas Flüssigkeit vonnöten war. Zum Würzen nahm ich auch noch Fiege Bernstein, das dem Ganzen ein adultes Hopfenaroma gab. Allerdings muss man aufpassen, dass man nicht zu viel Bier nimmt. Sonst wird’s bitter.


Rezept: Allerlei von Täubchen, Wirsing und Marone – Täubchenbrust im Wirsing-Maronenpüree-Mantel │ Täubchenschenkel mit Kastanienhonigglasur │ Wirsingchips │ getrüffelte Champignons │ Polenta │ Biersauce
4 Portionen

2 ganze Täubchen
Butterschmalz
2 EL Butter
Kastanienhonig
6 große Wirsingblätter
1 Bund Suppengrün (Lauch, Sellerie, Möhren)
500 g Maronen frisch (oder 250 g vorgegarte)
500 g Champignons
2 Schalotten
4 TL Pistazienkerne, ungesalzen
Trüffelöl
Pfeffer, Salz
Polenta


Ungeschälte Maronen einritzen, in kochendes Wasser geben und 20 Minuten kochen lassen. Maronen heiß schälen.

Täubchen zerlegen: Flügel abschneiden, Brüste auslösen und Schenkel samt Rückenstück auslösen. Von den Brüsten die Haut entfernen. Brüste, Schenkel und Flügel sowie Herzen und Leber beiseitelegen.

Eine Hälfte des Suppengrüns würfeln, zusammen mit den Täubchenkarkassen und Fleischresten in einem großen Topf anrösten, gut mit Wasser bedecken und eine halbe Stunde lang lang zu einer Brühe kochen. Mit Pfeffer und Salz abschmecken.

Die andre Hälfte des Suppengrüns ebenfalls würfeln. Gemeinsam mit den geschälten Maronen in 1/8 l Täubchenbrühe und einem Schuss süßlichem Bier 20 bis 30 Minuten kochen, bis die die Maronen weich sind. Vom Herd nehmen und pürieren.

2 EL des Pürees mit Öl verdünnen. Süßen Paprika einrühren, kräftig salzen. 2 Wirsingblätter in mundgerechte Stücke zufen, durch das verdünnte Maronenpüree ziehen. Auf einem mit Backpapier belegtem Backblech verteilen, ohne dass sie überlappen. Bei 110 Grad im Backofen ca. 40 Minuten trocknen, bis sie knusprig sind.

4 große Wirsingblätter in Salzwasser 5 Minuten blanchieren. Mit eiskaltem Wasser abschrecken. Blätter auf ein Brett legen und mit einem Messer den dicken Strunk flach ausdünnen.

Eine Hälfte der Champignons zu einer feinen Brunoise würfeln. Die andere Hälfte blättrig schneiden. Schalotten fein würfeln. Täubchenleber und – herz fein würfeln.
Champignonbrunoise mit der Hälfte der Schalottenwürfel in Butter weich dünsten, Herz und Lber ebenfalls mitbraten. Pfeffern, salzen und mit Trüffelöl parfümieren.

Die blättrig geschnittenen Champignons mit der anderen Hälfte der Schalotten in Butter und einem EL Täubchenbrühe weich dünsten. Dabei mit einem gebutterten Stück Alufolie bedecken und mit einem Topfdeckel beschweren. Wenn die Champignons weich sind, Alufolie wegnehmen, entstanden Flüssigkeit verdampfen lassen und die Champignons leicht Farbe annehmen lassen. Mit Trüffelöl parfümieren

Blanchierte Wirsingblätter dick mit Maronenpüree bestreichen, mit Champignonbrunoise und Pistazien bestreuen und mit je einer Täubchenbrust belegen. Jeweils zu einer Roulade zusammenrollen und stramm in Klarsichtfolie einwickeln. Mit Küchengarn verschnüren. In kaum sprudelndem Wasser 15-18 Minuten pochieren lassen.

Gewünschte Menge Polenta nach Packungsangabe mit Täubchenbrühe zubereiten.

Täubchenschenkel und –flügel in Butterschmalz goldgelb anbraten. Aus der Pfanne nehmen, überschüssiges Fett abgießen. 2-3 El Butter in der Pfanne auslassen. 1-2 TL Kastanienhonig dazugeben. Täubchenschenkel und- flügel darin wenden und glasieren. Aus der Pfanne nehemn.

Für die Sauce die TäubchenpfannePfanne mit ¼ l Täubchenbrühe und einem Schuss Bier auffüllen, um die Hälfte einkochen lassen. Mit Pfeffer, Salz und etwas Apfelsaft abschmecken. Mit eiskalter Butter binden.

Fertig pochierte Wirsingpäckchen etwas ruhen lassen und auspacken. Halbieren. Je 2 Hälften, 1 Tübchneschnel und 1 Täubchenflügel mit Polenta, Sauce und Wirsingchips anrichten und mit getrüffelten Champignonscheiben bestreuen.

 Getrüffelte Champignons



Wochenplan: Kulinarische Termine vom 9.2. - 15.2.2018



Nix los am Karnevalswochenende.

bis 31.3.2018
Ausstellung
Essen außer Haus. Vom Henkelmann zum Drehspieß
Dortmund, Brauerei-Museum
Infos hier 















26.1. - 25.3.2018
Restaurant-Karussell
Duisburg, Essen, Mülheim, Oberhausen, Wesel,  38 versch. Restaurants
Infos hier

1.2. - 31.3.2018
Menue Karussell Bochum
Bochum, Hattingen, Herne, 35 versch. Restaurants
Infos hier

1.2. - 31.3.2018
Menue Karussell Dortmund
Castrop-Rauxel, Dortmund, Hattingen, Herdecke, Lünen, Waltrop, Werl, Witten, 27 versch. Restaurants
Infos hier 

1.2. - 31.3.2018
Menue Karussell Vest
Bottrop, Datteln, Dorsten, Dülmen, Gelsenkirchen, Haltern, Oer-Erkenschwick, Raesfeld, Recklinghausen,  35 versch. Restaurants
Infos hier


Wochen- und Feierabendmärkte im Ruhrgebiet. Klick hier



Mittwoch, 7. Februar 2018

Bochum: Fachforum dialog food&drink 2018 in der Jahrhunderthalle



Haben gut lachen:  Veranstalter Martin Hartmann (Getränke Hartmann), Rainer Altendeitering (Niggemann Food Frischemarkt), Hugo Fiege (Privatbrauerei Moritz Fiege)

Einmal mehr wurde gestern die Jahrhunderthalle Bochum zur Markthalle der Stadt. Über 90 Gastro-Anbieter nutzten die imposante Kulisse, um ihre Produkte mehr als 1000 Fachbesuchern vorzustellen, die das Fachforum dialog food&drink besuchten. Zum vierten Mal fand der gelungene Mix aus Workshops, Fachvorträgen, Podiumsdiskussionen und Branchentreff statt, seit es 2014 von den Bochumer Gastronomieversorgern Niggemann Food Frischemarkt, Getränke Hartmann und der Privatbrauerei Moritz Fiege ins Leben gerufen wurde.

Hendrik Hujser präsentiert die Hähnchen mit dem Label Rouge

Und auch der Genießer wurde in dem Angebot fündig. Im Rahmen eines Presserundgangs beeindruckten ihn zwei Aussteller besonders. Die „Fermiers Landais“ sind eine Kooperative von Geflügelzüchtern aus dem Département Les Landes im französischen Baskenland, die streng nach den Vorschriften des Gütesiegels „Label Rouge“ arbeiten. Das „Label Rouge“ wurde in der Region 1965 gegründet. Spezialität der „Fermiers Landais“ sind die Marensin-Hühnchen (Nackthalshühner), in den Pinienwäldern der Region aufwachsen und in transportablen Ställen Unterschlupf finden.

Chinotto mit Bitterorangen aus Savona

Begeistert war der der Genießer auch von der italienischen Getränkemarke Lurisia im italienischen Piemont. Das Mineralwasser, das unter dem Namen „Bolle et Stille“ angeboten wird, schmeckt tatsächlich wie schmelzender Schnee. Herausragend sind die Limonaden, die mit Früchten hergestellt werden, in den sog. Presidii von Slow Food geschützt sind. So kommen apulische Winterorangen und die Sfusato-Zirone aus Amalfi zum Einsatz - beim Chinotto nur die traditionsreichen Bitterorangen aus Savona.

 Bettina Westhagen und Salvatoro Orto
vom Limonaden-Produzenten Lurisia

Präsentierte 30 Sorten Rum aus Venezuela:
American Bartender Peter Schütte

Bestes Felsich aus Australien: Patrick Burgers von Angus Pastoral


Thema Regionalität: Moderator Matthias Bongard diskutierte mit Gästen 

Auch die Podiumsdiskussion zum Thema Regionalität war ganz nach dem Geschmack des Genießers, und die Teilnehmer Christian Bühler (Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall), Ruth Lemmer (Chefredakteurin „Ruhrmetropole geht aus“), Gerhard Besler (Westfalen Magazin und Westfalen Institut) und Hugo Fiege (Privatbrauerei Moritz Fiege) hatten auch eine Menge zu sagen. Doch letztendlich zerfaserte sich das Thema wie der verschwurbelte Titel des Ganzen „Regionale Erzeugerkultur und gastronomisches Qualitätsverständnis als Erfolgsfaktoren für die Gastronomie der Zukunft – Standortbestimmung: Die Genussregion Rhein-Ruhr“, statt aufzuzeigen, welche kulinarische Bedeutung die Regionalität für das Ruhrgebiet hat und wie sie überhaupt in dieser jungen Industrieregion aussieht.

Thema Köche-Akademie: Matthias Bongard (Moderator, Michael Dyllong (Palmgarden, Dortmund). Stefan Postert (IHK Mittleres Ruhrgebiet)...

... Berthold Bühler (Sternekoch), Hans-Hubert Imhoff (Gastronom, Essen), Herwig Niggemann

Ob ausgerechnet eine Podiumsdiskussion die geeignete Form war, um die großangelegte Exzellenz-Initiative der ersten deutschen Köche-Akademie, die 2019 in Bochum eröffnet werden sollen, vorzustellen, sei einmal dahingestellt. Wie notwendig so ein Projekt ist, zeigen die Statistiken. Innerhalb von zehn Jahren hat sich die Zahl der Auszubildenden in Deutschland von 100.000 auf 50.000 halbiert. Besonders dramatisch macht sich der Mangel bei den Köchen im Ruhrgebiet bemerkbar. So hat sich ein Arbeitskreis unter Federführung der IHK Mittleres Ruhrgebiet zusammengefunden, zu dem neben regionalen Gastronomen wie Spitzenkoch Michael Dyllong auch das Alice-Salomon-Berufskolleg in Bochum sowie der Bochumer Gastro-Experte Herwig Niggemann gehören. Ziel ist es, eine ergänzende Aus- und Weiterbildungsmöglichkeit für Spitzenköche zu schaffen.

Das nächste Fachforum Dialog food&drink findet am 11. Februar 2020 statt.

 Zum Wohle!


Mittwoch, 31. Januar 2018

Jubiläum: 40 Jahre „Costa Azzurra“ in Duisburg



Ursula und Gianni Lattarulo betreiben
seit 40 Jahren die "Costa Azzurra" in Duisburg.

Ein wahrhaftes Urgestein der Gastronomie im Ruhrgebiet ist die „Costa Azzurra“ in Duisburg. Vor 40 Jahren gründete Gianni Lattarulo das italienische Ristorante in der Danziger Straße nicht weit von der Klöckner-Zentrale im heutigen Silberpalais. Betritt man das verwinkelte Lokal, ist es wie ein Zeitreise. Noch immer herrscht hier eine Atmosphäre wie in den späten 1970er oder frühen 1980er Jahren, und man hat den Eindruck, gleich käme der selige Kommissar Schimanski um die Ecke. In der Tat war Götz George während der Dreharbeiten zu seinen Tatort-Filmen häufig Gast in der „Costa Azzurra“. Und sogar Schimis französisches Pendant Jean-Paul Belmondo schneite einmal mit seiner Entourage herein. So war es auch kein Wunder, dass die „Costa Azzurra“ das Catering übernahm, als der heute als Oscar-Kandidat gehandelte Hamburger Regisseur Fatih Akin im Jahr 2002 seinen Film „Solino“ über die erste Pizzeria im Ruhrgebiet in der Region drehte.

Das Spaghetti-Rezept hängt an der Wand 

Fein eingedeckte Tische 

Überall alte Schätzchen: Die Costa Azzura verfügt
über schone alte Jahrgänge von Barolo bis Brunello.

Als junger Mann hatte Gianni seine ligurische Heimatstadt Ventimiglia an der französisch-italienischen Cote d‘Azur bzw. Costa Azzurra zwischen Nizza und Sanremo verlassen, um einige gastronomische Stationen in Paris und London zu absolvieren. Um Deutsch zu lernen, kam er schließlich nach Duisburg, wo er sich niederließ. Seine große Liebe fand er im Straßenverkehrsamt. Weil sie mehrere Fremdsprachen beherrschte, betreute seine spätere Frau Ursula dort die ausländische Kundschaft.

Gaetano Mastrolonardo ist einer
der langjährigen Küchenchefs. 

Mit Restaurantleiter Giovanni Murgia
umsorgt Gianni die Gäste.

Mit der Mischung aus Bodenständigkeit und kulinarischem Luxus trafen Gianni und Ursula den Nerv der Menschen in der Hafenstadt an Rhein und Ruhr. Als Küstenbewohner hatte Gianni ein Faible fürs Maritime und stattete sein Lokal mit vielerlei seemännischen Versatzstücken aus. Das größte Experiment war die Einrichtung des spanischen Restaurants „El Parador“ in den hinteren Räumlichkeiten, die ursprünglich als Hotelzimmer genutzt wurden.

Hummer und Meerefrüchte kommen
frisch aus dem Meerwasseraquarium.

 An guten Trinkweinen herrscht kein Mangel.

Der erste im Haus zerlegte Schwertfisch hängt als Trophäe an der Wand.

Natürlich muss es in einer Stadt wie Duisburg Pizza auf der Speisekarte geben, und natürlich werden die Gerichte von leckeren, sämigen Saucen bestimmt. Aber gleichzeitig präsentiert die „Costa Azzurra“ auch die Weltläufigkeit der italienischen Küche. In einem Meerwasser-Aquarium werden lebende Hummer, Austern, Venus- und Scheidemuscheln sowie andere Meeresfrüchte superfrisch gehalten. Sein Rindfleisch mit dem Label „Nature’s Reserve“ bezieht Gianni von einer Qualitätsfarm im südafrikanischen Botswana.

Und im Jahr 2018 wird gefeiert. Im Februar gibt das große Jubiläumsmenü. In den Monaten darauf folgen weitere Menüs, die die Heimatregionen der langjährigen Mitarbeiter des Hauses widerspiegeln. Alle sind gute Gründe für einen Ausflug nach Duisburg, um einmal in die Gastrogeschichte des Ruhrgebiets einzutauchen.

Das Jubiläumsmenü 40 Jahre Costa Azzurra

Antipasto freddo

Carpaccio aus Fenchel mit scharfer Cocktailsauce,
bestreut mit rotem Paprika

Carpaccio aus Fenchel mit Zitronen-Olivenöl-Marinade,
bestreut mit Parmesansplittern

Antipasto caldo

Crespella ripiena gefüllt mit
Rotbarschfiletfarce auf Hummersauce

Zwischengang

CANNELLONE DI VERZA ALL‘ EMILIANA
Wirsingrolle mit Kalb- und Rindfleisch-Füllung auf Béchamel-Tomatensauce,
gratiniert mit Grana Padano und Butterflocken

DUETTO DI PACCHERI
Zwei Riesen-Maccheroni, eine gefüllt mit Ricotta und Blattspinat,
eine mit Ricotta und Geflügelfleisch auf Béchamel-Tomatensauce, Basilikum,
gratiniert mit Grana Padano und Butterflocken

Hauptgerichte

Schwertfisch in Butter gebraten
mit Salbei und Mandarinen

Premium Rumpsteak von freilaufenden afrikanischen Rindern aus Namibia und Botswana mit Parmaschinken im Pizzateigmantel auf Marsala-Sahnesauce

Beilagen: Mangold geschwenkt in Butter, frischen Grillkartoffeln mit weißem Trüffel - Öl und Balsamico

Desserts

Sorbetto alla Ursula
Passionsfrüchte-Sorbet mit Prosecco und Granatapfel

Bacio di Bordighera al pepe verde
Kuss aus Bordighera: frische Ananas in heißer Karamellsauce mit grünem Pfeffer, Brandy, Grand Marnier, Orangen- und Zitronensaft, serviert mit Walnusseis

5 Gänge 40 Euro
3 Gänge 20 Euro


Costa Azzurra, Danziger Str. 26, 47057 Duisburg. Tel. 0203/370044.Tägl. 12-23 Uhr. www.costa-azzura.de


Wochenplan: Kulinarische Veranstaltungen vom 2.2. - 8.2.2018



bis 31.3.2018
Ausstellung
Essen außer Haus. Vom Henkelmann zum Drehspieß
Dortmund, Brauerei-Museum
Infos hier 

bis 25.3.2018
Restaurant-Karussell
Duisburg, Essen, Mülheim, Oberhausen, Wesel,  38 versch. Restaurants
Infos hier

bis 31.3.2018
Menue Karussell Bochum
Bochum, Hattingen, Herne, 35 versch. Restaurants
Infos hier

bis 31.3.2018
Menue Karussell Dortmund
Castrop-Rauxel, Dortmund, Hattingen, Herdecke, Lünen, Waltrop, Werl, Witten, 27 versch. Restaurants
Infos hier 

bis 31.3.2018
Menue Karussell Vest
Bottrop, Datteln, Dorsten, Dülmen, Gelsenkirchen, Haltern, Oer-Erkenschwick, Raesfeld, Recklinghausen,  35 versch. Restaurants
Infos hier












3.2.2018
Bier im Revier
Beamerpräsentation mit Verkostung 
Gelsenkirchen, Maritim Hotel
Infos auf Facebook

6.2.2018
Dialog food & drink
Forum für Gastronomen in NRW
Bochum, Jahrhunderthalle
Infos hier


Wochen- und Feierabendmärkte im Ruhrgebiet. Klick hier

Montag, 29. Januar 2018

Ölsardinen sind der neue Thunfisch: Crespelle alla puttanesca – Buchweizenpfannkuchen mit Ölsardinen auf Spinat



Rezept: Crespelle alla puttanesca 
4 Portionen


80 g Buchweizenmehl
150 ml Milch
50 ml Crème fraîche
1 Prise Salz
3 Eier

300 g Babyspinat
Salz, gerieben Muskatnuss
2 Dosen Ölsardinen
2 bis 3 Sardellen
1-2 Zehen Knoblauch
1 Msp Chiliflocken
200 g Cherrytomaten
1 EL Kapern
10 Oliven, entkernt und gehackt
abgeriebene Orangenschale
Pfeffer, Salz, Zucker
gehackte Petersilie

Buchweizenmehl, Milch, Crème fraîche Eier und 1Prise Salz miteinander verquirlen, bis keine Klümpchen mehr da sind. Teig ruhen lassen.

Spinat waschen, tropfnass in eine Topf geben und bei mittlerer Hitze zusammen fallen lassen. Mit etwas Salz und Muskatnuss würzen.

Ölsardinen abtropfen lassen, evt. Gräte entfernen, ist aber eigentlich nicht nötig. Cherrytomaten halbieren. Öl in eine Pfanne geben und erhitzen. Knoblauch fein würfeln und dazu geben. Sardellen und Ölsardinen dazu geben, zwei Sardinen zurückbehalten. Alles anbraten. Halbierte Cherrytomaten, Kapern, etwas blanchierten Spinat, gehackte Oliven und Orangenabrieb dazugeben. Alles braten lassen, bis die Tomaten weich werden. Einige Tomaten aus der Pfanne nehmen und bis zum Garnieren beiseite stellen. Alles weiterbraten, bis die Sardinen weitestgehend zerfallen sind. Mit Pfeffer, Salz und evt. Zucker abschmecken.

Eine zweite Pfanne dünn mit Olivenöl ausstreichen und aus dem Teig vier Pfannkuchen backen. Sardinesauce mit einer Gabel nochmal zerdrücken und auf die Pfannkuchen verteilen. Pfannkuchen aufrollen und in 1,5 cm dicke Scheiben schneiden.

Restlichen Spinat auf Teller verteilen, Pfannkuchenscheiben darauf setzen, mit den zurückbehaltenen Tomatenhälften und einigen Kapern garnieren. Mit gehackter Petersilie und Pfeffer bestreuen.

Für die Garnitur auf den Bildern waren noch etwas Radicchio und Salzzitronen zur Hand.