Donnerstag, 21. September 2017

Gesunde Schulen: DAK-Aktion fit4future mit Nelson Müller in Essen vorgestellt



Beschwingter Spaß für die Presse: Nelson Müller, Botschafter der Aktion fit4future, mit Schülern der Bodelschwinghschule in Essen-Altendorf

Für den Genießer war es eine Reise in seine Kindheit. Im Essener Stadtteil Altendorf hatte er Ende der 1950-er Jahre die ersten fünf Jahre seines Lebens verbracht, sein Vater arbeitete auf der längst stillgelegten Zeche Hagenbeck. Und jetzt fand ausgerechnet in der Turnhalle der Bodelschwinghschule (klick hier) nicht weit von seinem damaligen Wohnort eine Pressekonferenz statt. Nelson Müller, neuer Botschafter für das Modul Ernährung der Aktion fit4future, übergab der Grundschule ein Tonne voller Spielgeräte.

Malte Heinemann (Geschäftsführer Cleven-Stiftung),
Hans-Dieter Cleven (Cleven-Stiftung), Nelson Müller, Thomas Bodmer (DAK) und ein fit4future-Coach

Die Krankenkasse DAK-Gesundheit hat gemeinsam mit der Cleven-Stiftung diese Initiative ins Leben gerufen, an der allein in Nordrhein-Westfalen seit 2016 466 Grund- und Förderschulen teilnehmen. „Aus unserer Sicht gehören neben Mathe und Deutsch auch Gesundheit auf den Lehrplan“, sagte DAK-Gesundheit-Vorstand Thomas Bodmer. Und um Schulen und Lehrern Material an die Hand zu geben, entwickelte man mit dem Zentrum für Prävention und Sportmedizin der Uni München ein ganzheitliches Setting-Programm mit den Modulen Bewegung, Ernährung und Brainfitness, um Schülern eine gesunde Lebensweise nah zu bringen. Um zu er erfahren, wie das genau aussieht, klick hier.

Schulleiterin Hannelore Herz-Höhnke

Als öffentlichkeitswirksamen Botschafter der Präventivaktion hat DAK-Gesundheit Nelson Müller gewonnen. Schulleiterin Hannelore Herz-Höhnke freute sich, ihn im Namen ihrer Schüler begrüßen zu können. Die hatten einen Riesenspaß daran, mit dem Fernsehstar Übungen aus dem Bewegungsprogramm von fit4future zu präsentieren, und der Sternekoch absolvierte Skateboardfahren und Ballspielen mit Auffang-Schippen so lässig wie das Schwenken von Pfannkuchen in der Bratpfanne.

Koch in der Turnhalle: Nelson Müller

In einer kurzen Ansprache betonte der in Ghana gebürtige und in Schwaben aufgewachsene Wahl-Essener besonders, wie sehr er sich den Schülern aus 47 verschiedenen Nationen, die die Grundschule im Essen-Wester Stadtteil Altendorf besuchen, verbunden fühlt. (Bemerkung am Rand: Auch der Genießer musste die Integrationsarbeit der Schule bewundern. Als er als kleines Kind in Altendorf wohnte, gab es hier noch so gut wie keine „Gastarbeiter“. Nach dem Umzug in den benachbarten Stadtteil Frohnhausen erlebte er, wie an der Elisabethschule der erste türkische Junge eingeschult wurde. Der schon 14-jährige Tamer musste in zu den I-Männchen in die erste Klasse, um Deutsch zu lernen. Später ging Tamers Familie nach Kanada, er selbst zog als Erwachsener weiter nach Kalifornien und arbeitete dort in der Computerindustrie.)

Nachdem Nelson Müller so den Schultag für die braven Kinder gerettet hatte, tat er dies auch mit dem Arbeitstag der Erwachsenen. fit4future hatte alle Beteiligten zu einem Lunch in sein Sterne-Restaurant in Essen-Rüttenscheid (klick hier) eingeladen, und Nelson zeigte in einem kleinen Menü, dass gutes Essen nicht nur gesund, sondern auch ein Genuss sein kann.

Vorweg: Alkolfreier PriSecco aus Apfel und Birne,
Häppchen und Amuse Bouch aus Rindertatar, Hähnchen, Tomate und Blutwurst.

 Sockeye Lachs / Blumenkohl / Bleichsellerie /
Petersilie / Lila Kartoffeln

Rinderfilet / Mark / Kerbelwurzel / Champignons

 Jivara Schikolade / Mirabelle / Tahiti Vanille

 Hinterher: Marsh Mellows, Madeleines,
Nougat, Himbeergelee

 Fit4future: Genuss...

... und Spaß




Wochenplan: Kulinarische Veranstaltungen vom 22.9. - 28.9.2017



bis 1.10.2017
Ausstellung
Essen außer Haus. Vom Henkelmann zum Drehspieß
Dortmund, Brauerei-Museum, Museum für Kunst und Kulturgeschichte
Infos hier 

bis 14.1.2018
Ausstellung
Zum Wohl! Getränke zwischen Kultur und Konsum
Waltrop, LWL-Industriemuseum Schiffshebewerk Henrichenburg
Infos hier


bis 30.9.2017
Dortmunder Kochquintett
Menü im September
Dortmund, Vivre im l'Arrivee Hotel und Spa
Infos hier

bis 30.9.2017
Duisburger Kochquintett
Menü im September
Duisburg, Villa Patrizia
Infos hier

bis 30.9.2017
Essener Kochquintett
Menü im September
Essen, Casino Zollverein
Infos hier

bis 30.9.2017
Kochquintett Kreis Vest
Menü im September
Zum blauen See, Dorsten
Infos hier

bis 5.11.2017
Westfalen Gourmetfestival
Westfalen, versch. Restaurants
Infos hier

bis 29.10.2017
Restaurant-Karussell
Das Original im Herbst
Essen und westl. Ruhrgebiet, versch. Restaurants
Infos hier

22.9. - 24.9.2017
Food Lovers Street Food Markt
Dortmund, Dortmunder U
Infos auf Facebook










22.9. - 24.9.2017
4th Ruhrpott BBQ 2017
Waltrop, Schiffshebewerk Henrichenburg
Infos hier

23.9.2017
Grüne Hauptstadt Europas
Kochworkshop für Kinder
Essen, Beginenhof
Infos hier 

24.9.2017
Grüne Hauptstadt Europas
Exkursion: Pilze auf Zollverein
Essen, Zollverein
Infos hier

24.9.2017
Kornkaffee rösten
Mitmachangebot
Hagen, LWL Freilichtmuseum
Infos hier

26.9.2017
Grüne Hauptstadt Europas
12 Monate - 12 Köche
Kochevent
Essen, Le Chat Noir
Infos hier

27.9. - 1.10.2017
24. Pfefferpotthastfest
Dortmund, Markt
Infos hier

28.9.2017
Begleitprogramm zu Ausstellung "Essen außer Haus"
Prof. Dr. Maren Möhring: Von der italienischen Eisdiele zur Sushi-Bar - zur Geschichte der ausländischen Gastronomie in Deutschland.
Vortrag
Dortmund, Museum für Kunst und Kulturgeschichte
Infos hier
22.9. - 24.9.2017

Gourmetmeilen im Ruhrgebiet 2017. Klick hier

Wein-, Bier- und Spirituosen-Events im Ruhrgebiet 2017. Klick hier
Wochen- und Feierabendmärkte im Ruhrgebiet. Klick hier

Sonntag, 17. September 2017

Ruhrgebietsküche: Seehecht und Miesmuscheln in niederrheinischem Cidre




Asturien trifft Ruhrgebiet: Beim Besuch des neuen spanischen Restaurants „Pulpo en Tigges“ in Gelsenkirchen (klick hier) war der Genießer besonders von „Merluza a la sidra“ begeistert, Seehecht in Apfelwein. Um diese Spezialität aus dem nordspanischen Asturien ein wenig zu veredeln, hatte José Dacosta der süßsauren Apfelsauce noch ein paar Miesmuscheln (und Garnelen) hinzugefügt - einfach herrlich.


Das brachte mich auf einen Idee. Als „Rheinisches Muschelessen“ sind die „Austern des kleinen Mannes“ besonders im niederrheinischen Teil des Ruhrgebiets eine regionale Spezialität (klick hier). Die Nähe zur holländischen Küste machte das schon in Zeiten, als es noch keine großartige Kühlung beim Transport gab, möglich. In der proletarischen Version des Gerichts werden die Muscheln in einem Gemüsesud auf Wasser-Basis gegart, in der Edel-Version mit Weißwein.

Streuobstwiese in Hamminkeln

Im niederrheinischen Hamminkeln wird aber auch ein fantastischer Cidre aus regionalen Äpfeln produziert, und so lag es nahe, auf Basis des asturischen und niederrheinischen Rezepte ein Gericht der neuen Ruhrgebietsküche zu kreieren, das auf typische Art regionale Traditionen und Produkte mit der kulinarischen Qualität der Zuwandererküche vereint. Als Basis für die Apfelsauce zum Merluza verwendete der Genießer in seiner Version die modifizierte Brühe des Rheinischen Muschelessens – doch statt Riesling nahm er Cidre, und zu den Gemüsen kam mit Paprika und Tomaten noch eine spanische Komponente – und der natürliche der Meluza von der Atlantikküste. Heraus kam dabei auch ein wunderbares Herbstgericht, bei dem das fruchtige Süß-Säure-Spiel des Apfelweins den Geschmack von Fisch und Muscheln ideal ergänzte.


Rezept: Seehecht und Miesmuscheln in niederrheinischem Cidre

Etwa 750 g Miesmuscheln mit Schale
½ Stange Lauch
1 Stück Sellerie
1 Karotte
1 Zwiebel
2 Lorbeerblätter
1 Kräutersäckchen mit
1/2 TL Pfefferkörner
3-5 Pimentkörner
2 Nelken
Öl, Salz
1/4 l Cidre

1 kg Seehecht (Merluza)
Saft 1 Zitrone
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
2 säuerlicher Apfel
1 Tomate
1 Paprikaschote
1/8 l Cidre
Öl
Mehl, Pfeffer, Salz
1 kleine Knolle Rote Bete
250 g Kartoffeln
gehackte Petersilie


Muscheln gründlich waschen, schlechte wegwerfen.
Für den Muschelsud Nelken, Pfeffer- und Pimentkörner in eine Teefiltertüte geben und sie zu einem Säckchen zusammenbinden. Zwiebel, Möhre und Sellerie in kleine Würfel, Lauch in Streifen schneiden.
In einem großen Topf Öl erhitzen und die Gemüsewürfel drin anschwitzen. ¼ l Cidre und die gleiche Menge Wasser dazu geben. Lorbeerblätter und Gewürzsäckchen dazu geben, salzen. Das Gemüse ein paar Minuten weich kochen lassen. Muscheln dazu geben und Deckel auflegen. 10 Minuten kochen lassen, bis sich alle Muscheln geöffnet haben. Vom Feuer nehmen. Muscheln aus dem Sud nehmen und beiseite stellen. Nicht aufessen.
Kartoffeln und Rote-Bete-Knolle in Salzwasser aufsetzen und in 20 Minuten gar kochen.
Den Seehecht säubern und mit einer Pinzette oder Zange die noch vorhandenen Gräten entfernen. In Portionsstücke schneiden und mit Zitronensaft beträufeln und ¼ Stunde ziehen lassen.
In der Zwischenzeit Zwiebel und Knoblauch fein würfeln, Apfel, Tomate und Paprika ebenfalls in Würfel schneiden.
Marinierte Seehechtstücke gut salzen und in Mehl wälzen. In einer großen Pfanne Öl erhitzen und die Seehechtstücke darin anbraten. Aus der Pfanne nehmen und beiseite stellen.
In der Pfanne die Zwiebel- und Knoblauchwürfel anschwitzen, mit Mehl bestäuben, umrühren und kurz weiterschwitzen lassen. Apfel-, Tomaten- und Paprikawürfel dazugeben und ebenfalls anschwitzen. Den Muschelsud mit etwas Gemüse und 1/8 l Cidre dazu geben und alles etwa ¼ Stunde köcheln lassen.
Sauce durch ein Sieb passieren, wieder in die Pfanne geben, einkochen lassen und abschmecken.
Kartoffeln pellen und in dicke Scheibe schneiden. Rote Bete pellen und in feine Würfel schneiden, ebenso einen weiteren Apfel.
Eine irdene Auflaufform mit den Kartoffeln auslegen und mit Sauce begießen. Gebratene Stücke Fisch und gekochte Miesmuscheln mit oder ohne Schalen darauf geben und mit der restlichen Sauce übergießen. Im 120 Grad heißen Ofen 10 Minuten ziehen lassen.
Fertiges Gericht mit Rote Bete- und Apfelwürfeln und gehackter Petersilie garnieren und heiß servieren.



Donnerstag, 14. September 2017

Wochenplan: Kulinarische Termine vom 15.9. - 21.9.2017



An diesem Wochenende im Frühherbst geht es bei den kulinarischen Veranstaltungen im Ruhrgebiet noch einmal richtig rund. Zu den langrfristig laufenden Menü-Reihen wie Kochquintett und Westfalen Gourmetfestival gesellt sich das Restaurant-Karussell Herbst in Essen und dem westlichen Ruhrgebiet. Das mit Spannung erwartete Bistro im FrischeParadies Essen eröffnet offiziell. Das Fachpublikum freut sich auf die Chef-Sache in Düsseldorf und im Laufe der nächsten Woche auf die Hausmesse beim Bochumer Großhändler Niggemann. Und die Freunde der urbanen Landwirtschaft treffen sich beim Hoffest auf dem Schultenhof in Dortmund.

bis 1.10.2017
Ausstellung
Essen außer Haus. Vom Henkelmann zum Drehspieß
Dortmund, Brauerei-Museum, Museum für Kunst und Kulturgeschichte
Infos hier 

bis 14.1.2018
Ausstellung
Zum Wohl! Getränke zwischen Kultur und Konsum
Waltrop, LWL-Industriemuseum Schiffshebewerk Henrichenburg
Infos hier


bis 30.9.2017
Dortmunder Kochquintett
Menü im September
Dortmund, Vivre im l'Arrivee Hotel und Spa
Infos hier

bis 30.9.2017
Duisburger Kochquintett
Menü im September
Duisburg, Villa Patrizia
Infos hier

bis 30.9.2017
Essener Kochquintett
Menü im September
Essen, Casino Zollverein
Infos hier

bis 30.9.2017
Kochquintett Kreis Vest
Menü im September
Zum blauen See, Dorsten
Infos hier

bis 5.11.2017
Westfalen Gourmetfestival
Westfalen, versch. Restaurants
Infos hier

15.9.2017
Eröffnung
Bistro
Essen, FrischeParadies
Infos auf Facebook

15.9. - 17.9.2017
Food Lovers Street Food Markt
Dorsten, Zeche Fürst Leopold
Infos auf Facebook

15.9. - 17.9.2017
AufRuhr - Die Wandelkonferenz
Netzwerktreffen der TransitionTown Initiative
Essen, Bürgerhaus Oststadt
Infos hier

15.9. – 17.9.2017
Bierbörse
Mülheim, an der Stadthalle
Infos hier

15.9. - 29.10.2017
Restaurant-Karussell
Das Original im Herbst
Essen und westl. Ruhrgebiet, versch. Restaurants
Infos hier

16.9. – 17.9.2017
Weinfest Wattenscheid
Bochum-Wattenscheid, Alter Markt
Infos hier 


















17.9.2017
Hoffest
Dortmund, Schultenhof
Infos auf Facebook 

17.9.2017
Mehl mahlen
Mitmach-Angebot in der Dampfmühle
Hagen, LWL-Freilichtmuseum
Infos hier

17.9.2017
Biomarkt zum Tag des Geotops
Witten, Zeche Nachtigall
Infos auf Facebook

17.9. - 18.9.2017
Chef-Sache
Avantgarde Cuisine Festival
Düsseldorf, Alte Schmiedehallen
Infos hier

18.9.2107
150 Jahre Stauder
Stauder zeigt Stauder
Brauereiführung
Essen, Privatbrauerei Stauder
Infos und Anmeldung hier

18.9.2017
Frische im Blick
Hausmesse
Bochum, Niggemann Food Frischemarkt
Infos hier

Gourmetmeilen im Ruhrgebiet 2017. Klick hier
Wein-, Bier- und Spirituosen-Events im Ruhrgebiet 2017. Klick hier
Wochen- und Feierabendmärkte im Ruhrgebiet. Klick hier
 

Mittwoch, 13. September 2017

Kochbücher: Spanien vegetarisch



Margit Kunzke, Katharina Seiser, (Hg):
Spanien vegetarisch
Ein kulinarischer Sommerurlaub - das ganze Jahr über.
272 Seiten. ISBN978-3-7106-0164-4.
Christian Brandstätter Verlag.
34,90 Euro

Einer meiner Lieblings-Kochblogs ist Margit Kunzkes „Kochbuch für Max und Moritz“. Seit ich ihn lese, hat er sich optisch so gut wie gar nicht verändert. Er kommt herrlich old fashioned mit dem Schwerpunkt auf das Wesentliche daher, immer noch in einem Uralt-Blogger-Design und nicht im modischen WordPress-Schickmick.

Leider werden die Posts in letzter Zeit immer seltener. Denn das, was Margit schreibt, hat alles Hand und Fuß, und so manches ihrer Rezepte habe ich schon nachgekocht – und ich bin dankbar, dass sie mich manchmal auf den Unsinn hinweist, den ich in meinem eigenen Blog verzapfe. Die Schwäbin, die seit 35 Jahren in Spanien wohnt, hat sich hauptsächlich der spanischen Küche verschrieben. Dabei verfügt sie über ein profundes Wissen über Zutaten und Produkte, das ihre Posts so informativ macht, und die wunderbaren Anekdoten und kulturhistorischen Einordnungen machen sie so unterhaltsam.

Vor wenigen Wochen ist ihr drittes Kochbuch „Spanien vegetarisch“ erschienen. Es gehört in eine Kochbuchreihe, in der der Wiener Brandstätter Verlag die Küchen der Welt von ihrer fleischlosen Seite darstellt. Das sieht auf den ersten Blick so aus, als wolle das Buch dem aktuellen Trend zum Vegetarischen seinen Tribut zollen, doch die Auswahl der Rezepte, die Margit für die Herausgeberin Katharina Seiser getroffen hat, ist alles andere als modisch. Mit stimmungsvollen Fotos von Günter Beer präsentiert, sind es viel mehr traditionell fundierte Gerichte, die auch ohne Fleisch komplett sind und höchsten Genuss versprechen. Nach Jahreszeiten geordnet, zeigen die Rezepte auf, wann die jeweiligen Zutaten in bester Qualität verfügbar sind. „Salat aus dicken Bohnen, Minze und Blüten“, „Ausgebackene Auberginen für den Kalifen“, „Gemüsetopf der maurischen Prinzessin“ (mit Kürbis, Quitte und Birne), „Salat aus Blutorangen und San-Simón-Käse“ oder „Katalanische Kartoffel-Wirsingkohl-Kuchen“ oder „Safran-Olivenöl-Eis mit Kiwimark“ stehen schon auf der Nachkochliste.

Neu in Gelsenkirchen: Pulpo en Tigges



Ute Holmann und José Dacosta 

Seit 1874 war die „Gastlichkeit Tigges“ die gute Stube Gelsenkirchens, wo die Gesellschaft der westfälischen Ruhrgebietsstadt aß und Feste feierte. Während des Wiederaufbaus nach dem zweiten Weltkrieg musste das Gasthaus jedoch umziehen. Am ursprünglichen Standort wurde das Musiktheater im Revier erbaut, und das Restaurant erlebte seine Restauration in einem nicht weit entfernten Neubau Ende der 1950er-Jahre. Doch auch da ging der gastronomische Wandel der Zeit über das Traditionshaus hinweg und es stand die letzten vier Jahre leer.


 Die alte Tradtion des Hauses spiegelt sich
in den Namen der Räumlickeiten wider.

Seit Juli 2017 herrscht neues Leben in weitläufigen Räumlichkeiten an der Ebertstraße. José Dacosta und seine Lebensgefährtin Ute Holmann betreiben hier nun das „Pulpo en Tigges“ und verbinden jetzt die westfälisch-proletarische Tradition mit der kulinarischen der Arbeitsimmigranten. José war mit seiner Familie in der „Gastarbeiterzeit“ nach Gelsenkirchen gekommen und hatte Werkzeugmacher gelernt. Doch dann besann er sich auf die kulinarische und landwirtschaftliche Tradition seine Familie und gehörte zu den spanischen Wirten, die Gelsenkirchen in den letzten 25 Jahren zu einem Zentrum für spanische Küche im Ruhrgebiet machten. Sein Restaurant „El Patio“ ist vielen Gästen noch in bester Erinnerung.

José zerteilt das Iberico-Karree

Im „Pulpo en Tigges“ mit seinen 140 auf mehrere Räume verteilten Plätzen pflegt er nach wie vor die traditionelle Gastlichkeit für Gruppen aller Art, Aber vor allem eine spanische Küche, die sich von dem Tapas-Einerlei der Touristenverkostung am Mittelmeer abhebt. José bezieht sich auf die vielfältige Küche seiner nordspanischen Heimat und bietet rustikale Gerichte aus besten Zutaten, mit viel Erfahrung frisch zubereitet an. Auf Bestellung kommen z.B. Milchlamm, Milchferkel oder Zicklein auf den Tisch. Dazu gehört eine wohlsortierte Auswahl an spanischen Weinen mit Vorliebe für das Anbaugebiet Ribeira del Duero, aber selbstverständlich auch aus Rioja. Was bei José und Ute auf den Tisch kommt, ist eine Reise nach Gelsenkirchen wert.

Der namensgebende Pulpo (Krake) wird nicht nur als einfach
 gegrillte Tentakel serviert, sondern auch in zarte Scheiben geschnitten
und auf galizische Art mit geräuchertem Paprika gewürzt.

Nicht nur in Westfalen, auch in Spanien gibt es hervorragende Blutwurst.
Im „Pulpo en Tigges“ gibt es sie als gebratene Vorspeise
mit Wachtelei oder Paprika und Kapern.

 Langostinos nach Bilbao-Art

Salat mit mariniertem rotem Thunfisch
 
Spezialität aus Asturien: Merluza a la Sidra – Seehecht in Apfelwein

Gegrillte Seezunge 

Klassiker zum Duero-Wein: Lamm-Karree

Köstlich mit einer Sauce aus schwarzen Johannisbeeren:
Karree vom Iberico-Schwein

Wochenlang abgehangenes Flank-Steak mit Meersalz

Postres: Crema catalana, flambierte Feigen mit Eis, galizische Mandeltorte mit Früchten 

Ausgesuchte Weine

Und Schluss.

Pulpo en Tigges,  Ebertstraße. 28, 45879 Gelsenkirchen. Tel. 0209/812911. Mo, Di, Do, Fr 8.30-15 und 18-22.30 Uhr, Sa 8.30-12.30 und 18-24 Uhr, So 12.30-22.30 Uhr. Mi Ruhetag.

Montag, 11. September 2017

Der Falstaff Gasthaus Guide 2018 und das Ruhrgebiet



Der September-Oktober-Ausgabe der Gourmet-Zeitschrift „Falstaff“ liegt als erstem bundesweitem Restaurantführer der Saison 2018 der „Gasthaus Guide“ bei. Die Redaktion empfiehlt 500 Gasthäuser aus ganz Deutschland und bewertet sie mit bis zu 4 Gabeln.
Aus dem Ruhrgebiet sind 11 Adressen dabei.

Mit dem Begriff „Gasthaus“ will sich der Guide bewusst von der Sterneküche unterscheiden. Die Herausgeber bezeichnen mit „Gasthaus“ einen Ort, an dem man „gutes Essen ohne Schnörkel zu fairen Preisen“ bekommt. Dennoch sind auch zwei mit Michelin-Sternen ausgezeichnete Ruhrgebietshäuser dabei. Für das „Haus Stemberg“ in Velbert-Neviges würde der Genießer den Begriff „Gasthaus“ gelten lassen, für Nelson Müllers „Schote“ in Essen empfindet er ihn jedoch irritierend.


Bochum:
Franz Ferdinand (2 Gabeln)
Dortmund:
Rödel’s Kochlokal (1 Gabel)
Duisburg:
Akazienhof (2 Gabeln)
Essen:
Hugenpöttchen (2 Gabeln)
Essen:
Schote (2 Gabeln)
Gelsenkirchen:
Heiner’s (2 Gabeln)
Hattingen:
Diergardt’s Kühler Grund (2 Gabeln)
Oberhausen:
Hackbarth’s (2 Gabeln)
Velbert:
Haus Stemberg (3 Gabeln)
Waltrop:
Gasthaus Stromberg (2 Gabeln)
Wickede:
Haus Gerbens (2 Gabeln)

Falstaff, Deutschland-Ausgabe 06/2017, 8,50 Euro. Im guten Zeitschriftenhandel. www. falstaff.de

Sonntag, 10. September 2017

Wiedereröffnet: Der Palmgarden in der Spielbank Hohensyburg



 
Unter stilisierten Palmen:
Michael Dyllong und Sabrina Koos erwarten ihre Gäste

Beim letzten Besuch des Genießers im Palmgarden vor den Sommerferien (klick hier) deutete eine dezente Baustellenatmosphäre bereits den bevorstehenden Umbau des Sternerestaurants in der Spielbank Hohensyburg ja schon an, am Samstag wurde die Wiederöffnungswoche nach erfolgtem Umbau durch einen Empfang für Stammgäste und Freunde des Hauses gekrönt. Intimer, eleganter und zeitgemäßer präsentiert sich nun der neue Palmgarden, mit eigener Bar, Chef‘s Table und abgeschlossenem Separee. Präzise Lichtinseln über den Tischen setzen geheimnisvoll wirkende Kontraste und tauchen die Räumlichkeiten in z.T. magisches Dunkel.

Palmgarden swings

Modern-urbanes Restaurantdesign erzeugt beim Gast immer Flashbacks an andere Epochen, und so musste der Genießer unwillkürlich an die späten 80er oder frühen 90er Jahre denken, als er das erste Mal in der „Résidence“ in Essen-Kettwig war. Schon als Michael Dyllong auf der Hohensyburg den Michelin-Stern erkochte, hatte sich der Palmgarden, der einst auf der Hohensyburg als volkstümlicheres Zweitrestaurant zu Thomas Bühners „La Table“ gegründet worden war, zum eigenständiges Spitzenrestaurant emanzipiert. Jetzt, nach der Renovierung, sind beste Voraussetzungen geschaffen, dass er auch die freigewordene Stelle im Ruhrgebiet ausfüllen kann, die die Schließung der „Résidence“ Anfang des Jahres hinterlassen hat. Die ergänzende Funktion zum Palmgarden hat jetzt das ebenfalls neu eröffnete SYGHT übernommen, das die ehemalige Vegas Bar ersetzt.

Restaurantlchefin Sabrina Koos, Michael Dyllong und Gastroleiter Holger Garz 

Der neue Palmgarden und das Team um den gerade einmal 30-jährigen Michael Dyllong geben sich mit den neuen Restaurant- und Gastroleitern Sabrina Koos und Holger Garz betont zwanglos und jugendlich, und mit der neuen Karten- und Preisgestaltung möchte man auch ein jüngeres Publikum ansprechen. Das Flying Menue, dass den Gästen zum Eröffnungsempfang serviert wurde, war jedenfalls ein Feuerwerk filigraner kulinarischer Preziosen. Die Hummer-Fenchel-Kombination und die Steinpilzmousse zum Wagyu wird der Genießer jedenfalls nicht so schnell vergessen

FLYING MENUE


PRALINE VOM SCHWARZFEDERHUHN
Curry : 5-Spice

DINKEL CRACKER
Hirschschinken : Meerrettich

MARNINIERTER THUNFISCH
Kokos : Topinambur

TATAR VOM KAISERGRANAT
Avocado : Tomate

FOIE GRAS
Basilikum : Kirsche

HUMMER
Süßkartoffel : Fenchel

JAKOBSMUSCHEL
Ossietra Kaviar : Kürbisrisotto

WAGYU AUS JAPAN
Steinpilze : Rettich

LAMMHÜFTE
Aubergine : Mais

KULTURPFLAUME
Topfen : Petersilie

DIE WEINE

IMPRESSIONEN





Palmgarden in der Spielbank Hohensyburg, Dortmund.
Alle Infos hier.