Dienstag, 15. Oktober 2019

Sonntagsbraten: Hirschrücken mit gegrillten Steinpilzen und Quitten

Work in progress: Dieses Sonntagsbraten-Rezept ist eigentlich nur die fleischhaltige Variante des Steckrübenschnitzels auf Kartoffel-Birnen-Steinpilz-Geröstel von neulich (klick hier). Ausschlaggebend war, dass ich endlich auf dem Markt hübsche kleine Steinpilze mit einem wunderbar intensiven Duft bekommen konnte, bei dem mir sofort klar wurde, warum sie in Italien Porcini, Schweinchen, heißen.

Für die neue Variation ersetzte ich nur den vegetarischen Bratling ganz klassisch durch ein Stück Hirschrücken. Davon hatte ich ein kleines, gerade mal 160 Gramm schweres Stück bekommen – gerade recht für zwei Portionen einer schönen Sonntagsbraten-Mahlzeit. Für die Zubereitung in Pfanne und Rohr marinierte ich das Fleisch zuvor 24 Stunden in einer Mischung aus schwarzem und Szechuan-Pfeffer.

Quitten statt Birnen. Auf dem Bild sind auch noch Feigen,
die allerdings nicht zum Einsatz gekommen sind.

Als zweite Variante zum Veggie-Gericht ersetzte ich die Birnen durch Quitten. Dadurch wird das Gericht weniger süß, aber nicht weniger delikat und bekommt einen recht urwüchsigen Geschmack. Ich hatte allerdings nicht vorausgesehen, worauf ich mich da einließ, denn die Verarbeitung dieser regionalen, aber dennoch exotisch anmutenden Früchte ist nicht so einfach. Roh sind sie holzig und die Kerngehäuse so hart, dass sie nur schwer zu knacken sind. Schließlich schälte und halbierte ich Früchte und legte sie, damit sie nicht anliefen, in Zitronenwasser. Dann blanchierte ich sie zehn Minuten lang in einem Gemisch aus Quittensaft und Fleischbrühe, um sie dann weiter zu verarbeiten.

Ein Körbchen kleiner Steinpilze.

Schließlich gehörte diesmal auch eine Sauce zum Gericht, die auf den Fotos allerdings nur zum kosmetischen Benetzen des Fleisches eingesetzt wurde. Dafür stellte ich aus Zwiebeln, Steinpilzen, Knoblauch, Suppengrün, Gewürzen, einer Sardelle und Rotwein einen Saucenansatz her, den ich mit der Quittenbrühe vom Blanchieren aufgoss, einkochte und dann mit Quittengelee eindickte.

Heraus kam ein klassisch-elegantes, aber dennoch ziemlich wildes, archaisches Gericht mit köstlichen Herbstaromen.


Rezept: Hirschrücken mit gegrillten Steinpilzen und Quitten
2 Portionen

Fleisch:
160 g Hirschrücken
1-2 EL schwarzer Pfeffer (Körner)
1-2 EL Szechuanpfeffer (Körner)
Bratfett

Pfefferkörner in einen Plastikbeutel geben und mit dem Fleischklopfer grob schroten. Hirschrücken dazugeben, den Beutel locker verknoten und das Fleisch so lange darin drehen, bis es überall mit Pfeffer bedeckt ist. Über Nacht im Kühlschrank marinieren.
Zum Braten die Pfefferkörner sorgfältig vom Fleisch entfernen. In einer Eisenpfanne scharf anbraten, dann im 160 Grad heißen Ofen bei einer Kerntemperatur von 55 Grad fertig braten. Aus dem Ofen nehmen und ruhen lassen.

Quitten:
2 kleine Quitten
Zitronenwasser
¼ l würzige Fleischbrühe
¼ l Quittensaft
1 Nelke, 1 Stück Sternanis, 1 TL Pfefferkörner, 1 Lorbeerblatt

Quitten schälen, halbieren und bis zu weiteren Verarbeitung in Zitronenwasser legen. Mit den Gewürzen in Fleischbrühe und Quittensaft 10 Minuten blanchieren. 2 Quittenhälften nochmals zum Grillen halbieren. Von den beiden anderen das Kerngehäuse entfernen und fürs Geröstel in Stücke schneiden.
Quittenviertel vor dem Anrichten in einer Grillpfanne grillen.

Steinpilze:
200 g Steinpilze
Raps- oder Olivenöl

Steinpilze putzen. Einige besonders schöne Exemplare fürs Grillen längs in Scheiben schneiden und mit Olivenöl bepinseln. Die anderen fürs Geröstel in Stücke schneiden.
Steinpilzscheiben vor dem Anrichten in er Grillpfanne grillen.

Geröstel:
2-3 festkochende Kartoffeln, in 5 Millimeter große Würfel geschnitten
Steinpilzstücke
Quittenstücke
2 fein gewürfelte Schalotten
1 fein gewürfelte Zehe Knoblauch
2 Zweige Thymian
2 Zweige Rosmarin
Pfeffer, Salz
Raps- oder Olivenöl

Öl in einer Pfanne Öl erhitzen. Kartoffelwürfel dazu geben und kräftig anschwitzen lassen. Zwiebeln, Knoblauch, Kräuter und Steinpilze dazu geben und weiter anschwitzen lassen. Etwas Wasser dazu geben, Deckel drauf und schmoren lassen. Zum Schluss Quittenstücke dazugeben und bei offener Pfanne mitschmoren.

Sauce:
1 Päckchen TK-Suppengrün
2 fein gewürfelte Schalotten
einige Stücke Steinpilze
1 Knoblauchzehe
1 Sardelle
3 kleine Schuss Rotwein
½ l Quittenbrühe von oben mi Lorbeerblatt, Pfefferkörnern, Nelke, Sternanis
1-2 TL Quittengelee
Pfeffer, Salz, Chili
Rapsöl

Alle Gemüse und die Sardelle in wenig Rapsöl scharf anbraten, bis sie sehr dunkel sind. Mit 1 kleinem Schuss Rotwein ablöschen, Wein komplett verdampfen lass. Das noch zweimal wiederholen. Den Saucenansatz mit Quittenbrühe auffüllen und mindesten ½ Stunde kochen lassen. Durch ein Sieb gießen und die ausgekochten Gemüse wegwerfen. Flüssigkeit auf die Hälfte einkochen lassen und mit Quittengelee eindicken. Mit Pfeffer, Salz und Chili abschmecken.

Anrichten:
Geröstel auf Teller verteilen. Fleisch in Tranchen schneiden und darauf legen. Mit gegrillten Steinpilzen und Quitten garnieren. Mit Fleur des Sel, Pfeffer und gehackter Petersilie bestreuen. Sauce separat dazu reichen.

Montag, 14. Oktober 2019

Pizza in Dortmund: 60 seconds to Napoli


Auf der Internet-Suche nach einem Genesungsessen für den Sonntagnachmittag stieß der Genießer auf der Speisekarte der Dortmunder Pizzeria „60 seconds to Napoli“ auf die Pizza „Black Hole“ mit Steinpilzen. Also machte er sich auf den Weg von Bochum in den noch recht neuen Kultladen auf der Kleppingstraße, zumal er die Eröffnung im Sommer leider verpasst hatte.

Immerhin gibt es dort nur beste Qualität. Der Pizzateig gärt 72 Stunden, als Zutaten gibt’s San Marzano-Tomaten vom Vesuv und Fior di Latte aus dem Hochland über der Amalfitana. Doch nach der Anreise dann die Enttäuschung: „Black Hole“ gab’s nicht, weil die Steinpilze alle waren. Kurzerhand disponierte ich auf „Parma 24“ um, mit San Marzano Tomatensauce DOP, Fior di Latte, Rucola, Parmaschinken 24 Monate DOP, Parmigiano Reggiano 24 Monate DOP. War zwar mit 14 Euro doppelt so teuer wie die Pizza Rucola-Parmaschinken bei mir zu Hause um die Ecke, aber auch mehr als doppelt so gut – Napoli liegt wirklich in Dortmund.

Darüber, was sonst noch alles stilecht war, musste ich schmunzeln: das wie unfertige Baustelle aussehende Waschbeton-Design, der ruppige Charme der Bedienungen, die Gabel, die sich beim Einstechen in die Pizza umbog und der Weg über die Getränkekisten zum, na Sie wissen schon.

Sonntag, 13. Oktober 2019

Herbstvergnügen: Schnitzel von der Steckrübe auf Kartoffel-Birnen-Steinpilz-Geröstel mit Blauschimmelkäse und Minze (vegetarisch)

Revidierte Version: Mariniert und mit Sesamkörnen in der Panade 

Die Urversion

Dieses Gericht ist eine Art work in progress. Zuerst war da eine längliche, nicht zu große Steckrübe, die man sehr schön in ca. sechs Zentimeter große, runde Scheiben schneiden konnte – prima geeignet, daraus kleine panierte Schnitzelchen zu machen. In der ersten Version, nur mit Pfeffer und Salz, kamen sie mir dann etwas fade vor – von dem wunderbaren nussigen Aroma, das beim Blanchieren der Steckrübe die Küche erfüllte, war im fertigen Produkt nur wenig zu spüren. Also kam ich auf die Idee, die Steckrübenscheiben in Sojasauce, Kürbiskern- und Wallnussöl zu marinieren und der Panade Sesamkörner zuzufügen. Und siehe da, das Ergebnis schmeckte richtig gut.

 Mitgebratene Birnenspalten der Urversion

 Gegrillte Birnenscheiben der zweiten Version

Mit der Optik der Birnen-Steinpilz-Kartoffel-Geröstels war ich weder in der ersten und zweiten Version zufrieden. Zu unförmig (und auch etwas alt) waren die Steinpilze, die ich am Mittwoch Morgen auf dem Markt bekommen hatte und die ich nur in undefinierbare Stücke schneiden konnte. In der Pfanne sah alles zwar noch ganz hübsch aus, auf einem kleinen Teller angerichtet konnte man von den Pilzen allerdings nichts mehr so richtig erkennen. Immerhin hatte alles eine verführerisch leckere Bräunung – und einen erlesenen Geschmack auf alle Fälle.

Anstelle der Steckrübe kann man das Gericht
auch mit Kohlrabi zubereiten. Oder der Panade
statt der Sesamkerne gehackte Erdnüsse beimischen.

Rezept: Schnitzel von der Steckrübe auf Kartoffel-Birnen-Steinpilz-Geröstel mit Blauschimmelkäse und Minze
Auf genaue Mengenangaben habe ich verzichtet. Man macht so viel, wie man essen will.

1 kleine längliche Steckrübe
2 Teile Sojasauce
½ Teil Kürbiskernöl
½ Teil Walnussöl
2 Teile Semmelbrösel
1 Teil Sesamkörner
Mehl, Ei nit etwas Milch
Pfeffer, Salz
Rapsöl, Zitrone

Steinplize
Birnen
festkochende Kartoffeln
Zwiebel
Knoblauchzehe
Thymian
Estragon
Minze
Blauschimmelkäse
Rapsöl, Salz, Pfeffer

Steckrübe schälen und in knapp 5 Millimeter, nicht zu dicke Scheiben schneiden. In Salzwasser 6 Minuten blanchieren. Abtropfen und etwas antrocknen lassen. Aus Sojasauce, Kürbiskernöl und Walnussöl eine Marinade herstellen. Steckrübenscheiben darin mindestens eine halbe Stunde marinieren lassen.
Für die Panade einen Teller mit Mehle und einen mit verkleppertem Ei bereitstellen. Semmelbrösel und Sesamkörner auf einem dritten Teller miteinander vermischen. Marinierte Steckrübenscheiben wie ein Schnitzel panieren, da heißt nacheinander im Mehl, dem Ei und den Bröseln wenden.
Genügend Rapsöl in er Pfanne erhitzen und die Steckrübenschnitzel darin goldgelb ausbacken. Auf Kückenkrepp abtropfen lassen und mit Zitronensaft beträufeln. Für das Geröstel Zwiebel und Knoblauch in feine Würfel schneiden. Kartoffel schälen und in 5 mm große Würfel schneiden. Steinpilze putzen und in mundgerechte Stücke schneiden. Birne schälen, in Spalten oder Scheiben schneiden.
In einer großen Pfanne Rapsöl erhitzen und die Kartoffelwürfel hingeben. Anschwitzen lassen. Zwiebelwürfel, Steinpilze, Thymian- und Estragonzweig dazugeben und ein paar Minuten mit Deckel braten. Knoblauch und Birnenspalten dazugeben und mit Deckel weiterbraten, bis alles eine leichte Bräunung hat. Pfeffern und salzen.
Geröstel auf vorgewärmten Tellern anrichten, die Steckrübenschnitzel dazu geben und mit zerkrümeltem Blauschimmelkäse und zerzupften Minzblättern garnieren.

 Nussiges Vergnügen: Steckrübenschnitzel

Mittwoch, 2. Oktober 2019

Herbstvergnügen: Kohlrabi-Kürbis-Kartoffel-Gratin mit Shiitake-Pilzen und Estragon (vegetarisch)

Zum Glück dauerte ein Krankenhausaufenthalt des Genießers Ende September nur ein paar Tage, so dass ein Kohlrabi, ein kleiner Rondinikürbis und ein paar Kartoffeln, die er sich vorher in einem Anfall kulinarischen Überschwangs gekauft hatte, bei seiner Rückkehr keineswegs vergammelt waren. Also beschloss er, daraus ein Gratin zu machen, der besser schmecken sollte als die leidigen Brokkoliaufläufe, die anscheinend einen Höhepunkt jeglicher vegetarischer Krankenhausküche darstellen. Dazu ergänzte er das Gemüseensemble noch durch ein paar Shiitakepilze, für etwas Säure sorgte ein Schuss Weißwein. Das Ergebnis war ganz passabel, aber im Nachhinein hätte ich anstatt des Kürbis Karotten und anstatt der Shiitake- Steinpilze bevorzugt.

 Die Zutaten

 Rondinikürbis

Rezept: Kohlrabi-Kürbis-Kartoffel-Gratin mit Shiitake-Pilzen
2 Portionen

1 Kohlrabi
1 Rondinikürbis
1 handvoll Pilze
1 Zwiebel
5 kleine Kartoffeln
½ l Gemüsebrühe
1 Schuss Weißwein
1 Schuss Sahne
1 El Mehl
3 Zweige Estragon
1 Msp geräuchertes Paprikapulver
Pfeffer, Salz
3 EL geriebenen Emmentaler
Butter, Semmelbrösel
Estragonblätter

Kartoffeln in stark gesalzenem Wasser in der Schale gar kochen, pellen und in Scheibenschneiden.
Kohlrabi und Rondinikürbis schälen. Den Kürbis von den Kernen befreien. Beides in kleinfingerdicke Stäbchen schneiden. Kohlrabi in knapp 10 Minuten in Gemüsebrühe bissfest kochen, nach 5 Minuten den Kürbis hinzufügen.
Pilze putzen. Zwiebel fein würfeln. Zwiebelwürfel in Butter glasig schwitzen, Pilze dazu geben und etwas mitschwitzen lassen. Mit Weißwein ablöschen und den Wein verdampfen lassen. Mit Mehl bestäuben und weiter anschwitzen. Mit der Kohlrabibrühe auffüllen, Estragonzweige dazu geben, Deckel auflegen und köcheln lassen, bis die Pilze durch sind. Sahne dazugeben und aufkochen lassen. Mit Pfeffer und Salz kräftig würzen. Mit geräuchertem Paprika vorsichtig abschmecken.

Auflaufform mit Butter ausstreichen. Kartoffelscheiben hineingeben, pfeffern und salzen. Kohlrabi- und Kürbisstifte darauf verteilen, pfeffern und salzen und der Pilzsauce übergießen. Estragonzweige entfernen. Geriebenen Käse und etwas Semmelbrösel darüberstreuen. Mit Butterflöckchen versehen und bei 200 Grad im Ofen etwa eine halbe Stunde überbacken, bis der Käse geschmolzen und gebräunt ist. Mit Estragonblättern garnieren und servieren.

Sonntag, 22. September 2019

Herbstvergnügen: Vom Werden einer Tarte Tatin aus Buchweizenmehl mit Zwetschgen bei spätsommerlichem Sonnenschein

Bei meinem kurzen Urlaub in der Bretagne im Februar wurde ich auf den Buchweizen aufmerksam, der so etwas wie das Nationalgetreide der Bretonen ist, obwohl er gar kein Getreide ist. Dennoch kann man mit Buchweizenmehl normales Weizenmehl ersetzen, was sogar den Vorteil hat, dass es glühenfrei ist. Die Bretonen machen daraus mit Vorliebe Crêpes und Galettes (klick hier), und auch hierzulande gilt der Buchweizenpfannkuchen durchaus als Delikatesse.

Ich hatte im Bioladen ein paar schöne Zwetschgen gekauft, und als ich auch noch auf dem Regionalmarkt in Witten-Herbede frische Eier vom Archhof Ibing ergattern konnte, kam mir die Idee, eine Tarte Tatin mit Zwetschgen zu machen, experimentehalber aber mit einem Teig aus Buchweizenmehl, also französisch ausgesprochen eine „Tarte Tatin aux prunes de blé noir“.

Es wurde eine einfache, pseudo-bretonisch rustikale Sache. Für den Teig knetete ich 250 g Buchweizenmehl, 120 g Butter, 120 g Zucker, 2 Eier, etwas Backpulver und eine Prise Salz zu einem Teig. Das ergab eine recht klebrige, zähe Masse, die ich zwischen zwei Lagen Backpapier zu einem Fladen ausdrückte, der ungefähr den gleichen Durchmesser wie meine eiserne Crêpes-Pfanne hatte, in dem ich die Tarte Tatin backen wollte. Den Fladen legte ich für ein Stündchen zum Ruhen in den Kühlschrank.

Als es soweit war, karamellisierte ich die halbierten und entkernten Zwetschgen mit etwas Butter und Zucker in der Crêpes-Pfanne, legte den Teigfladen darauf, drückte in am Rand fest und buk alles bei 200 Grad für eine halbe Stunde.

 Schöne Zwetschgen...

 ... in der Pfanne karamellisiert ...

 ... mit Buchweizenmehl-Teig bedeckt und gebacken ...

 ... gestürzt ...

... und mit Quark serviert.

Im Nachhinein würde ich sagen, dass es für die 500 Gramm Zwetschgen und meine relativ kleine Pfanne etwas zu viel Teig war, zwei Drittel davon hätten auch gereicht. Doch im Endeffekt war es gar nicht schlimm, dass der Teiganteil an der Tarte so groß war. Denn der Buchweizen buk sich wunderbar aus, und es wurde ein schöner lockerer, leicht sandiger, nicht zu süßer und nussig schmeckender Kuchen, der im Mund sofort angenehm zerfiel. Fürs Rezept unten habe ich die Mengen angepasst. In Ermangelung von Crème fraîche tat ich einen Klecks Magerquark dazu, der noch eine schöne Säurenote brachte.



Rezept: Tarte Tatin aus Buchweizen mit Zwetschgen

Korrigierte Zutatenmenge für 500 Gramm Zwetschgen und eine Pfanne von 23 cm Durchmesser:
150 g Buchweizenmehl
80 g Butter
80 g Zucker
1 Ei
1 TL Backpulver

500 g Zwetschgen
2 El Zucker
1 El Butter

Buchweizenmehl, Butter, Zucker, Ei, Backpulver und Salz am besten mit der Hand gut verkneten. Zwischen zwei Lagen Backpapier zu einem Fladen mit dem Durchmesser der Backform breit drücken und 1 Stunde ruhen lassen, am bestem im Kühlschrank.

Zwetschgen halbieren und entkernen. In eine eisernen Pfanne Zucker in Butter schmelzen lassen. Die Zwetschgenhälften dazu geben und karamellisieren lassen. Den ausgeruhten Teigfladen darauf legen, am Rang festdrücken und die Tarte im 200 Grad vorgeizten Ofen 30 Minuten backen. Fertige Tarte aus dem Ofen nehmen, etwas abkühlen lassen und auf eine Tortenplatte stürzen. Lauwarm mit Crème fraîche oder Magerquark servieren.

Freitag, 20. September 2019

Herbstvergnügen: Risotto mit Rondinikürbis, Champignons, Kürbiskernöl und Hühnchen

Vor ein paar Tagen entdeckte ich im Bioladen kleine Kürbisse, die ich auf den ersten Blick für runde Zucchini hielt. Zu Hause stellte sich jedoch heraus, dass es sich bei den tennisballgroßen Dingern um handfeste richtige Kürbisse handelte, mit knochenharter Schale, gelbem Fruchtfleisch und strohigem Schmodder samt Kürbiskernen innen drin. Laut Internet, so ergab die Recherche, heißt die Sorte Rondini.


 Tennisballgroßer Rondinikürbis

Trotzdem: Von der Größe her eignete sich ein Rondini prima, um in einem Risotto verarbeitet zu werden. Zudem hatte ich noch einige Champignons mitgebracht; die Brühe wollte ich aus zwei kleinen Bio-Hähnchenschenkeln herstellen, deren Fleisch dann ebenfalls im Risotto landen sollte. Mit etwas Curry abgeschmeckt und Kürbiskernöl beiträufelt entstand folgendes köstliche Herbstgericht, das im blauen Dämmerlicht eines spätsommerlichen Sonnenuntergangs eine ganz bezaubernde optische Wirkung entfaltete.


Rezept: Risotto mit Rondinikürbis, Champignons, Kürbiskernöl und Hühnchen
2 Portionen

Für die Brühe:
2 Bio-Hähnchenschenkel ohne Rückenteil
1 kleine Stange Lauch
1 Karotte
1 Stück Sellerie
1 Zwiebel
1 kleine Petersilienwurzel
2-3 Champignons
1 TL Pfefferkörner, ½ TL Piment, 3 Nelken, 2 Lorbeerblätter
Salz, Pfeffer, Muskatnuss

Für den Risotto:
1 Tasse Risottoreis
¾ l Hühnerbrühe
1 kleine Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 Rondinikürbis
5-8 Champignons
1 Schuss Weißwein
2 Zweige Thymian
1 Msp Curry
evtl. 1 Msp Kurkuma
20 g Butter
2-3 EL geriebenen Parmesan
pro Portion 1 TL Kürbiskernöl
Butter, Olivenöl
Pfeffer aus Mühle, evtl. Salz


Für die Hühnerbrühe das Suppengemüse putzen, in Stücke schneiden und in einen Topf geben. Die Hähnchenschenkel darauf legen. Gewürze in ein Teeei oder  einen Teebeutel geben und dazu geben. Alles mit 1 bis 1 ½ l Wasser auffüllen, zum Kochen bringen und ein etwa ¾ Stunden zu einer Brühe kochen, bis das Fleisch weich ist.

In der Zwischenzeit für den Risotto den Rondinikürbis halbieren, die Kerne und das Stroh entfernen und schälen. Fruchtfleisch in 1 cm große Würfel schneiden.
Champignons blättrig schneiden
Zwiebel fein würfeln, Knoblauch in hauchdünne Scheiben schneiden.

Wenn die Brühe fertig ist, Hähnchenschenkel herausnehmen. Fleisch vom Knochen lösen und in kleine Stücke zupfen, nach Geschmack Haut entfernen. ¾ Liter Brühe abmessen, mit Salz, Pfeffer und Muskat kräftig abschmecken und zum Köcheln bringen.

Etwas Butter und Olivenöl in einem Topf erhitzen. Zwiebelwürfel und Knoblauchscheiben darin anschwitzen. Kürbiswürfel und Champignons dazugeben und ebenfalls kurz anschwitzen. Risottoreis dazugeben, ebenfalls anschwitzen. Mit einem Schuss Weißwein ablöschen und den Wein komplett verdampfen lassen. Mit zwei bis drei Kellen köchelnder Hühnerbrühe auffüllen. Thymianzweige dazugeben. Unter umrühren bei niedriger Hitze 17 Minuten köcheln lassen, bis der Reis gar ist. Immer wieder heiße Brühe nachgießen.

Wenn der Reis gar ist, vom Feuer nehmen. Thymianzweige entfernen. Mit Curry nach Geschmack würzen, ggf. mit Kurkuma gelb färben. 20 g Butter unter den Reis rühren. Geriebenen Parmesan ebenfalls unterrühren. Mit Pfeffer aus der Mühle und ggf. Salz abschmecken.

Risotto in tiefen Tellern oder Schalen anrichten. Jede Portion mit einem Tl Kürbiskernöl beträufeln.

 Blaue Stunde auf dem Balkon

Samstag, 14. September 2019

Essen: Knut Hannappel kochte zum zweiten Bistrogeburtstag im FrischeParadies

Enthält WERBUNG
Knut Hannappel als Gastkoch im FrischeParadies

Unverhofft kommt oft (und dann noch am Freitag, dem 13.): Kurz nach 17 Uhr klingelte beim Genießer das Telefon, Christoph Wlotzki vom FrischeParadies in Essen war am Rohr. Ob ich nicht Lust hätte, am Geburtstagsmenü zur Feier des zweiten Geburtstags des hauseigenen Bistros teilzunehmen. Einziges Problem: Die Sause sollte schon in zwei Stunden starten, also ziemlich kurzfristig. Aber der Genießer hat nicht umsonst das Motto „Allzeit genussbereit“ über seinem Blog stehen, und so entfuhr mir ganz gegen meine Gewohnheit ein überraschend spontanes „Ja!“

Eine illustre Gesellschaft feierte den Geburtstag

Und das sollte ich nicht bereuen. Ich erinnerte mich noch gut an festliche Einweihung der Gastronomie in dem Feinkostgroßhandel und -supermarkt auf dem Gelände des Essener Frischecenters vor zwei Jahren (klick hier). Das gläserne Bistro bildete einen eleganten Kontrast zum gewerblichen Umfeld und verleiht seitdem dem Großmarktgelände einen spannenden Metropolencharme.

Sptzenkoch Knut Hannappel und Thierry Stauffenegger
vom FrischeParadies verwöhnten die Gäste 

Stimmungsvoll: Eventsaxophonist Joel Mozes Van de Pol

Und auch diesmal war Großes zu erwarten. Der Essener Spitzenkoch Knut Hannappel hatte zur Feier des Tages ein fünfgängiges Menü samt zwei aufwändigen Amuses bouches und Dessert kreiert, dazu gab es hervorragende passende Weine. Und prompt stellte sich nach anfänglicher Nervosität eine bezaubernde Atmosphäre ein, als zu sanften Saxophonklängen elegant gekleidete Gäste in den Genüssen schwelgten, während auf der anderen Seite der gläsernen Wände Lastwagen entladen und Gemüsekisten gestapelt wurden.

Das Menü zum zweiten Bistrogeburtstag


Champagner zum Aperitif


Amuse bouche I
Gänseleber u.v.a.m

Amuse bouche II
Fischtatar, Dicke Bohnen u.v.a.m.


Label Rouge Lachs | Kürbis | Apfel | Ingwer | Quinoa 

 Zum Lachs:
Grüner Veltliner von Jurtschitsch


Gelbschwanzmakrele | Granny Smith | Auster | Rettich

 Zur Gelbschwanzmakrele:
Riesling Spätlese von Schloss Johannisberg


Wolfsbarsch | Muschel | Fenchel | Zwiebel | Kerbel 

Zum Wolfsbarsch:
Rosé  aus der Provence

Kalbsherz gegrillt | Kohlrabi | Meerrettich | Senf 

Zum Kalbsherz:
Chardonnay von Knewitz

Eifeler Urlamm | Bete | Pflaume | Walnuss 

Zum Lamm:
Barberad'Asti von Cascina Castlèt

Dessert
Passionsfrucht | Lakritz | Weiße Schokolade

Zum Dessert:
Sauternes von Suduiraut

Der Genießer bedankt sich für die Einladung.