Donnerstag, 22. Oktober 2009

Essen: Limbecker Platz komplett eröffnet




Schon als vor anderthalb Jahren die erste Hälfte des Einkaufszentrums „Limbecker Platz“ in Essen eröffnet wurde, war ich maßlos enttäuscht. Nicht nur, dass mit dem alten Karstadt-Gebäude ein noch intaktes historisches Gebäude der Essener Innenstadt für eine überdimensionierte Keksdose mit Noppen platt gemacht wurde, auch das Angebot umfasste nichts, was mich zum Shoppen anregte. Lediglich das „Cha Cha“, ein ausgezeichnetes thailändisches Restaurant, und eine Biobäckerei, in der man auch abends um sieben noch eine umfassende Auswahl an Broten von „Backbord“ u.a. bekommt, konnten den Genießer überzeugen. Aber es gab ja noch die Hoffnung auf die zweite Hälfte, die heute eröffnet wurde.
Doch bei einer kurzen Stippvisite wurde der Genießer ein zweites Mal maßlos enttäuscht. Sicher, da gibt es die sog. „Gourmet Lounge“, eine gehobenere Variante der „Coca Cola Oase“ im Oberhausener „Centro“ mit zahlreichen Spezialitäten-Imbissen wie einer „Nordsee“-Filiale mit besonderem Konzept – doch der Genießer zog das bewährte „Cha Cha“ vor. Doch in dem neuen „Rewe“-Supermarkt entdeckte ich nur das, was es bei meinem „Rewe“ in Bochum auch gibt. Und ich hatte gehofft, im größten innerstädtischen Einkaufszentrum Deutschlands in einer der größten Städte Deutschlands, die wiederum das Zentrum des größten industriellen Ballungsgebietes Europas namens „Metropole Ruhr“ bildet, mir einmal die Nase an Weinkühlschränken platt drücken zu können oder an Fischtheken vor Staunen Stielaugen zu bekommen wie in den einschlägigen Großkaufhäusern in Berlin und anderswo. Stattdessen wurde der Genießer in dem bestätigt, was er schon immer glaubte. Das Ruhrgebiet ist die kulinarische Diaspora schlechthin.

Kommentare:

  1. Das ist schade ... früher war Essen mal ein Ausflug wert! Gibt es denn wenigstens den Markt in Rüttenscheid noch?

    AntwortenLöschen
  2. Essen ist immer noch einen Ausflug wert. Den Markt in Rüttenscheid gibt es auch noch. Gastronomisch gesehen ist es sowieso die Hauptstadt des Ruhrgebiets.
    Irgendwie bekommt man im Ruhrgebiet auch alles, aber halt nur irgendwie. Und wir arbeiten dran, damit es anders wird.

    AntwortenLöschen
  3. okay, ich kenne Essen recht gut, hab über 40 Jahre in OB/E gelebt. Jetzt zieht es mich eher an den Niederrhein; aber der Markt fehlt mir, habe noch nichts Vergleichbares gefunden

    AntwortenLöschen
  4. Zu allem Übel ist das Teil architektonisch auch noch schnarchlangweilig!

    AntwortenLöschen
  5. Die Freundin des guten Geschmacks hat mich schon vor Monaten wissen lassen, daß sie dort aus Neugierde war, gleich 2x: zum 1. und letzten Mal. Nun ist dieses Urteil abgerundet, ich brauch nicht auch noch hin. Und zum Markt in Rüttenscheid muß ich sagen: wiklich alles zu haben, was ein Qualitätsbewusster sucht.Er ist und bleibt ein Ausnahmemarkt!! Und die B1 zwischen BO und E ist für mich GsD nicht lang.

    AntwortenLöschen
  6. Und jetzt kommt Bochums Stadtregierung wieder aus dem Gebüsch: da, wo heute noch das Landgericht mit der Staatsanwalt domiziliert, soll ab 2011 ein, na, was glaubt ihr: jau, ein Einkaufszentrum gebaut werden!. Um die Atraktivität der Bochumer Innenstadt zu steigern!
    Ich halte es nicht mehr aus: wen habt ihr da eigentlich gewählt? Drehscheibe+Anhang: Leerstände! Stadtbadgallerie: verliehrt Euch nicht drin! Und dann noch ein weiteres Centrum!! Trautig, das die nichts lernen!
    EINKAUFSZENTREN HURRA!

    AntwortenLöschen
  7. Die Einkaufs-Atmosphäre einer Stadt wird nicht durch Einkaufszentren, sondern durch die einzelnen inhabergeführten Fachgeschäfte bestimmt. Da aber immer weniger Einzelhandelskaufleute eigene Geschäfte führen, stirbt diese Gattung aus und damit auch die Qualität der Städte.

    AntwortenLöschen